Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
[PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Rhylthar:
--- Zitat von: Feuersänger am 15.08.2013 | 13:39 ---Ich mag diesen Ansatz nicht. Das hat immer sowas von "Gnädigerweise lasse ich euch unwissende Kindlein mal machen... und wenn ihr's verbockt, kann ich immer noch auf meinen Win-Button drücken".
Man stelle sich das mal in der Praxis vor: "WTF? Wir mühen uns da stundenlang ab, über die Schlucht rüberzukommen, und du hättest uns einfach _fliegen_ können???"
Ich vergleiche das gerne mit dem Bild von einem Erwachsenen, der lächelnd zusieht wie ein Fünfjähriger sich abmüht, an das obere Regal ranzukommen - obwohl es für ihn selbst nur ein Handgriff wäre, das Gewünschte zu holen.
--- Ende Zitat ---
Naja, sehe ich anders.
Auf der technischen Ebene ist das alles richtig, aber die RPG-Komponente gibt es auch noch. Was dann dazu führen kann, dass ich z. B. als Magier aus Fluffgründen eine eher "schwache" PrC nehme, bestimmte Zauber ablehne oder ähnliches. Das obige Beispiel passt auch nicht wirklich, weil in der Situation niemandem ein Spotlight geklaut wird.
Aber muss ich als Magier z. B. darauf bestehen, mich mittels irgendeinem Polymorph Zauber in irgendwas zu verwandeln, um jemanden auszuspionieren oder überlasse ich es doch einfach dem Schurken mit hohem Move Silently, Hide, Gather Information und ähnlichem?
Thandbar:
--- Zitat von: Roland am 15.08.2013 | 13:04 ---Entweder verstehe ich Dich nicht richtig, oder Deine Logik ist ein wenig verquer. Wenn ich nicht den Roxxor-Charakter baue, den ich bauen möchte, weil ich Rücksicht auf meine Mitspieler nehmen will, schränke ich mich ein. Wenn ein Spiel Regeln hat, um die Charaktere auf eiem vergleichbaren Machtniveau zu halten, ist das ebenfalls eine Einschränkung.
--- Ende Zitat ---
Sind Spielregeln nicht immer eine "Einschränkung"? Die Frage ist doch, was man mit den Regeln abbilden und erreichen möchte.
Wenn meine Grundprämisse ist, dass alle Charaktere immer gleichwertig bleiben sollen, greife ich auf ein anderes Regelwerk zurück, als wenn ich verschiedene Machtniveaus innerhalb einer möglichen Spielergruppe abbilden können möchte.
Da gibt es meiner Meinung nach kein richtig und kein falsch, sondern nur eine Präferenz.
Arldwulf:
--- Zitat von: Feuersänger am 15.08.2013 | 12:46 ---Ich habe Wormy jetzt so verstanden, dass man halt ein bestimmtes Powerniveau _für die Gruppe_ wählen kann. Natürlich ist es nicht so nett, wenn ich einen Uber-CoDzilla in einer Gruppe baue, von der ich weiß dass die anderen in Sachen Optimierung eher so auf Order-of-the-Stick Niveau dümpeln.
Aber man kann sich in der Gruppe abstimmen und auf ein bestimmtes Powerniveau verständigen. Dann macht die eine Gruppe Fighter/Rogue/Healbot und die andere Warblade/Swordsage/Bard und die dritte Druid/Wizard/Cleric mit effizienter Skillung.
--- Ende Zitat ---
So verstehe ich dies durchaus auch, aber diese Klassen haben ja auch unterschiedliche Hintergründe und decken nicht nur ein Powerniveau sondern auch ein Charakterkonzept ab.
Wenn ich nun ein weitgehend klassenneutrales Balancing habe so kann ich jedes gewünschte Powerniveau mit jedem Charakterkonzept abdecken. Ist dies nicht mehr so dann bin ich auf bestimmte Konzepte beschränkt.
