Autor Thema: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund  (Gelesen 5583 mal)

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Ucalegon

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Vorneweg: Meine D&D Erfahrung beschränkt sich auf ein wenig PF und etwas mehr 13th Age. Und das auch nur als Spieler, da ich irgendwie nie Ambitionen hatte, in die Richtung was zu leiten.

Welche old school Systeme/Retroklone würdet ihr also einem Einsteiger auf dem Gebiet empfehlen? Wenn überhaupt, würde ich vermutlich für andere Neulinge leiten.

Und darüber hinaus: Was sollte man an Systemen mal gelesen/gespielt haben, wenn man sich einen groben Überblick über die OSR - sagt man das so?  ;) - verschaffen will?

Konkreter Anlass ist, dass ich bei Herrn Raggis jüngster LotFP Sause ein paar Bücher erworben habe und beim Lesen von Death Frost Doom feststellen musste, dass mir wohl irgendwie ein paar Grundlagen fehlen. Ein actual play recording später kann ich mir einigermaßen vorstellen, wie sowas läuft und hätte durchaus Bock, ein paar Unbedarfte durch eben jenen oder einen anderen Dungeon zu jagen. Ein bisher unbeachtetes Dungeon Crawl Classics Heft vom Free RPG Day hab ich hier auch noch liegen. Und einen Haufen PDFs aus den entsprechenden Bundles of Holding. Mein Problem ist halt vor allem, dass ich nicht einschätzen kann, wie schwer z.B. DFD mit Lamentations im Vergleich zu anderen Systemen und Dungeons zu leiten ist, wenn man nicht wirklich Ahnung von der Materie hat.

Offline Sagittarius

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Probier es doch mal mit Runequest oder Midgard, besonders wenn du das Prozentualsystem magst.


Offline Tarin

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Ich habe da im Zuge eines Karnevals mal was zu geschrieben und verlinke dir das einfach mal :)

Als Einstieg empfehle ich wahlweise Swords&Wizardry, Labyrinth Lord oder - in deinem Fall vermutlich sinnvoll: Lamentations of the Flame Princess. Die Grundregeln aller drei Spiele gibt es für umme als PDF, da kannst du also nix falsch machen. DCC RPG ist ne Wucht, ist aber schon durchaus was eigenes und nur bedingt mit anderem OSR Zeug kompatibel (trotzdem anschauen, falls möglich!)

Was die Schwierigkeit angeht: "Oldschool" zu leiten ist nur eine Art unter vielen und auch nicht schwieriger oder leichter als diese. Der Vorteil besteht im sehr leichten Regelgerüst und dem "Rulings, not Rules". Bei OSR Spielen sind viele Dinge nicht genau verregelt und müssen vom SL kurz entschieden werden. Das Grundgerüst selbst ist aber stabil und gut verständlich.

Abschließend ein Link:
Matt Finchs Oldschool
Primer


Und die essentiellen Tipps von JohnnyCompor, um LabLord bzw. OSR Gaming als SC zu überleben :D



Es verstößt gegen die Hausordnung, aus dem Necronomicon zu zitieren.

Offline Skyrock

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Runequest ist eine ganz eigene Linie, Midgard basiert auf EPT. Mit OSR im D&D-Sinne hat beides bis auf das Alter und ein paar Parallelentwicklungen so ziemlich gar nix zu tun.

Einen einfachen, wenn auch etwas untypischen Einstieg bietet Beyond the Wall. Mit den Playbooks und den beiden beigelegten zufallsgenerierten Kurzkampagnen kriegst du erst mal ein Sprungbrett. Wenn du Erfahrung mit CP2020 oder Mongoose Traveller hast, sollte dich die Lifepath-Charaktererschaffung mit genug Abenteueraufhängern versorgen.

Die großen Klassiker mit haufenweise direkt kompatiblem Material sind Labyrinth Lord und OSRIC. Ersteres hat auch einige tolle Einstiegsmodule vom Glgnfz, wie die Larm-Chroniken (v.a. Festung des Bergkönigs) und die Larm-Dorfbeschreibung. OSRIC ist vor allem toll wegen seiner direkt eingebauten Anhänge wie Zufallstabellen für Rauminhalte oder Dungeonerschaffung, die auch ohne das dahinter stehende System tolles Plündermaterial sind.

