Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
D&D5 - Smalltalk
nobody@home:
--- Zitat von: Sashael am 30.06.2024 | 11:14 ---@nobody@home Bitte wenigstens versuchen, positiv zu lesen. Einen Satz aus einem Absatz rausziehen und sich darüber aufregen kann man machen, ist aber keine schöner Diskussionsstil.
Aber gerne nochmal für dich: Orks sind Fantasiewesen. Es gibt sie nicht. Es gibt NULL Gründe, ethische Grundsätze im Umgang mit ihnen anzulegen. Ausser du willst unbedingt hypothetische moralische Dilemmata ausspielen.
--- Ende Zitat ---
Klar doch. Das Überbordwerfen von ethischen Grundsätzen anhand der kleinsten Entschuldigung ist ja auch sooo unproblematisch und überhaupt keine schlechte Gewohnheit...Entschuldigung, aber du machst das "positiv lesen" im Moment nicht besonders einfach.
Letzten Endes is Diskriminierung aus meiner Sicht ohnehin ein schlichter Ausfluß von Ignoranz: Gruppen, deren Mitglieder man persönlich gar nicht kennt, sind leicht über einen Kamm gebügelt und mit populären Stereotypen versehen. Wir kennen aus der Geschichte genügend Beispiele, in denen das übel ausgegangen ist, aber wenige bis keine Gegenbeispiele, in denen derselbe Effekt sich ausdrücklich auf Dauer positiv bemerkbar gemacht hat. Ob ausgerechnet das also ein Verhalten ist, das im Rollenspiel (wo wir ja "nur" vorübergehend so tun, als ob die betroffenen Figuren echt wären) besonderen Nischenschutz genießen soll, muß jeder mit sich selbst ausmachen und sich bei hinreichender Nichtübereinkunft eben darauf einigen, an verschiedenen Tischen zu spielen.
ThinkingOrc:
Orks sind nicht alle abgrundtiefböse. Aber blassgrünhäutige Orks sind quasi das Böse vom bösem. Immer! Ich weiß das!
Grußgrunz
TO
scnr
~;D
Sashael:
--- Zitat von: nobody@home am 30.06.2024 | 11:51 ---Klar doch.
...
--- Ende Zitat ---
Ich habe den Eindruck, du hast ein massives Problem mit dem Abstraktionslevel beim Rollenspiel.
Fühlst du dich auch unwohl, wenn deine Einheiten bei Risiko de facto Massenmord begehen?
Kannst du auch Diablo und seine Klone nicht spielen, weil man da 1000fach Pixelfiguren ausweidet, anstatt sie nach ihrem kulturellen Hintergrund zu befragen?
Bekommst du RL Sinnkrisen, wenn dein SC in Vampire Menschen aussaugt, um zu überleben?
Orks sind nicht real. Sie haben nicht einmal ein reales Vorbild. Sie sind in meinem Rollenspiel Avatare für das Konzept "Gegner, die man bekämpfen kann".
Wenn du meine ethisch-moralische RL Integrität anzweifelst, weil ich am Spieltisch gerne Plastik-Minis wegmetzle, sagt das mehr über dich aus, als über mich.
Damit überlasse ich dir gerne das letzte Wort zu dem Thema.
General Kong:
nobody@home: Speaker's Corner ist woanders. Hier geht es um D&D und nicht um Meinungen zu Diskriminierung im Rollenspiel und deine Meinung über die moralische Integrität von Mitforisten.
Zum Gesinnungssystem: Bei D&D, wenn D&D dransteht, muss da ein Gesinnungssystem drins ein. Bie D&D 5 finde ich das allerdings weitgehen so heruntergewaschen, dass ich die Gesinnungen und was sie bedeuten nur erklären kann, weil ich sie seit 1983 aus den anderen Versionen kenne. Man kann sich nicht mal über die früher sehr beknackte definition von "Chaotisch Neutral" ("Der SC hat eine 50-50 Chance,e ien Brücke zu überqueren oder von ihr herunterzuspringen") aufregen, weil es keine wirkliche Definition mehr gibt. Ziemlich lahmarschig.
Ich will bei D&D mit Gesinnungen spielen, wenn D&D dransteht. So wie ich "Fulminictus Donnerkeil" als Zauberspruch haben will, wenn ich DSA spiele. Gehört dazu wie die ungesunden Nachos mit dem Unschlitt, der als "Käse" dazu gereicht wird, zum Kinofilm.
