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Brainstorming: "Modernes" SF-Setting
Skeeve:
--- Zitat von: Rumspielstilziel am 17.08.2014 | 14:25 ---"Ein Feuer aus der Tiefe" habe ich noch nicht gelesen, sollte ich mal machen. Klingt allerdings, als passt es mehr zu meiner ursprünglichen Richtung ...
--- Ende Zitat ---
"Ja!" auf alle (nicht geschriebenen) Fragen... :D
Waldviech:
--- Zitat ---Und gleichzeitig müsste man noch mal überegen, ob dieses "in die Struktur des Raums eingeschrieben" nicht vielleicht doch ein wenig zu weit geht ... vielleicht sind die Godheads in der Regel schon an irgendwelche Form von Trägermaterie/-strahlung gebunden? Wie schon vorgeschlagen, könnten sie sich in alle möglichen Arten von informationsverarbeitenden Medien einschreiben, darunter vielleicht auch ganze Biosphären - aber um in Kontakt mit ihnen zu treten, müsste man irgendeinen Kontakt zu diesen Medien herstellen (und vielleicht überhaupt erst mal herausfinden, ob es ein Stück eines Godheads enthält).
--- Ende Zitat ---
Fänd ich gar nicht so übel. Es müsste ja nicht mal was Offensichtliches sein wie ein schwarzer Monolith. ;D
--- Zitat ---Hier geht die Tendenz ja gerade zu "doch nicht ganz so ferne Zukunft und nicht zu viele/sehr fremde Aliens". Ich habe mich zumindest schon sehr mit Quaints nicht ganz so abgedrehtem Grundansatz angefreundet, wenn man da jetzt gleichzeitig die politischen Konflikte innerhalb einer transhumanistisch aufgespaltenen Menschheit, die Character Exploration zum Thema "sind wir noch menschlich, und spielt das eine Rolle?" und eher vorsichtig das Motiv der Transzendenz und der Godheads reinbringt, wäre ich damit recht glücklich.
--- Ende Zitat ---
Jetzt müsste man praktisch nur noch aufpassen, dass man nicht sozusagen "Eclipse Phase" abschreibt, oder Transhuman Space. ;D. Ein paar Ideen hierzu:
- Zunächst einmal hat es keinen Weltuntergang gegeben.
- Einige von den Problemen, die man heute schon in SF-Romanen bis zum Erbrechen durchdekliniert, hat man genau wegen solch gründlicher Vorüberlegung umgehen können. So unterdrückt die Erde z.b. keine Kolonien (die sind so weit draußen eh autonom und müssen vor Ort entscheiden können). Ebenso haben künstliche Lebensformen mit vollem Bewusstsein, selbstverständlich volle Bürgerrechte. (Das muss aber nicht in allen Kolonien so sein).
- Das Marsterraforming ist schon ziemlich weit - mit ein paar Meeren an den Polkappen und einem angepassten Ökosystem. Wichtiger Bestandteil des Terraformings in dieser Phase sind sowas wie "Ökosystem-Wächter", die permanent das fragile, entstehende Leben des Mars überwachen um Probleme festzustellen und zu beseitigen (noch kann das Ganze kippen).
- Die Menschheit in etliche transhumaner Seitenlinien aufzuspalten und einen Haufen nichtmenschlicher "Nachkommenschaft" in die Welt zu setzen, war eine Sache - diesen Sack Flöhe irgendwie zusammen zu halten ist eine völlig andere. Hier könnte man dann eine hübsche Prise antiquiert-optimistischer Star-Trek-Utopie ansetzen. Mit viel Schweiß, Blut und Ärmelhochkrempeln hat die Erdbevölkerung es geschafft, einen Haufen heute relevanter Probleme zu lösen. Deswegen herrscht dort grade ein ziemlich optimistischer Überschwang. Man versucht nun, die ganzen autonomen Kolonien im All als gleichberechtigte Partner in so etwas wie der UN unter einen Hut zu kriegen. In dieser "Föderation" (hust) gilt, was Transhumanismus angeht, die Philosophie "Wir alle sind die Menschheit", d.h. man macht keinen Unterschied zwischen natürlich gezeugten, un modifizierten Menschen, Uplift-Delphinen oder intelligenten Raumsonden. Eine mögliche Core-Story könnte sein, dass die SC als mobile, friedensstiftende Eingreiftruppe dieser Föderation a) unangeschlossene Kolonien zum Beitritt überzeugen und b) diverse Konflikte als "interplanetare" Feuerwehr löschen sollen.
Achamanian:
--- Zitat von: Waldviech am 18.08.2014 | 11:01 ---Jetzt müsste man praktisch nur noch aufpassen, dass man nicht sozusagen "Eclipse Phase" abschreibt, oder Transhuman Space. ;D. Ein paar Ideen hierzu:
--- Ende Zitat ---
Die Gefahr besteht natürlich. Zu deinen Ideen:
--- Zitat von: Waldviech am 18.08.2014 | 11:01 ---
- Zunächst einmal hat es keinen Weltuntergang gegeben.
--- Ende Zitat ---
Finde ich gut, denn dadurch bleibt die Erde auch als ein Schauplatz (der nicht nur ein Technik-Dungeon ist) bestehen.
