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Brainstorming: "Modernes" SF-Setting

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Slayn:
lol. orakel.

Waldviech:
Oder wie wäre es mit Quantenverschränkung? Das Problem an der Sache: Da das Ganze auf verschränkten Teilchen beruht und die Teilchen nach Gebrauch nicht mehr verschränkt sind, benötigt man "Teilchenbehälter", die irgendwo an einem Ort verschränkt werden. Dann bleibt ein Gerät vor Ort und eines wird weggeschickt. Nur diese beiden Geräte können miteinander kommunizieren, und das auch nur so lange noch verschränkte Teilchen zur Datenübertragung vorhanden sind. FTL-Kommunikation ist also nur sehr eingeschränkt praktikabel.

Achamanian:

--- Zitat von: Waldviech am 18.08.2014 | 14:56 ---Oder wie wäre es mit Quantenverschränkung? Das Problem an der Sache: Da das Ganze auf verschränkten Teilchen beruht und die Teilchen nach Gebrauch nicht mehr verschränkt sind, benötigt man "Teilchenbehälter", die irgendwo an einem Ort verschränkt werden. Dann bleibt ein Gerät vor Ort und eines wird weggeschickt. Nur diese beiden Geräte können miteinander kommunizieren, und das auch nur so lange noch verschränkte Teilchen zur Datenübertragung vorhanden sind. FTL-Kommunikation ist also nur sehr eingeschränkt praktikabel.

--- Ende Zitat ---

Technisch ist das eine ganz nette Idee; Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Nachteil für's Rollenspiel ist, dass man dann über eine "Kommunikationsressource" Buch führen müsste.
Da würde mir der Ansatz "Da müsst ihr erst zur Stanley-Station - es sei denn, ihr wollt es über die Red-Naga-Superintelligenz versuchen ..." praktikabler vorkommen.
Das geht dann aber schon fast in Regelsystem-Fragen, deshalb kann man ja vielleicht die verschiedenen denkbaren FTL-Kommunikationsvarianten vorerst im Kopf behalten und auf jeden Fall festhalten, dass FTL-Kommunikation prinzipiell aufwändig, problematisch und nur eingeschränkt möglich ist.

Achamanian:
So, ich habe den Eindruck, das erste Gehirngestöber hat sich gelegt, und es ist sogar ein relativ rundes Bild von einer Settingidee entstanden.

Als Elemente fallen mir kurz aufgelistet ein:

Angesiedelt in einer Zukunft von eher mehreren Hundert als mehreren Tausend Jahren.
Eine politisch und ökologisch weitgehend stabile Erde.
Körperliche Nahezu-Unsterblichkeit, solange man regelmäßig die nötigen Behandlungen macht.
Die Möglichkeit, per Bewusstseinsspeichung den Körper zu wechseln, was aber umstritten, nicht unkompliziert und eher wenig attraktiv im Vergleich mit einem sicheren, guten Leben in einem reparier- und aufrüstbaren Körper ist.
Existenz von Uplifts (evtl. im Falle von Seebewohnenden Uplifts auch mit eigener Erdnation umterm Ozean); Existenz von technisch auf bestimmte Aufgabe optimierten Trans-Menschen; Existenz von starken KIs. Rechtlich gelten all diese Wesen zumindest auf der Erde als den Menschen gleichgestellte Personen; das heißt aber nicht, dass es keine Konflikte über ihren politischen Status gab/gibt.
Das Sonnensystem ist zumindest teilweise besiedelt, der Mars relativ erfolgreich terraformt.
Interstellare Raumfahrt wurde entwickelt; Interstellare Kommunikation ist möglich, aber schwierig, sie funktioniert entweder über gewaltige Anlagen, über mit Quantenverschränkung arbeitende Geräte, die nur wenige "Ladungen" verschränkter Materie enthalten, oder evtl. auch per "Orakel" (siehe Godheads weiter unten).
Es gibt schon seit längerem Kolonien (100-200 Jahren?) in anderen Sternensystemen, deren Gründer neben idealistischen Pionieren auch Dissidenten oder Uplifts/stark modifizierte Transhumane sein können, die empfundener oder realer Benachteiligung und Unterdrückung entkommen wollten.
Von der Erde aus bemüht man sich, die verschiedenen Planeten/Habitate politisch zusammenzuhalten bzw. überhaupt erst zusammenzufassen, in einer Art Föderation. Dafür gibt es Crews, die mit relativ hohen Befugnissen ausgestattet als Troubleshooter umherreisen (Core Story für SC).


Und der "Godhead":
Eine oder mehrere KIs sowie evtl. auch menschliche Transhumanisten, die ihr Bewusstsein hochgeladen haben, haben sich zu einer Art Cyber-Gottheit (dem Godhead) entwickelt. Diese Superintelligenz ist den Belangen der sonstigen Trans-Menschheit völlig enthoben. Die Kommunikation mit ihr ist schwierig bis unmöglich. Materiell existiert sie teilweise in Form gewaltiger Rechenzentren, die sie durch die subtile Umwandlung von Trägermaterie erzeugt hat - beispielsweise könnte ein Sonnensystem als gewaltiger Computer dienen, oder auch eine komplette planetare Ökologie, die die Superintelligenz innerhalb weniger Jahre aus Versatzstücken irdischen Lebens hat entstehen lassen (ein rechnender Flechtenbewuchs, der einen ganzen Planeten überzieht, beispielsweise). Teilweise ist diese Superintelligenz aber auch verstreut/verschmiert und existiert in anderen Informationsverarbeitenden Systemen. Sie kann in Nullzeit mit sich selbst kommunizieren, weshalb andere Transmenschen sie evtl. auch als "Orakel" verwenden können. Ob der Godhead eine einzige Intelligenz ist oder ob es mehrere dieser Intelligenzen gibt, ist unklar; in jedem Fall gibt es mehrere Godhead-Rechenzentren.
Jede längere Verbindung/Kommunikation mit dem Godhead birgt das Risiko einer geistigen Schädigung; evtl. gibt es auch Ängst vor "Infektion" oder "Übernahme" durch den Godhead, die aber nicht unbedingt begründet sein müssen. Möglich wäre aber, dass der Godhead keine Skrupel hätte, bei Bedarf ein anderes bewusstes Wesen als Hardware zu verwenden.
Der Godhead ist in der Lage, andere bewusste Wesen aufzunehmen und meistens auch dazu bereit; vielen erscheint diese Perspektive aber nicht besonders verlockend.
Manchmal verlassen auch Individuen den Godhead wieder oder vollziehen den Übergang nicht vollständig, sondern entschließen sich auf halbem Weg zum umkehren. Diese Individuen kommen manchmal erst Jahrhunderte später wieder; sie haben vielleicht gewisse Einblicke in den Godhead, verstehen seine Gedanken und Motive jedoch letztlich ebensowenig wie alle anderen körperlich begrenzten Wesen auch.
Der Godhead entsendet gelegentlich auch erzeugte Individualwesen, evtl. einfach um gewisse Erfahrungen zu machen; auch diese Wesen können den Godhead nicht wirklich ergründen.
Unter der Transmenschheit haben sich viele religiöse und quasi-religiöse Ideen und Praktiken um den Godhead entwickelt. Naheliegend ist, dass manche Menschen von ihm aufgenommen werden wollen; andere sehen sich vielleicht als "Augen & Ohren des Universums" und wollen als Individuen erst möglichst viele erstaunliche/bewegende Erfahrungen machen, bevor sie sich dann dem Godhead einspeisen, ihn dadurch bereichern und die affektive Selbsterkenntnis des Universums voranzubringen. Wieder andere verknüpfen Voodoo, Christentum, Buddhismus oder andere der alten Religionen mit dem Godhead.


Aliens:
Es gibt welche, und sie sollen angemessen fremdartig sein. Wie fremd genau (ob es beispielsweise überhaupt Aliens geben soll, mit denen eine Kommunikation möglich ist) ist noch offen. Wahrscheinlich müsstse man hier konkrete Ideen sammeln und sehen, was passt ...
Evtl. haben auch Alien-Spezies eigene Godheads entwickelt; die Möglichkeit, dass die Transzendenz eine typische "Krise" intelligenter Spezies ist, durch die sie aus dem für uns Wahrnehmbaren Universum verschwinden, wird als eine Lösung des Fermi-Paradoxons ("wenn es dort draußen Zivilisationen gibt, warum haben wir noch nichts von ihnen gehört?") angeboten. Auch die Frage, ob der Menschen-Godhead Kontakt mit Alien-Godheads hat oder sogar mit einem oder mehreren davon verschmolzen ist, ist noch offen.


Ich hoffe, ich habe das halbwegs richtig zusammenbekommen. Mir gefällt der Ansatz so recht gut! Frage ist: Machen wir etwas damit? Wenn ja, was? Und wie? Es wäre jedenfalls ein Setting, in dem ich gerne mal spielen würde, und wenn man sich mit den hier interessierten ein paar Bereiche zur näheren Ausarbeitung aufteilt, dann wäre das ja vielleicht sogar praktikabel ...

Achamanian:
Und nach der Zusammenfassung werfe ich noch zwei neue Ideen bzw. Konkretisierungsvorschläge in den Thread:

1. Der Godhead ist genauso an physikalische Gesetze gebunden wie alles andere auch - insbesondere an den Energieerhaltungssatz. Es mag manchmal so aussehen, als könnte er Dinge aus dem Nichts erschaffen; tatsächlich verfügt diese Entität allerdings wahrscheinlich über sehr viel mehr "Ideen", als sie praktisch umsetzen kann. Deshalb erschafft sie nicht einfach aus einer Laune (oder unergründlichen Motiven) heraus neue Spezies oder Sonnensysteme ... und deshalb "spawnt" sie auch nicht dauernd irgendwelche physischen Körper, mit denen sie das Universum bereist.
2. Überlichtreisen sind erst durch den Godhead möglich geworden und auch nur mittels einer Verbindung zum Godhead möglich - weil dafür Berechnungen nötig sind, die nur der Godhead durchführen kann. D.h. an Bord jedes Überlichtraumschiffs braucht es mindestens eine Person (und sei es auch eine KI), die bereit ist, regelmäßig mit dem Godhead zu kommunizieren, um Überlichtflüge zu ermöglichen. Wichtig wäre mir, dass der Godhead nicht etwa die Schiffe einfach "versetzt" (siehe Punkt 1) - er gibt nur einen kleinen Teil seiner Rechenkapazität für die Benutzung durch einen transmenschlichen Navigator her. Dieser Navigator balanciert bei seiner Arbeit notwendigerweise auf dem schmalen Grat zischen diesseitiger Existenz und Transzendenz. Man müsste sich nich einen Grund dafür einfallen lassen, warum es dafür eine bewusste Intelligenz braucht und der Navigationsprozess nicht einfach automatisiert werden kann, aber die findet sich sicher ... Hauptargument für dieses Konzept wäre, dass man mit einem solchen Navigator eine interessante "Charakterklasse" im Angebot hätte.

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