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Kampfstern Galactica die Original-Serie (war: Sachen zum lachen)
Grimnir:
Naja, problematische Punkte gibt es einige, da teile ich die Kritik. Um mal die Gerüchteküche in Gang zu setzen: Irgendwann habe ich irgendwo gelesen, dass das "... und sie haben einen Plan!" von irgendjemandem ohne Rücksprache mit Ronald Moore und den Drehbuchautoren eingefügt wurde, die somit plötzlich vor dem Problem standen, irgendeinen besonderen "Plan" nachträglich einzufügen und zu plausibilisieren. Die Quelle finde ich nicht mehr.
Insgesamt habe ich bei der vergeistigten Darstellung der Zylonen häufig denken müssen, dass hier "Style over Substance" regiert hat. Ein wirklich konsistentes Konzept war da nicht zu finden.
Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, ich habe die Neuauflage hervorragend gefunden, obwohl ich als Jugendlicher absoluter Fan der alten war. Insbesondere die Charaktere finde ich in der neuen Serie um Längen besser.
Hunter9000:
Ich mag auch sowohl die alte als auch die neue Serie. Beide haben ihren eigenen Flair. Und natürlich verbindet man mit der alten auch gute Kindheitserinnerungen.
Das schöne an der neuen Serie sind unter anderem ja auch immer wieder die kleinen Hints zur alten Serie: Das Modell eines alten Zylonen Basisschiffes im Museum, eingespielte Musik und natürlich - am offensichtlichsten - die Viper.
Zarkov:
--- Zitat von: scrandy am 18.03.2015 | 11:12 ---Ja ich denke darin liegt das Problem. Entweder man mag das Konzept bzw. den Stil oder eben nicht. Ich habe vor allem die Erfahrung gemacht, dass Leute, die mit Scifi eine Abenteuerstory verbinden und echte Helden wollen mit den "grauen" Charakteren bzw der Menge an Drama nicht klarkommen.
Vergleiche mit GZSZ sind allerdings nur Kampfbegriffe. BSG ist eben eher Breaking Bad als Star Trek oder Star Gate. Wer mit dem Stil/der Ausrichtung nicht klarkommt wird die Serie natürlich blöd finden.
--- Ende Zitat ---
Ich glaube, so einfach läßt sich die Kritik wirklich nicht abtun. Ich z.B. finde den „Stil“ von BSG ziemlich gut, und zu meinen LIeblingsserien zählt u.a. The Wire; Breaking Bad und The Shield finde ich auch nicht ganz schlecht – das ändert aber nichts an meinem „naja, hätte besser sein können“. Im Gegenteil. Gerade der Vergleich mit den wenigen wirklich guten Serien, die es gibt, bestärkt mich im meiner Meinung. Da stimme ich Grimnir voll zu: Stil ganz großartig, aber oft mehr Nebelkerzen als Substanz.
Minne:
Die neue BSG war für mich eine Enttäuschung auf Raten. Anfangs fand ich's großartig und packend, aber insbesondere das zunehmende Eso-Brimborium hat meine Begeisterung mehr und mehr abgewürgt. Die absolute Humorlosigkeit und der Klammergriff, mit der die moralische-Ambiguität-Tube auf Teufel komm raus ausgepresst wurde, hat schließlich dafür gesorgt, dass mir jegliche Empathie und damit auch jegliches Interesse am Schicksal der Charaktere abhanden gekommen ist. Und eine intellektuelle Wertschätzung der Handlung wurde mir durch die zunehende Wirrheit vergällt. In der letzten Staffel hab ich's aufgegeben, nachdem ich davor schon immer wieder Episoden geskippt habe.
Vielleicht sollte ich die alte Serie ja mal probieren! :D
scrandy:
Ich denke man muss hier ein wenig im Kontext bleiben. Erstens ist es eine Produktion von SciFi und nicht von HBO. Das heißt hier wurde mehrmals Marketingtechnisch eingegriffen. Zweitens ist zeitweise eine echt hohe Komplexität des Backgrounds erreicht worden, der im Vergleich zu anderen Serien bis auf ein paar ungereimtheiten gut am Ende aufgelöst wurde. Nur mal ein paar Beispiele: LOST ist an ähnlicher Komplexität erstickt. Alle drei Stargates vom selben Sender haben kein zufriedenstellendes Ende bekommen.
Natürlich gibt es dann immer noch sinnvolle Kritikpunkte aber vor allem deswegen, weil die Macher so kompromisslos Kante gezeigt haben. Natürlich war es ein beinahe Serienkiller auf neu Caprika in Depression zu zerfallen. Natürlich war es fast untragbar die mittstaffelfolge der vierten Staffel zu sehen wo einer der wichtigsten Charaktere plötzlich sich das leben nimmt. Natürlich ist es gewagt in jeder Staffel ein wenig den Stil zu ändern um von Militärsimulation zu Charakerdrama zu Religionsfokus zu wechseln.
Aber was man hier kritisieren kann stellt für andere eher ein Qualitätsmerkmal dar. Ich fand es gut, dass auch die Religion immer wieder bedient wurde und dass Drama konsequent umgesetzt wurde auch wenn ein paar Abenteuerfans damit vergrault wurden.
BSG ist eben wie Breaking Bad usw. keine Serie für nebenbei und perfekt ist sie natürlich auch nicht. Man muss aber auch bedenken, dass sie für Science Fiction etwas absolut Neues und Einzigartiges geschaffen hat was man sonst nur auf HBO und co zu sehen bekommt.
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