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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan

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Feuersänger:

--- Zitat ---Ich habe Science Fiction immer so verstanden, dass in Büchern oder Filmen eben technisch möglich ist, was der Erzählung dienlich ist. Dieser Sachverhalt schliesst direkt ein, dass vorkommende Technik über die aktuelle Realisierbarkeit hinausgeht oder - in den meisten Fällen - zur Zeit als vollkommener Quatsch angesehen wird.
--- Ende Zitat ---

Hard SF hat kein Problem mit Technologie weit jenseits unserer derzeitigen Möglichkeiten. Sehr wohl aber mit naturwissenschaftlich unmöglicher Technologie. Plasmaantriebe, Fusionsreaktoren, Cryostasis - alles fair game. Auch FTL wird meist zähneknirschend (und handwedelnd) geschluckt, weil man eine größere Bühne haben will als nur unser Sonnensystem.
Was halt nicht geht, ist Tech die z.B. die Gesetze der Thermodynamik verletzt, also Maschinen aus denen man mehr Energie rausbekommt als man reinsteckt und dergleichen.

Und was halt überhaupt nicht geht, ist dass eine Technologie in einem Moment existiert und im anderen nicht und dann wieder doch. Wie der Weltraumlamborghini in Interstellar. Kurz, es muss konsistent sein.

Außerdem ist Hard SF oft genau andersrum aufgebaut: man überlegt sich zuerst, welche Technologien existieren sollen, und dann, welche Konsequenzen das für die Welt hat, und _daraus_ entwickelt man dann die Story. Und selbst wenn man zuerst bei der Story anfängt, und dann überlegt welche Tech man dafür braucht, so muss man danach immer noch "nachdifferenzieren" und sich überlegen, welche Konsequenzen diese Technologie _noch_ hätte.

Ansonsten,

--- Zitat von: Waldviech am 11.12.2014 | 22:19 ---Irgendwie fühlt es sich ja schon etwas seltsam an, einen Film unter SF zu verbuchen, der eigentlich ausschließlich Gegenwartstechnologie zeigt, nur weil er im Weltraum spielt.  ~;D

--- Ende Zitat ---

Deswegen predige ich ja auch immer, nur weil Raumschiffe drin vorkommen ist es noch nicht gleich SF.  Das gilt für Gravity ebenso wie für Star Wars.

K!aus:

--- Zitat von: Feuersänger am 19.12.2014 | 11:49 ---Außerdem ist Hard SF oft genau andersrum aufgebaut: man überlegt sich zuerst, welche Technologien existieren sollen, und dann, welche Konsequenzen das für die Welt hat, und _daraus_ entwickelt man dann die Story. Und selbst wenn man zuerst bei der Story anfängt, und dann überlegt welche Tech man dafür braucht, so muss man danach immer noch "nachdifferenzieren" und sich überlegen, welche Konsequenzen diese Technologie _noch_ hätte.

--- Ende Zitat ---

In der Tat hatte ich irgendwann in dieser Diskussion den Eindruck, dass Hard SF nicht unbedingt Inquisition für die vorkommende Technik bedeutet, sondern den Anspruch hat, dass das Bild - welches Buch oder Film zeigt - in sich konsistent ist. Und dieser Anspruch ist natürlich viel umfassender (Gesellschaft, Industrie & Wirtschaft, usw.) und beschränkt sich nicht auf die Technologie.

Mit dieser Interpretation kann ich leben, auch wenn das natürlich schon ein gewaltiger Anspruch ist.

Gruß,
   Klaus.

Eulenspiegel:
Also Hard SF ist normalerweise schon eher auf die Technik fokussiert. Wenn es um Gesellschaft geht, nennt man das ganze eher Social Fiction.

Samael:
Ich fand den Film sehr gut. Ja, es gibt Logiklöcher. Dennoch, Feuersänger, wenn du den nicht im Kino (unbedingt im Kino!) schaust bist du echt selbst Schuld. Der Film macht unglaublich viel richtig als Science Fiction Werk. Verbuch die Logiklöcher unter "künstlerische Freiheit" / "ist halt immer noch Hollywood" und genieße den Rest.

Grey:

--- Zitat von: Samael am 22.12.2014 | 09:26 ---Verbuch die Logiklöcher unter "künstlerische Freiheit" / "ist halt immer noch Hollywood" und genieße den Rest.

--- Ende Zitat ---
Ich habe sie unter "Der Film ist eher als symbolische Reise gemeint" verbucht. ;) Und diesen Job erledigt er, soweit es mich selbst betrifft, verdammt gut.

Aber das betrifft eben nur mich. Wem der Film nicht gefallen hat, der sei damit verschont. Mir geht es ja auch schon auf den Sack, wie um mich her andauernd vom "Hobbit" geschwärmt wird (von dem mich bereits Teil 1 zuverlässig zum mehrfachen Kotzen gebracht hat). Wie ich mir vor letzterem meinen Frieden wünschen würde, verschone ich Feuersänger & Co. dann eben mit "Interstellar". ;)

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