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Starshp Troopers
Pyromancer:
--- Zitat von: Hewisa am 14.11.2013 | 15:15 ---Naja...jein. Heinlein war eigentlich bekennender Libertarianer...Libertarist...Libertärer...Anhänger des Libertarismus halt.
Und in dem Buch geht es vor allem darum, Entscheidungen zu treffen, und die Konsequenzen bis zum Ende zu tragen. Allerdings setzt Heinlein da noch eine weitere Grundprämisse - nämlich dass nur die Entscheidung für den Militärdienst von Verantwortungsbewusstsein zeugt und nur Armeeveteranen am politischen Prozess mitgestalten dürfen. Und das zieht er dann ähnlich kompromisslos durch wie Rand ihren Objektivismus - und ähnlich wie Rands Objektivismus wird's durch diese Starrheit dann doch ziemlich krude.
Aber die Grundidee - mach was Du willst, aber entscheide Dich verdammt noch mal und beschwer Dich hinterher nicht über das Ergebnis - find ich eigentlich bestechend attraktiv.
--- Ende Zitat ---
Da interpretierst du das Werk diametral anders als ich: Jonny Rico trifft keine einzige wichtige Entscheidung selbst, andere treffen diese Entscheidungen, und er zieht sie durch. Und immer stellt sich am Ende heraus, dass er genau das getan hat, was die Gesellschaft von ihm erwartet - und das wird als gut dargestellt. Ode an den Konformismus, wie gesagt.
Ranor:
--- Zitat von: Hewisa am 14.11.2013 | 15:25 ---Ja, ich weiß. Ich hab den auf englisch gesehen. Was mir da "unbekannt vorkommen" sollte versteh ich gerade nicht recht.
--- Ende Zitat ---
Deshalb habe ich ja "euch" und nicht "dir" geschrieben. Ich kann mir gut vorstellen das einige den Film nur in der deutschsprachigen Fassung kennen und ihnen daher einiges entgangen ist.
--- Zitat von: Horatio am 14.11.2013 | 15:23 ---@ Ranor
Ranten wir und "diskutieren etwas erhitzt" oder möchtest du meine Ansicht lieber größenteils sachlich präsentiert? Die Argumente bleiben gleich :P. Persönlich hätte ich gerade mehr Lust auf ersteres und du bist ja auch gerade etwas plakativ unterwegs, aber möchte natürlich nicht, dass sich jemand persönlich angegriffen fühlt, gerade da die Stimmung im Forum gerade ja auch etwas mies ist :).
--- Ende Zitat ---
Bitte was? Du kannst von mir aus schreiben wie dir der Schnabel gewachsen ist.
Hewisa (gone for good):
--- Zitat von: Pyromancer am 14.11.2013 | 15:32 ---Da interpretierst du das Werk diametral anders als ich: Jonny Rico trifft keine einzige wichtige Entscheidung selbst, andere treffen diese Entscheidungen, und er zieht sie durch. Und immer stellt sich am Ende heraus, dass er genau das getan hat, was die Gesellschaft von ihm erwartet - und das wird als gut dargestellt. Ode an den Konformismus, wie gesagt.
--- Ende Zitat ---
Hm. Beispiel: Er geht zur Armee. Wer fällt denn diese Entscheidung für ihn? Sein Vater will nicht, dass er geht. Sein Lehrer empfiehlt es ihm. Er ist heiß auf die Mitschülerin die sich meldet.
Wer soll die denn gefällt haben, wenn nicht er? Klar, dass andere Personen und äußere Gegebenheiten die Entscheidung beeinflussen - aber er trifft sie.
Dass sie sich am Ende meistens dann doch als die Konsenslösung herausstellen ist wahr - und das meinte ich mit dem Rand-Vergleich: In Heinleins Gedankenwelt wird alles gut, wenn man zu seienn Entscheidungen steht und Verantwortung übernimmt. Wenn das jeder konsequent macht, dann kommt man zum Konsens, weil es quasi unvermeidlich ist.
Das ist natürlich so nicht richtig, und in dieser absolut kompromisslosen Weise ist das mit Rands Philosophie durchaus vergleichbar.
Pyromancer:
--- Zitat von: Hewisa am 14.11.2013 | 15:40 ---Hm. Beispiel: Er geht zur Armee. Wer fällt denn diese Entscheidung für ihn? Sein Vater will nicht, dass er geht. Sein Lehrer empfiehlt es ihm. Er ist heiß auf die Mitschülerin die sich meldet.
Wer soll die denn gefällt haben, wenn nicht er? Klar, dass andere Personen und äußere Gegebenheiten die Entscheidung beeinflussen - aber er trifft sie.
--- Ende Zitat ---
Es ist eben keine Entscheidung, sondern eine Laune. Sein Kumpel verpflichtet sich aus Überzeugung, die Tussi, auf die er scharf ist, hat sich die Sache lange überlegt, und er? Er macht halt mit. Und am Ende kommt dann das Schulterklopfen von seinem Papa: Junge, hattest ja recht, Soldat sein ist toll!
Und das zieht sich durch's ganze Buch: Er lässt sich belabern, gibt dem Gruppendruck nach, und wird am Ende dafür gelobt bzw. bekommt von "der Gesellschaft" zu hören: Guter Junge, wir wussten von Anfang an, dass du dich richtig entscheiden würdest!
Eine Ode an den Konformismus.
Urias:
Ich kannte bis jetzt nur die geschnittene Fassung und hab das Buch nicht gelesen, muss ich zugeben. Aber wenn ich mir das so durchlese scheint mir Heinleins Welt eine Art Hardcore-Kommunitarismus zu sein (Fällt mir vor allem in dem Zitat "A citizen accepts personal responsibility for the safety of the body politic, defending it with his life. A civilian does not." auf)
Zum Vergleich ein Zitat aus ner Kurzbeschreibung des Kommunitarismus:
"Kommunitaristische Ansätze legen eine ausgesprochene Skepsis gegenüber den universalistischen Ansprüchen liberaler Gerechtigkeitstheorien an den Tag. Insbesondere der darin zelebrierte Individualismus wird mit Argwohn betrachtet. Ihm liege ein falsches Bild der Person zugrunde, die, isoliert auf sich bezogen, immer nur versuche ihre individuellen Interessen durchzusetzen und sich so primär in Opposition zu ihren Mitmenschen und zur gesamten Gemeinschaft sehe. [...] Der Kommunitarismus zeichnet ein Kontrastbild: Personen sind eingebettet in die staatliche Gemeinschaft, der zentrale Wert ist Zugehörigkeit und Patriotismus ist die entsprechende Tugend. Alle sollen mit vereinten Kräften an der Gemeinschaft bauen, die ihnen ganz zu Recht auf Pflichten auferlegt, die sich aus geteilten Vorstellungen des guten Lebens ergeben. Gemeinschaft bedarf für deren Aufrechterhaltung der Pflege und bisweilen auch der Opfer. Das kann bis zum eigenen Leben gehen, wenn es gilt, die Heimat mit Waffengewalt zu verteidigen." (aus: "Gerechtigkeit" von Elisabeth Holzleithner)
Trifft denk ich die Starship Troopers Welt ganz gut.
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