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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan
Pyromancer:
--- Zitat von: scrandy am 10.12.2014 | 11:31 ---Vor diesem Hintergrund wirken die Physikfehler von Interstellar irgendwie wie ein Tropfen auf den Heißen Stein.
--- Ende Zitat ---
Interstellar ist ja nicht nur, was die Physik angeht, stellenweise blödsinnig, sondern auch menschlich und soziologisch. Da wird z.B. im Film die Aussage getätigt: "Wir brauchen keine Ingenieure, sondern nur noch Bauern, die Nahrung ranschaffen. Die Leute verhungern sonst." Diese Aussage wird von allen als wahr akzeptiert, selbst von dem Ingenieur, der - und das wird im Film gezeigt! - durch seine Ingenieurskunst ein Dutzend vollautomatische Traktoren am Laufen hält. Aber neee, wir brauchen keine Ingenieure, der Ertrag, wenn man Landwirtschaft mit Pferdefuhrwerk und Grabstock betreibt ist SICHER höher. Das war z.B. auch so ein "ihr wollt mich wohl verarschen"-Moment für mich. So sehr verblöden KANN die Menschheit nicht in den paar Jahren.
Ich bin ja normalerweise intellektuell sehr genügsam im Kino. Ich kann die blödsinnigsten Prämissen akzeptieren, und hab auch kein Problem damit, wenn Leute im Film dumme, unlogische Dinge tun. Das geht aber bei Interstellar nicht. Dazu kommt der Film zu ernsthaft und bedeutungsschwanger daher, bemüht sich zu sehr, relevant zu sein.
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Thandbar am 10.12.2014 | 11:13 ---Die große Merkwürdigkeit ist für mich, dass die Menschheit immer noch dieselbe ist und auch nicht genetisch an sich rumdoktern lässt, aber dennoch plötzlich alles Negative überwunden hat.
--- Ende Zitat ---
4 Freedoms, speziell Freedom of Want, Fear and Speech.
Dazu soziales Feedback
scrandy:
Unlogische Ausbildungsvorgaben gibt es aber heute schon zuhauf. Ich denke das der Blickwinkel sich vor allem geändert hat und diese Szene zeigen soll, dass die Menschen das wissenschaftliche Streben als Schuldigen für die Misere verantwortlich machen wenn es doch eigentlich der Kapitalismus ist. Solch eine verschobene Denkweise ist in den USA durchaus vorstellbar, wo auch jetzt schon vieles abstrakt "den Wissenschaftlern" zugeschrieben wird. Das vorher der gemeine Bürger vor lauter Freiheits- und Kapitalismusglaube es zuläßt, das die Grenzen des Vernünftigen übertreten werden, ist den Amis oft nicht bewusst.
Pyromancer:
--- Zitat von: scrandy am 10.12.2014 | 12:36 ---Unlogische Ausbildungsvorgaben gibt es aber heute schon zuhauf. Ich denke das der Blickwinkel sich vor allem geändert hat und diese Szene zeigen soll, dass die Menschen das wissenschaftliche Streben als Schuldigen für die Misere verantwortlich machen wenn es doch eigentlich der Kapitalismus ist. Solch eine verschobene Denkweise ist in den USA durchaus vorstellbar,
--- Ende Zitat ---
Natürlich ist so eine Denkweise vorstellbar. Da hab ich kein Problem damit, genausowenig wie es für mich ein Problem ist, dass es im Film Leute gibt, die denken, das Wissen um die Mondlandung sei schädlich für Kinder.
Womit ich ein Problem habe ist, dass diese Vorstellung, von wegen Ingenieure seien für die Lösung des Ernährungsproblemes nicht nötig, von allen akzeptiert wird, selbst von dem Ingenieur, der weiß (und im Film den Zuschauer auch zeigt!), dass Landwirtschaft mit Ingenieuren produktiver ist als ohne. Da hebelt der Film wieder seine eigene Prämisse aus.
"Sohn, du musst nur wissen, wie man Autoreifen wechselt und eine Sense schwingt. Technisches Wissen ist überflüssig, das hilft nicht dabei, dass Essen auf den Tisch kommt. Ich geh übrigens dann mal eben die GPS-Empfänger unserer vollautomatischen Traktoren neu kalibriert, damit die wieder unsere Felder pflügen, und baue diese gekaperte indische Drohne zu einer Steuereinheit für eine autonome Ernte-Einheit um."
scrandy:
Ich hab das damals anders empfunden. Ich hatte eher das Gefühl er kapituliert vor dem System.
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