Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Wirkung von Magie in der Spielwelt
1of3:
Möchtest du, Luxferre, jetzt nur aufgrund der D&D-Regeln extrapolieren? Die sind nämlich verhältnismäßig limitiert in dieser Angelegenheit bzw. liefern weniger konsistente Ergebnisse, als zumindest ich mir wünschen würde. Höchst wahrscheinlich würde eine Magokratie dabei rauskommen. Relevant wäre noch, inwieweit Götter direkt eingreifen.
Wenn man sich dagegen z.B. Eberron anguckt, war das eher ein Ansatz sich erstmal eine Gesellschaft zu entwerfen und die dann mehr oder weniger wieder in D&D-Regeln zu übersetzen.
Feuersänger:
Ich bevorzuge hier den Ansatz, erstmal die Demographie genauer anzuschauen.
Wie viele Magiewirker gibt es, die jeweils einen zusätzlichen Grad beherrschen?
Daraus ergibt sich dann die Verfügbarkeit von Zaubersprüchen im täglichen Leben.
Nach D&D-Usus gibt es drei Zugänge zur Magie, jeweils mit einer anderen Eigenschaft assoziiert, nämlich entweder
- als erlernbare Wissenschaft (INT)
- als angeborenes Talent (CHA)
- als göttliche Gabe (WIS)
Es reicht theoretisch, wenn eines dieser drei Attribute hoch genug ist, um denjenigen zum Magiewirker zu machen. Was aber natürlich nicht heisst, dass jeder mit ausreichender Int automatisch Magier wird und so weiter.
Wir sollten also als erste Stellschraube mal betrachten: wie hoch muss das relevante Attribut sein, um für eine entsprechende Profession ausgewählt zu werden?
Dann schaut man, wie häufig wiederum solche Attribute vorkommen (ausgehend von der 3d6 Verteilung -- dass SCs eine andere Generierungsmethode verwenden ist irrelevant, die rekrutieren sich eben aus dem rechten Ende der Glockenkurve).
Voilà, so haben wir eine Obergrenze für Magiewirker.
Dann muss man noch die Verteilung der Level festlegen, und daraus ergibt sich dann die Verfügbarkeit von Zaubern unterschiedlicher Grade.
Dabei halte ich wohlgemerkt wenig von den DMG-Tabellen, da diese sich z.T. selbst widersprechen und überhaupt nicht besonders plausibel sind. Das sollte man also lieber selber mal durchdenken.
Hier wiederum bevorzuge ich den Ansatz, dass typische NSCs in Ausübung ihrer Tätigkeit täglich niveau-abhängige XP erwerben. Also ein Scheisseschaufler bekommt vielleicht 1XP pro Tag, ein Kathedralenbaumeister eher 3XP, ein Zauberer gar 5XP pro Tag. Entsprechend staffeln sich dann die Stufen nach Berufsgruppen.
Slayn:
--- Zitat von: Luxferre am 26.09.2013 | 14:34 ---Magie kann beides sein, Slayn.
Magiewerker (Artificer und Co) sind die magisch begabten Handwerker.
Buchabhängige Magier wären eher Theoretiker/Akademiker. Diese können ihr Wissen aber ebenfalls für hohe Handwerkskünste nutzen (sie Kalgani) und Golems oder gar elementar angetriebene Apparate schaffen.
Magie trifft Handwerk. Ein Trennung wäre mir zu künstlich.
Und damit gebe ich zurück ;D
--- Ende Zitat ---
Ich gehe ganz stark von der Level-Verteilung (und der Attributsverteilung) im DGMG oder GMG (PF) aus. Für mich ist einfach die kritische Masse, die man benötigt von von Kunst (im Sinne von Einzel-Handwerk) zu Handwerk (Im Sinne von simpel gelernter Kunst) in dem meisten der genannten Settings noch weit entfernt.
Wir können da einen vergleich zu Kanonen ziehen, dann ist das verständlich: Eine Kanone war früher machbar, aber es war eine Kunst sie zu erstellen, teuer, langwierig und es waren Künstler beteiligt. Es hat ewig gedauert, diesen Status zur Massenproduktion zu wechseln.
Feuersänger:
Ich exerziere mal eben meinen obigen Ansatz anhand eines Beispiels durch.
