Autor Thema: Die letzten Einhörner  (Gelesen 658 mal)

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Offline Lyris

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Die letzten Einhörner
« am: 18.02.2026 | 10:00 »
Ich hatte meiner Tochter, im Tanelorn aka Scarlett, zum 16. Geburtstag eine Rollenspielrunde geschenkt. Also, sie sorgt für Mitspieler und ich leite.

Da ich schon ewig nicht mehr Spielleiterin war, wollte ich ein altbewährtes System mit den ich mich auskenne. So haben wir mit 3 Schulfreunden von Scarlett mit D&D 3.0 das Splittermondabenteuer (leicht angepasst) "Die Kunst zu Backen" mit eigenem Setting (bisher besteht es aus einem einzigen Berg) gespielt. Um die Sache noch ein wenig seltsamer zu machen mit SC der Stufe 0.

Als da wären: Zwei Hexenlehrlinge (Halb-Elf und Gnomin), derzeit Schüler der örtlichen Zauberschule. Eine Kadettin der Stadtwache (soll mal eine Kämpferin werden, Mensch) und ein angehender Schurke (Halb-Drow), der als Waisenkind im örtlichen Kloster aufgewachsen ist.

Da die Spielerin des Schurken gleich mal zu spät kam, habe mit den restlichen Spielern vor dem eigentlichen Abenteuer erstmal eine "Aufwärmrunde" gemacht. Was ganz gut war da bis auf meine Tochter noch keiner Rollenspielerfahrung hatte. Das Abenteuer dreht sich um einen Backwettbewerb zur Feier der Wintersonnwende. Daher haben wir die Feierlichkeiten mit Schaukämpfen und einer Zaubervorführung ergänzt. Letztere kam beim Publikum sehr gemischt an, aber ich war sehr angetan von der Kreativität der Spieler. Die Gnomin schüttet einen Eimer Wasser in die Luft, der Halb-Elf gefriert diesen mit einem Kältestrahl und mit ein paar tanzenden Lichtern garniert (von der Gnomin gezaubert) kracht, das ganze effektvoll zu Boden. Aber in die Geschichte der Gruppe wird wohl die Kämpferin eingehen, die mit dem ersten jemals in ihrem Leben geworfenen Wurf in einem Rollenspiel einen kritischen Treffer gelandet hat und damit beinahe ihre Ausbilderin so heftig getroffen hat, das diese freiwillig das Handtuch geworfen hat.

Im eigentlichen Abenteuer geht es darum, dass eine Jurorin des Backwettbewerbes und der Milchmann verschwunden sind. Diese gilt es wiederzufinden und am Ende noch einen Betrüger zu entlarven. Also eigentlich ein Ermittlungsabenteuer, das ganz ohne Gewalt auskommen könnte, auch wenn der Betrüger am Ende dann doch mit einem magischen Geschoss niedergestreckt wurde. Wenn das Abenteuer im Ganzen interessiert, guckst du hier: https://splittermond.de/wp-content/uploads/2017/12/Splittermond_Weihnachtsgeschenk_2017.pdf

Besonders schön daran war das sie bei der Suche nebenbei die Stadt erkundet haben, auf NSC getroffen sind, die sicher wieder vorkommen und einfach erst mal als Gruppe zusammengefunden haben. Die Neulinge haben sich recht gut angestellt, ab und an waren schon ein paar nachdrücklichere Hinweise nötig. Ich habe überdurchschnittlich oft gesagt "würfel doch mal auf...", aber das wird schon noch.
Zum Glück kann es das auch, da die Begeisterung und der Wunsch nach weiteren Runden sehr groß war. :headbang: Abenteuer(-Ideen) habe ich auch schon ein paar auf Lager. Es kann also weitergehen. :cheer:


