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Kodex eines DnD Paladins?
Kowalski:
--- Zitat von: nobody@home am 25.04.2016 | 19:38 ---Für so was gibt's in "guten" Rechtssystemen halt die Unschuldsvermutung. Speziell in Welten, wo es derartige Hexerei im Gegensatz zum "richtigen" Leben nachweisbar tatsächlich gibt.
Ach ja, noch was...
Mit der Art von Mangel an Selbstvertrauen hast du es von Anfang an nie zum Paladin geschafft, das Problem stellt sich also gar nicht.
--- Ende Zitat ---
Der Mangel an Zweifeln würde für mich einen SC als Pal disqualifizieren.
Er zweifelt ja nicht an den Maßstäben, sondern daran das er ihnen gerecht wird und das er genug weiß die Maßstäbe korrekt anzusetzen.
Nicht DAUERND, aber an eben solchen Glaubensprüfungen die den Namen auch verdienen.....
Feuersänger:
Das ist ja genau das, was Bad Horse meinte: wie käm ich denn dazu, mir von einem Würfelwurf vorschreiben zu lassen, wie das _Gefühlsleben_ meines Charakters auszusehen hat?
Zumal diese Prozedur ja im ganzen D&D einzigartig ist. Keine einzige andere Klasse hat einen eingebauten "You lose"-Button. Und das "Powerz ohne Gegenleistung" Argument zieht sowas von gar nicht; der Magier beispielsweise kriegt ja noch viel viel mächtigere Powerz und muss dafür nicht durch Reifen springen.
Der AD&D-Paladin hat für seine Kräfte bereits bei der Charaktererschaffung bezahlt: er musste seinen vermutlich höchsten (bei extremem Würfelglück zweithöchsten) Wert in einen absolut nutzlosen Dumpstat legen. Das ist schon ein gewaltiges Handicap, wenn man bedenkt, was eine 17 oder 18 vor allem in Stärke, aber auch in Con oder Dex wert wäre und wie wenig sie in Cha bringt. Und darüber hinaus zahlt der Paladin auf jedem einzelnen Level, den sein Gott ihn erleben lässt, mit höheren XP-Kosten zum Levelup -- die deutlich steilste XP-Kurve im ganzen Spiel, wenn man mal die reichlich verschrobene Druiden-Progression außen vor lässt.
Da braucht es einfach keine zusätzlichen Schikane-Mechanismen.
(Dass der Ranger ähnliche Handicaps hat: geschenkt. Der ist leider ein Fehldesign. D&D mag einfach keine Ranger, zumindest nicht seit der 2E.)
Aber gut, dabei gehe ich wiederum von "erwachsenen" Spielern aus, die keine Erziehung nötig haben. Ich kann mir schon vorstellen, dass ein pubertärer oder spätpubertärer Spieler den Paladin zu einer Farce machen könnte, und man sich deswegen ein Kontrollinstrument wünscht.
nobody@home:
--- Zitat von: Kowalski am 25.04.2016 | 19:59 ---Der Mangel an Zweifeln würde für mich einen SC als Pal disqualifizieren.
Er zweifelt ja nicht an den Maßstäben, sondern daran das er ihnen gerecht wird und das er genug weiß die Maßstäbe korrekt anzusetzen.
Nicht DAUERND, aber an eben solchen Glaubensprüfungen die den Namen auch verdienen.....
--- Ende Zitat ---
Wenn wir hier definieren wollen, daß ein Paladin seine Kräfte tatsächlich aus seinem Selbstvertrauen bezieht, dann wird er auch spätestens dann, wenn er sein Basistraining absolviert hat, zwangsläufig weitestgehend zweifelbefreit sein. Ansonsten könnte er nicht als Paladin nach dieser Definition funktionieren, weil seine Kräfte ja ständig kommen und gehen würden. Und dann ist er auch in besagtem Selbstvertrauen nicht mehr so leicht zu erschüttern, daß ihm seine Fähigkeiten prompt wieder flöten gehen, bloß weil er mal einen "Aussetzer" hatte, sondern dann macht er erst mal mit ihnen weiter und kümmert sich um eventuell angebrachte Buße, sobald er Zeit dafür hat und nichts Wichtigeres als seine eigenen Empfindsamkeiten mehr ansteht.
Alternativ kann er seine Kräfte natürlich immer noch von einer höheren Autorität beziehen. Dann gibt's aber keinen Grund, daß er sie verlieren sollte, nur weil er sich seiner Sache im Moment nicht ganz sicher ist, denn dann liegt's ja gar nicht an ihm, das zu beurteilen.
Isegrim:
--- Zitat von: nobody@home am 25.04.2016 | 19:38 ---Für so was gibt's in "guten" Rechtssystemen halt die Unschuldsvermutung.
(...)
Mit der Art von Mangel an Selbstvertrauen hast du es von Anfang an nie zum Paladin geschafft, das Problem stellt sich also gar nicht.
--- Ende Zitat ---
Ähm, für mich waren Paladine immer die, die gegen sich selber und für die eigenen Verfehlungen keinerlei Unschuldsvermutung gelten lassen. Eben nicht "Lass mal fünfe gerade sein. Unterm Strich: Für das Licht!", sondern diese ständige Selbstprüfungsgeschichte. Aber meine D&D-Erfahrung ist begrenzt, ich kenne die va vom LARP.
Wenn der böse Magier den Paladin mittels Zauber zu sonst was zwingt, würde ich schon erwarten, dass der mit sich hadert: Weil er zu schwach war, diesem Zauber zu widerstehen. Der Charakter weiß ja nicht, dass da nur ein Würfel nicht so wollte, wie er sollte. Gut, Kräfte verlieren etc, da kann ich nicht mitreden.
Arldwulf:
--- Zitat von: Kowalski am 25.04.2016 | 19:25 ---Der eine kann sich kaum reinigen, der andere schon. Das ist der Unterschied Life oder Temporary. Finde ich qualitativ schon einen Hinweis....
--- Ende Zitat ---
Nur steht nichts davon in den obigen Regeln. Da steht nur das schöne Wort "undoubtly" - unzweifelhaft. Klingt nicht gerade variabel.
--- Zitat von: Kowalski am 25.04.2016 | 19:25 ---Nicht der Paladin definiert was gut ist
--- Ende Zitat ---
Im Spiel idealer Weise schon. Die Rolle welche der Spieler dort ausfüllt ist die eines herausragenden Beispiels für das gute. Dieses Spielgefühl erzeugt man nicht über eine besondere Beobachtung des Verhaltens sondern durch Einbeziehung. Wenn ich dann feststelle: Hey, das passt alles gar nicht! Kann ich immer noch mit dem Spieler reden, aber für seine Rolle in der Spielwelt ist es wichtig das die Leute einen Paladin ansehen und von ihm ein Beispiel erwarten was gut ist und all diesen Idealen entspricht.
Wenn man dem Paladin besonders auf die Finger schauen will macht man dies kaputt.
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