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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan

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YY:

--- Zitat von: scrandy am 10.12.2014 | 00:48 ---Bei Star Trek gibt es sogar regelmäßig Berichte, dass Technologie x jetzt vielleicht auch bald möglich ist. Ich sag da nur: Beamen.

--- Ende Zitat ---

Da hat in der Regel irgendein Schreiberling nicht verstanden, was man fürs Beamen alles bräuchte und tut dann so, als fehle nur noch der letzte Feinschliff, wenn irgendwo ein Quantenteilchen getunnelt wurde.

So arbeitet Star Trek aber auch selbst, von daher passt das ;D

Feuersänger:
Und genau das ist das Problem mit Star Trek.

Denn leider irrt Eulenspiegel hier:

--- Zitat von: Eulenspiegel am 10.12.2014 | 00:08 ---Nochmal: Star Trek hat niemals behauptet, extrem realistisch zu sein!
Star Trek gibt zu, ein reines Fantasiekonstrukt zu sein.

Klar, es gibt Technobabbel. Aber dieser hat nicht den Anspruch realistisch zu sein.

--- Ende Zitat ---

Es wird sehr wohl suggeriert, dass da "was dran" wäre. Wie man an Scrandys Aussage sieht, gibt es doch mehr als genug Leute, die den ST-Technobabble für realistisch halten:

--- Zitat von: scrandy am 10.12.2014 | 00:48 ---Bei Star Trek gibt es sogar regelmäßig Berichte, dass Technologie x jetzt vielleicht auch bald möglich ist. Ich sag da nur: Beamen.

--- Ende Zitat ---



Er steht ja mit diesem Irrglauben nicht alleine da; es gibt im Gegenteil was weiß ich wieviele zigtausend Trekkies, die das noch viel ernster nehmen und ST quasi für Futurologie halten. Und das tun die bestimmt nicht, weil ST sagen würde "Wir verwenden reine Fantasietechnologie".

Ich glaube, diesen Fehlschluss nennt man "leap of faith". Weil es im Experiment gelungen ist, per Quantentunnel ein... was war es? Elektron? zu copypasten, wird sofort ein paar Quadrillionen (Billionen Billionen) Größenordnungen raufgespult und da rausgelesen, dass es "vielleicht bald möglich ist" (O-Ton Scrandy), ganze Lebewesen aufzulösen und in zigtausenden Kilometern Entfernung 1:1 neu zu erschaffen. Nichts gegen dich, Scrandy, ich mach dir da keinen Vorwurf, aber Kopf -> Tisch über die Fähigkeit von ST, seinem Publikum derart gründlich blauen Dunst vorzumachen.

Thandbar:
Star Trek erklärt für mich die wesentliche Prämisse der Serie - die Menschen haben alles "Niedere" plötzlich in einem Schlag der Erkenntnis abgelegt - überhaupt nicht, beziehungsweise nicht überzeugend. Man muss das Vorhandensein dieser Utopie also erst einmal "schlucken"; die technischen Unmöglichkeiten gehören ja gewissermaßen zum Genre und werden zumindest mit unsinnigen wissenschaftlichen Erklärungen unterfüttert.

Die große Merkwürdigkeit ist für mich, dass die Menschheit immer noch dieselbe ist und auch nicht genetisch an sich rumdoktern lässt, aber dennoch plötzlich alles Negative überwunden hat. 

Feuersänger:

--- Zitat von: Thandbar am 10.12.2014 | 11:13 ---Die große Merkwürdigkeit ist für mich, dass die Menschheit immer noch dieselbe ist und auch nicht genetisch an sich rumdoktern lässt, aber dennoch plötzlich alles Negative überwunden hat.