Wer sich jetzt noch fragt, was eigentlich der Thread-Titel mit alldem zu tun hat: Nichts.;D Da es sich ja eigentlich um eine Geburtstagsfeier handelte und ich als Gastgeschenke die letzten vorrätigen Plüsch-Einhörner aus der Medicon-Apotheke ergattert hatte, ist das nun der Name der Spieler-Gruppe. };) (Warum gibt es keinen Einhorn-Smilie?!  :verschwoer:)
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Offline Kurna

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Re: Die letzten Einhörner
« Antwort #1 am: 18.02.2026 | 10:24 »
Nice. :)

Viel Spaß in Zukunft mit der Runde.
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Offline Namo

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Re: Die letzten Einhörner
« Antwort #2 am: 18.02.2026 | 10:39 »
Was für eine schöne Schilderung und Erfahrung. Wie kreativ die aber auch fürs erste Mal waren. Toll.  :d

Halte uns doch gerne auf dem Laufenden, wie sich alles weiter entwickelt.

Offline Luxferre

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Re: Die letzten Einhörner
« Antwort #3 am: 18.02.2026 | 10:41 »
Klingt nach einer ganz fabelhaften, phantastischen ersten Runde!  :d

Halte uns mal up-to-date, wie es weitergeht :)
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Offline KhornedBeef

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Re: Die letzten Einhörner
« Antwort #4 am: 18.02.2026 | 11:26 »
Super Aktion, hoffe das kommt immer so gut an.
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Offline Lyris

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Re: Die letzten Einhörner
« Antwort #5 am: 19.02.2026 | 09:19 »
Mehr Begeisterung habe ich in einer Rollenspielrunde tatsächlich noch nie erlebt. ;D
Es ist sicher auch kein Schaden, dass zwei von den Spielern in der Schultheatergruppe sind. Offenbar mit der gleichen Begeisterung.
Der einzige Kritikpunkt war: Mehr Kämpfen. Kein Problem, dafür haben wir das richtige System.  ;)
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Offline Lyris

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Re: Die letzten Einhörner
« Antwort #6 am: 8.07.2026 | 15:22 »
So, was lange währt... Diese überbeschäftigten Schüler heutzutage...  ::)

Beim letzten mal wurde ja mehr kämpfen gewünscht, also ganz simpler Plot: Höhle mit 2 Hobgoblins, die da zufällig durch den zauber-getarnten Eingang rein gestolpert sind und die dort schon wohnende Goblinfamilie drangsalieren. Aus der Höhle führt durch den Berg eine sehr enger (goblin-durchlässiger) Tunnel direkt in die Lagerräume der Stadt. Bisher wurde der wenig benutzt, die Goblins waren da vorsichtig. Sehen die Hobgoblins anders. Da somit Lebensmittel in größerer Zahl verschwinden, werden die ersten Bewohner misstrauisch.
Aufhänger waren zum einen, dass der Koch des Klosters/Waisenhauses seinen Helfern einen Aufpasser mitschickt, weil offenbar auf dem Weg vom Vorratslager in die Küche mehr als üblich "verloren" geht. Es handelt sich dabei um Kaelith, unseren Halb-Dunkelelf Schurken. Zum zweiten Chacha, eine Halbling Bardin, die furchtbar empört ist, dass aus dem Lager die letzten Vorräte ihrer Lieblingsseife verschwunden sind. Chacha ist eigentlich ein NSC, wird aber diesmal von einem Gastspieler gespielt. Den Händler im Schlepptau marschiert sie sofort dorthin um den "Tatort" zu begutachten. Dabei kommen sie an der Schmiede vorbei, wo die beiden Hexenmeister Quarion (Halbelf) und Malyobel (Gnomin, dort wohnhaft) gerade beim Frühstück sitzen. Die scharfen Ohren der Gnomin nehmen natürlich sofort war, das da etwas interessantes vorgeht. So landen denn alle Charaktere ordnungsgemäß, wo sie hin sollen. Bis auf die Kämpferin, deren Spielerin war leider ausgefallen.

