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Plausible SF-Utopie
blut_und_glas:
--- Zitat von: Galatea am 11.12.2014 | 22:26 ---"Wir haben Probleme die KIs in unserer Gesellschaft zu integrieren, weil sie immer anfangen gegen ihre Erschaffer Krieg zu führen, was können wir tun?" "Hey, ich hab da ne Idee... lass uns eine riesige superintelligente Über-KI bauen, die wird das Problem schon lösen..."
Geeeeenau. Wer sich den Teil erdacht hat, sollte besser nie wieder irgendeine Story zu irgendwas schreiben.
--- Ende Zitat ---
"So what did we learn about installing a learning AI into a sexbot?"
"In my defense, I did not know she watched reruns of the terminator movies while I was off at work."
--- Zitat von: Eulenspiegel am 11.12.2014 | 22:38 ---Man könnte halt auch visionslos einfach eine Extrapolation schreiben.
--- Ende Zitat ---
Könnte ich. Und wenn ich nicht explizit nach einer Utopie gefragt würde, würde ich das vielleicht sogar tun.
mfG
jdw
Ucalegon:
--- Zitat von: Eulenspiegel am 11.12.2014 | 22:38 ---@ blut_und_glas
Man könnte halt auch visionslos einfach eine Extrapolation schreiben. Das heißt, der Autor stellt sich die Frage: "Was passiert, wenn sich Gentechnik überall durchsetzt?"
Und dann beschreibt der Autor halt positive Effekte der Gentechnik, aber auch negative. Er beschreibt diese Effekte nicht, weil er sie für gut oder für schlecht hält. Er beschreibt sie, weil er es für plausibel hält, dass diese Effekte entstehen.
--- Ende Zitat ---
Da sollte man noch anmerken, dass gerade solche Extrapolationen (z.B. die der Singularität) sehr schnell von vielen als Dystopie/Utopie gedeutet werden. Wobei der Thread ja dezidiert positive/utopische Zukunftsvisionen sammeln will. Dazu können dann bestimmte Extrapolationen gehören oder auch nicht. Je nach Sichtweise.
Trollkongen:
Generell könnte man sich ja an der derzeitigen Entwicklung der Realität orientieren: Die ist, bei allen Konflikten und Problemen und allen Unkenrufen zum Trotz, ziemlich positiv. Zumindest in materieller Hinsicht, also Güterversorgung, Gesundheit und ähnliches. Vergleicht den heutigen Stand mal mit dem vor 50 Jahren.
Das könnte man ja weiterspinnen. Was ist, wenn es so noch 100 Jahre ohne größere Rückschläge weitergeht? Wenn der materielle Wohlstand und die Technologie sich in dem Tempo fortentwickeln? Wenn für die etwaigen oder tatsächlichen Probleme mit Ressourcen und Ökologie Lösungen gefunden werden? (Stichwort Fusionstechnologie!)
Interessant wäre ja dann die Frage, wie gesellschaftliche Entwicklungen aussehen ...
Da würde übrigens dann durchaus auch Raumfahrt einen gewissen Platz finden.
Anastylos:
Eventuell werden Maschinen menschliche Arbeit überflüssig machen, sodass niemand mehr arbeiten muss. Dazu ein bedingungsloses Grundeinkommen und die Utopie ist da.
Galatea:
--- Zitat von: Eulenspiegel am 11.12.2014 | 22:38 ---@ Galatea
Ob die Reaper gut oder böse sind und ob es gut oder schlecht ist, zu einem Reaper zu werden, ist eine moralische Frage. Hier finde ich es gut, dass die Hersteller keine moralische Vorgabe geben, sondern es dem Spieler selber überlassen, dies moralisch zu bewerten.
Nach dem Motto: "Das ist der Status Quo! Ob er gut oder schlecht ist, entscheide selber."
--- Ende Zitat ---
Nein, nicht wirklich.
Die Möglichkeit absichtlich zu Reapern zu werden hat man schonmal garnicht. Auch macht es überhaupt keinen Sinn, denn man kann die Geth und die Quarianer dazu bekommen sich wieder zu vertragen, was das ganze (sowieso dämliche) Konzept der Reaper völlig ad absurdum führt. Auch verbringt man das ganze Spiel eigentlich nur damit die Reaper kaputtzumachen, dann am Ende zu sagen "ja, wir möchten einer von euch werden" ist irgendwie leicht bekloppt.
Eine moralische Frage stellt sich zudem nicht, denn es gibt keinen wirklichen Nachteil, wenn man die Reaper nachhause schickt oder zur Hölle bläst. Es gibt keine drohende Katastrophe bei der man vielleicht auf ihre Hilfe angewiesen wäre. Es hängt kein Nachteil dran.
Ich hatte mir ja auch überlegt mal eine ME-Runde zu leiten (vll. kommt es noch irgendwann dazu) - mein Story Arc sähe ungefähr so aus:
- Einstieg am Anfang von ME2. Shepard ist futsch, der Rat ist aber nicht ganz so klischee-dumm wie im Spiel und nimmt die Sache durchaus ernst. Man will allerdings nichts an die große Glocke hängen, um nachher nicht dumm dazustehen wenn es sich als Fehlalarm erweist und natürlich auch keine Massenpanik auszulösen.
- Also geht es für die Spieler (investigatives Spezialkommando mit eigenem Schiff) erstmal gegen die Geth und später die Kollektoren.
- Im Laufe der Kampagne erfahren sie auch von den Asari-Adart-Yakshi (oder wie die heißen) und stellen nach eingehender Untersuchung erstaunt fest, dass es dass offenbar auch bei anderen Spezies gibt und zwar in zunehmendem Maße.
- Schließlich nehmen die Probleme mit durchdrehenden Biotikern immer mehr zu und die Gruppe wird erstmal hauptsächlich darauf angesetzt.
- BÄMM, die Reaper kommen zurück, überrennen das Gebiet der Batharianer und starten mit der Assimilation der Galaxis. Man rennt von Planet zu Planet, hilft wo man kann, sammelt Informationen und Verbündete. Die Situation wird zudem immer schlimmer, vielerorts scheinen die Biotiker kollektiv durchzudrehen und beginnen den Normalsterblichen die Lebenslichter auszusaugen. Die gesamte Galaxie geht langsam aber sicher im Chaos unter. Zudem stellt sich raus, dass das Biotikerproblem wohl ein evolutionäres Problem ist, was mit der Struktur des Universums zu tun hat und für alle bisherigen Rassen unweigerlich zum Untergang geführt hätte, wenn die Reaper nicht schnell genug da gewesen wären. Die Schöpfer der Reaper (die vor wer weiß wie vielen Milliarden Jahren gelebt haben) haben als Erste eine Lösung gefunden, um sich selbst zu überleben, wenn auch eine sehr Radikale.
- Sobald man genug Verbündetete und das verdammte Crucible-Ding zusammenhat gehts zur letzten Schlacht an der Citadel zur Erde (oder wo auch immer die Reaper das Ding gerade geparkt haben), wo man letztlich die tolle Wahl hat:
a) die eigene Existenz als Rasse aufgeben, zum Reaper aufsteigen, die Galaxis säubern, alle Spezies "retten" (ob sie wollen oder nicht) und anschließend die Stühle für den nächsten Zyklus hochstellen.
b) die Reaper dieser Galaxis zerstören und die Biotiker, die die Kräfte die in ihnen erwachsen immer weniger kontrollieren können, die Galaxis überrennen lassen, retten was zu retten ist und mit einer kleinen Enklave nochmal von vorne anfangen, in einer Gesellschaft in der Biotiker quasi permanent ausgemerzt werden müssen (was u.a. schonmal die Ausrottung der Asari als Grundvoraussetzung mit sich bringt), damit das ganze nicht nochmal passiert, mit dem erheblichen Risiko, dass alle Bemühungen den Lauf der Natur aufzuhalten am Ende vermutlich trotzdem nicht reichen werden.
c) Irgendeinen ganz ausgefallenen anderen Weg finden, z.B. mit den Geth zusammenarbeiten um Menschen in synthetische Wesen zu verwandeln (die aus physischen Gründen keine Biotiker hervorbringen können), was natürlich die Aufgabe der eigenen Körper erfordert und weitere Probleme/moralische Fragen mit sich bringt, wie: was man macht wenn sich die Leute weigern? (zwingen?), verwandelt man sich damit nicht letztlich einfach in eine neue Version von Reapern? (bei Zwangsassimilierung wohl gegeben) und dass man der Evolution der eigenen Spezies ebenfalls effektiv ein Ende setzt (keine Vermehrung mehr möglich, hätte man auch mit den Reapern haben können).
Ein "Happy End" passt imo einfach nicht zu Mass Effect, bei der Bedrohungskulisse die das ganze Spiel über aufgebaut wird.
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