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Herr der Ringe, Nationalsozialismus
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
Das findet man leider nicht in den Briefen, sondern in den nur auf Englisch herausgebrachten Bänden (außer den ersten beiden, die in Deutsch unter "Verschollene Geschichten" herauskamen) der "History of Middle Earth".
Den genauen Band müsste ich noch mal nachschauen, aber wie Turgon erinnere ich mich, daß Tolkien mit der puren Bösartigkeit der Orks eher unglücklich war, und da er zu seinen Lebzeiten nichts dazu offiziell herausgebracht hatte, standen ihm ja auch noch alle Türen offen.
Da gab es u.a. auch Überlegungen, dass größere und mächtigere Orks vielleicht inkarnierte böse Geister (technisch also niedere Maiar) sein könnten. Die im Silmarillion auftauchende Elbenthese war nur eine von vielen Möglichkeiten, die er durchgespielt hatte.
Wenn du mit Englisch kein Problem hast, kann ich dir die Reihe echt empfehlen, man bekommt die einzelnen Bände (insgesamt sind es 12) recht günstig, und man erfährt auch mal mehr über die verschiedenen Zwergenstämme, die Menschenvölker im Schatten Saurons im Zweiten Zeitalter, Überlegungen Tolkiens, das Flach-Mittelerde-Konzept in der Mythologie über den Haufen zu werfen und von Anfang an mit einer Kugelwelt zu arbeiten (wobei der Mond dann ein Rest einer Bastion Morgoths sein sollte) und und und...
Sie sind allerdings am Stück eher anstrengend zu lesen, weil Christopher Tolkien nun mal ein Literaturprofessor ist und alles in texthistorische Erläuterungen eingepackt hat. Am besten pickt man sich interesante Essays und Abhandlungen heraus, und guckt danach vielleicht mal die Erläuterungen zur Textgeschichte an.
Turgon:
Ich müsste auch das Wühlen nochmal anfangen, wo genau sich das findet. Hm, am WE komm' ich vielleicht dazu.
Zur "History of Middle-Earth" ist vielleicht noch hinzuzufügen, dass das Werk das Ziel hat, den literarischen Entstehungsprozess von Tolkiens Mythologie nachzuvollziehen. Es besteht im Wesentlichen aus Textfragmenten Tolkiens mit Anmerkungen von Christopher Tolkien. Allerdings kommen auch durchaus mal ganze Geschichten vor, die Tolkien ausgearbeitet, und dann wieder verworfen hat oder nicht ganz fertig geworden ist.
Die Reihe ist sicher nicht zum "einfach so" lesen gedacht.
Johannes:
--- Zitat von: Kwuteg Grauwolf am 15.01.2015 | 10:03 ---Wenn du mit Englisch kein Problem hast, kann ich dir die Reihe echt empfehlen,
--- Ende Zitat ---
Ich kenne die und lese die gerade (immer mal wieder häppchenweise), so seit ca. 4 Jahren.
--- Zitat von: Kwuteg Grauwolf am 15.01.2015 | 10:03 ---Sie sind allerdings am Stück eher anstrengend zu lesen, weil Christopher Tolkien nun mal ein Literaturprofessor ist und alles in texthistorische Erläuterungen eingepackt hat. Am besten pickt man sich interesante Essays und Abhandlungen heraus, und guckt danach vielleicht mal die Erläuterungen zur Textgeschichte an.
--- Ende Zitat ---
Am Stück lesen geht gar nicht. ;) Ich habe die ersten beiden (die "Verschollenen Geschichten") seit 25 Jahren oder so, aber erst vor 8-9 Jahren durchgelesen, weil ich sie entsetzlich fand - ich fand kaum keinen Bezugspunkt zu etwas aus dem HdR oder dem Silmarillion. Die späteren haben mir besser gefallen, bin aber erst bei Band 8 oder so.
Danke für die Hinweise!
Turgon:
--- Zitat von: Johannes am 15.01.2015 | 09:48 ---Hast du dafür eine Quelle, vielleicht in seinen Briefen?
--- Ende Zitat ---
Es könnte in Band 10 stehen, Morgoth's Ring: Myths Transformed
Jedenfalls scheint mir das nach den Inhaltsbeschreibungen in der WP am wahrscheinlichsten ;-)
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Abralax am 14.01.2015 | 17:11 ---
Tolkien wurde häufig vorgeworfen, dass sein Geschichtsbild den selben Idealvorstellungen entspricht wie der Nationalsozialismus.
D.H. seine Kritiker warfen ihm vor, dass seine Helden den germanischen/arischen romantischen Idealvorstellungen entsprechen und das die Darstellung des häßlichen Bösen mit antisemitischen/rassistischen Vorstellungen vergleichbar ist.
--- Ende Zitat ---
Da gibt es genug Elben die Böses tun, angefangen mit Feanors Sippe, Hurins Gefangenschaft, Berens soll einen Silmarill Morgoth abnehmen um Luthien heiraten zu dürfen, wie die Rohirrim die Wasa (Jagen aus Sport?)und Dunländer(to Connaught also in bitterste Not vertrieben) Helm Hammerhand der den Dunländer Frecca(?) IIRC als Gast ermordet
--- Zitat von: Holo1535 am 14.01.2015 | 15:29 ---Hallo.
Ich bin neu hier und grad echt am verzweifeln
Ich liebe "Herr der ringe" von tolkien aber ich muss dazu den Nationalsozialismus in Abhängigkeit zu dem Buch wissen??
--- Ende Zitat ---
http://en.wikiquote.org/wiki/J._R._R._Tolkien#The_Letters_of_J._R._R._Tolkien_.281981.29
--- Zitat von: Holo1535 am 14.01.2015 | 15:37 ---
Saruman zb hat ja eigentlich ähnliche Charakterzüge wie Hitler bzgl der macht seiner Wörter, beide konnten damit ja die Menschen stark beeinflussen.
--- Ende Zitat ---
Ja, und beide trugen Schuhe.
Es gibt einige Redner in der Geschichte, die ihre rhetorischen Fähigkeiten zum Negativen nutzten.
Delenda est Carthago.
Chamberlain soll mit der Appeasement Politik auch versucht heben Zeit zu gewinnen um Das Empire vorzubereiten bzw. zu retten.
http://www.uni-giessen.de/sektion10/inde...id=82&Itemid=25
Diese Einschätzung stammt von ihm , nicht von mir.
Meiner Total unakademischen Einschätzung hat er alles genommen, was er irgendwie mit diesem Etikett belegen konnte(das Eindringen der Gefährten in Moria = Kolonialisierung, Der Angriff des Orkhäuptlings mit Speer und Lederschild= schwarze Wilde Afrikas(er hätte ja mal jemand Fragen sollen der sich auskennt, mit Leder bezogene Schilde waren Qualitätsschilde, reine Lederschilde wie die der Zulus für orkische Plänkler tauglich, für Nahkämpfer nicht so sehr) und ignoriert was dagegen spricht z.b. der Rohirrim - Dunländer Konflikt
But if I am to understand that you are enquiring whether I am of Jewish origin, I can only reply that I regret that I appear to have no ancestors of that gifted people. My great-great-grandfather came to England in the 18th century from Germany: the main part of my descent is therefore purely English, and I am an English subject—which should be sufficient. I have been accustomed, nonetheless, to regard my German name with pride, and continued to do so throughout the period of the late regrettable war, in which I served in the English army. I cannot, however, forbear to comment that if impertinent and irrelevant inquiries of this sort are to become the rule in matters of literature, then the time is not far distant when a German name will no longer be a source of pride.[105]
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