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Fehlkäufe... - welche RPG habt ihr wieder verscherbelt und warum?

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Wisdom-of-Wombats:
Ich habe in meinem Leben schon mehr Regelsysteme und Rollenspielbücher verkauft als derzeit bei mir im Schrank stehen. Ausschlaggebend waren am Ende meistens Platz und in neuerer Zeit auch oft die Erkenntnis, das betreffende System niemals spielen zu können (was weniger am System als an den äußeren Umständen wie Attraktivität für BestandsspielerInnen bzw. der Unmöglichkeit neue Spieler mit Interesse an eben genau diesem System zu finden).

Meine echten Fehlkäufe (also Systeme, die für mich der komplette Reinfall sind) waren:
- Shadows of Esteren (coole Artwork, weniger coole Weltbeschreibung, richtig mieses Spielsystem)
- Symbaroum (coole Artwork, coole Weltbeschreibung, lückenhaftes Spielsystem - da gibt's für mich besseres)
- D&D 4e (hatte nach 5 Jahren D&D Abstinenz damals auf ein System gehofft, dass mir wieder Lust auf D&D macht - das Gegenteil trat ein und das gab's dann erst mit D&D 5e)
- Starblazer Adventures (boah... damals hätte ich mir Fate fast abgewöhnt... heute weiß ich, dass SBA wohl das schlechteste Fate aller Zeiten war)
- Strands of Fate (noch mal was aus der Ecke Fate zum Abgewöhnen... Gut, dass ich am Ball blieb)

Der Nârr:
Noch nicht verscherbelt, aber meine größten Fehlkäufe bislang waren:

1. Hollow Earth Expedition. Eine Support-Runde auf einer Con hatte mich überzeugt, aber das Regelwerk und ein Spieltest in der heimischen Runde hatten mich wieder abgeturnt... Neben dem langweiligen Regelwerk störte mich auch, dass das Setting einfach nichts geboten hat, nur Ideen die ich schon hatte beim Kauf des Regelwerks. Es fehlte an Ausarbeitung.
2. Paranoia. Hielt ich für ein lustiges Bier-&-Brezel-Rollenspiel, ein Blick in die ausführlichen Regeln vergeigten mir wieder den Spaß.
3. Kobolde! Dasselbe wie bei Paranoia. Ich glaube mein Problem ist, dass ich Regeln lernen erstmal nicht mit Spaß verbinde.
4. Magic World. Das Ding kann nichts, was ich nicht auch mit BRP oder Stormbringer könnte. Dazu Verschlimmbesserungen in den Regeln.
5. HeroWars + HeroQuest. Die Dinger lesen sich so toll... Ich habe sie nur nie zum Funktionieren bringen können.

Grubentroll:
Bei mir ganz eindeutig DUNGEON WORLD.

Fand dieses Tutorial das man im Netz findet extremst großartig, und das Cover macht echt mit seinem Flair ganz schön viel her.
Als ich dann aber das Buch endlich in Händen hielt war ich einfach nur maßlos enttäuscht.

Die Schreibweise der Autoren wirkt auf mich affektiert, abgehoben und teilweise selbstverliebt. Sowas mag ich eigentlich nicht lesen.

Dazu kommt noch, dass ein Teil der Illustrationen einfach gar nicht geht. Und zwar die von Emily de Lisle. Da krieg ich echt die Krätze. Ich hatte mir sogar überlegt diese zuzukleben, so angewidert bin ich davon.

Also, wieder weg damit.

Den zweiten Platz belegt bei mir leider der THARUN Settingband. Als lebenslanger Fan der Settings hatte sich in meinem Kopf einfach ein komplett anderes Tharun entwickelt als das der Entwickler der neuen Auflage.
Diese geben sich wahnsinnige Mühe, und ich finde die machen das auch unheimlich sympathisch. Aber irgendwie kommt mir das einfach wie eine art Paralleluniversum zu meinem Tharun rüber.
Wurde also auch verkauft.

Die zahlreichen Nennungen von Symbaroum machen mir ein bisschen Angst, muss ich zugeben. Davon verspreche ich mir ja schon einiges.

