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[Überzeugt mich von] Burning Wheel
Zarkov:
--- Zitat von: Chruschtschow am 10.01.2016 | 17:43 ---Beim Lesen von TB (und Stöbern in BW) hatte / habe ich den gleichen Eindruck. Wie soll das gehen? Warum ist das so? Ein generelles Häääääh?!? Es wird klarer in der Anwendung.
--- Ende Zitat ---
Das ist tatsächlich der größte Macken an Burning Wheel. Selbst das aktuelle Regelwerk müßte neuen Spielern einfach noch viel deutlicher sagen, wie das tatsächliche Spiel abläuft und warum gerade so. Wenn die Grundprinzipien erst mal drin sind, schaut man ins Buch und denkt sich „ah ja, steht ja alles glasklar drin“, aber ohne Vorwissen oder erfahrene Mitspieler steht man leicht vor der Wand.
Das ist auch ein Grund, warum ich Mouse Guard so großartig finde – das ist nicht nur Burning Wheel auf das absolut Wesentliche konzentriert, es wird tatsächlich alles erklärt. Gerade auch für Leute, die noch nie was mit Rollenspielen zu tun hatten. Bei Mouse Guard gehen einem wirklich die Lichter auf. Die Flutlichter.
Chiarina:
O.K., das ist ganz interessant, worüber hier diskutiert wird. So ganz schlau werde ich aber nicht draus. Ich stelle die Frage deshalb mal ein bisschen anders:
Die sich ändernden beliefs sind also ein zentraler Spielmechanismus bei Burning Wheel, o.k.
Diese Änderungen wird aber wohl kaum der Spielleiter allein vornehmen!
Ist es also denkbar, ein klassisches Abenteuer (Auftragserteilung - ab ins Vergnügen - Plot erfolgreich abgeschlossen) mit Burning Wheel zu spielen? Kann man beispielsweise ein Abenteuer für ein anderes System für Burning Wheel konvertieren? Kann man als Spielleiter einen Plot planen?
Oder geht das nicht, weil sich sowieso nicht vorausplanen lässt, an was die Spielercharaktere im Verlauf eines Abenteuers gerade glauben?
Praion:
Typischer weise setzt der SL/die Gruppe am Anfang eine Situation mit der man sich auseiandersetzen muss.
"Ihr seid alle Magier auf der Flucht"
"Der alte Fürst ist tod und jetzt ist unklar wer den Thron haben soll - euer Nachbar wird ihn sich schnappen wenn ihr nichts unternehmt"
"Diese Gegend wird von Banditen geplagt, ihr seid geschickt worden um sie aufzuhalten"
whatever.
Dann baut man Charaktere für diese Situation und schreibt Beliefs dazu. Meistens
A: Ein Belief über die Situation
B: Ein Belief über einen anderen NPC
C: Einen Belief über ein persönliches Ziel
als SL ist es dann deine Aufgabe diese Beliefs herauszufordern und die NSCs zu spielen (mit herausfordern als Ziel). Abenteuer vorbereiten im klassischen Sinne brauchst du nicht. Allerdings müssen Spieler auch selbst aktiv werden, einfach sich bespaßen lassen funktioniert nicht.
Manches an vorgefertigten Abenteuern kann man nutzen - zumindest als Grundinspiration. DSA Abenteuer wie die Wildermark Kampagne oder Herren von Chorhop lassen sich gut machen (das zweite will ich immer noch machen).
Zarkov:
Normalerweise erstellt man die Anfangssituation oder zumindest die Welt ja zusammen als Gruppe, je nachdem, woran die Spieler gerade Interesse haben. Da kann man natürlich auch was Fertiges nehmen, wenn man will. Je sandboxiger¹ und ergebnissoffener, desto besser. Wenn die Spieler wissen, worum es geht, und bereitwillig auf die „Mission“ eingehen, schreiben sie sich einfach entsprechende Beliefs und los. (Letzten Endes landet man dann bei sowas wie Torchbearer.) Für One-Shots ist das auch mal in Ordnung. Je verplotteter, also, je mehr bestimmte Entscheidungen der Spieler und bestimmte Ausgänge von Konflikten im Modul vorausgesetzt werden, desto unpraktikabler wird die Sache natürlich.
Ich finde allerdings BW mit fertigen Abenteuern anstrengender als improvisiertes Spiel. Dauernd Zeug nachschauen müssen, anstatt sich einfach was auszudenken, bremst doch. Dafür spart man sich mit einem Modul die Vorbereitungssitzung(en) und das ganze Hin und Her, bis alles steht – und der Anfang ist der eine Punkt in einer BW-Kampagne, wo es auch mal ein bißchen anstrengend werden kann.
¹ [Nachtrag – wobei Sandbox natürlich nicht bedeuten sollte, ziellos in der Gegend rumeiern. Da brauchen die Spieler schon ein Ziel.]
Chiarina:
Hört sich so an, als wäre es zumindest in dieser Hinsicht eher so wie Fate... wo man im Vornherein ja auch nur sehr begrenzt planen kann. Danke. So langsam kann ich mir ein Bild machen.
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