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[Erzählt mir von] The End of the World (FFG)

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Bilwiss:
Das Pdf ist übrigens auch grad bei Drivethrough eingeschlagen.
http://rpg.drivethrustuff.com/product/141786?src=ZombieApocalypseCmail

Ludovico:
Inwieweit hebt sich das Spiel von anderen Vertretern des Settings ab und auch von allgemeinen Systemen wie FATE und SW, insbesondere stimmungsmäßig?

Scimi:
Abheben tut es sich meiner Meinung nach gar nicht. Die Regeln erinnern in einigen Belangen an FATE ohne Fatepunkte und die Charaktere sind relativ schwach und fangen sich schnell Verwundungen und Nachteile ein. Viele Aspekte wie z.B. Initiativereihenfolge werden durch SL, gesunden Menschenverstand oder Abstimmung entschieden. Das actionmäßig-taktische von SW geht dem Spiel völlig ab.

Das Spiel bietet 5 verschiedene Settings. Jedes Setting hat 2 Teile, einen der den Ausbruch der Apokalypse beschreibt und einen Post-Apokalypse-Teil, der die Situation beschreibt, wenn die Charaktere eine zeitlang überlebt haben und die Welt sich teilweise auf die Bedrohung eingestellt hat. Jedes Setting bietet Informationen zur Zombiebedrohung, Tipps, was die SCs tun können und sollten, um zu überleben, eine Sammlung von Locations und einen Abschnitt mit Werten für passende Gegner und NSCs. Die Szenarien sind kosmischer-Staub-Zombies, übernatürliche Zombies, Pandemie-Zombies, Voodoo-Zombies und Alien-Schleim-Parasiten-Zombies. Unterm Strich ist aber alles gewöhnliche Romero/Walking Dead/28 Days Later/World War Z-Kost, keine Superzombies wie bei Resident Evil und keine wirklichen Innovationen oder Überraschungen.

Das Spiel dreht sich um klassischen Survival-Horror und bietet darum auch den "die Runde läuft, bis es euch alle erwischt hat"-Modus an. Ansonsten ist das Standardszenario, dass die Spieler sich selbst spielen, die Zombiekatastrophe während des Spielabends losgeht und der SL der erste Zombie ist, dem die Spieler bzw. die Charaktere begegnen. Ab das ist es im Prinzip eine Sandbox, die davon lebt, dass die Spieler selbstverständlich mit der Vorstellung einer Zombieapokalypse vertraut sind und sich wahrscheinlich schon einmal überlegt haben, was sie in so einem Fall tun würden. Hier sollen sie es nun ausspielen.

Ich denke, das Spiel ist völlig uninteressant für Leute, die All Flesh Must Be Eaten komplett im Schrank stehen haben. Wo es eher glänzt ist für Spontanrunden mit Leuten, die das System nicht kennen, vielleicht noch nie ein Rollenspiel gespielt haben und von der Regelkomplexität eher so aus der Brettspielrichtung kommen.

Ludovico:
Eine Frage hab ich noch:
Inwiefern eignet sich das Spiel für Kampagnen a la Walking Dead?
Spielen Ressourcen wie Nahrungsmittel etc. eine Rolle?

Und wie sieht es mit konkreten Spielerfahrungen aus mittlerweile?

Scimi:
Zum tatsächlichen Spielen bin ich bisher nicht gekommen (und der Rollenspiel-"to do"-Stapel ist inzwischen sowieso recht hoch), aber ich habe es zumindest geschafft, das Buch durchzulesen.

Ich sage es noch einmal deutlich, das System ist wirklich, wirklich schmal und man kann eigentlich nicht viel mehr tun als Herausforderungen lösen (oder auch nicht) und dafür Stress zu bekommen (unabhängig vom Erfolg). Ausrüstung bringt Vorteile, Stress führt zu Nachteilen. Alles, was darüber hinausgeht, ist Erzählspiel mit gesundem Menschenverstand.

Ein Setting wie "The Walking Dead" ist im Prinzip ja die Grundannahme des Spiels: Eine kleine Gruppe versucht, die Zombieapokalypse zu überleben, muss mit dem auskommen, was sie findet und wird ständig von den physischen Gefahren der Zombiewelt, sozialen Konflikten mit anderen Überlebenden und geistigen Traumata bedroht. Das Spiel sieht aber keinen traditionellen Charakterausbau vor, Charaktere können nur weitere Vor- und Nachteile ansammeln und die Eigenschaftswerte können genauso besser wie schlechter werden. Man spielt also im Prinzip immer mit ähnlichen Werten, bis die Geschichte zuende ist oder die SCs alle tot.

Ein Thema das das Spiels allerdings vorsieht: Die Spieler/Charaktere kennen sich mit dem Zombiegenre aus und müssen durch Versuch und Irrtum herauskriegen, mit was für einer Art von Zombieapokalypse sie es zu tun haben - erheben sich die Toten aus ihren Gräbern, infiziert eine Pandemie die Menschheit oder stecken Nekromanten dahinter?

Ressourcen, Ausrüstung und Nahrung spielen thematisch eine große Rolle und sind wichtige Motivationen für die Charaktere. Aber das wird mechanisch nicht abgebildet, sondern vom Erzählteil des Spiels übernommen.

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