--- Ende Zitat ---

Wo wir schon dabei sind: es ist auch merkwürdig, dass die Menschen allesamt Shakespeare und Jazz lieben und sonst nichts auf der Welt. Vermutlich sind die Medien extrem gleichgeschaltet und werden stark zensiert, sodass auch keine neue Musik oder Literatur entstehen kann. Besonders seltsam an der Vorliebe für Shakespeare ist, dass er in diesem Setting gar nicht mehr relevant ist -- schließlich geht es beim Barden um menschliche Schwächen und Nöte, und die hat die glorreiche aufgeklärte Trek-Menschheit ja allesamt überwunden.

scrandy:

--- Zitat von: Feuersänger am 10.12.2014 | 10:36 ---Er steht ja mit diesem Irrglauben nicht alleine da;

--- Ende Zitat ---
Ich denke da hast du mich missverstanden. Ich sehe Star Trek überhaupt nicht als Futurologie oder ähnliches. Ich wollte nur mal klarstellen, dass die Vermischung von Fiktion und Realität bei der Bewerbung von Filmen bzw. anschließend im Fandom bei weitem nichts besonderes ist. Das Star Trek nicht die Zukunft darstellt sieht man ja ganz eindrucksvoll daran, dass zur Zeit als der neue Star Trek rauskahm aktuelle Smartphones in vieler Hinsicht schon mehr konnten als die Tricorder andere Themen aber wahrscheinlich nie erfunden werden werden. Das einzige was schonmal passiert ist eine self-fullfilling Prophecy, dass SciFi Fans in ihrem Beruf als Techniker eine Technologie voranbringen, weil sie sie in der Fiktion so interessant fanden (z.B. Google Earth oder Second Life aus dem Buch Snow Crash). Das heißt aber nicht, dass die Filme, Serien und Bücher jemals mit einem Echtheitsanspruch gemacht wurden. Und genau das sehe ich bei Interstellar eben auch nicht.

Ich kann verstehen, dass absolute Hard SciFi Fans wie Feuersänger sowas wie Interstellar einfach nicht gucken können, weil sie ständig Fehler bemerken. Das hat dann aber was mit der persönlichen Messlatte zu tun. Und soweit ich das verstanden habe gibt es ja auch nur wenig Konkurrenz an Filmen, die dem Anspruch tatsächlich gerecht werden.

Was die große Masse betrifft, werden sie mit Sicherheit nicht wegen des Echtheitsversprechens ins Kino gehen sondern das nur als interessante Trivia mitnehmen. Deswegen wird es in den Feuilletons auch gerne thematisiert, weil es streitbare Trivia ist. Pyromancer hat ja eindrucksvoll gezeigt, dass man die Fehler durchaus vermeiden hätte können und das ist schade, dass sie das nicht gemacht haben. Wahrscheinlich haben die Drehbuchautoren aber nochmal eine andere Perspektive. Ob alle Szenen ihre Wirkung wie im Original hätten entfalten können, wenn man den Film authemtischer gemacht hätte, kann ich als Laie nicht beantworten, aber ich vermute, dass man hier den normalen Kinogänger anvisiert hat und die zusätzlichse Glaubhaftigkeit anderen Aspekten zum Opfer viel. Vielleicht auch deswegen, weil man das Problem des Raketenstarts so einfach vor dem normalen Zuschauer verbergen kann (ich habs beim ersten gucken wegen all der anderen Eindrücke auch nicht gemerkt - und ich weiß auch, dass das nicht funktionieren kann).

An dieser Stelle stellt sich mir wirklich die Frage ob nicht mehr Authentizität in Filmen generell wichtig wäre. Aber da würde ich wirklich zuerst andere Filme angehen und sehe Interstellar als Ganzes eher als einen Schritt in die richtige Richtung. Wenn ich zum Beispiel sehen wie viele Hochhäuser (mit Menschen darin) bei Transformers einfach so zerfetzt werden, dass es den 11. September alt aussehen lässt ohne auch nur eine Gedenkfeier der Toten zu thematisieren, dann wird mir ehrlich gesagt schlecht. Das hat dann für mich auch nichts mehr mit Heldenstory zu tun, wenn nur der CGI wegen grundlegende Logik außer Kraft gesetzt wird.

Vor diesem Hintergrund wirken die Physikfehler von Interstellar irgendwie wie ein Tropfen auf den Heißen Stein.

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