Jetzt passiert die klassische Situation: Es kommt alles ganz anders als die SL sich das in x-Varianten hat vorstellen können. Die Gruppe sucht und findet nicht, den durch ein Fass getarntes Eingang zum Gang, sondern fängt an Leute zu befragen um Verdächtige zu finden. Da das zu nichts führt, legen sie sich stattdessen am Abend auf die Lauer um den Dieb zu fangen. Dabei verteilen sie sich durchaus strategisch geschickt über das Lager. Leider schlafen die beiden Damen ein und Quarion kriegt einfach nix mit, zu weit weg und sämtliche Lauschen-Würfe vergeigt. Aber da ist ja noch Kaelith, der absolut fähige Schurke, der perfekt lauscht, sich versteckt und hinter dem Eindringling her schleicht.

An dieser Stelle fand folgender Out-Game-Dialog statt:
SP: Was mach ich denn jetzt nur?!
SL: Du hast einen Totschläger...
SP: Aber ich will ihn ja nicht gleich umbringen.
SL: Ein Totschläger macht Betäubungsschaden.
SP: Ach so. *holt aus* Und das ist wirklich nur Betäubungsschaden?

Nach einem einzelnen gekonnten Schlag liegt die Diebin, wie sich heraus stellt ein junges Goblinmädchen, am Boden und der Rest der Truppe wird herbeigerufen. Nach einem langen sehr zähen Verhör weiß man dass die Goblinin unbedingt zurück muss, damit ihre Eltern nicht von den "großen Bösen, die durch die Wand kamen" bestraft werden. Daher winden sich Chacha und Malyobel gekonnt durch den Tunnel, werden aber leider von einem der Hobgoblins bemerkt. Die Bardin schafft es mit Hilfe ihrer Bardenmusik diesen lange genug abzulenken, das die Hexenmeisterin sich die Höhle ansehen kann. Anschließend besorgen sie sich eine Karte der Gegend und versuchen herauszufinden, wo -von außen gesehen- die Stelle ist wo die Hobgoblins "durch die Wand kamen". Tatsächlich finden sie diese und können auch den Zauber durchdringen. Da sie die Hobgoblins überraschen und von Chacha mit einem Lied des Mutes unterstützt werden, geht der Kampf sehr glatt ab. Wobei der Schurke schon wieder Skrupel hat, die bewusstlos am Boden Liegenden zu töten. Über die Befreiung der Goblins von ihren Ketten, vergessen sie beinahe die Höhle nach Schätzen zu durchsuchen. (Die SL ist so nett einen kleinen Hinweis zu geben. ;D) Offenbar war hier die Reise des Kunsthändler, der vor ein paar Monaten verschwunden ist, zu Ende, daher gibt es wirklich einiges einzusammeln. Lustigerweise standen auf der Liste, die ich mir vor Jahren mal zugelegt hatte gleich zwei Dinge mit einem Einhorn, die mussten natürlich unbedingt dabei sein.

Am Tor gilt es dann der Stadtwache zu erklären, warum sie eine ganz Goblinfamilie in die Stadt bringen wollen. Als das geklärt ist werden die Goblins sicherheitshalber in der Wache unter Quarantäne gestellt. Seit diese vorbei ist arbeiten und wohnen sie über der städtischen Müllkippe und betätigen sich in der Sortierung und Wiederverwertung der Wertstoffe. Da sie von der Stadt zwar kein Gehalt, aber Arbeitskleidung und Prämien für bestimmte Mengen an bestimmten Rohstoffen bekommen, gelten sie als städtische Angestellte und haben somit Zugang zum städtischen Badehaus. Da gibt es auch Seife! Nur nicht ganz so luxuriös wie die geklaute.
Ganz sicher werden wir wieder von Ihnen hören.

Bleibt noch zu sagen, dass unser Gastspieler Spaß hatte und weiter mitspielen möchte. Aber dann mit eigenem Charakter. Vielleicht sogar mit einem Barden. :headbang:

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