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[Ernst gemeinte Frage] Führt Pathfinder zum Munchkin-Gaming?

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Arldwulf:
Mir geht es da auch weniger um Ausführlichkeit als darum dass verschiedene Optionen auch dann unterschiedliche Anzahl Seiten haben können wenn sie im Spiel gleich häufig vorkommen. Klassische Beispiele wären Dinge die für mehrere Klassen wiederholt werden müssen, und auch alles bei dem ich für meinen Charakter eine Auswahl treffen muss.

Nimm mal den Vergleich Talente gegenüber Fertigkeiten. Ganz offensichtlich gibt es viel mehr Talente als Fertigkeiten. Aber was sagt dies aus? Der Grund dafür ist ja nicht automatisch "Talente sind wichtiger als Fertigkeiten".

Der Grund ist: Talente kann ich im Spiel wählen, darum benötige ich eine Wahlmöglichkeit. Im Spiel selbst startet man dann aber mit nur sehr wenigen Talenten und recht vielen einsetzbaren Fertigkeiten.

Oder anders gesagt: Zahlen lassen sich leicht manipulativ einsetzen, ich könnte auch sagen mein Charakter hat 3 Talente, kann aber 20 Fertigkeiten nutzen!

Mit gleichwertig geringer Aussagekraft. Das Problem ist nicht die Anzahl sondern dass sich sehr wenig Gedanken darüber gemacht wurde wie man Spielleiter dabei unterstützen kann andere Herausforderungen als Kämpfe einzubauen. Und wie die Regeln dafür gestaltet sind. Wir sind uns ja einig das PFRPG seine Schwächen bei diesem Thema hat. Aber diese könnten behoben werden ohne an den Seitenzahlen irgendetwas ändern zu müssen.

Luxferre:

--- Zitat von: Arldwulf am 29.01.2014 | 08:51 ---Nimm mal den Vergleich Talente gegenüber Fertigkeiten. Ganz offensichtlich gibt es viel mehr Talente als Fertigkeiten. Aber was sagt dies aus? Der Grund dafür ist ja nicht automatisch "Talente sind wichtiger als Fertigkeiten".

--- Ende Zitat ---

Ähm, Arldwulf ... es geht nicht darum, ob man etwas anders sehen oder interpretieren, geschweige denn bespielen kann.

Es geht um den Fokus der Regeln. Die Quintessenz. Beweg Dich mal weg von Deinem liberalen Standpunkt und betrachte die Regelwerke von PF mal abstrahiert.


Ich ziehe ja gern Vergleiche. Und dafür braucht man Fakten.
Du nutzt weiche Fakten zum Vergleichen. Ich hingegen setze harte Fakten an.
Bei einer Bewertung eines neuen Automobils, werden am Ende auch deutlich mehr harte Fakten bewertet, als weiche Fakten.
Der VW Golf hat nicht nur den größeren Innenraum, die besseren Spaltmaße, den günstigeren Verbauch und niedrigere Festkosten (harte Fakten), sondern auch der subjektive Sitzkomfort und die haptische Materialanmutung (weiche Fakten) sind hochwertiger.

Es mag sein, dass Du jemand bist, der nach weichen Fakten bewertet. Das ist aber eine grundsubjektive Wahrnehmung, die jeglicher Diskussionsbasis entbehrt. Sie ist nur eine Meinung, kein Fakt.


Und dieses Beispiel projiziere ich jetzt mal auf das GRW.
Harte Fakten:

Jeder Charakterklasse hat eine eigene Stufentabelle mit den Dingen, die sich im Laufe der Stufen verbessern (d.h. Begehrlichkeiten nach Aufstieg werden geweckt).
Für jeden Charakter gibt es noch eine Tabelle mit Regeln, was bei Stufenaufstiegen mit Jedermann passiert (Begehrlichkeiten, s.o.).
Jede Klasse hat also individuelle und allgemeine Verbesserungen je Aufstieg.
Dann gibt es ein kurzes Fertigkeitenkapitel mit in sich abgeschlossenen Regeln auf einer handvoll Seiten.
Darauf folgt ein recht gut ausstaffiertes Kapitel zu den Talenten. Mit genauen Beschreibungen.
Danach kommt ein ausuferndes Kapitel mit Ausrüstung, die magischen Gegenstände rechne ich da einfach mal mit hinein.

Bisher haben Fertigkeiten vielleicht 2% der Gesamtmenge an Regeln, Texten und Bildern ausgemacht und wir sind erst bei 50% des Buches.

Das sind harte, unwiderlegbare Fakten. Nach denen kann sehr wohl bewertet werden. Objektiv und neutral.


Was DU daraus machst, ist DEIN Spiel, Arlwulf und das ist gut so! Aber sage nicht, dass PF für Deinen Spielstil konzipiert wurde. Denn das Designkonzept dahinter ist ein anderes.

kalgani:
wie schafft man es eigentlich PF anders als 3.X zu bespielen?
von der mechanik her sind die systeme nunmal gleich!

Khouni:
Was mir jetzt spontan einfällt, ist zB, dass man die Charaktere nicht mehr auf Biegen und Brechen hin so spielt und dann auch baut, dass sie sich irgendwann für eine Prestigeklasse qualifizieren, die vielleicht thematisch wenig, machtmäßig jedoch großen Sinn macht, da die Grundklassen bei PF massiv aufgewertet wurden.

Ich glaube, die Klassen sind auch etwas umgebaut; es sind leicht andere Charakterkonzepte, die vermehrt auftauchen. Aber da hört es für mich schon auf, glaube ich.

Thandbar:

--- Zitat von: Luxferre am 29.01.2014 | 09:07 ---Das sind harte, unwiderlegbare Fakten. Nach denen kann sehr wohl bewertet werden. Objektiv und neutral.

--- Ende Zitat ---

1of3 hat auf seinem Blog mal vorgeschlagen, sich die Elemente in einem System anzugucken, die am meisten mit anderen Elementen verschaltet sind. (Wenn ich das richtig rekapituliere.) Das sind zwangsläufig die zentralen Punkte des Spiels.

Vernetzung finde ich persönlich ein besseres Argument als Seitenzahlen.
Ansonsten würde ich Dir aber intuitiv zustimmen, was den Fokus von PF anbelangt (ohne das System selber genauer zu kennen). 

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