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[Erzählt mir von] Shadow of the Demon Lord

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KyoshiroKami:

--- Zitat von: Korig am 28.02.2016 | 17:34 ---Ich finde die Diskussion völlig überzogen. Im Buch steht nicht, dass Gewalt und Folter die einzigen Mittel sind um an Informationen zu kommen.

--- Ende Zitat ---

Bin ich ganz der Meinung...Folter wird in einem kleinen Abschnitt genannt, mehr nicht. Und Geisteskrankheiten gibt es in anderen Werken auch zu Genüge, in Shadows of Esteren sucht man sich sogar bei Charaktererstellung eine aus, an der man später dann erleidet, sollte man genug Insanity ansammeln.
Dieses Rosinenpicken an Kritikpunkten ist schon überzogen, zumal der werte Herr Aust gerne Sachen nicht richtig lies (beim Conan-Quickstarter war sein größter Kritikpunkt hinfällig, weil er einfach mal ein Wort nicht gelesen hat).

Wisdom-of-Wombats:
Es ist so ähnlich wie man es von WFRP oder W40KRP kennt.

Wenn Du bestimmte, Deine Vorstellungskraft oder emotionale Leidensfähigkeit übersteigende Ereignisse siehst, bekommst Du bei einem fehlgeschlagenen Willenskraftwurf einen Punkt Wahnsinn. Wenn der Wahnsinn genauso hoch ist wie die Willenskraft des Charakters wird man verrückt. Dazu wird mit 1W20 auf einer Tabelle gewürfelt. Nach der Episode des Verrücktseins sinkt der Wahnsinn um 1W6 Punkte. Auf der Tabelle ist von plötzlichem Tod über Panik, Wut etc sehr viel drin. Soweit so gut. Alles im grünen Bereich.

Allerdings kann sich der Spieler auch selber entscheiden, den Wahnsinn seines Charakters zu reduzieren. Das verringert den Wahnsinn auch um 1W6 Punkte. Der SL entscheidet dann welchen "Quirk" (also "Schrulle" oder "Marotte") man dann bekommt. Und diese Schrullen umfassen dann so "lustige" Dinge wie Depressionen, Manisches Verhalten, Phobien, Wahnvorstellungen.

Hier tritt in meinen Augen die gewaltige Verharmlosung von echten psychischen Störungen ein. Wie kann man Depressionen, Phobien etc. noch ernst nehmen, wenn sie als "schrullige" Spieleffekte dargestellt werden? Beispielsweise Depression:


--- Zitat ---The character suffers from crippling bouts of melancholy. Whenever the character gains Insanity, he or she cannot take fast turns and makes attack rolls and challenge rolls with 1 bane. The effect lasts for a number of rounds equal to the character’s Insanity total.

--- Ende Zitat ---

Das ist willentlich verharmlosend dargestellt! Wer sagt, das ist ein "Feature" sollte sich mal ernsthaft mit dem Thema "Depressionen" im besonderen und psychotischen Störungen im Allgemeinen auseinandersetzen.

@Gewalt im Rollenspiel: Ähm ja... ähnliches Faß. Eigenes Thema. Da hängt es stark davon ab, ob die Gegner Menschen bzw. menschenähnlich sind. Oder ob es Geister, Dämonen, Roboter etc. sind. Aber ja, Rumpel, ist tatsächlich ein Thema und problematisch.

Wisdom-of-Wombats:

--- Zitat von: Korig am 28.02.2016 | 17:34 ---Ich finde die Diskussion völlig überzogen. Im Buch steht nicht, dass Gewalt und Folter die einzigen Mittel sind um an Informationen zu kommen.

--- Ende Zitat ---

Nicht das einzige Mittel. Hier wird vorgegaukelt, dass Folter Wahrheiten ans Licht bringt. Das ist die fatale Verkürzung.

Im übrigen habe ich das Buch nicht nur gelesen, sondern auch bereits gespielt. Und ja, das sind "Kleinigkeiten" in einem Meer aus guten Ideen. Das einzige was mir mechanisch nicht gefällt ist der Punkt der allzugroßen "D&D-artigkeit". Einige Fähigkeiten sind direkt aus den Spielerhandbüchern laufender und vergangener Edition "inspiriert". Fortune ist quasi Inspiration nur leicht anders. Der Druide bekommt Fertigkeiten, die so direkt als Liste im AD&D 2nd Edition PHB drin standen, etc.

Also Grimdarque, D&D-artigkeit, unreflektierter Umgang mit Wahnsinn und Folter sowie zwei fragwürdige Illustrationen machen jetzt noch kein schlechtes Produkt. Aber es gibt Abzug in der B-Note bzw. wegen dieser Punkte würde ich in einem Review "nur" 4 von 5 Dämonenfürsten geben. Es damit immer noch ein gutes bis sehr gutes Spiel, auf dessen deutsche Ausgabe ich mich freue.

Korig:
Ich habe selber im Freundeskreis Menschen die mir am Herzen liegen die an Depressionen und schlimmeren erkrankt sind. Und trotzdem kann ich in diesem Spiel nichts finden, was die ganze Sache verharmlost oder durch den Dreck zieht. So gut wie jedes Rollenspiel verharmlost dann im übrigen Dinge. Wie schrecklich müssen Verbrennungsopfer denn unter diesen Verbrennungen Leiden und fast überall wird das mit einem kleinen Regelpassus abgefrühstückt?

Ich glaube einfach, dass die das Thema Depressionnen sehr nahe geht und du deswegen auch mehr darin siehst wie schlussendlich da ist.

Hier die Stelle mit den Quirks:


--- Zitat ---You can remove Insanity by gaining quirks. A quirk is a
compulsive behavior, a phobia, or another condition that
permanently affects your character. You can gain a quirk at
any time, though once you do so you cannot gain another
quirk until after you complete a rest. The GM chooses a
quirk that is appropriate for the most recent source of your
insanity.......
--- Ende Zitat ---

Hier steht doch gar nichts von Depressionen als Marotte oder Tick.


Es ist zwar nicht schön, aber Folter kann halt auch dazu führen da jemand etwas preisgibt, dass er normalerweise nicht sagen würde. Nicht, dass ich das jemals Gutheißen würde.

Edit: Aber um von diesem Thema mal wieder wegzukommen werde ich mir die Tage mal die Mühe machen, die für mich positiven Dinge hervorzuheben.

Wisdom-of-Wombats:

--- Zitat von: Korig am 28.02.2016 | 18:04 ---Hier steht doch gar nichts von Depressionen als Marotte oder Tick.

--- Ende Zitat ---

Guckst Du Seite 201ff. Da werden Quirks erklärt und unter anderem Depression als Beispiel genannt. Da findest Du auch den von mir zitierte Abschnitt über Depression.

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