D. M_Athair:

--- Zitat von: Murder-of-Crows am 13.03.2016 | 14:29 ---- Starblazer Adventures (boah... damals hätte ich mir Fate fast abgewöhnt... heute weiß ich, dass SBA wohl das schlechteste Fate aller Zeiten war)
--- Ende Zitat ---
Ich hadere mit dem Spiel immer noch.
Andererseits unterscheidet es sich darin nicht von FATE überhaupt.

Naja. Wenn ich Turbo FATE und Masters of Umdaar durch habe, werde ich SBA nochmal dagegen stellen.
Mal schauen, ob es eine der beiden FATE-Herangehensweisen für mich bringt oder ob FATE selbst das eigentliche Problem ist.



--- Zitat von: Grubentroll am 13.03.2016 | 16:05 ---Bei mir ganz eindeutig DUNGEON WORLD.

[...]

Die Schreibweise der Autoren wirkt auf mich affektiert, abgehoben und teilweise selbstverliebt. Sowas mag ich eigentlich nicht lesen.

--- Ende Zitat ---
Danke für die Warnung. Damit ist das Ding für mich definitiv gestorben! Ich krieg schon bei Savage Worlds distanzlosem "großer-Bruder-Stil" Bauchschmerzen. Masters of Umdaar finde ich vergleichbar sprachlich (und politisch) grenzwertig.

Der Nârr:
Oh, mir sind noch zwei Fehlkäufe eingefallen. Einer davon sogar so ein richtig böser Fehlkauf, aber das kam mir nicht in den Sinn, weil ich da tatsächlich schon Bücher von verkauft hatte und den Rest außer Sicht habe.

MIDGARD (M4). Eine ganze Spielrunde hatte eine epische Savage Worlds Iron Kingdoms Kampagne beendet und wollte wieder "bodenständige" Low-Fantasy spielen. Nach Begutachtung der Möglichkeiten schien Midgard genau das zu bieten, was man wollte und die ganze Runde kaufte sich ins System ein. Grundregelwerke, Abenteuer, Erweiterungsbände... Ich hatte sogar einiges gebraucht auf Ebay geschossen. Wir waren alle hoch motiviert. Die Spiele begannen...

Tja. Die Midgard-Regeln waren so wenig nach unserem Geschmack... Nicht nur inhaltlich (z.B. unfähige Charaktere, schreckliche Kampfregeln), sondern oft auch formal (z.B. Regel-Genauigkeit). Hilfe suchen im Midgard-Forum war auch so ein Ding, weil die meisten Midgard-Spieler gar nicht merkten, was für Hausregeln sie benutzten oder welche Regeln sie ignorierten. Ein Spieler nach dem anderen hat gesagt, dass er das nicht mehr erträgt und ist abgesprungen :).

Ich glaube, niemand von uns würde Midgard noch mal anrühren. Wobei der Hintergrund gar nicht mal so schlecht war (soweit man dazu was gefunden hat). Ich habe danach das Setting noch mal für einen Oneshot mit All Flesh Must Be Eaten Dungeons & Zombies benutzt, das hatte gut funktioniert, weil es Vanilla genug ist dass man schnell rein kommt aber wenig genug beschrieben, dass man da so ziemlich alles mit machen kann ohne dass sich jemand echauffiert.

Die Grundregelwerke hatte ich dann auch irgendwann mal auf Ebay versteigert, IIRC sogar ungefähr den Neupreis bekommen, weil die gerade OOP waren.


Ein anderer Fehlkauf von mir war Dresden Files. Ich war damals sogar Vorbesteller und bekam vorab die Early Bird Version und war auch hoch motiviert. Ich war zwar kein Fan der Romane, weil mir die Schreibe nicht gefiel, aber ich mochte Urban Fantasy (Wächter der Nacht, Artemis Fowl und so) und Dresden Files klang SO vielversprechend. Aber dieses FATE-MONSTER stellte sich trotz echt guter Sachen wie der City Creation für mich als total unzugängliches Spiel heraus, viel zu kleinteilig und es enthielt nichts von der Einfachheit, die ich mir von FATE versprochen hatte. Ich habe die Bücher zwar noch im Regal, weil meine beste Freundin totaler Dresden-Fan ist und da manchmal drin liest, aber... Bäh... Das werde ich nicht nur nie spielen, weil in meiner Runde einer der größten FATE-Basher Deutschlands ist...

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