Geheimtips sind noch Microlite74 und Microlite81 - sehr aufgeräumte und nach 3.x-Richtlinien gestreamlinete Aufschriebe von 0e und B/X, die als M20-Ableger dazu offen dafür sind sie mit anderen d20-Sachen oder M20-Modulen an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen.
Microlite20 selbst eignet sich auch sehr gut für OSR-Spiel, wenn man nur die Purest Essence nimmt und typisches OSR-Material wie Zufallsbegegnungstabellen oder Dungeonerschaffungssysteme dazurührt.
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Offline Sagittarius

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Runequest ist eine ganz eigene Linie, Midgard basiert auf EPT. Mit OSR im D&D-Sinne hat beides bis auf das Alter und ein paar Parallelentwicklungen so ziemlich gar nix zu tun.
DIe beiden Systeme habe ich deswegen angegeben, da der TO angab für D&D + Derivaten wenig Ambitionen zu haben.

Offline Archoangel

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Was dann immer noch grob sinnfrei ist: er hat sich diesen Teil des Forums sicher nicht ausgesucht, um dann völlig andere Systeme empfohlen zu bekommen. Zumal werder Midgard noch Runequest (naja ... 1e vielleicht) auch nur im entferntesten Sinne etwas mit "old school" zu tun haben.

Ich würde dir tatsächlich mal die rote Basisbox von D&D (in deutsch) empfehlen. Die ist immer mal wieder bei ebay unter nem 10er zu haben. Hier aktuell für 20 Sofortkauf zu haben
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Offline Grummelstein

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Also einfach mal so zum antesten würde ich Dir auch ein kostenloses Regelwerk empfehlen.
Wie Tarin schon schrieb:
Zitat
...Swords&Wizardry, Labyrinth Lord ... Lamentations of the Flame Princess. Die Grundregeln aller drei Spiele gibt es für umme als PDF, da kannst du also nix falsch machen.

Am sonsten sieh dir mal Castles & Crusades an. Ist kein direktes Retroklon-D&D-Regelwerk, meiner Meinung nach aber ein simples Regelwerk & eine gute Mischung aus "Alter-" & "Neuer Schule".
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Offline D. Athair

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Meine Empfehlung wäre:

Swords & Wizardry Core oder Lamentations of the Flame Princess.


Am sonsten sieh dir mal Castles & Crusades an. Ist kein direktes Retroklon-D&D-Regelwerk, meiner Meinung nach aber ein simples Regelwerk & eine gute Mischung aus "Alter-" & "Neuer Schule".
In dem Fall würde ich eher zu Basic Fantasy raten. Gerade, weil es die Printfassung sehr günstig zu erwerben gibt. Wobei BF deutlich näher an anderen Old School Spielen ist, als C&C.
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Offline Grummelstein

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In dem Fall würde ich eher zu Basic Fantasy raten. Gerade, weil es die Printfassung sehr günstig zu erwerben gibt. Wobei BF deutlich näher an anderen Old School Spielen ist, als C&C.

Stimmt, Basic Fantasy gibt es ja auch noch.

Ich habe C&C erwähnt, da es im Gegensatz zu vielen Retroklonen einige "moderne" Freiheiten bietet (Volk ist nicht gleich Klasse), sich aber mMn wie klassisches D&D spielt, da man weder Fertigkeiten noch Feats hat.
Und mit dem "Castleskeeper Guide" (*schauder*) lässt sich z.B. das Magiesystem einfach umbauen, falls einem das typische D&D Magiesystem nicht gefällt.
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Ucalegon

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DIe beiden Systeme habe ich deswegen angegeben, da der TO angab für D&D + Derivaten wenig Ambitionen zu haben.

Das war ungünstig formuliert, tut mir Leid. Ich wollte schon auf die D&D basierten old school Sachen wie LotFP und die weiteren hier genannten Systeme hinaus.     

Ucalegon

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #10 am: 4.01.2015 | 21:48 »
Der Primer hat auf jeden Fall weitergeholfen.

Beyond the Wall hab ich mir tatsächlich schon geholt, als es im Käufe-Thread auftauchte. Erdsee-feeling mit Lifepath und ein schickes TOR-artiges Cover von Jon Hodgson waren überzeugend.

Ansonsten ist ja einiges zusammengekommen, danke.

Wenn ich jetzt mal nur Labyrinth Lord, Swords&Wizardry und Lamentations nehme. Gibt es da Unterschiede, was die Einsteigerfreundlichkeit angeht oder ist das einfach Geschmackssache - ergo alles lesen und dann entscheiden  ;) ?


