Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Wirkung von Magie in der Spielwelt
Eulenspiegel:
Klar, wenn es Wichtigeres gibt, wird das niemand lernen. Wenn es aber eine Möglichkeit gibt, damit Geld zu verdienen und die Reichen ein Interesse daran haben, dass möglichst viele Grad 0 Zauber beherrschen, dann wird es passieren.
Könnte sein, dass Magie ein Dasein wie das mittelalterliche Lesen fristet. (Fast niemand konnte es.)
Könnte aber auch sein, dass Magie ein Dasein wie das mittelalterliche Kochen erlebt. (Fast jeder konnte es.)
Btw, ich bezweifle, dass jeder Raketenwissenschaftler werden könnte, falls er es wollte.
Slayn:
Ganz so abwegig finde ichs nicht, gerade wenn solche Dinge im Spiel sind, wie ein Regional Feat für Halrua, mit dem man Grad 0 Zauber kann, egal welche Klasse und ähnliche Späßchen für andere High Magic Regionen der Realms oder anderer Settings.
Feuersänger:
Mal wieder was Sinnvolles:
Man sollte in der Tat nachrechnen, wo sich der Einsatz von Magie lohnt und wo nicht. Im Wirtschaftssystem-Thread haben wir auf Basis historischer Preislisten und anderen Daten ein funktionierendes Lohn/Preisgefüge in einem nichtmagischen Kreislauf stringent berechnet. Damit lässt sich also z.B. sehr gut abschätzen, welche Wertschöpfung ein menschlicher Bauer oder Handwerker erzielen kann.
Anmerkung: das haut dann natürlich nur hin, wenn man diese _realistischen_ Werte (frei nach Merkel: und das schreibe ich ganz bewusst) auch verwendet und die teilweise blödsinnigen Angaben aus PHB/DMG etc damit ersetzt.
Man stellt also z.B. fest: eine Bauernfamilie erwirtschaftet pro Jahr Güter / Überschüsse im Wert von soundsovielen GP. Dies ist unter anderem dadurch gedeckelt, welche Ackerfläche der Bauer mit seinem Ochsen- oder Pferdegespann pflügen kann. Ein Konstrukt wird Meter für Meter nicht so waaahnsinnig schneller sein als ein herkömmlicher Pflug -- ich habe das mal eben nachgerechnet: 1 Iron Golem hat die Zugkraft von 4 Heavy Horses.
Aber während der Bauer nur vormittags pflügt, kann das Konstrukt 24 Stunden durchackern, also etwa die 4fache Fläche bearbeiten (im Vergleich zum 4spännigen Pflug).
Dann kommt es drauf an, wie teuer so ein Gerät jetzt wirklich wäre. Herkömmliche Golems schlagen schnell mal mit über 100.000GP zu Buche.
Warforged hingegen sind auf Eberron im Vergleich dazu spottbillig; iirc war da die Rede von 3-6000GP (als man sie noch herstellen konnte). Aber mal ganz außen vor gelassen, wie logisch das ist, dass lebende Konstrukte so billig herzustellen sein sollen:
Warforged sind auch nicht stärker als Menschen. Man bräuchte mindestens 2 Warforged mit Str 18 (oder 3 mit Str 15), um ein Pferd zu ersetzen. Das läppert sich also auch schon ganz schön.
Wobei die ganze Idee, grob menschenähnliche Konstrukte vor einen Pflug zu spannen, auch schon ziemlich von hinten durch die Brust ins Auge ist. Sinnvoller wäre sicher, man würde gleich mittels gebundenen Elementaren (à la Lightning Rail) Traktoren bauen. Da weiß ich jetzt aber nicht, wie teuer die Dinger dann wären.
Wenn solche Magotrecker erschwinglich sein sollten, könnte man damit natürlich die Landwirtschaft durchmagisieren. Dann würden halt nicht mehr ~80% der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten wie im Mittelalter, sondern womöglich nur noch ~2-3% wie bei uns.
Daraus ergeben sich dann freilich weitere Fragen wie:
- ingame: was machen die ganzen Leute stattdessen?
- outgame: will man wirklich ein Setting haben, das von unserer Welt nur noch durch die Art der Energiequelle zu unterscheiden ist?
Slayn:
Immer noch: Wer zahlt das?
Ein Bauer, 2 Ochsen, ein Pflug, ok, ist machbar.
Ein Bauer, ein Ele-Traktor, ein Kredit den die Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel noch abzahlen, wtf?
Hint: Mit meiner eigenen Gulfstream könnte ich auch effektiver pendeln.
Feuersänger:
Wie gesagt, ich weiß nicht was ein Magotrecker kosten würde. Aber: heutzutage hat auch jeder Bauer nen Traktor, und die Dinger kosten neu auch z.T. über 100.000 Euro. Rechnet sich aber offenbar, sonst würden sie nicht hergestellt. Logisch?
Zu Zeiten antiker bis mittelalterlicher Produktionsmethoden arbeiteten ca. 60-90% der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Nehmen wir mal den Mittelwert: 75%. Das heisst also, 3 Bauern haben einen Nichtbauern mit ernährt.
Sagen wir, die Gesamtproduktion einer Familie ist 300GP/Jahr wert. Einfach mal so exemplarisch.
Heute hingegen arbeiten nur noch 2% in der Landwirtschaft. Das heisst, jeder Bauer ernährt 50 Nichtbauern, und das verdammt reichlich, luxuriös und billig. Freilich nicht nur wegen Treckern, sondern auch Kunstdünger, Zuchtoptimierung usw -- aber all das könnte man auch über Magie herbeierklären.
Der einzelne Bauer ist also heute 150mal effizienter als Anno 365-vor-Kartoffelsuppe. Auch wenn man da einen enormen Preisverfall mit einrechnet (siehe uns und wieviel Brot wir für 1 Stunde Arbeit kaufen könnten), ist das der Grund warum sich teure Maschinen trotzdem letztendlich rechnen können.
Es steht und fällt also mit dem mehr oder weniger willkürlichen Beschluss des Settingdesigners, ob es solche magischen Maschinen gibt und wie teuer sie in der Herstellung sind / wie lange sie halten etc. Die Grundregeln geben sowas wie "von gebundenen Elementaren betriebene Maschinen" auch nicht her (die Planar Binding Reihe hat eine beschränkte Maximaldauer), und Eberron ist nun nicht gerade verbindlich für alle denkbaren D&D-Settings. Es steht einem also durchaus frei, zu sagen "Gibt's nicht" oder "Würde Miiilliooonen kosten" und das Zeug auf die Weise aus seinem Setting raus zu halten. Wie gesagt: eine Frage des Beschlusses.
P.S.: da man in Eberron schon für 92.000GP ein ausgewachsenes Luftschiff bekommt, dürften in dieser Welt die Kosten für einen Magotrecker sicher wesentlich niedriger liegen. Vielleicht 15.000GP oder weniger. Wenn ein Bauer dafür im Jahr 3000 statt 300GP erwirtschaftet (also nur ein bescheidener Faktor 10 statt Faktor 150), ist das Ding in maximal als 6 Jahren abbezahlt.
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