Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau
Warum sind Patzer interessant?
Rhylthar:
--- Zitat von: Nevermind am 18.07.2014 | 18:04 ---Was genau ist ein 'gravierender' Nachteil?
Ist es schon bei einer gerissenen Bogensehne, Fallengelassenen Waffe?
Und warum ist ein Patzer kein Patzer wenn man Ihn gegen gewisse 'Kosten' verhindern kann?
--- Ende Zitat ---
Gerissene Bogensehne kann ich nicht sagen, wenn es mich 4+ Runden kostet, eine neue dranzumachen, sicherlich.
Fallengelassene Waffe? Da wären wir wieder bei Slapstick. Guck Dir Teylens Bild an von S. 1 oder 2.
Ich bin schon fast der Halbgott der Bogenschützen, Dämonenfürsten fürchten mich...und mir fällt der Bogen runter?
Da kann ich auch den Gürtel reissen lassen, fällt in die gleiche Kategorie.
Und zur letzten Frage:
Weil ich die Definition für mich für Rollenspiel so festgelegt habe.
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Rhylthar am 18.07.2014 | 17:11 ---Ein Patzer ist es für mich, wenn ein Spieler, unabhängig wie erfahren, hochstufig, mächtig, etc. sein Charakter ist, durch einen einzigen Würfelwurf zusehen muss, wie seinem Charakter, zufällig ausgewürfelt oder vom SL bestimmt, irgendetwas gravierend Nachteiliges passiert, ohne dass er nur eine Chance hat, es zu verhindern.
--- Ende Zitat ---
OK, so etwas finde ich auch blöd.
Ich mag Regeln, wie sie bei Gurps oder Shadowrun 3 oder Warhammer 3 vorkommen. Wie würdest du diese Form von Regeln nennen? (In meiner Naivheit hätte ich jetzt beinahe "Patzerregel" dazu gesagt.)
--- Zitat von: Surtur am 18.07.2014 | 17:47 ---Und ich habe dir aufgezeigt, warum da ein Unterschied besteht. Darum bleibt meine Kernaussage unangetastet: Es ist ein Unterschied.
--- Ende Zitat ---
Nein, du hattest behauptet, dass das eine regelkonform ist und das andere nicht. Und ich habe dir aufgezeigt, warum du dich da irrst.
Zuletzt hattest du behauptet, dass Szenen ausspielen bereits eine integrierte Entscheidung über das Würfeln hat. - Aber das ist nicht wahr: Ich kann einen Kampf ausspielen und dennoch würfeln. - Oder ich kann den Kampf ausspielen und ihn rein erzählerisch abhandeln.
Ich kann den Kampf überspringen und eine einzige Probe auf Kriegskunst machen. Oder ich kann den Kampf überspringen und erzählerisch abhandeln, wie der Kampf ausgeht.
Die Frage, ob ich die Szene ausspiele oder sie überspringe hat also nichts damit zu tun, ob ich sie auswürfel oder nicht.
--- Zitat ---Übrigens ist die Frage, ob das SL-Willkür ist, weder gestellt worden, noch geklärt. Es könnte auch in Abstimmung der gesammten Gruppe entschieden werden.
--- Ende Zitat ---
Genau so wie beim Patzer auch.
--- Zitat ---Nein. Würfelproben sind notwendig, um Situationen zu klären, deren Ausgang als ungewiss oder bedeutsam, als Spielbeeinflussend gewertet wird, während der Verzicht auf den Wurf impliziert, dass der Ausgang als nicht wichtig oder nicht ungewiss gewertet wird.
Auf das Auswerten eines Patzers zu verzichten zeigt, dass einem das Ergebnis nicht gefällt und man aus manigfaltigen Überlegungen das Diktat des Würfels nicht befolgen möchte.
--- Ende Zitat ---
Nein, Würfelproben sind nicht notwendig. Auch wenn der Ausgang ungewiss oder bedeutsam ist, kann man auf die Würfel verzichten und der SL (oder die Gruppe als Gesamtheit) kann entscheiden.
Und ebenso kann man Würfeln, wenn der Ausgang nicht wichtig oder nicht ungewiss ist.