Offline D. Athair

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #11 am: 4.01.2015 | 21:59 »
Die ersten beiden Auflagen (in Boxen) von Lamentations of the Flame Princess  (Deluxe und wohl auch die Grindhouse Edition) haben ein ganz tolles Tutorial-Heft mit dabei. Spielleitertipps gibts auch ganz gute. Da die Boxen OOP sind und "Rules & Magic" quasi das blanke Regel/Spielerhandbuch für LotFP ist ... fehlen derzeit hilfreiche Erklärungen. Gerade, weil das Referee Book noch nicht erschienen ist.

Labyrinth Lord hat so gut wie gar keine Erklärungen.

Swords & Wizardry Core ist etwas besser.
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Offline Skyrock

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #12 am: 4.01.2015 | 22:20 »
Was Lablord bietet, sind die einführenden Module und Spielhilfen vom Glgi mit denen man erst mal die ersten Abende füllen kann. Wobei man die auch in andere Retroklone reinflanschen kann, die Regeln von S&W und LotFP sind da denen von LL ähnlich genug wenn es um reine Benutzung von Modulen mit schneller Monsterstatblockkonvertierung geht. Ist halt einfach ein (kleiner) Arbeitsschritt mehr, aber andererseits eine lohnende Übung. Was ich persönlich so spannend an der OSR finde ist dass sich (fast) jedes Spielmaterial wie Abenteuer oder Zufallstabellen in (fast) jeden anderen Retroklon übertragen lässt, wenn man in seinem Zielsystem firm ist und ein Auge für die wichtigen und häufigen Unterschiede wie aufsteigende AC/absteigende AC oder klassische Rettungswürfe/3.x-Rettungswürfe hat.

Ansonsten kann ich nur nochmal den Download von OSRIC empfehlen, auch wenn man es gar nicht spielen will. Die Zufallstabellen, Dungeonerschaffungssysteme und anderen systemneutralen Werkzeuge darin sind einfach nur die Wucht in Tüten, wenn man eigenes Abenteuermaterial schreibt oder bestehendes Material noch ein bißchen nachwürzen will.
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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #13 am: 4.01.2015 | 22:29 »
Dark Dungeons ist im Prinzip ein Clone der ganzen BECMI-Reihe die mit der legendären Roten Box begann. Also alles an eienr stelle.
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Offline Slayn

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #14 am: 4.01.2015 | 23:15 »
Wenn ich jetzt mal nur Labyrinth Lord, Swords&Wizardry und Lamentations nehme. Gibt es da Unterschiede, was die Einsteigerfreundlichkeit angeht oder ist das einfach Geschmackssache - ergo alles lesen und dann entscheiden  ;) ?

LotFP halte ich immer für etwas schwierig einem vermeintlichen Neuling zu empfehlen, da hier schon arg viel "Flavour" von Raggy mit rüber kommt. Das ist irgendwie so als würde man jemanden der sich für Schoki interessiert gleiche dunkle Schokolade mit Chili in die Hand drücken. Kann Liebe auf den ersten Blick sein, meist eher nicht....

Swords&Wizardry Complete hat den Vorteil sehr vollständig zu sein und dafür sind auch die professionellsten Abenteuer zu bekommen (Etwa Razor Coast als Setting/Mega-Kampagne oder Stoneheart Valley als toller Dungeon Crawl... Frog God/Necromancer halt).
Die etwas "ältere" und nicht ganz so schöne Core Edition bekommt man gerade eben noch gratis hier (so lange die Weihnachts-Aktion noch geht): http://www.lulu.com/shop/matthew-finch/swords-wizardry-core-rules-pdf/ebook/product-15718826.html

LabLord ist irgendwie so der allgemeine Standard für den man immer irgendwas findet und auf den sich vieles an Gratis-Material im Netz so eingeschossen hat.
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Offline D. Athair

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #15 am: 5.01.2015 | 00:38 »
Swords&Wizardry Complete hat den Vorteil sehr vollständig zu sein und dafür sind auch die professionellsten Abenteuer zu bekommen (Etwa Razor Coast als Setting/Mega-Kampagne oder Stoneheart Valley als toller Dungeon Crawl... Frog God/Necromancer halt).
Die etwas "ältere" und nicht ganz so schöne Core Edition bekommt man gerade eben noch gratis hier (so lange die Weihnachts-Aktion noch geht): http://www.lulu.com/shop/matthew-finch/swords-wizardry-core-rules-pdf/ebook/product-15718826.html
Wobei da auch die Frage ist, ob das Mehr, das Complete beinhaltet eher hilft oder nicht.

