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Brainstorming: Wie funktionieren Götter-Kulte in einer High-Fantasy-Welt?

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Text:

--- Zitat von: Skeeve am  2.08.2014 | 16:41 ---ist hier die Gelegenheit auch mal die Götter meiner Fantasy-Welt anzusprechen oder sollte ich einen eigenen Thread aufmachen?

--- Ende Zitat ---
Von mir aus gerne hier!  :d

Skele-Surtur:

--- Zitat von: Text am  2.08.2014 | 09:55 ---Das geht jetzt in eine philosophische Richtung: Ist die menschliche Tendenz an ein Leben nach dem Tod zu glauben a) im Wesentlichen erlernt (kulturelle Tradition)? Oder ist sie b) der Natur des Menschen innewohnend, auch dann wenn die offizielle Lehre das Gegenteil behauptet?
--- Ende Zitat ---
Zumindest kann man feststellen, dass es ein übergreifendes Interesse der Menschen ist, danach zu fragen, was nach dem Tod kommt. Iirc gbit es eine weitgehend anerkannte Theorie in der Religionspsychologie, die davon ausgeht, dass diese Frage mehr oder minder der Ursprung aller Religion ist.
Damit ist erstmal keine Aussage darüber gegeben, welche Antwort die spezifische Religion darauf gibt. Mir wäre aber keine Religion bekannt, die sagt: "No, there's nothing. You drop dead and than that's it." Es sei denn, man würde bestimmte Strömungen des Atheismus... aber lassen wir das.

Zumindest scheint eine bedeutende Mehrheit der Menschen, die jemals im Fokus religionswissenschaftlicher Erhebungen standen, den Gedanken an ein Leben nach dem Tod in irgend einer Form wesentlich lieber zu glauben. Das ist interessanter Weise auch eine häufig getätigte Aussage von Menschen, die explizit angegeben haben, dass sie nicht an ein Leben nach dem Tod glauben: Sie täten es gerne, können aber nicht.

Ich muss allerdings anmerken, dass ich schon ziemlich aus der Materie draußen bin. Sehr viel tiefer ins Detail kann ich kaum gehen. Könnte auch sein, dass das schon wieder überholt ist.

Skeeve:

--- Zitat von: Text am  2.08.2014 | 16:51 ---
--- Zitat von: Skeeve am  2.08.2014 | 16:41 ---ist hier die Gelegenheit auch mal die Götter meiner Fantasy-Welt anzusprechen oder sollte ich einen eigenen Thread aufmachen?


--- Ende Zitat ---
Von mir aus gerne hier!  :d

--- Ende Zitat ---

so, bin wieder da... es gab hier einen Fall von wetterbedingter Computer-Abstinenz  ;D

Viel weitergehende Gedanken habe ich mir noch nicht dazu gemacht. Es gibt halt mehrere Götter, die für ihre jeweiligen Bereiche zuständig sind (Gott des Meeres, Gott der Sonne, Gott des Handwerks, usw. ...). Wenn man sich dann als Anhänger (Kleriker, Paladin) eines Gottes auch an die gottgegebenen Pflichten hält, dann gibt es auch Unterstützung durch den Gott in Form der üblichen Wunder.
Je nachdem wie die Pflichten von den verschiedenen Götter aussehen, könnte man das Ganze vielleicht auch noch gut/böse/neutral/ usw. klassifizieren. Aber eigentlich sehen die Anhänger jeder Gottheit ihr Tun als „Gut“ an. Sonst würden Sie sich ja nicht der Gottheit verschreiben. Was die Anhänger einer anderen Gottheit dazu sagen, ist was ganz anderes. ;)

Ansonsten sind die Götter eben zeitlos bzw. stehen außerhalb der Zeit. So „sehen“ die Götter eben, neben dr Vergangenheit, auch alles was in der Zukunft sein könnte. Wenn eine Person in der Zukunft z.B. die Wahl zwischen zwei Wegen hat, dann sehen die Götter sowohl die weitere Entwicklung der Welt wenn sich die Person für Weg A entscheidet und auch wenn sie sich für den anderen Weg entscheidet.