--- Zitat von: Waldviech am 18.08.2014 | 11:01 ---- Einige von den Problemen, die man heute schon in SF-Romanen bis zum Erbrechen durchdekliniert, hat man genau wegen solch gründlicher Vorüberlegung umgehen können. So unterdrückt die Erde z.b. keine Kolonien (die sind so weit draußen eh autonom und müssen vor Ort entscheiden können). Ebenso haben künstliche Lebensformen mit vollem Bewusstsein, selbstverständlich volle Bürgerrechte. (Das muss aber nicht in allen Kolonien so sein).
--- Ende Zitat ---
Ersteres (Erde unterdrückt keine Kolonien) finde ich gut - zumal es auch wirklich fraglich wäre, wie eine solche Unterdrückung über die Distanzen überhaupt praktisch umzusetzen sein soll. Zweiteren Punkt (KIs genießen volle Bürgerrechte) fände ich ein bisschen schade, weil damit auch Konfliktpotential verschenkt wäre - ich denke, es sollte zumindest verschiedene widerstreitende politische Ideologien zu dem Thema geben und auch nicht unbedingt totale Rechtssicherheit ... damit hätte man dan nämlich beispielsweise auch wieder mögliche Backstory für KI-SC im Spiel (musste von der Erde/dem Mars abhauen, weil dort der eigene Personenstatus bedroht war).
--- Zitat von: Waldviech am 18.08.2014 | 11:01 ---
- Das Marsterraforming ist schon ziemlich weit - mit ein paar Meeren an den Polkappen und einem angepassten Ökosystem. Wichtiger Bestandteil des Terraformings in dieser Phase sind sowas wie "Ökosystem-Wächter", die permanent das fragile, entstehende Leben des Mars überwachen um Probleme festzustellen und zu beseitigen (noch kann das Ganze kippen).
--- Ende Zitat ---
Finde ich als Ansatz auch gut, wobei ich es auch hier schön fände, das optimistische (Im Prinzip hat das Terraforming geklappt) mit Konfliktpotenzial anzureichern - vielleicht gibt es auf dem Mars eine Art Öko-Diktatur, die auch fragwürdige Mittel einsetzt? Und vielleicht gibt es einen ökologischen Knackpunkt, an dem tatsächlich alles zu kippen droht? (wenn man da ins Detail gehen will, müsste man sich wohl ein bisschen Literatur zum Thema besorgen oder jemanden fragen, der sich damit auskennt.)
--- Zitat von: Waldviech am 18.08.2014 | 11:01 ---
- Die Menschheit in etliche transhumaner Seitenlinien aufzuspalten und einen Haufen nichtmenschlicher "Nachkommensch
aft" in die Welt zu setzen, war eine Sache - diesen Sack Flöhe irgendwie zusammen zu halten ist eine völlig andere. Hier könnte man dann eine hübsche Prise antiquiert-optimistischer Star-Trek-Utopie ansetzen. Mit viel Schweiß, Blut und Ärmelhochkrempeln hat die Erdbevölkerung es geschafft, einen Haufen heute relevanter Probleme zu lösen. Deswegen herrscht dort grade ein ziemlich optimistischer Überschwang. Man versucht nun, die ganzen autonomen Kolonien im All als gleichberechtigte Partner in so etwas wie der UN unter einen Hut zu kriegen. In dieser "Föderation" (hust) gilt, was Transhumanismus angeht, die Philosophie "Wir alle sind die Menschheit", d.h. man macht keinen Unterschied zwischen natürlich gezeugten, un modifizierten Menschen, Uplift-Delphinen oder intelligenten Raumsonden. Eine mögliche Core-Story könnte sein, dass die SC als mobile, friedensstiftende Eingreiftruppe dieser Föderation a) unangeschlossene Kolonien zum Beitritt überzeugen und b) diverse Konflikte als "interplanetare" Feuerwehr löschen sollen.
--- Ende Zitat ---
Da würde ich auch "jein" zu sagen. ich finde, die optimistische Wir-sind-alle-die-Menschheit-Einstellung sollte dadurch zum Grundton gehören, aber längst nicht überall und in Bezug auf alle Transmenschen durchgesetzt sein. Da hätte ich auch Lust, mich ein bisschen bei dem hier schon oft von mir erwähnten Roman von Justina Robson zu bedienen, wo es darum geht, dass die "Forged", biotechnisch auf bestimmte Aufgaben optimierte Individuen (bis hin zu lebenden Raumschiffen) mit der "Form and Function"-Ideologie, die ihrer Existenz zugrundeliegt, kämpfen und versuchen, Maßstäbe für ein selbstbestimmtes Leben jenseits ihrer ursprünglichen Funktionsbestimmung zu entwickeln. Das gäbe Raum für politische Konflikte bis hin zu Bürgerkrieg/Freiheitskampf/Terrorismus und würde Konzepte für "ausgestoßene" SC eröffnen. Die von dir vorgeschlagene interplanetare Feuerwehr ist auch eine interessante Idee, wäre halt mehr Star Trek, ich fände es aber auch schön, wenn das Setting Raum für eine Firefly-Crew von Zwielichtigen und Ausgestoßen bereit hielte.