Ich verlinke jetzt einfach mal den Kostenlosen, authorisierten Download von S&W Complete. (... über Tenkars Tavern).

Damit und mit Basic Fantasy (ein paar Worte zu dem Spiel) solltest du alles haben, was du für den Anfang brauchst. Gerade, weil BF "open source" ist, gibt es da auch einige Abenteuer.

... beim Lesen/Durchschauen wirst du merken, was eher deines ist ... wo du hin willst.
Ob du eher umfangreiche Tabellen und Werkzeuge brauchen kannst und mehr Klassen, ...



EDIT:
Obwohl die Sachen zueinander relativ kompatibel (mal mehr mal weniger) sind
... wäre halt die Frage, was du an Werkzeugen und Grundeinstellungen so willst:
  • Möglichst nah an einem der Originalsysteme? Das wären Labyrinth Lord (D&D1 - Version BX); Swords & Wizardry White Box (D&D0); OSRIC (AD&D).
  • Gute Erklärungen zum "OSR-Spielstil"? Dann LotFP Deluxe (evtl. auch Grindhouse). Da müsstst du aber jemanden finden, der dir eine Box verkauft.
  • Gute Didaktische Aufbereitung: Die beiden Boxen-Versionen von LotFP und immer noch die alte rote D&D-Box von FSV.
  • Leicht vereinheitlichte Spielmechanismen: Basic Fantasy, LotFP
  • Vanilla Fantasy: Labyrinth Lord, Swords & Wizardry (in allen 3 Ausführungen); Basic Fantasy
  • Sword & Sorcery: Crypts & Things (142 S.) - ein S&W-Core-Abkömmling; nur Menschen; 4 Klassen etwas anders (warrior, barbarian, thieve, magician); LotFP - eher weird fantasy (vor allem in den Beschreibungstexten; regelseitig ist das weniger präsent) + Schusswaffen; Astonishing Swordsmen & Sorcerers of Hyperborea (500 S.) - Pulp Fantasy, nur Menschen, Kulturen statt Rassen, kommt von AD&D her; Dungeon Crawl Classics - Einflüse von 3.X drin, Magie kann wild und zufällig sein; funky dice (W3, W7, W16, ...), hat von den 4 genannten den höchsten "high magic" Anteil.
  • Inspirative Schreibe: Crypts & Things, DCC RPG
  • Viele Werkzeuge: OSRIC, Swords & Wizardry Complete
  • Viele Supplements: LabLord (Upgrade auf AD&D, Downgrade auf 0E; Cthulhueskes - Realms of Crawling Chaos; Abenteuer; Quellenbände, Miniaturen-Reihe;), LotFP (eine ganze Reihe an Abenteuern und Werkzeugbüchern wie Vornheim - City Kit; Seclusium of Orphone of the Three Versions - Wizard's Sanctum Kit; Hex-Crawl Settings); DCC RPG hat viele gute Abenteuer; Swords & Wizardry kann ebenfalls über viele Abenteuer und ein paar Settingbücher Punkte sammeln. Basic Fantasy ... viel verfügbares Material - wie man es von einer open source Sache auch erwarten würde. Von OSRIC weiß ich nur, dass es jede Menge Abenteuer hat.
  • Tolle Aufmachung: Die Swords & Wizardry Sachen von Frog God Games. LotFP und DCC RPG sind auch toll. Den Stil von LotFP oder DCC RPG muss man aber mögen. (Einfach mal "LotFP art" oder "DCC RPG art" in die Google-Bildersuche eingeben.
  • Rasse = Klasse: DCC RPG; Labyrinth Lord; die alte rote D&D-Box
  • Fertigkeiten: DCC RPG; Proto-Fertigkeiten bei Crypts & Things; ... für die meisten anderen findet man, wenn man das will, Hausregeln in Netz.

... das mal als Übersicht
« Letzte Änderung: 5.01.2015 | 02:30 von Strohmann-Hipster »
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Offline Slayn

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #16 am: 5.01.2015 | 00:44 »
Wobei da auch die Frage ist, ob das Mehr, das Complete beinhaltet eher hilft oder nicht.