Das gibst du teilweise sogar selber zu: Was ist mit einem Vorhaben, dass unwichtig, aber auch ungewiss ist: Wird darauf geprobt oder nicht? Beides ist möglich!
Und ebenso ist es mit dem Patzer: Du kannst jederzeit sagen, dass dir die Szene nicht wichtig genug ist, um einen Patzer auszuspielen, deswegen verzichtest du darauf.
Du kannst ebenso sagen, dass der Ausgang der Tätigkeit insofern gewiss ist, dass dort kein Patzer entsteht (zum Beispiel dein Beispiel mit dem Dieb und den Dietrich). Deswegen verzichtest du dort auf den Patzer.
Andererseits wird auch gerne auf die Probe verzichtet, WEIL das Ergebnis so wichtig und ungewiss ist:
Wenn ihr hier eure Wahrnehmungsprobe versaut, ist das Abenteuer in einer Sackgasse. Es ist also WICHTIG, dass ihr die Probe schafft. Und es ist UNGEWISS, ob ihr die Probe schafft. - Deswegen lasse ich lieber nicht würfeln sondern ihr findet es automatisch.
Das heißt, du misstraust der Regel und überschreibst ihr, indem du sagst: "Ihr findet es automatisch. Ihr müsst keine Würfelprobe machen."
--- Zitat ---Während der Misserfolg als Option akzeptiert würde, wird der Patzer nicht akzeptiert (das Ergebnis wird von Patzer in Misserfolg uminterpretiert). Ergo hat das Ergebnis "Patzer" keine Akzeptanz und sollte sinnvoller Weise gestrichen werden.
--- Ende Zitat ---
In MANCHEN Situationen hat das Ergebnis "Patzer" keine Akzeptanz.
Und in MANCHEN Situationen hat das Ergebnis "einfacher Misserfolg" keine Akzeptanz.
Für beides gibt es Situationen, wo das Ergebnis keine Akzeptanz hat.
--- Zitat ---Der Widerspruch zu meiner Kernaussage ist nicht vorhanden, du erschaffst durch die falsche Gleichsetzung zweier im Kern unterschiedlicher Handlungen diesen Widerspruch.
--- Ende Zitat ---
Doch, der Widerspruch ist vorhanden. Du leugnest ihn nur, weil du Unterschiede zwischen zwei Sachen ziehst, wo es keine Unterschiede gibt.
--- Zitat ---Nein. Es läuft nicht nur auf unterschiedliche Dinge hinaus (Wurf findet nicht statt vs. Wurf wird uminterpretiert [Unterschied!!!], was noch viel wichtiger ist, ist dass eine unterschiedliche Intention darin steckt!
--- Ende Zitat ---
Wo ist da der Unterschied?
Und zur Intention hatte ich weiter oben etwas gesagt.
--- Zitat ---Meiner Ansicht nach besteht keine Verpflichtung dazu, dass eine Probe gewürfelt werden muss. Es gibt lediglich Regeln, die beschreiben, wie er ausgewürfelt werden kann, wenn ein Spieler den Wurf einfordert.
--- Ende Zitat ---
Die Regeln sagen eigentlich ziemlich eindeutig, dass gewürfelt werden muss. Man kann halt nur mittels Goldener Regel oder Hausregel auf die Probe verzichten. Aber grundsätzlich muss geprobt werden.
Und genau so kann man auch in manchen Situationen auf die Patzer verzichten.
--- Zitat ---Ein Wurf kann jeder Zeit vom Spieler oder Spielleiter eingefordert werden, aber es besteht meiner Meinung nach nie eine Verpflichtung dazu, wenn sich alle einig sind, dass die Situation narrativ erledigt werden kann und soll. Es besteht aber grundsätzlich eine Verpflichtung, den Ausgang einer Probe zu akzeptieren, wenn man sich dazu entschieden hat, einen Wurf zu machen.
--- Ende Zitat ---
Warum gilt das zweite?
Warum gilt die Verpflichtung, den Ausgang eines Wurfes zu akzeptieren?
Wenn du sagst, eine Probe muss nur gewürfelt werden, wenn sie eingefordert wird, solltest du konsequent sein und sagen, ein Patzer muss nur Auswirkungen haben, wenn er eingefordert wird. Alles andere ist inkonsequent.
