Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Wirkung von Magie in der Spielwelt
Slayn:
--- Zitat von: Luxferre am 30.09.2013 | 16:10 ---Arld, ich erwarte keine Zustimmung von Dir, um zufrieden zu sein. Ich wünsche mir schlicht Input, wie sich der Alltag durch Magie plausibler darstellt, als in jeder D&D Veröffentlichung. Denn dort ist Magie grds autark von allem Alltag gelöst. Es giubt hie und da mal 'n kleine Runenfalle an der Tür... wow, beeindruckend.
Aber es gibt Türen. Es gibt Häuser. Es gibt den stinknormalen Mittelalteralltag. Und das spreche ich einer konsistenten D&D Welt ab. Sie würde sicherlich anders funktionieren. Und das "wie" ist für mich der wirklich spannende Teil.
--- Ende Zitat ---
Hier sind wir wieder zurück bei der Frage: Technik, Kunst, Handwerk? Was ist es?
Koppeln wir das doch mal mit Ressourcen: Wenn ein Feld pro Jahr 100gp erwirtschaftet, welcher Depp würde einen 350K gp Farm-Golem da hinstellen? Macht doch auch bei uns keiner. Was würde stattdessen ein einfacher, permanenter Controll Weather Zauber kosten? Ich denke, es ist wie bei uns, man könnte vieles, nur der Kosten-Nutzen-Faktor stimmt nicht. Ich könnte auch meine Treppe durch einen Aufzug ersetzen, nur ist mir das zu teuer. Können würde ich aber.
Ich könnte auch meine Haustür durch ein Force Field ersetzen. Nur wie viel mehr müsste ich arbeiten (oder Schulden aufnehmen) um mir das zu leisten?
6:
@Luxferre:
Ich geh jetzt einfach mal von unserer Entwicklung hier auf der Erde aus. Bei uns gab es den Entwicklungsaufschwung mit der Industrialisierung. Eine solche Industrialisierung könntest Du natürlich mit magischen Mitteln erreichen. Allerdings anders, als Du es Dir vorstellst (nehme ich mal an). Sagen wir Magie wäre alltäglich und jeder könnte relativ schnell Magie bis zu einem Punkt lernen (Wenn ich D&D als Grundlage nehme, dann kann das eigentlich jeder durchschnittliche Mensch Magie lernen können.). Das würde bedeuten, dass jeder Mensch schnell für einfache magische Fertigkeiten angelernt werden könnte. Er könnte dann in einer magischen Fabrik für wenig Geld am Fliessband Gegenstände produzieren. Jetzt kommt es natürlich drauf an, wieviel er wirklich produzieren kann. Wenn wir von PF-Cantrips reden, dann wäre das verdammt viel. Mit den richtigen Cantripreihen könnte ich mir vorstellen, dass da ein richtiges Fliessband mit Akkord entstehen könnte (Der erste erschafft kleine Hölzer, der nächste kleine Seile, der dritte verbindet die miteinander, usw.). Wir hätten dann eine industrielle Zivilisation vor uns. Aus Absatzgründen könnte ich mir dann sogar vorstellen, dass z.B. gnomische Sklaven (weil Gnome schneller Magie lernen und keine Menschen sind) aus den gnomischen Bergen geholt werden. Die gehen dann in die magischen Fabriken und deren Erzeugnisse wiederum gehen an die eigentlichen menschlichen Königreiche.
Natürlich könnte es noch einen Schritt weiter gehen: Die Magier haben keine Lust selber für jeden Furz einen Zauber zu verwenden. Viel einfacher sind da Unseen Servants oder Konstrukte, die die Arbeit verrichten. Diese Konstrukte wiederum könnten selber die Waren produzieren, die gebraucht werden. Plötzlich wären wir vielleicht in einer ähnlichen Gesellschaft wie wir heutzutage. Die Frage ist dann nur noch wie erfinderisch die Magier sind. Und plötzlich haben wir einen Magier namens Steve Jobs, der den Leuten ein mPhone oder sowas verkauft. Das funktioniert aber nur dann, wenn die Konstrukte billiger sind als die billige Arbeitskraft der normalen nichtmagischen Menschen.
Hattest Du an sowas gedacht?
Arldwulf:
Man darf hier halt auch nicht nur kurzfristig denken. Selbst wenn der Golem vom Preis Leistungsgefüge her gut wäre - am Ende habe ich dann einen Bauer weniger auf meinem Land. Der vielleicht auch andere Dinge hätte machen sollen. Gleichzeitig lässt sich auch nicht unendlich viel anbauen, irgendwann habe ich Bodenerschöpfung, oder Preisverfall bei meinen Produkten.
Vom spaßigem Magier der vorbeikommt, meinen Golem übernimmt und auf mich hetzt ganz abgesehen. Wenn wir wirklich eine stabile Fantasywelt abdecken wollen muss sie auch solche langfristigen Effekte abdecken. Wovon leben die Menschen, und wo tun sie dies?
Slayn:
--- Zitat von: Arldwulf am 30.09.2013 | 16:28 ---Wovon leben die Menschen, und wo tun sie dies?
--- Ende Zitat ---
Elminster IV, Calimshan :P
Naja, aber witzig ist es schon, die ganze Industrialisierung hat auch bei uns den menschen nicht aus der Wirtschaft bekommen. Umverlagert, ja, entfernt, nein.
Arldwulf:
Industrialisierung finde ich aber ein gutes Stichwort - denn interessanterweise würde sich eine Welt in der nahezu jeder Magie kann wohl genau anders herum entwickeln. Ursache dafür ist dass die Industrialisierung auf einer vereinfachung von Prozessen und damit einhergehend dem Verlust des eigenem Arbeitsmaterials des Arbeiters einherging. Der einzelne Arbeiter machte immer weniger und dies dadurch austauschbarer. Und das dies die Grundlage für die späteren Gesellschaftsprozesse und Entwicklungen (Manchesterkapitalismus, Sozialismus als Gegenbewegung etc.) war.
Bei Magie wäre dies anders, wenn Arbeiter zaubern können so können die Arbeitsprozesse komplexer werden, mehr durch einen einzelnen Arbeiter gemacht werden. Sein Arbeitsgerät hätte er immer dabei und würde nicht vom Fabrikbesitzer gestellt werden.
Also genau umgekehrt. Ich habe keine Ahnung wie sich eine solche Welt entwickeln würde, wahrscheinlich gesellschaftlich wie eine art modernes Mittelalter mit Meistern, Gilden und Lehrlingen und vielen, kleinen dezentralen Werkstätten in denen aber kaum etwas "per Hand" gemacht würde. Aber dafür kaum Massenproduktion. Viel individuelles - das durch den Einsatz von Magie keinen Mehraufwand hat.
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