Für jemanden der, wie er schreibt, zumindest PF schon kennt und gespielt hat, sind die Sprünge in den Konzepten nicht ganz so groß wie es z.B. bei LL der Fall ist (Stichwort: Race as Class). Ich würde sogar sagen das ACKS noch einfacher wäre (Stichwort: Proficiencies), dafür bekommt man aber leider so wenig Material (Ok, Dwimmermount..) und DIY liegt halt nicht jedem.
« Letzte Änderung: 5.01.2015 | 00:48 von Slayn »
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Offline Der Nârr

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #17 am: 5.01.2015 | 11:09 »
Ich finde Lamentations großartig, für mich eines der wenig spielbaren OSR-Spiele, weil es auf viele D&D-ismen verzichtet und einiges anders macht.

Was meinen Spielern, alle OSR-unerfahren, Probleme bereitet, ist, dass es dauernd wechselt, ob hohe oder niedrige Werte gut oder schlecht sind. Mal muss man hoch würfeln, mal niedrig. Das ist schon recht nervig.

Viele OSR-Spiele gibt es ja gratis, zumindest in abgespeckten Varianten (z.B. ohne Illus). Einfach mal in verschiedene reinlesen. Für mich war schnell klar, mit welchen ich etwas anfangen kann und mit welchen nicht.
Spielt aktuell Arcane Codex, Traveller (MgT2)
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Offline Tarin

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #18 am: 5.01.2015 | 11:37 »
Ich bleibe bei dem Tipp, erstmal mit Swords&Wizardry oder Labyrinth Lord zu starten (oder mit den Originalen). Die beiden Spiele sind tatsächlich Klone und bieten das Grundgerüst, von dem aus sich 2nd Wave OSR Spiele besser verstehen lassen. Außerdem sind sie halt umsonst zu haben.

Vorteile S&W Core:
- etwas besser strukturiert, ein paar Designnotizen, die das Verständnis erleichtern
- fu*kin cool Cover!
- evtl. etwas zugänglicher (steigende AC, nur ein Rettungswurf, kein Race as Class bei Demihumans)

Vorteile Labyrinth Lord:
- in Deutschland der Quasi-Standard für OSR Spiele, weil eben auch in deutscher Sprache verfügbar
- daher ein paar Module (Larm Chroniken, Drachen über Larm, Schatten über Dolmvay) und Fanmaterial (Blogmonster, Höhlen der Fäulnis, OGLL), mit denen man schonmal diverse Kampagnen füllen kann
- anderes fu*kin cool Cover!


Zu LotFP: Das Teil ist nicht umsonst eines der erfolgreichsten OSR Spiele geworden. Für den Einstieg hat es allerdings ein paar Sachen, die man halt wissen muss:
- keine Monsterliste und abseits der vergriffenen Boxen auch keine Erklärung, wie man Monster baut oder wie Monsterstats aussehen! Die Regeln sind im Referee Guide, der noch nicht als Hardcover vorliegt
- ein eigenes Skillsystem (ein gutes, aber eben nicht kompatibel zu alten Abenteuern und dem Rest der OSR Spiele)
- Turn Undead ist keine Cleric Fähigkeit, sondern ein Zauber
- generell ists keine High Fantasy, sondern Weird Gothic Novel Mindfuck Fuck you that's why Fantasy. Kann man trotzdem anders spielen, aber muss man gerade als Einstieg eben wissen.

Speziell wegen dem ersten Punkt würde ich LotFP als Start nicht empfehlen. Als weiterführende Lektüre aber in jedem Fall :)
Es verstößt gegen die Hausordnung, aus dem Necronomicon zu zitieren.

Erzdrakon

  • Gast
Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #19 am: 5.01.2015 | 11:58 »
Dungeonslayers darf in einer solchen Liste auch nicht vergessen werden. Zwar sehr brettspielnah, aber gerade daher für den Einstieg gut geeignet. Weiterer Pluspunkt: auch Dungeonslayers gibt es auf der Homepage gratis als PDF, dazu Tonnen an Zeug was entweder aus der Feder des Teams entstanden ist oder von der Community erschaffen wurde. Und wer unbedingt die Bücher im Regal haben will kann sie sich ja trotzdem noch kaufen.

Draig-Athar

  • Gast
Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #20 am: 5.01.2015 | 12:05 »
Dungeonslayers darf in einer solchen Liste auch nicht vergessen werden.

Doch darf es, weil so toll DS auch sein mag, das erfüllt es halt einfach nicht:

Ich wollte schon auf die D&D basierten old school Sachen wie LotFP und die weiteren hier genannten Systeme hinaus.     