--- Zitat ---In dem ich den Würfel in die Hand nehme und ihn auf den Tisch werfe, gebe ich durch konkludentes Handeln mein Einverständnis, das "Urteil des Würels" zu akzeptieren.
--- Ende Zitat ---
Nein! Warum?
Wenn ich zu einem Arzt gehe, gebe ich ja auch nicht automatisch mein Einverständnis, seinem Urteil zu glauben. Ich kann mir jederzeit eine 2. Meinung einholen.
Wenn du einen Vertreter in deine Wohnung lässt, gibst du ihm damit auch nicht automatisch dein Einverständnis, seinem Urteil zu vertrauen. Du kannst seine Verkaufsempfehlung jederzeit ablehnen.
Rhylthar:
--- Zitat ---Ich mag Regeln, wie sie bei Gurps oder Shadowrun 3 oder Warhammer 3 vorkommen. Wie würdest du diese Form von Regeln nennen? (In meiner Naivheit hätte ich jetzt beinahe "Patzerregel" dazu gesagt.)
--- Ende Zitat ---
Da mir kein guter deutscher Begriff auf die Schnelle einfällt: "Fail".
Skele-Surtur:
--- Zitat von: Jon Snow am 18.07.2014 | 18:22 ---Nein, du hattest behauptet, dass das eine regelkonform ist und das andere nicht. Und ich habe dir aufgezeigt, warum du dich da irrst.
--- Ende Zitat ---
Nein. Du hast keinen Irrtum aufgezeigt, du hast einen herbeigeredet.
--- Zitat ---Zuletzt hattest du behauptet, dass Szenen ausspielen bereits eine integrierte Entscheidung über das Würfeln hat. - Aber das ist nicht wahr: Ich kann einen Kampf ausspielen und dennoch würfeln. - Oder ich kann den Kampf ausspielen und ihn rein erzählerisch abhandeln.
--- Ende Zitat ---
Du legst mir falsche Brote in den Mund. Ich habe gesagt, dass der Verzicht auf das Ausspielen in aller Regel den Verzicht auf das Würfel beinhält. Dass man auch beim Ausspielen auf Würfeln verzichten kann, das habe ich bereits ausdrücklich bestätigt und auch aufgezeigt, warum das meine Kernaussage nicht beeinträchtigt.
[/quote]Genau so wie beim Patzer auch.[/quote]Ich habe aufgezeigt, warum das beim Patzer ignorieren nicht so ist.
--- Zitat ---Nein, Würfelproben sind nicht notwendig. Auch wenn der Ausgang ungewiss oder bedeutsam ist, kann man auf die Würfel verzichten und der SL (oder die Gruppe als Gesamtheit) kann entscheiden.
Und ebenso kann man Würfeln, wenn der Ausgang nicht wichtig oder nicht ungewiss ist.
--- Ende Zitat ---
Ja, man kann auch das ganze Spiel narrativ abhandeln. Der Wurf wird aber üblicherweise hinzugezogen, um den Ausgang bedeutsamer
Handlungen mit ungewissem Ausgang zu bestimmen.
--- Zitat ---Das gibst du teilweise sogar selber zu: Was ist mit einem Vorhaben, dass unwichtig, aber auch ungewiss ist: Wird darauf geprobt oder nicht? Beides ist möglich!
--- Ende Zitat ---
Ja, beides ist möglich (auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich das so mal gesagt habe. Ich erinnere mich daran, geschrieben zu haben, dass es ]undramatische, aber gleichsam bedeutsame Proben gibt. Von unwichtig aber ungewiss habe ich mWn nichts geschrieben. Aber selbst wenn, ist das nicht wichtig.
Worum es geht, ist dass ich ein Instrument habe, um den Ausgang von Handlungen zu bestimmen. Ich kann dieses Instrument natürlich jeder Zeit anwenden, ich kann aber auch darauf verzichten es anzuwenden. Aber auch das hat im Kontext unserer Diskussion rein gar keine Bedeutung.
--- Zitat ---Und ebenso ist es mit dem Patzer: Du kannst jederzeit sagen, dass dir die Szene nicht wichtig genug ist, um einen Patzer auszuspielen, deswegen verzichtest du darauf.