Welche der beiden Varianten dann zur Wirklichkeit wird, entscheidet dann im Moment der Entscheidung eben diese Person.
So sehen die Götter zwar alle möglichen Zukünfte gleichzeitig, wissen aber nicht was wirklich in der Zukunft passiert bzw. welche Zukunft wirklich eintritt. Deswegen versuchen sie dann über ihre Anhänger dafür zu sorgen dass die Mehrheit aller möglichen Zukünfte „gut“ für ihre Seite ausgeht.

Irgendwann ist mir dabei aufgefallen, dass sich damit die Götter für was in der Vergangenheit passiert (bzw. was ich in die Chronik der Welt reinschreibe) raus reden können. So kann z.B. einer der guten Götter immer noch sagen, dass all das Schlechte was einem Charakter (dessen Familie/Dorf/...) passierte, dazu diente dass der Charakter später mit den anderen Charakteren der Abenteurergruppe trifft und die Gruppe dann zukünftig gegen das Böse der Welt kämpfen.


Dr.Boomslang:

--- Zitat von: Tim the Enchanter am  3.08.2014 | 01:05 ---Zumindest kann man feststellen, dass es ein übergreifendes Interesse der Menschen ist, danach zu fragen, was nach dem Tod kommt. Iirc gbit es eine weitgehend anerkannte Theorie in der Religionspsychologie, die davon ausgeht, dass diese Frage mehr oder minder der Ursprung aller Religion ist.

--- Ende Zitat ---
Die Theorie kenne ich auch, am meisten zu tun hatte ich aber mit einer, die davon ausgeht dass der Glaube an höhere Mächte, Ahnen, Geister und Götter von einer sozialen Funktion des Gehirns ausgeht, die dazu dient Intentionen, Pläne und damit Handlung von Agenten in Ereignissen zu erkennen und diese vorherzusehen. Eine "Überfunktion" dieser Mustererkennung ist bis zu einem gewissen Grad nicht schädlich, bzw. hat im Falle von Religion wahrscheinlich sogar alles in allem positive Auswirkung, zumindest evolutionär.

So gesehen ist Religion im Menschen eingebaut, aber nicht unbedingt spezifisch. Es gibt allerdings auch keine bekannte Kultur völlig ohne Religion. Historisch betrachtet gehörte Totenkult immer dazu. Der ergibt sich aber recht schnell daraus, dass der Mensch in Agenten denkt und andere Menschen als Agenten wahrnimmt, deren Körper nur eine Art Instrument ist. Die Frage wo der Handelnde bleibt, wenn der Körper nicht mehr funktioniert dürfte da naheliegend sein.

Text:

--- Zitat von: Skeeve am  3.08.2014 | 02:27 ---Ansonsten sind die Götter eben zeitlos bzw. stehen außerhalb der Zeit. So „sehen“ die Götter eben, neben dr Vergangenheit, auch alles was in der Zukunft sein könnte. Wenn eine Person in der Zukunft z.B. die Wahl zwischen zwei Wegen hat, dann sehen die Götter sowohl die weitere Entwicklung der Welt wenn sich die Person für Weg A entscheidet und auch wenn sie sich für den anderen Weg entscheidet.

Welche der beiden Varianten dann zur Wirklichkeit wird, entscheidet dann im Moment der Entscheidung eben diese Person.
So sehen die Götter zwar alle möglichen Zukünfte gleichzeitig, wissen aber nicht was wirklich in der Zukunft passiert bzw. welche Zukunft wirklich eintritt. Deswegen versuchen sie dann über ihre Anhänger dafür zu sorgen dass die Mehrheit aller möglichen Zukünfte „gut“ für ihre Seite ausgeht.

--- Ende Zitat ---
Ist das nicht schwierig, von wegen Schmetterlingseffekt und so? Welche Zukunft für mich eintritt hängt ja nicht nur davon ab wie ich selbst mich entscheide, sondern auch davon wie alle anderen Menschen auf der ganzen Welt (oder zumindest die mit denen ich gerade direkt interagiere) sich ständig entscheiden, oder nicht?

Ist das in die Vergangenheit "symmetrisch" bei dir? Sprich: wissen die Götter was passiert ist? Oder kennen sie auch nur alle möglichen Vergangenheiten die zu dieser Gegenwart geführt haben könnten?

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