Sonst zur Differenzierung von Eclipse Phase:
Da wären zum einen die Godheads, zum anderen die stärkere Bedeutung interstellarer Raumfahrt (ohne, dass wir dabei auf Vorgängerspezies zurückgreifen müssen, die Tore hinterlassen haben). Dann würde ich auch noch mal meine Vorstellung einbringen, dass die typischen (Post-)Menschen sehr viel mehr an ihren aktuellen physischen Körpern hängen sollten und der Körperwechsel zwar möglich, aber keine totale Routinesache ist. Die Frage, ob ein neuer Sleeve/Morph wirklich eine Fortexistenz des Individuums bedeutet oder ob es sich nicht einfach um ein neues, dem vorangegangenen vom Bewusstsein her sehr ähnliches Individuum handelt, sollte in der Gedankenwelt der Leute deutlich präsenter sein als im EP-Setting. Ich fände es interessant, wenn der klare Geist-Körper-Dualismus, auf dem die Vorstellung, so ein Körperwechsel sei unproblematisch, gerade durch die Erfahrungen mit massiver technische Manipulation des Körpers, die auch dass Bewusstsein beeinflusst, ins Wanken geraten wäre.
Ansonsten würden sich sicher im Detail viele Unterschiede zu Eclipse Phase finden - ich würde mal denken, von der Grundatmosphäre nicht ganz so Cyberpunkig, etwas optimistischer und vielleicht auch mit einem stärkeren Schwerpunkt auf Raumfahrt/Erforschung des Alls.
Waldviech:
--- Zitat ---Da würde ich auch "jein" zu sagen.
--- Ende Zitat ---
Ich hab das Ganze vielleicht auch nicht so vollständig gut vorgestellt. Was mir da eigentlich vorschweben würde, ist eine "Föderation under Construction". Die Wir-sind-alle-Menschen-Philosophie herrscht vor allem auf der Erde und den sehr nahe gelegenen Habitaten vor, die weiter weg liegenden Kolonien (allesamt autonom) hätten da z.t. ziemlich variierende Vorstellungen, die sich drastisch voneinander unterscheiden können. De facto würde ich mir unter den Kolonien sogar so viel Konfliktpotential vorstellen, dass die "Feuerwehr" auch bitter nötig ist. Einige Kolonien haben begriffen, dass die durch die Aufsplitterung der Menschheit entstehenden Konflikte gelöst werden müssen, wenn die "erweiterte Menschheit" sich nicht in kommenden Kriegen zerlegen soll. Die unterstützen die "Föderation". Andere Kolonien sehen das völlig anders.
Edit:
Ein Outgame-Grund, die "Föderierte Feuerwehr" einzubauen, ist der, ein verbreitetes Problem transhumaner Settings zu vermeiden. Die Frage "Ja was spiel ich da eigentlich?" kommt leider sehr oft vor. Da könnte eine klare Core-Story helfen. Zudem ist das ein perfektes Instrument, um den Spielern die zahlreichen Konflikte und philosophischen Querelen des Transhumanismus um die Ohren zu hauen. Es ist ja genau ihr Job, sich darum zu kümmern. Außerdem hätte man natürlich sofort ein klares Abenteuerkonzept ;D.
Yerho:
Zum Thema Aliens: Man gebe einer menschlichen Subkultur, die ja meistens bereits aufgrund ihrer existierenden weltanschaulichen Unterschiede emigriert ist, nur eine Handvoll Generationen Zeit, um sich isoliert zu entwickeln und gebe dieser Subkultur außerdem noch genetische und nanotechnische Mittel in die Hand, verrühre es mit einer Prise abweichender Umweltbedingungen und man hat Ableger der Gattung Mensch, die für "Erdenmenschen" fremdartiger sein können als alles, was die SF sich bisher ausdenken konnte.
Zum Thema Transzendenz: Ab einem bestimmen Punkt dürfte es für transzendierte Entitäten ebenso schwer bis unmöglich sein mit "niederen" Lebensformen zu kommunizieren, wie es für diese schwer bis unmöglich ist, mit den "höheren" Lebensformen zu kommunizieren. Insofern halte ich es für durchaus plausibel, dass Kontakte von unten nach oben einen gewissen Grad an Irrsinn beinhalten oder hervorrufen. Umgekehrt müsste sich ein transzendiertes Wesen eventuell temporär oder sogar permanent "downgraden", um Raum und Zeit wieder in unserem Sinne und damit Wesen unserer Entwicklungsstufe verstehen zu können.
Eventuell ist eine unmittelbare Kommunikation aber auch gar nicht möglich und jedwede Einflussnahme erfolgt über die Einflussnahme auf kosmische Ereignisse - sterbliche Wesen müssen dann sehr lange Zeiträume und/oder Ereignisfolgen beobachten und deuten, um die göttliche Absicht zu erkennen. Das verknüpft dann Wissenschaft und Religion, denn es ist die Wissenschaft, die den Kommunikationsversuch erkennt und die Religion versucht seine Bedeutung zu interpretieren.
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