Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
[PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Wormys_Queue:
--- Zitat von: Preußischer Generaloberst am 21.08.2013 | 17:57 ---Die Balanciertheit eines Charakters hat nichts mit der Spielbalance zu tun.
--- Ende Zitat ---
naja, mit Verlaub, darum geht es doch die ganze Zeit, nämlich um die Balanciertheit eines Charakters relativ zu den anderen Charakteren und zum Spiel. Beim Schach kann man den einzelnen Schachfiguren recht eindeutig eine Schachstärke relativ zum Bauern als kleinster Einheit zuordnen (was ja auch zur Einschätzung von Spielpositionen genutzt wird). Und aus Gründen der Fairness ist es natürlich eine sehr gute Idee, beiden Parteien dasselbe Material an die Hand zu geben, um den wahrscheinlichen Spielausgang bei gleicher Spielstärke nicht schon vorwegzunehmen. Aber natürlich handelt es sich hier auch um ein Wettkampfspiel. (btw. ich weiss gar nicht, wieviel Material mir ein Schachgroßmeister vorgeben müsste, damit Chancengleichheit herrscht. Wäre aber wohl eine Menge ^^)
--- Zitat ---Um wieder die Kurve zum Rollenspiel zu bringen: Deine Spassmotivation (optimierter Charakterbuild) darf nicht dafür sorgen, dass andere Spassmotivationen, die vom Gamedesigner (Spielautor und SL) nicht von vornherein abgelehnt wurden, (z.B. improvisierte Problemlösung oder Gruppenspiel) keine sinnvollen Optionen mehr haben.
--- Ende Zitat ---
Das tut sie ja auch nicht. Die Frage ist, ob Spieler mit unterschiedlichen Spassmotivationen überhaupt in eine Gruppe passen und falls nicht, ob das unbedingt vom System verhindert werden muss oder ob das auch einfach der gesunde Menschenverstand erledigen darf. Persönlich bringt mir Optimierung per se zum Beispiel überhaupt keinen Spassgewinn und auch wenn mich durchaus an eine Gruppe von Optimierern anpassen kann, sofern wir eine genügende Menge an sonstigen Motivationsfaktoren teilen, weiss ich von vorneherein, dass ich viel mehr Spass an einem Spiel habe, in der ich das gar nicht erst tun muss (sei es, weil die anderen auch nicht optimieren, oder weil sie wenigstens kein Problem damit haben, wenn ich das nicht tue).
Wie dem auch sei: Ich habe immer die Option, nicht mit anderen Personen zu spielen, wenn unsere Interessen zu weit auseinanderklaffen. In 3.5/Pathfinder ist das aber meine Entscheidung, nicht die des Systems und genau darauf lege ich größten Wert.
Wormys_Queue:
--- Zitat von: Arldwulf am 21.08.2013 | 18:00 ---In einem ausbalanciertem System haben alle 4 die gleiche höhe auf der gleichen Stufe. In einem nicht ausbalanciertem System nicht.
--- Ende Zitat ---
Wir können das Spiel natürlich nun ewig treiben, dass du ständig neue Parameter einführst, die für alle gleich sind, und du dass dann als balanciertheit begründest. Kürzen wir also ab: Ich will auch nicht, dass die gleich hoch, breit oder sonst wie gleich sind. Weil das IMMER bedeutet, dass alles, was davon abweicht, aus dem System geschmissen wird.
--- Zitat ---Heißt das das in unbalancierten Systemen, in denen die Kugel viel höher reicht als das Rechteck und die Pyramide alle überragt meine schöne Platte voller Spielspaß runterfällt? Nein. Denn die Typen die da stapeln denken ja mit. Sie picken die richtigen Steine. Sie picken die Rosinen wenn du so willst. Es heißt also nur das unter dieser Platte die Vielfalt geringer sein wird. Weniger Möglichkeiten genutzt werden können.
