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[SF] FTL-Konzept (für Redshift)

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Feuersänger:
Okay, hier ist eine Idee:

FTL-Sprünge sind auf mehrere Arten möglich: mit oder ohne Jumpgates.

Es ist prinzipiell möglich, in ein System ohne Gate zu springen -- dann kommt man aber ziemlich weit außen am Rand an, da man entsprechend weit von Schwerkraftquellen entfernt bleiben muss.
Ein Jumpgate ist so eine Art Fokus, der es einem Schiff ermöglicht, deutlich weiter innen im System anzukommen.

Damit könnte man ein Jumpgate-System etablieren, ohne deswegen bei der Exploration auf STL beschränkt zu sein -- das Schiff vom Imperial Exploratory Service muss halt "zu Fuß" an den Rand des Systems springen, nach innen fliegen -- das mag vielleicht ein halbes oder ganzes Jahr dauern -- und dort an geeigneter Stelle ein Jumpgate aufbauen. Und presto!

Wo dann diese Gates sich befinden müssten, um indirekte "insystem jumps" uninteressant zu machen, müsste man dann halt noch auskaspern. Auch die Idee, dass zwischen zwei Sprüngen immer ein "Swing By" um eine große Masse erforderlich wäre, ist verfolgenswert.

Bin aber auch noch weiteren Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen.

blut_und_glas:
Hast du schon einen Cooldown, der nicht im Antrieb/Schiff liegt, sondern stattdessen in der Besatzung/Passagieren in Erwägung gezogen? Das die FTL-Reise also in irgendeiner Art und Weise den Organsimus belastet, und dies nicht beliebig häufig hintereinanderweg gut gehen kann - das würde auch die Möglichkeit eröffnen bei entsprechender Risikobereitschaft doch die Abkürzung zu nehmen, im normalen Betrieb (und einen entsprechenden Wert menschlichen Lebens vorausgesetzt) würde es sich aber verbieten und nicht vorkommen.

(Renegade Legion mit seinem Tau-Shimmer kommt als Rollenspielbeispiel in den Sinn.)

mfG
jdw

Slayn:

--- Zitat von: ManuFS am 27.01.2015 | 15:26 ---Schau dir mal die FTL Thematik an, wie sie in den Honor Harrington Büchern gelöst wurde (IIRC ist das so pseudo-hard-scifi), vielleicht ist da was dabei was dir hilft. Habe leider gerade keinen praktischen Link zur Hand. :/
--- Ende Zitat ---

Kam mir beim Eingangsbeitrag auch sofort in den Sinn. Erfüllt die Vorgaben extrem gut.

[Nachtrag zur Erklärung:] Es mehr als nur ein FTL System und genutzt wird, was je nach Situation und vor allem wirtschaftlichen Faktoren Sinn macht.
Etliche Systeme unterhalten Star Gates, künstliche Wurmlöcher. Diese werden nur zu bestimmten Zeiten aktiviert und laufen so lange, bis die Akkus der Station, die sie betreibt, geleert sind und nachgeladen müssen. Reichere Systeme erlauben es sich, Wurmloch Nexi in nicht besiedelten Systemen zu betreiben.
Größere Raumschiffe können für sich Slipstream öffnen, benötigen dafür aber recht viel Treibstoff und somit Masse. Viele, schnelle Sprünge in kurzer Folge sind damit nicht drin, man ist aber unabhängig von den Star Gates. Kleine oder dedizierte Handelsschiffe haben eher ein Platzproblem und sind daher auf Schlepper oder Trägerschiffe angewiesen.
Zusätzlich gibt es "Crawler". Die nutzen Punkt-zu-Punkt Warp in einer sehr eingeschränkten Fassung.

Anastylos:
Eventuell braucht es ja auch kein Sprungtor, sondern einfach nur den Stern des entsprechenden Sonnensystems. Man muss relativ nahe ranfliegen um springen zu können und kommt auch relativ nahe wieder an. Eventuell braucht es die Masse des Sterns für den Sprung oder so. Ich glaube du wirrst dir da schon eine passende Erklärung aus den Fingern saugen können.
Das es sich im Anfangsbeispiel lohnt vom Saturn indirekt zur Sonne zu springen stimmt aber auch nur wenn man 0,5 AE in Richtung der Erde rauskommt. Wenn man blöd ankommt landet man ja auf der anderen Seite und muss bis zu 1,5 AE zur Erde fliegen. Da lohnt sich der Sprung viel weniger bis gar nicht.
Vielleicht gibt es ja auch keine physikalischen sondern bürokratische Hürden. Wer die Zweisprung Methode verwendet bekommt ein Knöllchen, da ein Unfall passieren könnte wenn zwei an die selbe Stelle springen, da die Wahrscheinlichkeit extrem gering ist interessiert die Bürokraten nicht. Eventuell ist das Gesetz auch veraltet und war früher einmal wichtig, aber die Mühlen eines galaktischen Imperiums mahlen zu langsam um dieses Gesetz zu ändern.

Feuersänger:

--- Zitat von: blut_und_glas am 27.01.2015 | 18:49 ---Hast du schon einen Cooldown, der nicht im Antrieb/Schiff liegt, sondern stattdessen in der Besatzung/Passagieren in Erwägung gezogen?

--- Ende Zitat ---

Das wäre natürlich eine Möglichkeit. Einfach eine Strahlungsbelastung postulieren, die nicht mehr als soundsoviele Sprünge pro Jahr erlaubt.
Allerdings würde das die privaten Trampfrachter aus dem Geschäft drängen, denn eine größere Firma würde einfach für jeden Flug eine andere Crew einsetzen. Die Personalkosten sind im Verhältnis zu den übrigen Betriebskosten eines Raumschiffs eh ein Klacks.
Es sei denn wiederum, man postuliert, dass das Schiff selber für einen gewissen Zeitraum nach dem Sprung "strahlt" und erst wieder springen kann, wenn es soweit wieder sauber ist...
Nunja, behalten wir das mal im Hinterkopf.

--

Den Harrington-Kram muss ich mir wohl mal irgendwie zu Gemüte führen; soweit liest sich das ja schon ganz brauchbar.

Es ist halt nebenbei auch so, dass ein FTL-Sprung auch nicht _zu_ teuer sein soll, da ja wie gesagt interstellarer Handel auch ein Settingelement sein soll. Da bringt es nichts wenn ein Sprung die Waren so teuer macht, dass sie sich niemand mehr leisten kann.

--


--- Zitat von: Anastylos am 27.01.2015 | 20:06 ---Eventuell braucht es ja auch kein Sprungtor, sondern einfach nur den Stern des entsprechenden Sonnensystems. Man muss relativ nahe ranfliegen um springen zu können und kommt auch relativ nahe wieder an.
--- Ende Zitat ---

Das wäre dann effektiv Point-to-point. Prinzipiell wäre das gut rationalisierbar, aber ich mache mir etwas Sorgen, dass das die möglichen Stories zu sehr einschränkt.
Beispielsweise ist m.E. Raumpiraterie nur mit einem Start-Anywhere FTL möglich -- denn wenn die Piraten nach erfolgter Tat erst noch wochenlang durchs System zuckeln müssen, und dann auch noch genau da hinfliegen wo die Ordnungshüter garantiert einen Großteil ihrer Kräfte konzentriert haben, sehe ich da komplett schwarz für den Freibeuter der Leere.
Gleiches gilt quasi für _jede_ Art von Aktivität, die den örtlichen Machthabern gegen den Strich geht. Eben aus dem Grund möchte ich ein Start-Anywhere FTL.

Kleiner Nitpick:

--- Zitat ---Das es sich im Anfangsbeispiel lohnt vom Saturn indirekt zur Sonne zu springen stimmt aber auch nur wenn man 0,5 AE in Richtung der Erde rauskommt. Wenn man blöd ankommt landet man ja auf der anderen Seite und muss bis zu 1,5 AE zur Erde fliegen. Da lohnt sich der Sprung viel weniger bis gar nicht.
--- Ende Zitat ---

Die Halbachse des Saturn ist ca 9,5AU lang; die Entfernung Erde-Saturn entsprechend zwischen 8,5 und 10,5 AU. Da wäre mit einem Sprung in Sonnennähe egal an welchen Punkt eine ganze Menge gewonnen.

Der Bürokratiepunkt zieht auch nicht so richtig. Nebenbei bemerkt -- aber das konntest du schwerlich wissen -- gibt es in dem Setting kein "Galaktisches Imperium". Vielleicht ein paar Eckdaten dazu:

Das Ganze soll nur so ca 200-300 Jahre in der Zukunft spielen; interstellare Kolonien werden seit maximal 100 Jahren aufgebaut, und der Aktionsradius der Menschheit beträgt grob 50 Lichtjahre um die Erde. (Ich habe diesen Maßstab in 1. Linie gewählt, weil ich dafür eine komplette 3D-Sternkarte habe. In diesem Bereich gibt es knapp 1000 Sterne, man hat also schon einiges an Auswahl.)
Außerdem ist die Erde nach wie vor in verschiedene Machtblöcke balkanisiert, die alle ihr eigenes Süppchen kochen wollen -- gerade diese Konkurrenz ist der Motor der Exploration, ähnlich wie beim Space Race seinerzeit.


P.S.: auf Saturn reite ich freilich vor allem deswegen rum, weil er aus Gründen der He3-Gewinnung interessant ist, außerdem eine endlose Quelle von Wassereis (welches aber nicht umständlich mit bemannten Raumschiffen transportiert wird, sondern einfach mit einem Anschubser ins Ziel treiben gelassen).

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