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Plausible SF-Utopie
Eulenspiegel:
Zwei utopische SF-Romane sind "Sternenstaub" von Adam Roberts und "Die Sphären" von Iain Banks
Sternenstaub:
Die Menschheit lebt in einer Utopie. Roboter erledigen alle Aufgaben für die Menschen, so dass diese ihren Hobbys nachgehen können. Naniten im Blut sorgen dafür, dass selbst schwerste Verletzungen in wenigen Minuten geheilt werden. Es herrscht absoluter Wohlstand. Außerdem ist die Geselschaft sehr vielfältig und hat für jeden Geschmack den passenden Planeten:
[*]Es gibt Planeten Marke "Luxusurlaub": Lebe in einer High-Tech-Welt und lasse dich verwöhnen.
[*]Es gibt Planeten Marke "Sporturlaub": Riesige Berge für Kletterer und Strände mit hohen Wellen für Surfer.
[*]Es gibt Planeten Marke "Abenteuerurlaub": Auf diesen Welten verzichtet man absichtlich auf Technik. Es gibt ein paar hochtechnisierte Rettungskräfte für den Notfall, aber ansonsten ist der Planet dafür gedacht, dass man fernab der Technik die Natur genießt.[/list]
Außerdem ist man nicht gezwungen, auf einen Planeten zu bleiben, sondern kann nach belieben von einem Planeten zum nächsten fliegen. Da jeder alles tun kann, was er will, gibt es auch keine Verbrechen. - Bis auf eine einzige Person. Diese hat aus unbekannten Gründen Menschen ermordet. Extra für diese Person wurde ein neues Gefängnis gebaut.
Das interessante am Buch: Das Buch wird aus Sicht dieses Mörders geschrieben. Ihm gelingt der Ausbruch aus dem Gefängnis (mit Hilfe einer anfangs unbekannten Macht) und es wird seine Flucht beschrieben.
Sehr interessant, wie eine perfekte Welt beschrieben wird aus Sicht eines Außenseiters, der nicht Teil dieser Welt sein kann.
Einziger Wermutstropfen: Der Autoren streut andauernd Andeutungen über Quantenphysik ein, wo man merkt, dass der Autor davon keine Ahnung hat. Das Buch würde noch deutlich an Qualität gewinnen, wenn man das ganze Quanten-blabla aus dem Buch herausnehmen würde. (Einfach ignorieren geht leider nicht, da es mit der Story verzahnt ist.)
Die Sphären:
Die Menschheit selber hat sich extrem weit entwickelt und zählt mittlerweile zu einer der fortgeschrittensten Rassen in der Milchstraße. Das Buch selber hat mehrere Perspektiven aus denen erzählt wird. Zum einen aus Sicht eines menschlichen "Entwicklungshelfers/Geheimagenten". Und aus der Sicht eines Prinzen einer primitiven Gesellschaft, der Opfer einer Intrige wird.
Das schöne an diesem Buch ist es, dass Transhumanismus und Mittelalter-Flair perfekt miteinander verwoben werden.
Beides sehr zu empfehlende SF-Romane, die beide eine utopische Grundeinstellung haben.
Grey (away):
Schöner Thread! :d
--- Zitat von: Ucalegon am 11.12.2014 | 17:42 ---Was ich meinte, war, dass man eine Utopie im Sinne der Fiktion einer besseren Gesellschaft/Welt nicht schreiben kann ohne deutlich zu zeigen, was besser in diesem Kontext heißt. Da wird man sich unweigerlich mit Leuten anlegen ob das nun tatsächlich die eigene politische Meinung ist oder nicht.
--- Ende Zitat ---
Wie wär's, wenn wir erst mal eine Nummer kleiner anfangen? Also nicht gleich mit einer Utopie (im Sinne von Verbesserung), sondern nur Nicht-Dystopie (im Sinne von "es geht einfach weiter, ohne Untergang und Verfall"). In diesem Fall müßte nicht gleich ein politisch/weltanschauliches Statement drin stecken; oder übersehe ich was?
