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Kodex eines DnD Paladins?
Nevermind:
--- Zitat von: Anastylos am 7.07.2014 | 15:13 ---Ich denke Platons Ideenlehre ist da ein guter Ansatz. Es gibt eine Idee des Guten und jeder Gute hat daran Anteil. So wie man Wasser aus einer Flasche in mehrere Gläser gießt. Dieses "Wasser" ist objektiv das Gute schlechthin und es gibt keine subjektiven Abweichungen. Entweder ist es gut oder eben nicht. Heute denken wir oft moralische Normen seien subjektiv und nur durch eine allgemeine Übereinkunft gut. Die Ideenlehre widerspricht dem: das Gute ist bereits da und wird vom Menschen in Normen entdeckt.
--- Ende Zitat ---
Und wo steht der Paladin, wenn keine der beteiligten Parteien seinen Vorstellungen von Tugend entsprechen?
6:
Bitte keine Diskussion über Stoiker und deren Lebenseinstellung. Sonst landet die Diskussion im Speakers Corner.
Slayn:
--- Zitat von: Nevermind am 7.07.2014 | 15:09 ---Und wie erkennt 'Spieler' was die Gesellschaft weiterbringt, also so ohne Philosphiestudim?
Klar, nach der Definition erkennt man mit Detect Evil wer gegen Sie arbeitet.
Aber dazu muss man die Person in Reichweite haben.
Und man kann damit bei Zivilen Unruhen/Standesstreit/Religionsstreit immernoch zwischen 2 'guten' Parteien stehen.
--- Ende Zitat ---
Du machst es dir unheimlich schwer weil du von der modernen Einstellung ausgehst was Gut, Böse, Rechtschaffen und Chaos angeht. Hierzu sieht sich jeder relativ gesehen und im Idealfall ist der eigene Standpunkt "der Richtige".
Das platonische Weltbild geht davon aus dass es nur ein einziges "Gut" gibt und das ist man entweder oder nicht.
Sich damit zu befassen bedeutet nun mal auch zu erkennen das man eben nicht "das Richtige" macht und auch oft nicht zu den "Guten" gehört, etwas das uns als modernen Menschen ziemlich fremd ist (Relativierte Moral und so).
Im D&D Kontext bedeutet das: Wenn etwas als Lawful Good deklariert ist, dann ist es das auch, kein Gerede. Wenn eine Gesellschaft LG ist, dann ist sie das auch, kein Gerede, wenn jemand NE ist, dann ist der das auch, kein Gerede. Vor allem aber: Keine Interpretation, keine Frage des Blickwinkels.
Luxferre:
--- Zitat von: Nevermind am 7.07.2014 | 15:09 ---Supi ;)
Und wie erkennt 'Spieler' was die Gesellschaft weiterbringt, also so ohne Philosphiestudim?
Klar, nach der Definition erkennt man mit Detect Evil wer gegen Sie arbeitet.
Aber dazu muss man die Person in Reichweite haben.
Und man kann damit bei Zivilen Unruhen/Standesstreit/Religionsstreit immernoch zwischen 2 'guten' Parteien stehen.
--- Ende Zitat ---
Worauf willst Du also hinaus? Dass Paladine Deiner Ansicht nach unspielbar sind? Dann haben wir Deine Message verstanden ;) Und ich für meinen Teil bin froh, dass wir deutlich spielbarere Ansprüche an einen Paladin stellen, als Du es mit Deinen geisteswissenschaftlichen Anforderungen hier treibst.
Narubia:
Ich habe mir nicht die komplette Diskussion durchgelesen, aber dieser Post
--- Zitat von: Feuersänger am 7.07.2014 | 15:16 ---Praxisbeispiel: Wie behandle ich einen obdachlosen Bettler?
* Gut: Ich versorge ihn mit Essen und Unterkunft, und wenn er wieder bei Kräften ist, helfe ich ihm, dass er sich langfristig selbst erhalten kann. Kann er sich niemals selbst versorgen, wird er eben dauerhaft fremdversorgt. Ich verlange keine Rückzahlung der Unterstützung.
* Neutral (hier musste ich etwas überlegen): Ich gebe ihm ein Darlehen, damit er wieder auf die Füße kommt, das er dann abzahlen soll.
* Böse: Ich schmeiße ihn aus der Stadt und baue darauf, dass er in der Wildnis verreckt, ODER ich nutze seine Notlage aus, indem ich ihn zu miesen Konditionen in meine Dienste nehme, nach dem Motto Friss oder Stirb.
--- Ende Zitat ---
verdient ein dickes +1.
Man merkt, dass FS sich da ziemlich lange Gedanken drüber gemacht hat und nicht die erste Diskussion darüber führt.
Insgesamt ist die Diskussion beim Paladin eben nicht ganz einfach, weil er eben das Gute vertritt und eben (zumindest in der 3.5-Definition) keinen Spielraum lässt, etwas Böses wirklich zu akzeptieren, auch wenn es einem größerem Guten dient. Die Verbündung mit einem Bösen Gott und dessen Heerscharen, um einen anderen Bösen Gott auszustechen, ist nun mal keine Option, selbst wenn dadurch insgesamt die Welt ein besserer Ort würde.
Für mich persönlich spielten sich Paladine immer relativ langweilig, weil der Denkweg in Gesinnungsfragen oder moralischen Fragen sehr einfach ist. "Ist es okay, dieses Kind zu töten?" - "Darf ich den Handel mit dem Teufel eingehen?" - "Soll ich dem Bettler helfen?" - Man muss einfach selten denken, oder vielleicht hat noch nie ein Spielleiter es bei mir hingebracht, dass ich da viel denken muss. Ist vielleicht einfach Erfahrungssache.
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