Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
[PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Thandbar:
--- Zitat von: Feuersänger am 22.08.2013 | 13:49 ---Abgeschreckt fühle ich mich in erster Linie von Systemen, bei denen "Balance" lediglich "Jacke wie Hose" bedeutet.
--- Ende Zitat ---
Ja, und das ist leider das, was viele unter Balance verstehen. Bei Computerspielen kenne ich das, und die folgende Vereinheitlichung, die einer solchen Vorstellung nachgibt, tut dem Spiel nicht gut - siehe WoW.
"Wähwähwäh, warum habe ich als Zerg keine unsichtbaren Einheiten und der Protoss hat so viele, das ist nicht gebalanced!"
Arldwulf:
--- Zitat von: Wormys_Queue am 22.08.2013 | 13:50 ---Eben nicht. Option A ist eventuell genau das, was mich interessiert, mir passt nur die Umsetzung im System nicht. Links liegen lassen ist also keine Lösung
--- Ende Zitat ---
Nur ist die Chance dass jemand Option A gerne stark hätte genauso hoch wie die Chance dass jemand Option A gerne schwach hätte.
Du sagst ich käme nicht darauf dass Spieler dies wollen würden. Ehrlich gesagt finde ich dies völlig nachvollziehbar. Den umgekehrten Fall aber genauso.
Und genau weil ich nicht vorhersehen kann ob Spieler gerne wollen dass Option A mächtiger als Option B ist oder umgekehrt ist es sinnvoll sie gleich mächtig zu machen.
Nimm mal ein anderes Beispiel: Die Geschwindigkeit in der Magier und Kämpfer Macht hinzugewinnen. Ganz offenbar geht dies beim Magier schneller voran. Finden dies Spieler gut? Oder schlecht? Für beides gibt es gute Argumente. Für das gute "Magier sind nunmal rein vom Topos her mächtiger", für die entgegengesetzte Meinung: "Dass Magier mächtig sind liegt in ihrem Topos daran dass sie die alten Typen mit Bart sind, nicht daran dass sie schneller lernen".
Und es werden sich genug Leute finden die eine der beiden Seiten verteidigen wollen. Oder gleich noch eine dritte Meinung haben.
Balance ist immer auch ein Ausgleich. Ja natürlich kann ich der Meinung sein dass Magier schneller stark werden sollen als Kämpfer. Aber ein gutes System, das möglichst viel Freiheit in der Charaktererstellung bieten will sollte einen Ausgleich finden.
Arldwulf:
--- Zitat von: Feuersänger am 22.08.2013 | 13:49 ---Abgeschreckt fühle ich mich in erster Linie von Systemen, bei denen "Balance" lediglich "Jacke wie Hose" bedeutet.
--- Ende Zitat ---
Ja, da hast du natürlich völlig recht. Ich würde sogar so weit gehen und sagen dass dies dann nichts mehr mit Balance zu tun hat. Einfach weil dort ja nicht mehr zwei verschiedene Dinge ausgeglichen werden sondern zwei gleiche Dinge. Die man naturgemäß gar nicht ausgleichen muss.
Slayn:
--- Zitat von: Feuersänger am 22.08.2013 | 13:49 ---Abgeschreckt fühle ich mich in erster Linie von Systemen, bei denen "Balance" lediglich "Jacke wie Hose" bedeutet.
Also z.B. "Es ist völlig egal ob du Langschwert, Streitaxt, Kriegshammer oder Speer auf deinen Charakterbogen schreibst, regeltechnisch ist das immer eine Einhandwaffe und die Werte sind immer die gleichen".
Das langweilt mich. Enorm!
Hingegen das "Alles hat seine kleinen Vor- und Nachteile" samt Aufteilung in Simple und Martial Weapons von 3.X finde ich da insgesamt gar nicht schlecht. Da gibt es ein paar _leicht_ überlegene Auswahlen, aber es ist trotzdem keine Katastrophe, wenn man als Kleriker die traditionelle Heavy Mace nimmt statt den situational etwas effektiveren Morgenstern.
Anders schaut es da bei den Exotic Weapons aus; die meisten sind Traps / Blödsinn, nur die Spiked Chain ist wie schon gesagt der absolute Goldstandard und weit und breit die einzig vernünftige Auswahl. (In einigen Splats gibt es auch noch vereinzelt sinnvolle Alternativen.)
--- Ende Zitat ---
Mal als reine Denkübung gesehen:
Stell dir vor, wir verorten jeder Klasse eine Punktewert. Schurke ist 60 Punkte Wert, Wizard 100.
Dein Ansatz von Balance ist oft: Ok, dann kappen wir beim Wizard 40 Punkte. Im Gegensatz dazu könnte man immer sagen: Ok, dann geben wir dem Schurken 40 Punkte. System Mastery wäre dann, eine 100 Punkte Klasse wie 110 Punkte zu spielen, was legitim ist.
Die Sache ist also dann keine stupide Vereinheitlichung, was du bei Waffen kritisierst, bei Castern aber irgendwo forderst, sondern diese besagten 40 Punkte für den Schurken zu bekommen, etwa eben dadurch im Features zu geben, die Waffenschaden, Sneak und TWF automatisch anhebt, bis er bei 100 Punkten ist. der schlaue Spieler könnte dann, durch System Mastery, noch diese virtuellen 10 Punkte rausholen.
Im Gegensatz dazu müssten APs/Monster auch angepasst werden, einfach indem man sagt: hast du eine 40-60 Punkte Gruppe, sieht der Kampf so und so aus...
Wormys_Queue:
--- Zitat von: Arldwulf am 22.08.2013 | 13:59 ---Und genau weil ich nicht vorhersehen kann ob Spieler gerne wollen dass Option A mächtiger als Option B ist oder umgekehrt ist es sinnvoll sie gleich mächtig zu machen.
--- Ende Zitat ---
Nein. Es ist sinnvoll, mehrere Möglichkeiten (A>B, A=B, A<B) anzubieten oder wenigstens den Spielern die Möglichkeit einzuräumen, sich das selbst zu basteln. Ist natürlich ein mehr an Arbeit, gerade deswegen war und ist aber die OGL so ein genialer Gedanke.
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