--- Ende Zitat ---
Ja, natürlich kann ich das. Aber dann führe ich die Existenz einer Würfelmechanik ad absurdum. Wenn ich einen Würfel in die Hand nehme, dann muss ich das Ergebnis akzeptieren. Das ist die Prämisse, wenn die nicht mehr gilt, entwerte ich das ganze Spiel.
--- Zitat ---Andererseits wird auch gerne auf die Probe verzichtet, WEIL das Ergebnis so wichtig und ungewiss ist:
Wenn ihr hier eure Wahrnehmungsprobe versaut, ist das Abenteuer in einer Sackgasse. Es ist also WICHTIG, dass ihr die Probe schafft. Und es ist UNGEWISS, ob ihr die Probe schafft. - Deswegen lasse ich lieber nicht würfeln sondern ihr findet es automatisch.
--- Ende Zitat ---
Das kann man sicher so machen, würde mir als Spieler aber extrem sauer aufstoßen, weil mir mein Recht zu versagen vorenthalten würde. Andererseits ist es ein Zeichen von schlechtem Abenteuerdesign. Ein Abenteuer sollte nie so in eine Sackgasse manövriert werden können.
Natürlich kann es z.B. bei einem spontanen One-Shot mit improvisiertem Abenteuer oder durch ein Versehen mal passieren und dann ist es auch legitim die Gruppe nicht am eigenen Designfehler scheitern zu lassen, aber das ist doch wirklich eine Ausnahmesituation, die auch als Ausnahme betrachtet werden sollte.
--- Zitat ---Doch, der Widerspruch ist vorhanden. Du leugnest ihn nur, weil du Unterschiede zwischen zwei Sachen ziehst, wo es keine Unterschiede gibt.
--- Ende Zitat ---
Nein, du redest einen Widerspruch herbei, indem du zwei qualitativ unterschiedliche Dinge gleichsetzt.
--- Zitat ---Wo ist da der Unterschied?
--- Ende Zitat ---
Das habe ich geschrieben: Der Unterschied liegt darin, dass ich darauf verzichte, etwas zu tun (a) oder das Ergebnis von etwas, was ich getan habe nicht akzeptiere. Wenn ich die Entscheidung treffe, dann muss ich mit dem Ergebnis der Entscheidung leben. Wenn ich das nicht kann, sollte ich mich vorher anders entscheiden. Es geht um die prinzipielle Glaubwürdigkeit: Ich Würfle oder ich würfle nicht, aber wenn ich würfle, dann mit allen Konsequenzen.
--- Zitat ---Die Regeln sagen eigentlich ziemlich eindeutig, dass gewürfelt werden muss. Man kann halt nur mittels Goldener Regel oder Hausregel auf die Probe verzichten. Aber grundsätzlich muss geprobt werden.
--- Ende Zitat ---
Das sehe ich anders.
--- Zitat ---Und genau so kann man auch in manchen Situationen auf die Patzer verzichten.
Warum gilt das zweite?
Warum gilt die Verpflichtung, den Ausgang eines Wurfes zu akzeptieren?
--- Ende Zitat ---
Weil es die Mechanik entwertet, wenn ich sie anwende und nachträglich das Ergebnis ändere. Das ist wie Würfeldrehen.
--- Zitat ---Wenn du sagst, eine Probe muss nur gewürfelt werden, wenn sie eingefordert wird, solltest du konsequent sein und sagen, ein Patzer muss nur Auswirkungen haben, wenn er eingefordert wird. Alles andere ist inkonsequent.
--- Ende Zitat ---
Nein, wenn du würfelst solltest du konsequent sein und das Ergebnis achten. So rum funktioniert Konsequenz.
Nein! Warum?Weil ich mir den Wurf sonst spare. Und genau das ist auch ggf. mein Recht. Ich kann auf den Wurf verzichten, ich kann ihn aber nicht ignorieren, wenn ich ihn mache, weil ich sonst inkonsequent bin. Der Würfel birgt ein Risiko. Wenn ich nicht bereit bin, das Risiko einzugehen, dann sollte ich nicht würfeln.
--- Zitat ---Wenn ich zu einem Arzt gehe, gebe ich ja auch nicht automatisch mein Einverständnis, seinem Urteil zu glauben. Ich kann mir jederzeit eine 2. Meinung einholen.
