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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan
Feuersänger:
Man tut was man kann. :p
FlawlessFlo:
--- Zitat von: Samael am 29.12.2014 | 13:10 ---Sie waren sich dessen bewusst und hatten nie vor so lange zu bleiben - geplant waren wenige Minuten Ortszeit, nicht mehrere Stunden.
--- Ende Zitat ---
Aber selbst 10 Minuten wären über ein Jahr... von daher hält Feuersängers Argument. Die Handlung ist schlecht, voll von Logikfehlern und noch viel schlimmer, dramaturgisch ein totaler Fehlgriff.
Vash the stampede:
Kannst du mir bitte den dramaturgischen Fehlgriff erklaeren und aufzeigen, wie es besser gewesen waere?
FlawlessFlo:
In Interstellar gibt es gottgleiche 5-Dimensionale Menschen, für welche Raum und insbesondere Zeit offensichtlich keine Rolle spielen. Sie können auf die eine oder andere Art und Weise Wurmlöcher erschaffen oder zumindest bewegen, und zumindest Zeit und Raum übergreifende "Tesserakte" in Singularitäten packen. Im Endeffekt können sie also wohl Materie, Energie und Information durch Raum und Zeit bewegen (der Tesserakt ermöglicht zumindest Energie und Information - das macht Cooper ja).
Der dramaturgische Fehlgriff ist jetzt meines Erachtens folgendes: Coopers Mission ist jetzt natürlich vollständig umsonst, das einzige was eine Rolle spielt, ist dass er in die Singularität stürzt. Aber auch das ist eigentlich total bedeutungslos. Denn die Information, welche Cooper dort findet, ist den Menschen der Zukunft (den 5D-Menschen) ja bereits bekannt und sie verfügen bewiesenermaßen ja über Möglichkeiten Information durch Raum und Zeit zu schicken.
Wozu also dieses vollkommen verrückte Manöver um Cooper und den Tesserakt herum, welcher auch noch in das Kinderzimmer eines kleinen Mädchens "führt"?
Das ganze sehr gelungene Drama um die Mission und das Dilemma um Plan A und B, die schweren Entscheidungen, Cooper und Murphy, Dr. Manns menschliche aber verräterische Aktion, all die schönen Dinge des Films werden komplett bedeutungslos in dem Moment, wo Cooper in die Singularität fällt und der Film macht einen auf "April! April!". Deus-Ex-Mechina-rettung der Menscheit. Heureka! Da kam ich mir verarscht vor.
YY:
--- Zitat von: Samael am 29.12.2014 | 12:26 ---Alle weiteren Punkte die YY listet (außer der raketenlose Start) sind wegerklärbar, ohne Grundgesetze der Physik zu verletzen.
--- Ende Zitat ---
SoD hängt ja nicht an der Frage, ob man Sachen nicht doch irgendwie erklären kann, sondern wie fest man dafür die Hühneraugen zuzukneifen bereit ist.
Und da stoße ich bei einigen Gegebenheiten in Interstellar doch schwer an meine Grenzen ;)
--- Zitat von: Samael am 29.12.2014 | 13:10 ---Sie waren sich dessen bewusst und hatten nie vor so lange zu bleiben - geplant waren wenige Minuten Ortszeit, nicht mehrere Stunden.
--- Ende Zitat ---
So trifft man allerdings am anderen Ende eines Wurmlochs mit den Hoffnungen der Menschheit im Gepäck/auf den Schultern besser keine Entscheidungen.
Vielleicht geht der Kontext jetzt an den meisten Lesern vorbei, aber Cooper ist jemand, der einen wasserfesten Notizblock anstelle eines Smartphones für seine Notizen benutzt.
Der Film verwendet zu Beginn viel Arbeit darauf, Cooper als waschechten Ingenieur, als rationalen und praxisnahen Denker darzustellen und auch ansonsten diese diffuse NASA-"Wir stürzen uns ins große Abenteuer - nachdem wir alles genau durchgerechnet haben!"-Atmosphäre aufzubauen, die unsere zeitgenössische Raumfahrt so prägt.
Da ist "Wir sind ja nur kurz unten, was soll schon schief gehen?" einfach ein Riesenbruch, insbesondere nachdem der Film uns gar nicht so lang vorher explizit noch mal Murphy´s Law um die Ohren gehauen hat.
Da kann der Film seine zu Beginn eingeschlagene Linie nicht halten - wenn man die so aufgebaute Erwartungshaltung rechtzeitig aufgibt, kann man den Film noch genießen, ansonsten eher nicht.
--- Zitat von: carthinius am 29.12.2014 | 15:19 ---Umso bemerkenswerter ist die Verve, die du beim Verreißen eines nicht gesehenen Films an den Tag legst.
--- Ende Zitat ---
Dass man dieses Verhalten grundsätzlich kritisiert, sehe ich ein.
In der Sache liegt er hier aber richtig.
Interstellar ist - ich habe es schon geschrieben - schön gemachtes und sehr geschickt erzähltes Blendwerk wie seinerzeit Matrix.
Man kann sich gut darauf einlassen, aber einer genaueren Betrachtung hält er an vielen Stellen nicht stand.
Man kann ihn trotzdem gut finden (mir hat er ja auch gefallen), aber deswegen muss man nicht umgekehrt anfangen, die Macken schönzureden.
Feuersänger hat nicht nur in diesem Thread ein sehr konsistentes Bild von seinen Ansprüchen gezeichnet, wenn es um SF geht, die "hard" sein will.
Deswegen konnte ich ja überhaupt sagen, dass ihm Interstellar nicht gefallen wird, obwohl ihn zigtausend Leute als Meisterwerk bezeichnen.
"Schau ihn dir doch erst mal an" ist hier nicht zielführend, weil ihm genau die Kritikpunkte, die er hier aus zweiter Hand anführt, auch selbst aufgefallen wären.
Ich sehe nicht, wo Feuersänger hier irgendwo sachlich falsch liegt und das durch das Anschauen des Films behoben würde.
Er legt seine Bewertungsschwerpunkte nur auf andere Aspekte.
Schließlich ist es nicht so, dass z.B. der autonom vom Planeten startende Ranger den Film für andere so hervorragend macht.
Anderen ist diese Stelle (wie die anderen Punkte) schlicht egal, weil der Film andere Aspekte hat, die man durchaus mögen kann.
Hier im Thread prallen keine verschiedenen Bewertungen der selben Details aufeinander, hier redet man von völlig unterschiedlichen Dingen.
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