Autor Thema: Savage Worlds vs Ubiquity  (Gelesen 1283 mal)

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Offline Ludovico

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Savage Worlds vs Ubiquity
« am: 13.01.2016 | 09:29 »
Da dieser Thread sich in die entsprechende Richtung verschiebt und ich leider keinen blassen Schimmer mehr habe, wo ich diesen Uralt-Thread finde, der sich mit der ähnlichen Thematik befasst, finden kann, eröffne ich das Topic mit folgenden Fragen:
-Welche Eigenschaften unterscheiden beide Systeme?
-Wann ist welches System besser geeignet?

Edit: Danke liebe Moderation
« Letzte Änderung: 13.01.2016 | 10:37 von Ludovico »

Offline LushWoods

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Re: Savage Worlds vs Ubiquity
« Antwort #1 am: 13.01.2016 | 09:52 »
Für mich gibt's nur gefühlte Ähnlichkeiten.
Technische Ähnlichkeiten gibt's eigentlich kaum welche, bis auf die Gummipunkte vielleicht. Aber dieses Feature haben ja mittlerweile 8 von 10 Rollenspielen.

Generell gefällt mir Ubiquity in fast allen Bereichen besser.
Einzig die Implementierung von Vor- und Nachteilen finde ich bei SW eleganter gelöst. Hier ist die Balance besser.
Die Talents bei Ubiquity finde ich generell zu teuer, dafür das sie doch essentielle Dinge für Charaktere beinhalten.

Online Rumpel

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Re: Savage Worlds vs Ubiquity
« Antwort #2 am: 13.01.2016 | 11:19 »
Mich interessiert das Thema, ich kann aber keine Erfahrungen beisteuern - SW hat mir vom Lesen und von der "Gesamtanmutung" (allein schon dieses penetrante Fast! Furious!Fun!) immer ein bisschen missfallen, und um Ubiquity habe ich dummerweise unter anderem deshalb lange einen Bogen gemacht, weil es irgendwie dauernd als "dieses andere SW" beworben wird. Inzwischen habe ich viel Ubi gelesen und ein bisschen gespielt und bin sehr angetan - für mich ist das ganze ein ziemlich gutes "Basisrollenspiel", das alles bietet, was ich brauche (freie Charaktererschaffung, Gummipunkte, ein halbwegs tödliches Kampfsystem), und nichts davon unnötig kompliziert macht.

Insofern wäre ich neugierig, ob meine SW-Abneigung sich an irgendwelchen objektivierbaren Unterschieden zu Ubi festmachen lässt oder ob sie wirklich nur oberflächlichen Stilfragen geschuldet ist ...
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Re: Savage Worlds vs Ubiquity
« Antwort #3 am: 13.01.2016 | 11:26 »
Ich hab beide gespielt. Für mich fühlt sich Ubiquity wie Savage Worlds mit Hitpoints an, was ich gut finde, da ich die 3-Wounds-und-fertig von SaWo nicht so mag.

Ich würde SaWo den Vorzug geben, wenn es um eine längere (10+ Sessions) Kampagne geht. Das Steigerungssystem funktioniert irgendwie besser / fairer. Wurde ja schon geschrieben dass der Unterschied problemlos-für-Profi-unmöglich-für-Laie früh aufgeht.

Ich würde umgekehrt um Ubiquity den Vorzug geben, wenns ein klares Ablaufdatum der Handlung gibt.
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eldaen

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Re: Savage Worlds vs Ubiquity
« Antwort #4 am: 13.01.2016 | 12:29 »
Ein Grundlegender Unterschied ist schonmal, dass Ubiquity ein Poolsystem ist, und Savage Worlds eben nicht. Das macht die Ergebnisse bei Ubiquity eben deutlich verlässlicher/berechenbarer.
Ein weiterer Unterschied ist, dass sich SaWo bei der Charakterentwicklung anscheinend mehr auf Talente konzentriert, wobei Ubiquity etwas mehr Fokus auf die Fertigkeiten legt. Das mag in dem Würfelsystem begründet sein.) Wir haben eine mittlerweile 5 Jahre laufende HEX Runde mit denselben Charakteren. Dauerspiel ist in unserer Runde kein Problem, wogegen ich bei einer Sundered Skies Runde schon nach dem Dritten Spielabend nciht mehr wusste, was ich überhaupt noch mit meinem Charakter anstellen sollte, weil er einfach alles konnte, was ich wollte.

Ubiquity ist von Anfang an als generisches System gedacht gewesen und ist stark beeinflusst von WoD und Shadowrun (http://www.woodplanetgaminglodge.com/6si-jeff-hex/), SaWo geht kommt eher aus einer anderen (tabletop-igeren?) Richtung (die ich aber gar nicht so genau definieren kann). Insgesamt wirkt Ubiquity auf mich von der Regelmechanik runder, stimmiger, und "erwachsener" (das mag aber auch an meiner RPG Sozialisation liegen. Mir kommt Savage Worlds weniger "ernstzunehmend" vor, eher nach einem System "für nebenbei", wenn es mal weniger Anspruchsvoll und lustiger sein soll, aber nicht als Hauptsystem. Keine Ahnung warum. Ich glaube auch, dass Ubiquity vielseitiger ist, was die Athmosphäre angeht. Ich persönlich könnte mir eher eine ernste, harte Horror- oder Hard Sci-Fi Geschichte mit Ubiquity vorstellen, als mit Savage Worlds.
« Letzte Änderung: 13.01.2016 | 12:43 von HEXer »

Offline Jeordam

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Re: Savage Worlds vs Ubiquity
« Antwort #5 am: 13.01.2016 | 13:33 »
SW ist ein ziemlich ausbalanciertes System, das sich auch gut für simulationistisches, taktisches oder ergebnisoffenes Spiel eignet und sehr gut mit Battlemap harmoniert. Regeltechnisch bietet es mehr Möglichkeiten, ist damit aber auch anspruchsvoller. SCs sind ungeachtet der Steigerungsvorlieben immer irgendwo auf einer Kompetenzebene.

Ubiquity dagegen belohnt extreme Spezialisierung. 20 Würfel gegen 2? Kein Problem, mittelfristig wird es etliche solche Diskrepanzen innerhalb einer Gruppe geben. Dementsprechend tödlich ist es auch. Erfahrungspunkte sind je nachdem in was man sie investiert, geradezu obszön unterschiedlich viel wert. Sechs Bonuswürfel auf einen einzigen Skill in einer nicht besonders häufigen Spezialsituation oder vier Bonuswürfel auf 10-20 Skills, grundsätzlich, und nochmal drei Talente extra? Kostet dasselbe.
Dementsprechend wird System Mastery belohnt.
Ubiquity taugt eher für One-shots mit vorgenerierten Charakteren.

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Re: Savage Worlds vs Ubiquity
« Antwort #6 am: 13.01.2016 | 13:49 »

Generell gefällt mir Ubiquity in fast allen Bereichen besser.
Einzig die Implementierung von Vor- und Nachteilen finde ich bei SW eleganter gelöst. Hier ist die Balance besser.
Die Talents bei Ubiquity finde ich generell zu teuer, dafür das sie doch essentielle Dinge für Charaktere beinhalten.

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Offline Malron

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Re: Savage Worlds vs Ubiquity
« Antwort #7 am: 13.01.2016 | 17:47 »
Ich habe beide Systeme schon ein wenig gespielt und am Anfang kam mir Ubiquity als das bessere Savage Worlds vor:

- kein explodierender Schaden und dadurch keine extreme Unberechenbarkeit mehr
- Initiative durch Wegfall der wechselnden Reihenfolge durch die Karten eher traditioneller. Erhöhung der Werte durch die Sonderkarte Ass auch nicht da
- keine "gewöhnungsbedürftige" Shaken und Wundregel mehr, wo ich ein Flussdiagramm brauche, um es zu behalten.

Wobei die ersten beiden Punkte mir bei einer Tischrunde SW mittlerweile Spass machen. Da ist dann eher Ubiquity ein wenig dröge.
Beides sind relativ leichte Systeme. Ich hätte allerdings genau das Gegenteil zum Hexer gesagt. Bei ubiquity habe ich das Gefühl in einer Sache relativ schnell hohe Kompetenz bauen oder erreichen zu können. Bei SW hat das immer irgendwie gedauert. SW finde ich im Kampf dagegen taktischer. Ich mag Tricks & Co.

Ich habe aber auch keine drei Jahre am Stück ubiquity gespielt. Mein Eindruck war eigentlich das SW ausgereifter ist und mehr Mechaniken bietet. Das fehlte mir irgendwie bei ubiquity.