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Zufall mit Gedächtnis
Maarzan:
Im Fall von 1 haben wir aber eigentlich eine ganz andere Situation zu bewerten: Wie ist der Spieler auf den Gedanken gekommen da rüber springen zu wollen und wie ist in Relation dazu die Situationssetzung dass da weitere Orks sind erfolgt?
Der Springer steckt nicht in der Kacke wegen der Sprung, sondern wegen der - woher auch immer gespeisten - Fehleinschätzung auf der anderen Seite sicherer zu sein.
Und einen "Verlust" erleidet der Spieler auch erst dann, wenn mit irgendwelchen raren Metaressourcen rumgepfuscht wurde.
Samael:
--- Zitat von: Eulenspiegel am 27.07.2015 | 00:38 ---Es geht mir nicht um die relative Abweichung sondern um die absolute Abweichung. 0,1% mag wenig klingen. Wenn man sich aber mal vorstellt, dass dies 1000 Proben betrifft, dann ist das eine ganze Menge.
Stell dir einfach mal vor, 0,1% Personen deiner Heimatstadt würden plötzlich sterben. Oder stelle dir vor 0,1% deiner Zellen wären plötzlich nekrotisch. Oder stelle dir vor, du hättest 0,1% Alkohol im Blut intus. (Letzteres wäre wahrscheinlich nicht tödlich, aber hätte enorme Auswirkungen auf dein Fahrverhalten.)
0,1% klingt immer nach wenig. Wenn man sich aber mal klarmacht, was das wirklich bedeutet, dann ist das extrem viel.
--- Ende Zitat ---
Selbstverständlich ist die RELATIVE Abweichung entscheidend. Die absolute ist komplett vom Umfang der betrachteten Ereignisse abhängig und damit völlig beliebig.
Anders formuliert: Ja, 1000 hört sich viel an. Es geht hier aber um EINS von 1000. Häufigkeit, nicht Menge.
Die Beispiele mit den nekrotischen Zellen und den "Toten meiner Heimatstadt" - bei allem Respekt für meine Mitmenschen Eulenspiegel, aber das ist mit das Absurdeste was ich bisher von dir lesen musste.
Eulenspiegel:
@ Maarzan
Fall 1 ist mir relativ egal. (Es hilft evtl. einigen bei der Veranschaulichung. Anderen hilft Fall 1 eher weniger.)
Mir geht es hauptsächlich um Fall 2. - Und wie ich auch schon schrieb, geht es mir weniger um "Verlust" sondern eher um "keinen Wert" bzw. "keine Relevanz". (Etwas kann keinen Wert haben, ohne dass ein Verlust aufgetreten ist.)
@ Samael
Wieso ist die relative Abweichung wichtig?
Da jemand weiter oben schonmal Getränke und Temperaturen angesprochen hatte?
Was ist wichtiger: Ob du doppelt so viel Alkohol trinkst? Oder wieviel Alkohol du mehr trinkst?
Wenn du ein Glas Bier trinkst, kannst du deinen Alkoholkonsum verdoppeln, ohne dass es notwendigerweise (bei erwachsenen, körperlich gesunden Menschen) einen Einfluss hat. Und warum? Weil die absolute Menge Alkohol, die du mehr trinkst, sehr gering ist.
Wenn du jedoch eine Flasche Rum getrunken hast und dich entscheidest, 10% mehr zu trinken, kann das enorme Auswirkungen auf dich haben. Und warum? Weil die absolute Menge Alkohol, die du mehr trinkst, recht hoch ist.
Ebenso bei Temperaturen: Es ist egal, ob du die Temperatur um 1% oder um 100% erhöhst. Beides bleibt unbemerkt, wenn die absolute Temperaturänderung gering ist. Und beides fällt auf, wenn die absolute Temperaturerhöhung groß ist.
Und das mit den toten Menschen und mit den nekrotischen Zellen habe ich mir nicht selber ausgedacht. Das habe ich mal in einem Review-Artikel gelesen, wo über medizinisch-mathematische Methoden diskutiert wurde. (Wenn ich das Paper wiederfinde, verlinke ich es.)
Und ja, gerade ein mathematisch etwas gebildeterer Mediziner, mit dem ich mich mal unterhalten habe, hat sich darüber beschwert, dass er von Medizin-Studenten häufig zu hören bekommt "Nehmen wir mal eine Krankheit mit einer Prävalenz von 10% und einer Letalität von 1%. Dann sterben nur 0,1% der Bevölkerung. Also harmlos." (Und das liegt nicht daran, dass diese Studenten besonders abgebrüht sind. Es liegt einfach daran, dass sie keine Ahnung haben, was 0,1% eigentlich bedeutet.)
ErikErikson:
@Eulenspiegel:
Es ist aber nunmal so das der Vergleich in dem Fall Unsinn ist, weil es tatsächlich auf die relative Häufigkeit in kleinem Zeitraum ankommt. Ein Spieler wird dann geg. nörgelig, wener zehnmal von zwölfmal scheisse würfelt an einem Abend.
Wenn ein Spieler am Abend hundert mal würfelt und er würfelt zu 1% schlechter als ers hätte eigentlich vom Erwartungswert tun sollen merkt das kein Sau. Die eine schlechte Probe wird schlicht vergessen, wenns nicht grad was superwichtiges war.
Warum das diskutiert wird ist mir auch unklar, weil dein System verhindert ja den von mir oben genannten ersten Fall ,der auch tatsächlich spielrelevant ist.
Samael:
Selbstverständlich ist eine Letalitätsrate von 0,1% hoch!
Aber das ist alles etwas VÖLLIG anderes als dieses Münzwurfbeispiel übertragen auf eine Reihe von Proben in einem Rollenspiel!!! Da ist es, wenn dir von 1.000 Proben nur 499 statt der "durchschnittlichen" 500 Proben gelingt völlig egal - man merkt es in keinem Fall, es sei denn man führt Buch!!
Wenn auf einen Schlag 0,1% der Erdbevölkerung = 6 Mio. Menschen an einer Krankheit sterben ist das eine Katastrophe gewaltigen Ausmaßes.
Aber diese zwei Dinge sind ÜBERHAUPT NICHT miteinander zu vergleichen. Der Vergleich hinkt nicht, der hat keine Beine.
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