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Übersetzungsklopse
Spidey:
--- Zitat von: Chief Sgt. Bradley am 11.02.2019 | 11:44 ---Ganz ehrlich, die meisten der Sprecher kommen aber rüber wie Schlaftabletten. Vieles wirkt wie emotionslos abgelesen.
--- Ende Zitat ---
Ist natürlich immer ein Stückweit subjektives Empfinden. Allerdings glaub ich, dass die Wahrnehmung oft an der unterschiedlichen Klangfarbe der Sprachen liegt. Englisch, vor allem amerikanisches Englisch und die überzeichnete Sprechweise in Cartoons, ist teilweise stark überbetont und überspielt. Im direkten Vergleich wirkt Deutsch dann vielleicht uninspiriert.
Das halte ich zumindest für plausibler, als die Vorstellung, dass professionelle Synchronsprecher mit zum Teil Jahrzenten an Berufserfahrung und profunder, schauspielerischer Ausbildung einfach so entscheiden unmotiviert und emotionslos abzulesen oder schon per sé totale Rohrkrepierer in ihrem Fachbereich sind.
Manchmal liegts natürlich auch an der Synchroregie und den Umständen, wie schnell etwas eingesprochen werden muss usw.
--- Zitat von: felixs am 11.02.2019 | 12:21 ---Das ist doch eben der Punkt: "whelmed" ist nur lustig, weil es die Neuerfindung ist und weil es die beiden Wörter "overwhelmed" und "underwhelmed" im Englischen gibt und man sie entsprechend kontrastieren kann. Das funktioniert auf Deutsch nicht, weil "unterwältigt" bereits eine ungewöhnliche Neuschöpfung ist und daher nicht als Kontrast taugt.
--- Ende Zitat ---
Taugt meiner Meinung nach absolut. Ich behaupte für den Kontrast ist es nicht nötig, dass das Wort existiert, sondern dass es verstanden wird. Zu behaupten, man wisse im Kontext nicht was "unterwältigt" heißen soll, ist meiner Meinung nach etwas überzogen. Das erschließt ja schon inhärent aus der Gegenüberstellung.
Timberwere:
Das Verb "to whelm" ohne "over" oder "under" existiert tatsächlich auch. Es nutzt nur niemand.
Ich kenne die Folge und den Zusammenhang nicht, deswegen kann ich nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob das so passen würde, aber ich finde die Lösung mit "überwältigt", "unterwältigt", "gewältigt" gar nicht soooo schlecht. Dann existiert "unterwältigt" im Deutschen so halt (noch) nicht. Das macht aber nicht viel, finde ich. Dass es ein Wortspiel ist, kommt doch trotzdem heraus.
Alternativ könnte man sich noch überlegen, vielleicht eine Lösung mit "ausgedruckt", "gedruckt" und "eingedruckt" zu stricken - da müsste man die Reihenfolge zwar vielleicht umdrehen, damit der Witz einigermaßen rüberkommt, aber irgendwas ist ja immer.
Ruinenbaumeister:
Manche Leute sind begeistert, andere sind entgeistert. Warum geistern sie nicht einfach?
Ist zwar sinnlos, aber passt insofern zum Original.
felixs:
Naja.
Wir haben jetzt alle Argumente ausgetauscht.
Möglicherweise ist die Bewertung von "unterwältigt" stark von den Varietäten abhängig, mit denen man zu tun hat. Ich kannte es bisher nicht und finde alle auffindbaren Gebrauchsfälle fürchterlich.
Das "whelmed" ein englisches Wort ist, wusste ich auch (hatte es auch nachgesehen), aber das ist irrelevant, weil 1) im Englischen (sehr) ungebräuchlich und 2) das Problem hier ganz offensichtlich auf der deutschen Seite, also bei der Übersetzung, liegt.
Eine ästhetisch motivierte Übersetzung nimmt den üblichen Sprachgebrauch in der Zielsprache als Richtschnur und verbiegt dann ggfs. den Sinn der Ausgangssprache ein bißchen - anders kommt man nicht zu gut hör- oder lesbaren Übersetzungen.
--- Zitat von: Timberwere am 11.02.2019 | 18:04 ---Dann existiert "unterwältigt" im Deutschen so halt (noch) nicht. Das macht aber nicht viel, finde ich. Dass es ein Wortspiel ist, kommt doch trotzdem heraus.
--- Ende Zitat ---
Ich bin etwas underwhelmed.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, dass euer Sprachempfinden durch schlecht übersetzte Nerdsachen geschädigt ist ~;D
Ruinenbaumeisters Vorschlag funktioniert im Deutschen. Ob es an die entsprechende Stelle gepasst hätte, weiß ich nicht.
Timberwere:
--- Zitat von: felixs am 11.02.2019 | 18:53 ---Eine ästhetisch motivierte Übersetzung nimmt den üblichen Sprachgebrauch in der Zielsprache als Richtschnur und verbiegt dann ggfs. den Sinn der Ausgangssprache ein bißchen - anders kommt man nicht zu gut hör- oder lesbaren Übersetzungen.
--- Ende Zitat ---
Ich weiß. Ich habe da ein Diplom drin und beschäftige mich jeden Tag damit. Deswegen ja auch mein Hinweis darauf, eine andere Lösung zu stricken.
Also ja, wenn es mein Auftrag gewesen wäre, hätte ich eine andere Lösung gewählt. Aber ich finde es immer noch nicht so grottenschlimm, um sich darüber postingweise auszulassen. Da sind mir schon deutlich gröbere Schnitzer untergekommen.
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