--- Ende Zitat ---
Das heisst es eben nicht. Rhylthar hat das schon richtig zu stellen versucht. Meine Rosinen sind nicht deine Rosinen, und meine Rosinen von heute sind wahrscheinlich nicht mal dieselben Rosinen, die ich morgen wählen werde. Die Vielfalt insgesamt gesehen ist also keinesfalls geringer, es werden auch nicht insgesamt weniger optionen verwendet. Abgesehen davon, dass man in einer einzelnen Spielrunde nie alle optionen einsetzen wird, aber das tut man in einem balancierteren System ja auch nicht.
Arldwulf:
--- Zitat von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 19:55 ---Wir können das Spiel natürlich nun ewig treiben, dass du ständig neue Parameter einführst, die für alle gleich sind, und du dass dann als balanciertheit begründest. Kürzen wir also ab: Ich will auch nicht, dass die gleich hoch, breit oder sonst wie gleich sind. Weil das IMMER bedeutet, dass alles, was davon abweicht, aus dem System geschmissen wird.
--- Ende Zitat ---
Oder nie. Darum geht es ja. Habe ich zu allen formen die passenden Größen, so sind sie alle im Spiel anzutreffen.
Erst wenn ich sage dass es die größte Größe nur in Form X gibt verliere ich Vielfalt. Ich kann dir ein einfacheres Beispiel nennen dass ich heute auf einem Spielplatz gesehen habe. Eine Wippe mit drei Sitzen an jedem Ende.
Auf ihr können eben dann nicht mehr nur Kinder mit dem gleichem Gewicht wippen. Sondern auch der dicke Paul mit dem dünnem Max und der kleine Peter mit seinem Papa. Lustig wäre dabei zu sehen was passiert wenn ich auf einer Seite der Wippe nur noch den inneren Sitz habe und auf der anderen nur noch den äußeren. Müsste deiner Argumentation nach ja Vielfalt fördern, durch Imbalance.
ErikErikson:
Hier stellt sich mir auch die Frage, ob balancierte Systeme nicht inherent latent faschistisch sind, da sie ja alle Elemente, die nicht passen, konsequent ausschliessen, und alle SC quasi "gleichschalten".
6:
--- Zitat von: Wormys_Queue am 21.08.2013 | 19:48 ---naja, mit Verlaub, darum geht es doch die ganze Zeit, nämlich um die Balanciertheit eines Charakters relativ zu den anderen Charakteren und zum Spiel.
--- Ende Zitat ---
Jetzt springst Du von WoW direkt zum PnP-Rollenspiel. Wir waren bei der Balanciertheit eines Charakters immer noch bei WoW. (Ich hoffe Du willst nicht sagen, dass ein Charakter in WoW die gleiche Aufgabe hat wie ein Charakter in einem PnP-Rollenspiel)
In einem normalen Rollenspiel (im Gegensatz zu WoW!) kann die Balanciertheit eines Charakters mit der Spielbalance zu tun haben und zwar in der Form, dass die Charaktere in Bezug der Spassmotivationen ausbalanciert sein sollten.
--- Zitat ---Das tut sie ja auch nicht. Die Frage ist, ob Spieler mit unterschiedlichen Spassmotivationen überhaupt in eine Gruppe passen und falls nicht, ob das unbedingt vom System verhindert werden muss oder ob das auch einfach der gesunde Menschenverstand erledigen darf.
--- Ende Zitat ---
1. Viele Spassmotivationen sind sehr nahe beieinander, sodass sie ohne größere Anpassungen zusammen spielen können (wenn die Spielbalance nicht in eine Richtung wegspringt)
2. Ein SL-Neuling dürfte genug damit zu tun haben, sein Abenteuer einigermassen auf die Reihe zu bekommen. Wenn er sich dann noch mit den Spassmotivationen der Spieler eingehend beschäftigen muss...
3. Als SL mit Erfahrung kannst Du natürlich ne Menge im Spiel ausgleichen. Nicht umsonst sehe ich den SL als Gamedesigner. Je weniger Kopf Du Dir darum machen musst, desto mehr kannst Du Dich um anderes kümmern. Wenn Dir aber ein System gefällt und Du mit der Unbalanciertheit keine Probleme hast, dann more Power to You. :))
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