Worms sagte nun oben etwas das sicher richtig ist. Man kann Charakterkonzepte auch auf unterschiedliche Weise abdecken. Das stimmt schon. Aber am Ende sind eben z.B. Ninja und Schurke doch auch im Flair unterschiedlich, und die Möglichkeiten mit diesem Mittel die Problematik zu umgehen sind sehr begrenzt.
Der Ansatz Klassen in Tiers einzuteilen muss letztlich immer zu einer Einschränkung der Charaktervielfalt führen. Alle "aber der SL kann doch gegenwirken", "der Spieler muss dies ja nicht ausreizen" Argumente behandeln nur die Symptome des Problems und habe wieder ihre eigenen neuen Konsequenzen.
Völlig unnötig. Es ist eigentlich ja kein so besonders spektakulärer Ansatz erst einmal alle Charakterkonzepte gleich spielbar und nützlich zur Problemlösung zu machen. Gegenüber dem unbalanciertem Ansatz hat man dabei nur Vorteile, lustigerweise ja auch dann wenn man Unterschiede im Powerniveau haben möchte.
Die einzigen die davon Nachteile haben sind natürlich die Designer der Spiele, die mehr Aufwand betreiben müssen, ein besseres Spiel erstellen müssen.
Arldwulf:
--- Zitat von: Rhylthar am 15.08.2013 | 13:49 ---
Aber muss ich als Magier z. B. darauf bestehen, mich mittels irgendeinem Polymorph Zauber in irgendwas zu verwandeln, um jemanden auszuspionieren oder überlasse ich es doch einfach dem Schurken mit hohem Move Silently, Hide, Gather Information und ähnlichem?
--- Ende Zitat ---
Das Problem hierbei ist das dieser Ansatz den Schurken wissentlich in größere Gefahr bringt (ähnlich ist es bei "lass ihn doch die Steilwand raufklettern, fliegen muss nicht sein")
Etwas das der Magier, wenn es eine Gruppe von Gefährten und Freunden ist IG nicht tun würde. Er tut es letztlich dennoch weil die Gruppe draußen am Spieltisch auch Freunde sind. Aber dies erkauft man sich durch eine größere Distanz zum eigenem Charakter. Einerseits will man sich in diesen hineinversetzen und tun was er tun würde. Anders herum weiß man dass dies anderen den Spaß verdirbt.
Beim Balancing gibt es ja oft diese schöne Spaßserie vom Angel Summoner und dem BMX Bandit. In einer Folge will der Angel Summoner dem BMX Bandit das Spotlight überlassen. Dieser soll nun über eine Straßenschlucht durch ein Fenster springen und die bösen Jungs mit seinem Bike verhauen.
In der Serie hilft der Angel Summoner ihm heimlich, beschwört seine Engel. Was wäre wenn nicht? Stürzt der BMX Bandit dann ab? Stirbt und die bösen sind erfolgreich, machen was auch immer sie so vorhatten?
Das ist eben ein Problem. IG würden die Charaktere die beste Lösung nutzen wollen.
Thandbar:
--- Zitat von: Rhylthar am 15.08.2013 | 13:49 ---
Aber muss ich als Magier z. B. darauf bestehen, mich mittels irgendeinem Polymorph Zauber in irgendwas zu verwandeln, um jemanden auszuspionieren oder überlasse ich es doch einfach dem Schurken mit hohem Move Silently, Hide, Gather Information und ähnlichem?
--- Ende Zitat ---
Ich weiß nicht, das finde ich irgendwie unbefriedigend. Das Spiel sagt Dir: Schau, da sind all die tollen Möglichkeiten, wie Du Deinen Charakter verbessern kannst und was Du so alles mit ihm anstellen kannst. Dafür steigst Du ja Deine Stufen auf, erlebst Abenteuer und sammelst Erfahrungspunkte.
Im selben Augenblick sagt Dir aber Deine innere Stimme, dass Du lieber keine dieser Optionen nutzen solltest, um den Schurken in Deiner Runde nicht traurig zu machen.
Die SCs mit all ihren Bau-Optionen schreien regelrecht danach, effizient ausgebaut zu werden. Und als Spielergruppe verordnet man sich dann eine Feat- und Spruch-Diät. Irgendwie finde ich das paradox.
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