Also, sagen wir, die Magierakademie nimmt Studenten ab Int 15 auf, bemüht sich aber erst ab Int 16 aktiv um Rekrutierung.
15% der Bevölkerung haben _irgendeinen_ Stat auf 15+. Wenn wir von gleichmäßiger Verteilung ausgehen, fällt das also bei 2,5% der Bevölkerung auf Int.
Nehmen wir an, davon werden 60% Magier (oder Archivare, die ich im Folgenden mit den Magiern in einen Topf werfe), also 1,5% insgesamt.
Dann ist die Frage, wieviel XP pro Tag so ein Magier über die Zeit erhält. Sind das z.B. 5 pro Tag, steigt er bis zum Alter von 70 Jahren auf etwa Level 14 auf. Die ersten 8 Stufen gehen ziemlich pronto, danach brauchen sie 5 Jahre oder länger für die jeweils nächste Stufe. Nach diesem Modell erreicht ein Magier mit ungefähr 40 Lebensjahren die 9. Stufe, mit 50 die 11.
(Richtig interessant wird dann noch die Überlegung, dass es auch diverse Tricks gibt, seinen Körper wieder zu verjüngen. Auf die Weise lässt sich die Lebenserwartung vervielfachen. Mal ganz abgesehen von sowieso schon langlebigen Rassen wie Elfen etc -- aber denen würde ich deutlich weniger Auto-XP zugestehen.)
Dies soll jetzt nur eine rein akademische / zivile Laufbahn darstellen. Wer sich dagegen in Gefahr begibt, z.B. auf Abenteuer und Questen, kommt entweder darin um, oder steigt wesentlich schneller auf.
Als nächstes sollte man sich Überlegungen zur Altersstruktur der Bevölkerung machen -- jetzt wieder nur auf Menschen bezogen, weniger auf extrem langlebige Rassen. In einem klassisch-mittelalterlichen Setting wäre das eine typische Pyramidenform. Aber das trifft ja in einem magischen Setting nicht unbedingt zu, insbesondere wenn Heilmagie verbreitet ist. Die Überlebensrate pro Jahr dürfte also allgemein ziemlich hoch sein, wenn man von Katastrophen und Kriegen etc. mal absieht. Das wäre also eher eine sogenannte Bienenstockform -- die einzelnen Jahrgänge von der Kindheit bis zum Alter sind alle ungefähr gleich stark vertreten (a bissl Schwund ist freilich immer).
Wenn wir das nun alles zusammenknüpfen, kommen wir für ein kleines schnuckeliges Land mit sagen wir 1 Millionen erwachsenen Einwohnern auf insgesamt 1.500 Magier, von denen locker die Hälfte auf der 9. Stufe oder drüber sind, also 750 Stück, die Zauber wie z.B.Teleport wirken können.
Die meisten davon werden sich vermutlich entweder in Ballungszentren wie Kollegs, Akademien usw zusammenfinden, es wird also in Städten überproportional viele Magier geben und dafür in Kuhdörfern nur sehr selten mal einen.
Analog schaut es freilich bei Wirkern göttlicher Magie aus, also v.a. Druiden und Kleriker. Wobei ich mir das etwa so vorstelle, dass es in den meisten Regionen entweder Druiden _oder_ Kleriker gibt, beides parallel aber eine Ausnahme darstellt (z.B. in Grenzgebieten, die allmählich zivilisiert werden). Schließlich speisen sich beide Klassen aus dem gleichen Pool derer, die mit hoher Weisheit gesegnet sind. Allerdings werden diese sich nicht so zusammenrotten wie Magier, sondern sich eher proportional zur Bevölkerung verteilen. In jedem Dorf ein Kleriker und so.
Cha-basierte Klassen gibt es ja mehrere, z.B. Bard, Sorcerer, Favoured Soul, Paladin u.a.m.. Entsprechend muss der Cha-Pool unter diesen aufgeteilt werden, und es wird von jeder einzelnen Klasse weniger Vertreter geben.
Slayn:
Und dann muss man sich noch fragen, wie viele dieser 750 Magier (nehmen wir sie mal Äquivalent zu Ingenieuren) dann auch wirklich "aktiv schaffend" in ihrem Bereich arbeiten, wer selbst in die Forschung geht, wer sich in "seinen Turm in der Wildnis" zurückzieht, etc. Ich denke,die Zahl wird recht schnell recht klein.
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