Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20

[PF] Kritikpunkte aber auch Lob

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Arldwulf:
Das verschiebt den Aufwand nur, ändert aber nichts daran das es besser ist wenn der Aufwand geringer ist.

Thandbar:

--- Zitat von: Slayn am 15.08.2013 | 21:49 ---Für mich persönlich ist diese Fixierung auf mechanische Balance/System Balance des letzten Jahrzehnts einfach nur der gescheiterte Akt genau den sozialen Kompromiss, mit allen seinen Folgen, vom Tisch zu entfernen um eine Kuscheladmosphäre zu schaffen.

--- Ende Zitat ---

Ich glaube, die Thematisierung von Balance kommt a) von Computerspielen (in denen man immer mit der nackten Mechanik konfrontiert ist) und ist b) eine Folge des Internets, auf das jeder zugreifen kann, um dort seine stärksten Builds zu posten und sie von dort zu beziehen.

Wormys_Queue:

--- Zitat von: Arldwulf am 15.08.2013 | 21:33 ---Lösung 3 funktioniert aber wie gesagt besser wenn man sie nicht nur mit ein paar ausgewählten Klassen nutzen kann, sondern mit allen. Will ich verschiedene Stärkeniveau darstellen so ist es besser wenn dies mit allen Klassen möglich ist.
--- Ende Zitat ---

Das wäre natürlich ein Traum. Nur gibt es leider keine eierlegenden Wollmilchsäue. Also bleibt einem System, dass sich daran anähern will, gar nichts anderes übrig, als die Sachen einzeln in den Topf zu werfen.


--- Zitat ---Ich kann dann immer noch den übermächtigen Magier spielen.
--- Ende Zitat ---


Ich hab ja keine Ahnung, warum du mit Gewalt einen übermächtigen Magier spielen willst bzw. warum du dann zur 4E gewechselt bist. Ich brauch das jedenfalls nicht. Aber ich glaub ja auch nicht, dass 3.5/PF spielen heisst, dass man seinen Magier nur dann auch so nennen darf, wenn man ihn ans Maximum optimiert.


--- Zitat ---Lösung 2 ist der weiter oben angesprochene Kompromiss. "wenn dein Kämpfer dir zu schwach ist spiel doch was anderes"
--- Ende Zitat ---

Nein, eigentlich ist der Kompromiss: "Wenn dein Kämpfer dir (für diese Runde) zu schwach ist, dann bau ihn halt stärker." Funktioniert prächtig, solange man versteht, dass der Begriff "Kämpfer" hier für einen Charakter steht und nicht für ein Regelkonstrukt.


--- Zitat ---Die Frage ist: was genau gewinnt man dadurch eigentlich? Oder was erhofft man dadurch zu gewinnen?
--- Ende Zitat ---

Bessere Weltsimulation. In einer guten Welt gibt es keine Spielbalance.


Sie wären weiterhin die gleichen Klassen um keinen Deut flexibler oder unflexibler. Aber besser ausbalanciert. Praktisch gesehen könnte man diese Maßnahmen nun fortführen doch egal was man macht....man verliert dadurch nie etwas und gewinnt nur Balance und Spielbarkeit.


--- Zitat ---Es ist schlecht ausbalanciert weil man es nicht besser hinbekam, zu wenig drüber nachgedacht hat wie man dies hinbekommen könnte.
--- Ende Zitat ---

Da haben sie aber Glück, dass es so viele Spieler gibt, die lieber so einen Schrott spielen als das Balancewunder 4E. Oder es könnte sein, dass sie doch ein bissl mehr Ahnung haben, als du ihnen zugestehen willst und gewusst haben, dass es viel wichtigeres gibt als regelimplementierte Spielbalance und dass die meisten Rollenspieler problemlos damit umgehen können.

Feuersänger:
Da muss ich jetzt mal einhaken:
Ich erinnere mich noch an die Frühzeit von 3E  :korvin: und was damals in den einschlägigen Foren diskutiert wurde -- da wurde wirklich noch die offizielle Doktrin vertreten, dass alle (Kern-)Klassen zueinander ausbalanciert sind; mit ebendiesen Argumenten die wir heute sofort als fadenscheinig entlarven.

Aber wie gesagt, das ganze System war neu, auch für die Designer war es #Neuland, und es dauerte wohl auch erstmal eine ganze Weile, bis die ganzen Lücken und Loopholes im System von eifrigen Spielern entdeckt worden waren -- vorher in den Playtests sind die jedenfalls niemandem aufgefallen.

Im Lauf der Zeit haben die (meisten) Designer zwar dazugelernt -- aber so richtig auch erst nach der VÖ von 3.5, da war die Chance schon vertan, die Big Three _substantiell_ anzupassen. Und später PF hat sich auch nicht getraut, da mal wirklich aufzuräumen.

Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wieviel z.B. ein Sean K. Reynolds (ihr habt es vielleicht schon gemerkt: mein Feindbild!) seit dem Ende des 3.5-Zyklus über "sein" System gelernt hat, aber damals jedenfalls war er bzgl seiner eigenen Machenschaften vollkommen ahnungslos. Der Mann hat zwar erkannt, dass nicht alle Feats gleich viel wert sind -- aber er hat die Wertigkeiten oft exakt falschrum zugeordnet; seiner Meinung nach z.B. ist "Toughness" (die D&D-Version, die einmalig 3HP gibt) doppelt soviel wert wie "Quicken Spell". Das hat er noch mindestens bis Ende 2003 vertreten, also noch nach dem Upgrade auf 3.5.
I am not making this up!

Dasss 3.X nach wie vor so beliebt ist, liegt wohl an allem Möglichen, aber bestimmt nicht an der tollen Balance. Eher an der großen Abwechslung bedingt durch den gewaltigen Optionenreichtum. An dem konstanten Verjüngungseffekt durch das Stufensystem. An dem Gefühl wie an Weihnachten, wenn man shiny neue Ausrüstung gewonnen hat. All sone Sachen.

Slayn:
Steck den Alten-Mann-Smilie weg, denn ich denke, viele haben den Start der 3E mitgemacht.

Ich frage mich da nur des öfteren, wenn die 3E ihren bestimmten Spielstil forciert hätte, der wohl Hand in Hand mit der Planung und den Playtests gegangen ist, die Designer damals die Eier in der Hose gehabt hätten und ähnlich der 4E gesagt hätten "So soll das sein, der Rest kann sich trollen!", ob dann die Balance noch so ein Thema geworden wäre. (Ok, es wäre nicht der Erfolg gewesen, der es geworden ist, siehe den Antagonismus auf den die 4E traf, wenn man Leuten sagt was Gutes Rollenspiel (TM) ist [Wobei, DSA...])

Siehe dazu die ersten Abenteuer, wie Zitadelle in Ewiger Nacht oder den Tempel des Elementaren Bösen. Betrachtet man diese, erfährt man einiges aus der angedachten Balance.

Denn war damals nicht eine der wichtigsten Erkenntnisse die Sache das der Story-Fokus von AD&D 2nd es verkackt hatte und nutze man nicht den Slogan "Back to the Dungeon!" aus genau dem Grund?

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