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Fatepunkte innerweltlich erklärt?

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AngusMacLeod:
Wer kennt von euch die episch lange "Das Rad der Zeit"-Reihe von Robert Jordan?

Dort sind die Helden "Ta'veren" (Erklärung hier) und beeinflussen das Schicksalsgewebe stärker als andere "normalsterbliche". Gelehrte, die vom Phänomen der Ta'veren wissen, bemerken diesen Einfluss, können sich ihm allerdings auch nicht entziehen.
Die Auswirkungen sind, dass sich Personen den Ta'veren teilweise anders verhalten, als man es von ihnen gewohnt ist und Ta'veren dadurch in der Lage sind Dinge zu erreichen, die sonst niemand für möglich gehalten hat. Auch spielt ihnen das Schicksal oder der "Zufall" in die Hände, wodurch sie in entscheidenden Momenten Glück haben.

Das kommt den Fate-Points in einem bekannten Setting wohl am nächsten, zumindest von dem her, was ich bis jetzt gelesen habe.
Ansonsten fällt mir da nur Neo ein, der die Matrix aktiv ändert.

Oder (um bei Keanu Reeves zu bleiben, als er noch mehrere Gesichtsausdrücke hatte) Bill und Ted, die bei ihrer Reise durch die Zeit den Zeitstrang immer so ändern, dass sie im Vorfeld schon Gegebenheiten ihrer Umgebung so beeinflusst haben, dass alles in ihrem Sinn funktioniert.

Achamanian:
Ich bin da ja bei Jan Itor, mir gefällt die Idee überhaupt nicht. Aber ich halte es ja auch für einen schweren Designfehler bei Splittermond, dass die Splitterpunkte innerweltlich erklärt werden. Für mich kommen da zwei Ebenen zusammen, die nicht zusammen gehören, und das stört mein Gefühl für die sich entwickelnde Geschichte eher. Ich muss ja schließlich auch im Setting keine Entsprechung für eine gewürfelte 16 auf einem W20 finden ("eine 16 repräsentiert die Gunst oder Missgunst des Kriegsgottes") - ich muss nur die Auswirkungen dieser Spielmechanik im Rahmen der Fiktion ausgestalten (die 16 bedeutet im konkreten Fall, dass ich auf dem nassen Baumstamm ausgerutscht bin, weil der Baumstamm halt nass ist ...).
Wie schon jemand anders schrieb: Ich brauche doch im Film auch keine Erklärung dafür, dass Bond so cool ist und jedes Mal (oft genug mit knapper Not und mit viel Glück) überlebt. Auf der Meta-Ebene weiß ich, dass er der Protagonist ist, und in der Story ist es eine Mischung aus: Der Typ ist halt krass, und es mag eine Verkettung von Unwahrscheinlichkeiten sein, dass er seine Abenteuer immer überlebt und die Oberhand behält, aber es ist nicht unmöglich, also brauche ich auch keine gesonderte Erklärung dafür. Genauswenig, wie ich eine Erklärung dafür brauche, wenn jemand dreimal im Lotto gewinnt. Ist unwahrscheinlich, kann aber passieren.

In meinen Augen geht dieser Ansatz total an FATE vorbei. Ich will das deshalb niemandem ausreden, muss aber gestehen, dass ich innerlich oberlehrerhaft den Kopf über solche Ansinnen schüttele. Die Jugend von heute aber auch!

Draig-Athar:
Ich finde gerade eine fehlende, allgemein gültige Erklärung gibt doch den Spielern mehr Möglichkeiten ihre Charaktere auszugestalten, der eine ist eben ein Günstling des Schicksals (oder der Götter), der andere wurde vom geheimen Orden des Schwarzen Mondes ausgebildet und der Dritte hat einfach ein unglaublich starkes Magietalent. Alle drei werden im Setting einfach als kompetente (oder vielleicht sogar extrem mächtige) Magier wahrgenommen. Lass doch jeden Spieler individuell entscheiden weshalb sein Charakter etwas besonderes ist.

Haukrinn:

--- Zitat von: Rumspielstilziel am 26.08.2014 | 07:38 ---Die Jugend von heute aber auch!

--- Ende Zitat ---

Genau! Früher war das anders. Wir hatten ja nix! Da war alles Meta! :korvin:

Auribiel:
Gut, ich sehe, dass mein Problem folgendes ist: Ich merkte schon im ersten Post hierzu an, dass ich nicht sicher bin, wie ich den Thread benennen soll, um deutlich zu machen, was ich meine. *schwurbel*
Meine Entschuldigung daher an alle, die wegen meiner Ungenauigkeit sich unnötig Schreibarbeit gemacht haben. :(


Annahme A: Wir haben eine Fantasywelt mit Magie und Götterwirken

Frage: Wie verteilt sich weltliche und politische Macht unter Berücksichtigung von Annahme A?

Meine Vermutung wäre:
Da es Magie und Göttergunst gibt, sollten Herrscher entweder selbst Magier sein oder aber in der Götter Gunst stehen oder aber absolute Experten auf ihrem Gebiet sein (Meister-Diplomat/Meister-Verführer, der den Magier um den Finger wickeln kann etc.pp.).

Erklärung:
Ich empfinde es als recht unplausibel, dass innerhalb einer Fantasywelt sehr häufig "Normalos" auf dem Thron/an der Macht sitzen, die von jedem mit Fatepunkte ausgestatteten Magier in die Tasche gesteckt werden können.

Schlussfolgerung:
Wenn ich ein Setting mit Fate bespiele, müssten alle Machtpositionen (jetzt mal den kleinen Dorfbüttel außen vorgelassen, wenn im ganzen Dorf nur Mooks wohnen usw.) mit NSCs mit Fatepunkten besetzt sein.

Das müssten die Mooks-NSCs doch aber auch spüren, dass die "Chefs" soviel mächtiger sind als sie und dann eben auf irgend eine Weise innerweltlich erklären? Dabei geht es mir nicht darum, eine Ursache für alle festzulegen (Alle Herrscher sind von den Göttern gesegnet), sondern das kann auf vielerlei Ursachen zurückzuführen sein (Verflucht, gesegnet, magisch begabt).

Also keine ins Zentrum rücken wie "das sind alles Splitterträger" oder "das sind alles Ta'veren", also nicht für alle die selbe Ressource, für ihre Imbaness, sondern einfach eine generelle Wahrnehmung oder besser Erkenntnis dessen (man sieht ja kein "der hat FP!!!11" bei irgend wem über dem Kopf schweben), dass ein NSC über die Möglichkeit von Aspekten und FATEpunkten verfügt.



--- Zitat ---Ich würde gerne versuchen eine Fantasy-Welt innerweltlich stimmig zu bauen und frage mich daher, ob der Besitz von Fatepunkten innerweltlich als "gottgegeben" bzw. "vom Schicksal auserwählt" zu verstehen ist?
--- Ende Zitat ---



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