Achamanian:
--- Zitat von: Eulenspiegel am 11.12.2014 | 18:07 ---
Die Sphären:
Die Menschheit selber hat sich extrem weit entwickelt und zählt mittlerweile zu einer der fortgeschrittensten Rassen in der Milchstraße. Das Buch selber hat mehrere Perspektiven aus denen erzählt wird. Zum einen aus Sicht eines menschlichen "Entwicklungshelfers/Geheimagenten". Und aus der Sicht eines Prinzen einer primitiven Gesellschaft, der Opfer einer Intrige wird.
Das schöne an diesem Buch ist es, dass Transhumanismus und Mittelalter-Flair perfekt miteinander verwoben werden.
Beides sehr zu empfehlende SF-Romane, die beide eine utopische Grundeinstellung haben.
--- Ende Zitat ---
Kleine Anmerkung: Genaugenommen ist die Kultur, die fortschrittliche Gesellschaft aus "Die Sphären", nicht die Menschheit von der Erde, sondern eine andere, die evtl. gemeinsame Wurzeln mit ihr hat (ich kenne längst nicht alle Kultur-Romane, unter anderem auch diesen nicht, deshalb weiß ich nicht genau, ob und wie das aufgelöst wird). Deutlich wird das u.a. im historischen Anhang von "Bedenke Phlebas".
Ucalegon:
--- Zitat von: Grey am 11.12.2014 | 18:14 ---Wie wär's, wenn wir erst mal eine Nummer kleiner anfangen? Also nicht gleich mit einer Utopie (im Sinne von Verbesserung), sondern nur Nicht-Dystopie (im Sinne von "es geht einfach weiter, ohne Untergang und Verfall"). In diesem Fall müßte nicht gleich ein politisch/weltanschauliches Statement drin stecken; oder übersehe ich was?
--- Ende Zitat ---
Auch bei einem "weiter ohne Untergang und Verfall" musst du doch zeigen, was das konkret bedeutet. Wird es utopische (lebensfähige Kolonien auf dem Mars, Heilung der meisten Krankheiten...) und dystopische (Terrorregimes, große Kriege,...) Elemente geben? Wie gehen bestimmte Fraktionen mit den extrapolierten technischen Entwicklungen um? Und am Ende wird es immer jemanden geben, der Teile deines Settings für naiv, überzogen, rückwärtsgewandt oder moralisch fragwürdig erklärt.
Ich bin ganz bei YY, wenn er sagt, dass man sich danach als Autor mit einer bestimmten Vision eines stimmigen Settings nicht richten darf. Aber drum herum kommt man eben auch nicht.
@Topic ... Ich steuere mal eine Idee (inspiriert von Planetes) bei, die ich für ein positives Setting passend finde: Bei der Erforschung (und Besiedelung) des Weltraums konkurrieren kleine Entwicklungsländer und private Gruppen zunehmend mit Konzernen und den Weltraumbehörden großer Staaten, da die Technik dafür billiger und zugänglicher geworden ist (per Crowdfunding/Crowdcomputing z.B.). Genug zu entdecken gibt es "da draußen" für alle und reale Vorbilder wie die CubeSats deuten in diese Richtung.
alexandro:
--- Zitat von: Waldviech am 11.12.2014 | 13:56 ---- Die Technologie dieser Zukunft sollte sich einigermaßen an Hard-SF orientieren.
- Probleme unserer heutigen Zeit haben sich (zum Teil) als lösbar herausgestellt.
- Wissenschaft ist nicht der Teufel ;).
- Die Menschheit als Ganzes ist weder kriminell noch Krebsgeschwür
- Natürlich ist die Utopie nicht so utopisch, dass wirklich ALLE Menschheitsprobleme gelöst sind. Kriminalität z.b. wird den Homo Sapiens wohl begleiten, so lange er existiert. Außerdem braucht man ja immernoch Konfliktstoff, soll das Ganze ein gutes RPG-Setting abgeben.
--- Ende Zitat ---
Entspricht im Wesentlichen meinem Aeon/Trinity-Reboot (ohne Mutanten, ohne Aliens und FTL-Reisen, dafür mit den Fraktionen aus dem Infinity-Tabletop).
Grundsätzlich spielt man eine humanistische Weltregierung, welche versucht auf der Erde (und im kolonisierten Sonnensystem) den Frieden zu bewahren und den Ausgleich unterschiedlicher Interessen zu ermöglichen.
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