Wenn du einen Vertreter in deine Wohnung lässt, gibst du ihm damit auch nicht automatisch dein Einverständnis, seinem Urteil zu vertrauen. Du kannst seine Verkaufsempfehlung jederzeit ablehnen.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber Würfel soll weder meinen Gesundheitszustand berurteilen noch mir etwas verkaufen. Wenn ich Roulette spiele kann ich auch nicht einfach sagen: Nö, ich akzeptiere das Ergebnis nicht.
Der Würfel ist eher ein Richter als ein Arzt. Und üblicherweise hat dieses System nur eine Instanz (außer ich kann mit Hilfe von "Karma" oder Glückspunkten "in Berufung gehen" (einen Re-Roll einfordern). Ich muss sein Urteil akzeptieren. Und wenn eine Gesellschaft (Spielgruppe) in ihrem Rechtssystem (Würfelmechanik) die Todesstrafe (Patzer) nicht akzeptieren kann, dann sollte sie es aus ihrem Gesetzeswerk (Regelwerk) streichen.
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Rhylthar am 18.07.2014 | 18:38 ---Da mir kein guter deutscher Begriff auf die Schnelle einfällt: "Fail".
--- Ende Zitat ---
OK, meinst du, man sollte extra einen neuen Thread eröffnen "Warum sind Fails interessant?"
Oder denkst du, man kann das auch in diesem Thread hier diskutieren?
--- Zitat von: Surtur am 18.07.2014 | 19:03 ---Du legst mir falsche Brote in den Mund. Ich habe gesagt, dass der Verzicht auf das Ausspielen in aller Regel den Verzicht auf das Würfel beinhält. Dass man auch beim Ausspielen auf Würfeln verzichten kann, das habe ich bereits ausdrücklich bestätigt und auch aufgezeigt, warum das meine Kernaussage nicht beeinträchtigt.
--- Ende Zitat ---
Ja und, ob der Verzicht auf das Ausspielen in aller Regel den Verzicht des Würfelns enthält oder nicht, ist doch vollkommen irrelevant.
Hättest du gesagt: "Der Verzicht auf das Ausspielen enthält immer den Verzicht des Würfelns" so wäre das wenigstens relevant. (Zwar immer noch eine Falschaussage. - Aber hier wäre es zumindest relevant zu zeigen, dass es relevant ist.)
Aber ob das nun häufig (aber nicht immer) oder eben nicht passiert, ist doch für deine Kernaussage vollkommen irrelevant. Insofern ist das nur eine Nebelkerze, die du geworfen hast, um von meinem Argument abzulenken.
--- Zitat ---Ich habe aufgezeigt, warum das beim Patzer ignorieren nicht so ist.
--- Ende Zitat ---
Nein, du hattest behauptet, dass es beim Patzer ein Regelbruch ist. Dabei aber ignoriert, dass es genausoviel oder wenig Regelbruch ist wie das Verzichten auf die Würfelprobe.
Du hast mit keinem Wort erwähnt, wieso der Verzicht der Würfelprobe jetzt weniger Regelbruch ist als der Verzicht auf den Patzer.
Du hast nur die Nebelkerze geworfen, dass Würfelei mit Ausspielen korreliert. (Was aber bezüglich der Fragestellung kein Argument ist.)
--- Zitat ---Ja, man kann auch das ganze Spiel narrativ abhandeln. Der Wurf wird aber üblicherweise hinzugezogen, um den Ausgang bedeutsamer Handlungen mit ungewissem Ausgang zu bestimmen.
--- Ende Zitat ---
Du sagst es: üblicherweise
Es ist eben nur üblicherweise so.
Ebenso wie der Patzer üblicherweise herangezogen wird, um eine überraschende Wendung herbeizuführen oder einen dramatischen Effekt in der Szene zu haben.
Aber das Wort "üblicherweise" sagt halt auch aus, dass es eben nicht immer so ist und dass man in manchen Situationen auch darauf verzichten kann.
--- Zitat ---Worum es geht, ist dass ich ein Instrument habe, um den Ausgang von Handlungen zu bestimmen. Ich kann dieses Instrument natürlich jeder Zeit anwenden, ich kann aber auch darauf verzichten es anzuwenden. Aber auch das hat im Kontext unserer Diskussion rein gar keine Bedeutung.
--- Ende Zitat ---
Doch!
Die Würfelprobe ist ein Instrument um den Ausgang von Handlungen zu bestimmen.
Der Patzer ist ein Instrument, um dramatische Wendungen einzubauen bzw. dramatische Effekt in einer Szene hinzuzufügen.
Beide Instrumente kann man nutzen, man muss sie aber nicht immer nutzen. Es ist vollkommen normal, dass man die Instrumente manchmal nutzt und manchmal nicht nutzt.
--- Zitat ---Ja, natürlich kann ich das. Aber dann führe ich die Existenz einer Würfelmechanik ad absurdum. Wenn ich einen Würfel in die Hand nehme, dann muss ich das Ergebnis akzeptieren. Das ist die Prämisse, wenn die nicht mehr gilt, entwerte ich das ganze Spiel.
--- Ende Zitat ---
Häh? Wieso das denn?
Was hast du für seltsame Prämissen?
Die Prämisse bei meiner Art, RPG zu betreiben, ist es, sich in den SC hineinzuversetzen und immersiv Abenteuer zu erleben. Dazu noch die Prämisse, Exploration zu betreiben.
Und diese Prämissen werden kein bisschen davon verletzt, dass ich würfel, das Würfelergebnis aber nicht anwende.
Mich würden mal deine Prämissen interessieren, nach denen man nicht würfeln muss, aber wenn man würfelt, das Ergebnis akzeptieren muss.
- "Man muss würfeln und man muss das Ergebnis akzeptieren", halte ich für konsequent.
- "Man muss weder würfeln noch das Ergebnis akzeptieren", halte ich auch für konsequent.
Aber "man muss nicht würfeln, aber falls man würfelt das Ergebnis akzeptieren", ist hochgradig inkonsequent.
--- Zitat ---Das kann man sicher so machen, würde mir als Spieler aber extrem sauer aufstoßen, weil mir mein Recht zu versagen vorenthalten würde. Andererseits ist es ein Zeichen von schlechtem Abenteuerdesign. Ein Abenteuer sollte nie so in eine Sackgasse manövriert werden können.
--- Ende Zitat ---
Und wenn das AB an einem einzelnen Patzer scheitern kann, dann ist das ebenfalls schlechtes Abenteuerdesign.
--- Zitat ---Natürlich kann es z.B. bei einem spontanen One-Shot mit improvisiertem Abenteuer oder durch ein Versehen mal passieren und dann ist es auch legitim die Gruppe nicht am eigenen Designfehler scheitern zu lassen, aber das ist doch wirklich eine Ausnahmesituation, die auch als Ausnahme betrachtet werden sollte.
--- Ende Zitat ---
Ich weiß nicht, wie es bei dir ist. Aber bei uns ist der SL unter der Woche mit Arbeit und Familie beschäftigt, so dass er keine Zeit mehr hat, ABs vorzubereiten. Wir treffen uns zwar noch regelmäßig, aber die ABs sind immer größtenteils improvisiert.
--- Zitat ---Das habe ich geschrieben: Der Unterschied liegt darin, dass ich darauf verzichte, etwas zu tun (a) oder das Ergebnis von etwas, was ich getan habe nicht akzeptiere.
--- Ende Zitat ---
Äh nein. Denn beides gilt für beide Fälle:
(a)
- Ich verzichte darauf, die Würfelprobe anzuwenden.
- Ich verzichte darauf, die Patzerregel anzuwenden.
(b)
- Ich habe mich für eine Handlung entschieden, für die es eine Fähigkeit gibt. Als Ergebnis dieser Entscheidung müsste ich Würfeln. Das akzeptiere ich nicht.
- Ich habe mich dazu entschieden zu würfeln. Als Ergebnis müsste ich einen Patzer bekommen. Das akzeptiere ich nicht.
Wie du siehst gilt (a) und (b) sowohl für Würfelproben als auch für Patzer. Der Unterschied, den du herbeiredest, existiert so nicht.
--- Zitat ---Weil es die Mechanik entwertet, wenn ich sie anwende und nachträglich das Ergebnis ändere.
--- Ende Zitat ---
Genau das tust du doch dann aber auch, wenn du dich entscheidest, nicht zu würfeln.
Die Mechanik sieht vor, dass du würfelst. Jetzt entscheidest du dich, die Mechanik zu ändern in "ich würfle nicht".
--- Zitat ---Nein, wenn du würfelst solltest du konsequent sein und das Ergebnis achten. So rum funktioniert Konsequenz.
--- Ende Zitat ---
Wenn mich in dieser SItuation aber nur interessiert, ob ich es schaffe oder nicht? Wieso sollte ich dann auf das Würfeln verzichten? Das ist doch unlogisch.
Und andererseits: Wieso sollte ich dann einen Patzer wirken lassen, wenn es mir nicht um Patzer geht sondern um die Frage, ob ich es geschafft habe oder nicht?
Wenn mich nur interessiert, ob ich es geschafft habe oder nicht und ich kein Interesse an Patzern in dieser konkreten Situation habe, dann ist es das konsequenteste, zu würfeln und die Patzer zu ignorieren.
Oder wie würdest du in so einer Situation konsequent handeln?
--- Zitat ---Nein! Warum?Weil ich mir den Wurf sonst spare. Und genau das ist auch ggf. mein Recht. Ich kann auf den Wurf verzichten, ich kann ihn aber nicht ignorieren, wenn ich ihn mache, weil ich sonst inkonsequent bin. Der Würfel birgt ein Risiko. Wenn ich nicht bereit bin, das Risiko einzugehen, dann sollte ich nicht würfeln.
--- Ende Zitat ---
Nein, der Würfel birgt nur ein Risiko, wenn du willst, dass der Würfel ein Risiko birgt. Ansonsten ist der Würfelwurf nur eine Entscheidungshilfe, ein Ideengeber.
Und ein, ob du den Würfelwurf machen musst oder nicht, entscheidet teilweise nicht du sondern der SL. - Der dann genau so entscheidet, ob ein Patzer angewendet wird oder nicht.
Und wenn du in einer Situation bist, wo du entscheiden kannst, ob der Würfelwurf gemacht wird oder nicht, kannst du auch entscheiden, ob der Patzer angewandt wird oder nicht.
--- Zitat ---Ja, aber Würfel soll weder meinen Gesundheitszustand berurteilen noch mir etwas verkaufen. Wenn ich Roulette spiele kann ich auch nicht einfach sagen: Nö, ich akzeptiere das Ergebnis nicht.
--- Ende Zitat ---
Und wenn ich Kniffel spiele, kann ich nicht sagen "No, ich will nicht würfeln." So what?
Wir haben die glorreiche Erkenntnis, dass es Spiele gibt, in denen man würfeln muss und in denen man das Ergebnis akzeptieren muss?
Und inwiefern hilft uns diese glorreiche Erkenntnis jetzt bei der Frage nach RPGs weiter? RPG unterscheidet sich von den meisten Würfelspielen nämlich darin, dass man weder würfeln muss noch dass man den Würfelwurf akzeptieren muss. Das ist der große Unterschied zwischen RPGs und anderen Würfelspielen.
--- Zitat ---Der Würfel ist eher ein Richter als ein Arzt.
--- Ende Zitat ---
Sorry, ich bin kein Anhänger der Rollenspielpolizei.
Für mich ist der Würfel eher ein Unparteiischer, der dir einen Ratschlag gibt. Du kannst diesen Ratschlag akzeptieren oder nicht.
Aber OK, nehmen wir ruhig mal die Richter-Metapher:
Es ist zum Beispiel bescheuert, dass man für Delikte eine Gefängnisstrafe bekommt. (Gefängnisstrafe sehe ich hier mal als Äquivalent zum Patzer.) Und es ist durchaus sinnvoll, dass man in einigen Fällen Gefängnisstrafe ablehnt und nur Geldstrafe sinnvoll ist.
Aber daraus abzuleiten, dass Gefängnisstrafe generell sinnlos ist und man generell die Gefängnisstrage abschaffen sollte (weil sie in einigen Fällen total überzogen wäre), halte ich dann schon für sehr gewagt.
Disclaimer: Du kannst anstatt Gefängnisstrafe auch gerne Todesstrafe einsetzen. Das ändert nichts am grundlegenden dahinter stehenden Prinzip.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln