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High-Magic Fantasy auf der Erde / Parallelwelt?
Slayn:
Ich denke, vieles davon wird darauf zurückzuführen sein wie man Gott/Götter jetzt nimmt. Es gibt ja schon einen Unterschied zwischen, sagen wir mal, dem griechischen Pantheon und dem christlichen Gott.
Hier eine Aussage zu treffen was jetzt nun Sache ist wird das Setting radikal verändern.
Feuersänger:
Jo, das ist eben so die Sache. Es soll ja nicht wie bei den FR sein, wo sich alle Nase lang irgendwelche Sterblichen zu Gottheiten aufschwingen.
Möglich wäre z.B. bei den Göttern:
a) jedes Großvolk hat seinen eigenen Pantheon. Es gibt also z.B. einen Indogermanischen Pantheon, einen Semitischen, und so weiter. Diese Götter sind verschieden. In einzelnen Untervölkern können die Götter leicht unterschiedliche Ausprägungen haben, sind aber im Wesentlichen immer noch gleich.
b) Es gibt weltweit nur einen bestimmten Satz Götter, und diese werden eben unter verschiedenen Namen verehrt.
Ich tendiere eigentlich hier deutlich zu (a). Dies ließe sich dadurch erklären, dass ursprünglich die animistischen Kulte jeweils lokale Geister oder dgl verehrt haben, die dann durch anwachsende Verehrerzahlen entsprechend an Einfluss gewonnen haben und je nach Erfolg des Volkes bis hin zu Greater Powers aufgestiegen sind. Und irgendein Steppengeist aus Zentralasien ist eben eine andere Entität als irgendein Waldgeist aus Zentralafrika. Das heisst also, die Götter haben ein Interesse daran, ihr jeweiliges Volk so groß und zahlreich wie möglich zu machen (und dabei fromm zu halten), da so auch ihre eigene Macht anwächst.
Das heisst aber auch, dass es Nachzügler und Emporkömmlinge, die keinem Pantheon angehören, sehr schwer haben werden, Fuß zu fassen. Somit sehe ich für nachträglich aufkommende monotheistische Religionen, in denen eine einzige Gottheit auch noch die Anerkennung anderer Götter verweigert, ziemlich zabbeduschdr. Oder anders betrachtet: _wenn_ mal ein Mono-Gott außerordentliche Macht demonstriert und andere Pantheone (Pl?) ins Schwitzen bringt, könnte da etwas faul an der Sache sein.
Hmmmm eigentlich wäre das schonmal ein interessanter Plot-Ansatz...
Weiterhin fände ich es lustig, wenn es auch in dieser Alternativrealität ein einschneidendes Ereignis um das Jahr 0 gab, an dem sich die Kalender ausrichten. Ich denke da z.B. an die Gründung eines Imperiums. Dann könnte man die irdischen Jahre 1:1 mit dem Settingkalender setzen, und so z.B. im Jahr 1000 einsteigen.
Anastylos:
Ich finde ja die semitische Mythologie des alten Orients sehr spannend und auch für deinen Ansatz passend: Jede Nation hat quasi das gleiche Pantheon nur mit leicht veränderten Namen und bei jedem Krieg wird der Götze in dem der jeweilige Kriegsgott wohnt mitgenommen um einem dem Sieg zu schenken. Wer verliert hatte den schwächeren Gott.
Lichtschwerttänzer:
Götter könnte n einfach zu grausam, blutgierig, fordernd ... sein.
Feuersänger:
Jain, also wenn du von Mesopotamien redest, da war das so, dass die Götter ihre Gunst an Städte verliehen oder sie ihnen entzogen haben. Will heißen, wenn eine Stadt eine andere angegriffen hat, haben beide die gleichen Götter angerufen, aber gewonnen hat der, dem die Götter es gerade gegönnt haben. Überhaupt waren die mesopotamischen Götter extrem launisch und unberechenbar - was quasi die Umwelt widergespiegelt hat, mit der die Menschen sich herumschlagen mussten. Wurde eine Stadt von Fluten verwüstet - Enlil war sauer. Kamen Barbaren aus dem elamischen Bergland und haben die Stadt verwüstet, wurde auch das als Ausdruck göttlichen Zorns empfunden. Dabei hat überhaupt nicht interessiert, _warum_ dieser oder jene Gott gerade angepisst sein könnte, das war halt so -- es galt lediglich, ihn wieder zu besänftigen, bevor schlimmeres passierte.
Aber das ist ja alles bronzezeitlich und passt so nicht in das von mir invisierte spätmittelalterliche Zeitfenster. So hatten in der Gegend zwischenzeitlich ca 1000 Jahre lang diverse Indogermanen das Sagen (Hethiter, Perser = Indoiraner, Griechen, wieder Indoiraner, usw.) bis die Araber ankamen. Realweltlich war zu dieser Zeit war der Polytheismus in der Gegend schon zweimal passé, nachdem er erst vom Zoroastrismus der Indoiraner und dieser dann vom Islam verdrängt wurde. So frisst die Revolution ihre Kinder. Oder Großeltern?
Im PWS (Parallelwelt-Setting) habe ich ja dem Monotheismus geringe Chancen eingeräumt, aber historisch ist glaub ich unbestritten, dass die Araber die Region nur erobern konnten, weil sie in ein Machtvakuum stießen, nachdem sich Byzantiner und Perser (Parther oder weiß der Geier) jahrhundertelang gegenseitig ausgeblutet haben. Man muss also nur diese Stellschraube verändern, und die Araber bleiben in der Wüste.
Irgendwie kann ich es drehen und wenden wie ich will, aber ich komme bei "monotheistischer Kult" immer zu "eroberungswütige Bedrohung der zivilisierten Welt", die zurückgeschlagen werden will. Ist jetzt auch wieder nicht besonders P.C., oder? xD
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