Erzdrakon

  • Gast
Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #21 am: 5.01.2015 | 14:36 »
Doch darf es, weil so toll DS auch sein mag, das erfüllt es halt einfach nicht:
Verdammt ... Du hast recht - das kommt bei raus wenn man nur fix überfliegt und dann seinen unqualifizierten Senf dazu gibt ...
*ich geh mich jetzt in die Ecke setzen um mich zu schämen*

Der Rote Baron

  • Gast
Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #22 am: 5.01.2015 | 21:35 »
Ehrlich, ich kann das Gedöhne um LOtFP nicht recht verstehen.

Okay, The Grinding Gear ist toll.
The Monolith from Beyond Space and Time ein sehr schönes cthulhoides Abenteuer.
Das Qelong-Setting ist wirklich mal etwas anders, den südostasiatsich gibt es wenig.
The Isle of the Unknown ist ein sehr, sehr schönes Buch -leeder ist der Inhalt völliger Müll!
Das Fantasy-Horror-Setting Carcosa ist etwas für diejenigen, die einmal S&S auf einem von den Grpßen Alten pervertierten Planeten spielen wollen. Die Rituale sind jenseits von grenzwertig (sind halt Rituale für Große Alte) und somit stimmig und adaptierbar (wenn auch nur als Beschreibung) für andere Settings mit ähnlichen Ansatz, aber der vorgeschlagene neue Ansatz für Trefferpunkte/-würfel bringt NICHTS und sit meiner Meinung nach totaler Krampf.
Fuck for Satan, The Magnificent Joop van Ooms, The God that crawls, Forgive und Better than any Man haben als Setting das 16. Jahrhundert in England/ Deutschland/ der Schweiz. Insgesamt ganz gute Abenteuer, allerdings finde ich, dass LotFP seinem eigenen Anspruch, ein Weird-Horror-Fantasy-System zu sein, überhaupt nicht nachkommt: Es ist ein Standard-Klon von D&D, mit den üblichen Sprüchen und Mechaniken, allerdings wirkten auf mich die Regeln z.T. (Grindhouse Edition) irgendwie infertig.
Wieso werden Rüstungsklassen immer so angegeben: "Großer Gruselwurm, TW 3, RK wie Leder"?Solche Angaben findet man sonst nur bei generischen Abenteuern.
Bei LotFP ist das Stand der Kunst.

Die Fertigkeiten, die Regeln zum Herstellen von Tränken und Spruchrollen: Alles prima.
Die Abenteuer: Geschmacksfrage, aber mir gefallen sie.
Die Quellenbände: schöne Bücher, tolle Illus, Inhalt schwankt von gut bis Müll.
Regeln und intendiertes Genre: Kein Verknüpfungspunkt zu erkennen.
Name des Rollenspiels: Besser geht kaum! Wäre nun noch schön gewesen, wenn es mit dem Inhalt was zu tun gehabt hätte ...

Insgesamt also einer der besseren Klone. Aber für eine längere Kampgane würd eich mir etwas "fertigeres" zulegen.

Offline D. Athair

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #23 am: 5.01.2015 | 22:45 »
Ehrlich, ich kann das Gedöhne um LOtFP nicht recht verstehen.
Für mich steht da und dort niedergeschireben, was LotFP besser als andere macht: Die Schreibe, die kleinen tollen Ideen und Tipps. Leider fehlt davon ein großer Teil im aktuell erhältlichen Grundbuch "Rules & Magic".
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Text

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Re: Tipps für einen old school Kaltstart ohne D&D Hintergrund
« Antwort #24 am: 6.01.2015 | 00:22 »
Wieso werden Rüstungsklassen immer so angegeben: "Großer Gruselwurm, TW 3, RK wie Leder"?Solche Angaben findet man sonst nur bei generischen Abenteuern.
Bei LotFP ist das Stand der Kunst.
Vermutlich weil es so noch kompatibel zum Rest der OSR sein soll. Die Rüstungsklasse nach LOTFP-Regeln ist schließlich nicht direkt kompatibel mit irgend einem anderen OSR-Regelwerk das ich kenne. (Wobei ich auch schon andere OSR-Sachen gesehen habe, die der Kompatibilität wegen bei der Rüstungsklasse zumindest angeben, ob die aufsteigend oder absteigend ist)

Schöner Faden hier übrigens. Eine aktuelle Übersicht über den Stand des OSR-Regel-Wildwuchs finde ich sehr nützlich!  :d