Dazu gehört dann auch, dass verschieden Rassen Gesinnungen haben: Orks eher Rechtschaffen oder Chaotische böse, Elfen meist Chaotisch oder Neutral gut, Zwerge eger irgendwas mit Rechschaffen und Menschen irgendwie alles usw. Abweichungen sind möglich und, wenn die Genannten als SC gespielt werden, auch erwünscht (wenige Gruppen haben gerne chaotisch böse Orks als Mitglieder).
Das Palladium Fantasy-Gesinnungssystem ist mir eigentlich lieber, aber bei D&D gehört die kosmische Einteilung der Moralitäten zum Hintergrund der Welt als SO IST DAS. Das sollte meiner Meinung nach auch serienmäßig drin bleiben, meinetwegen mit der Option, es auszubauen und dann bitte auch mit dem Hinweis wie mit bestimmten Sprüchen und Sonderfähigkeiten umzugehen ist. Was nützt "Smite Evil", wenn man gar kein "Böses" mehr kennt, sondern nur unterschiedliche Interessen und Herangehensweisen und Individuen, Personengruppen und Staaten? Und die haben ja kaum das Ziel, sofern das nicht ALLES Psychopathen sind, BÖSE zu sein. Sie halte ihr Handeln alle für gut oder doch wenigstens notwendig, weil nützlich für die eigene Gruppe.
Da sollte es Hinweise geben, w ie das dann funktioniert im Spiel mit den Fähigkeiten und Sprüchen (fallen weg und werden ersetzt durch/ finktionieren dann wie folgt etc.).
Sobald das nur noch der Regelmotor ist und z.B. auf Spionageabenteuer oder auch bloß auf historischen Settings angewendet wird, kann das Gesinnungssystem raus. es ist für mich D&D-Fantasy. da will ich es haben. Sonst nicht.
nobody@home:
--- Zitat von: General Kong am 30.06.2024 | 12:32 ---nobody@home: Speaker's Corner ist woanders. Hier geht es um D&D und nicht um Meinungen zu Diskriminierung im Rollenspiel und deine Meinung über die moralische Integrität von Mitforisten.
--- Ende Zitat ---
Oh, über die moralische Integrität meiner Mitforisten informieren die mich bei gegebenem Anlaß schon fleißig selbst...aber ja, der Faden entgleist sonst.
Persönlich habe ich nicht gar mal was gegen Gesinnungssysteme im englischen Originalsinn von "alignment", wo ich "Gesinnung" auch recht abseits von Ethik und Moral einfach als eine Form von Teamzugehörigkeit haben kann. Ich könnte mir im Spiel z.B. eine himmlische und eine höllische Fraktion vorstellen, deren Angehörige auch unabhängig von ihren individuellen persönlichen Ansichten einfach qua "Dabeisein" gewisse auch übernatürliche Vor- und Nachteile haben -- kein Ding, auch der netteste Teufel darf sich beispielsweise mit dem Betreten einer Kirche schwer tun, während auch ein Engel ganz kurz vor dem Fall (so es die Möglichkeit im Setting gibt) da Heimvorteil hätte und ihn ggf. schamlos ausnutzen könnte und wohl auch würde.
Aber ja, das spezielle "absolut moralische" (A)D&D-Gesinnungssystem mit der expliziten Gut/Böse-Achse? Kann mir ruhig gestohlen werden und auch bleiben; nicht nur, weil "objektive" Moral für mich ein logischer Widerspruch in sich ist, sondern auch schlicht, weil das in der Praxis mehr Probleme schafft als löst und in der Geschichte von D&D wahrscheinlich für um Größenordnungen mehr Diskussionskrawall gesorgt hat als so ziemlich jedes andere Einzelthema (okay, außer vielleicht der 4. Edition ;)). Ausdrücklich ausgenommen davon ist übrigens die alte Basisversion, weil die formell tatsächlich einfach nur Ordnung und Chaos mit Neutralität dazwischen kennt (auch wenn sich aus den konkreten Anwendungsbeispielen durchaus wieder eine moralische "Rechtschaffen ist gut, Chaos ist böse"-Dimension ableiten läßt, ist die letztendlich nicht unbedingt zwingend und wird tatsächlich in späteren Produkten auch hier und da mal bewußt unterlaufen) -- mit so was kann ich dann wieder arbeiten.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln