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[Gesucht] Die besten Regeln für Raumschiffkampf
Seelachs:
Ich würde sogar sagen, Projektilwaffen sind die sinnvollste Raumschiffbewaffnung überhaupt. Die Energieausbeute und die Ballistik von solchen Waffen sind im Vakuum 1000 mal besser als in der Atmossphäre. Gauss- oder Railguns mit Projektilen.
Sprengstoff bzw. alles was explodiert, ist im Weltraum weit weniger effektiv, da die Druckwelle da der wichtigste Faktor ist, und die bleibt im Vakuum aus ... da wird nur heißes Gas in den Weltraum verbraten.
Den Impuls kann man schon deswegen vernachlässigen, da ein Aufbau von kleinen Antrieben, die gleichzeitig mit jedem Schuss einen kurzen Schub ausstoßen, um das zu kompensieren, konzeptuell total einfach ist.
Bei Strahlenwaffen kann man die Physik glaube ich weitgehend ignorieren, da man die eh mit Technobabbel rechtfertigen muss.
Ansonsten: Wissenschaftlichen Realismus im Raumschiffkampf einzuhalten ist ein unsinniger Anspruch, esseidenn die Runde besteht nur aus Physikern und Ingenieuren, denn was da richtig und realistisch ist, ist kein einfaches Thema. Die meisten Spielergruppen würen unrealistisch und realistisch kaum auseinanderhalten können. Im Vordergrund stehen da ja eher Spielmechaniken: Abwärme ist eine Art Ressourcen-Management, Delta-V ein zusätzliches taktisches Element usw.
nobody@home:
Abwärme ist bei so ziemlich allen Waffen ein Problem. Selbst wenn man Raumschiffe mit Schwert und Schild ausstatten wollte, damit sie sich so richtig schön Mecha-mäßig duellieren können, würden die zur Bewegung derselben nötigen Motoren wohl recht schnell warmlaufen. :)
Lenkraketen sind wahrscheinlich wirklich mit die plausibelsten Waffen für einen "realistischen" Weltraumeinsatz über größere Entfernungen, weil sie ihre Abwärmeprobleme nach dem Abschuß mit sich nehmen, keinen supermassiv-komplizierten Abschußmechanismus auf dem Schiff selbst erfordern, und ihr Ziel aktiv verfolgen können -- selbst ein Laserstrahl kann das so nicht. Sicher, die Munition ist offensichtlich begrenzt und mit hinreichend Herstellungsaufwand verbunden, daß die meisten Schiffe nicht einfach mitten im Flug neue Raketen aus Rohmaterial zusammenbasteln werden können, auf der anderen Seite aber spart man dadurch wieder schwere und teure Kanonen ein...
Feuersänger:
--- Zitat von: Seelachs am 19.03.2016 | 09:47 ---Ich würde sogar sagen, Projektilwaffen sind die sinnvollste Raumschiffbewaffnung überhaupt. Die Energieausbeute und die Ballistik von solchen Waffen sind im Vakuum 1000 mal besser als in der Atmossphäre. Gauss- oder Railguns mit Projektilen.
--- Ende Zitat ---
Das stimmt zwar, aber der Narr hat nicht nach Gauss- oder Railguns gefragt, sondern nach chemischen Feuerwaffen. Und die hätten die bereits genannten Probleme. Das wäre m.E. höchstens als improvisierte Notlösung relevant. Warum sollte jemand ein Raumschiff mit chemischen Kanonen ausstatten, wenn er Gausskanonen mit einem vielfachen der Projektilgeschwindigkeit haben kann?
Rückstoß ist alles andere als vernachlässigbar. Am ehesten noch wenn man es schafft, einen Teil der Gase nach hinten auszuleiten sodass sie dem Rückstoß entgegenwirken, aber das wird nicht 100% reichen. Dass man ansonsten durch Triebwerkszündungen gegensteuern muss, ist nicht die Lösung, sondern das _Problem_ an der Sache. Man verbrät also Munition _und_ dann nochmal delta-V.
--- Zitat ---Bei Strahlenwaffen kann man die Physik glaube ich weitgehend ignorieren, da man die eh mit Technobabbel rechtfertigen muss.
--- Ende Zitat ---
Wie kommst du auf so einen Unsinn? Das ist so falsch, ich weiß gar nicht wo ich anfangen sollte zu erklären...
--- Zitat ---Ansonsten: Wissenschaftlichen Realismus im Raumschiffkampf einzuhalten ist ein unsinniger Anspruch, esseidenn die Runde besteht nur aus Physikern und Ingenieuren
--- Ende Zitat ---
Blödsinn.
YY:
--- Zitat von: Der Narr am 19.03.2016 | 07:43 ---Ok. Was wäre, wenn die Raumschiffe normale Maschinengewehre haben? Eventuell noch Kanonen? Klar, die Raumschiffe müssten dann sehr dicht dran und dürften sich relativ zueinander auch nicht zu schnell bewegen,
Aber wären ballistische Waffen nicht ressourcenschonend und wenig Abwärme produzierend?
--- Ende Zitat ---
Das Problem an konventionellen ballistischen Waffen ist, dass die Leistung durch die Ausbreitungsgeschwindigkeit der verwendeten Treibladung nach oben gedeckelt ist.
Moderne Panzergeschütze z.B. sind da sehr nahe am technisch machbaren Optimum, und für eine wesentliche Steigerung muss man auf ein anderes Funktionsprinzip umsatteln.
Das ist einer der Gründe, warum in Richtung Laser und elektromagnetische Beschleunigung geforscht wird; dort besteht die Deckelung in dieser Form nicht.
So stellt sich dann auch die Frage nach der Abwärme bei Maschinenwaffen nur bedingt. Klar ist das viel eher beherrschbar, aber eben ab einem sehr schnell erreichten Punkt deswegen, weil die so viel weniger Leistung bringen (und andere Rahmenbedingungen wie effektive Reichweite und Flugzeit das Ganze sinnlos werden lassen) und der Blick auf den Wirkungsgrad über das eigentliche Problem hinwegtäuscht.
Als Point Defense sind sie bis zu einem gewissen Techlevel noch denk- und brauchbar, aber als Primärwaffe nur dann, wenn die Schiffe lahm, klein und wenig gepanzert sind.
Das von Pyromancer genannte Beispiel passt da sehr gut: Abenteuerliche Konstruktion mit ziemlich großen Problemen auf einer Station, die ihr Gegenstück nur mal schief anschauen bräuchte, um es zu zerstören.
--- Zitat von: Der Narr am 19.03.2016 | 08:49 ---Dann sollen sie das Abwärme-Problem halt mit Raketen lösen. Eine Rakete sollte ja reichen, um ein Raumschiff zu zerstören.
--- Ende Zitat ---
Wenn sie trifft, wenn sie nicht vorher abgewehrt wird und wenn sie genug Wirkladung an die richtige Stelle bringt.
Und verschiedene Raketen sind für verschiedene Sachen optimiert - bei gleichem Zweck, wohlgemerkt.
Das ist eine Wissenschaft für sich, die man zwar auch wieder auf erträgliche Maße runterbrechen kann, aber mit "eine Rakete reicht" ist es da nicht getan - wäre ja auch langweilig ;)
--- Zitat von: Seelachs am 19.03.2016 | 09:47 ---Den Impuls kann man schon deswegen vernachlässigen, da ein Aufbau von kleinen Antrieben, die gleichzeitig mit jedem Schuss einen kurzen Schub ausstoßen, um das zu kompensieren, konzeptuell total einfach ist.
--- Ende Zitat ---
:o
Total einfach umzusetzen, produziert keine Abwärme und verbraucht keinen Sprit.
--- Zitat von: nobody@home am 19.03.2016 | 09:53 ---Sicher, die Munition ist offensichtlich begrenzt und mit hinreichend Herstellungsaufwand verbunden, daß die meisten Schiffe nicht einfach mitten im Flug neue Raketen aus Rohmaterial zusammenbasteln werden können, auf der anderen Seite aber spart man dadurch wieder schwere und teure Kanonen ein...
--- Ende Zitat ---
Sobald beide Systeme den angedachten Zweck überhaupt erfüllen können, kann man eine Betrachtung anfangen, ab welcher Schusszahl sich die Kanone in Sachen Gewicht, Volumen und Kosten eher lohnt.
Und dann hat jedes System noch seine Anwendungen, wo es klar überlegen ist, weswegen man momentan noch beides parallel nutzt.
Zumindest auf der offensiven Seite sind aber auch Hybridlösungen denkbar - Kanonen, die unterschiedlich intelligente und manövrierfähige Geschosse mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten verschießen können.
Da muss dann eben die Ladeautomatik ordentlich ackern :)
--- Zitat von: Feuersänger am 19.03.2016 | 10:00 ---Rückstoß ist alles andere als vernachlässigbar. Am ehesten noch wenn man es schafft, einen Teil der Gase nach hinten auszuleiten sodass sie dem Rückstoß entgegenwirken, aber das wird nicht 100% reichen.
--- Ende Zitat ---
Das bewegt sich in Bereichen von allerhöchstens um die 40-50%, wenn alles passt.
Und der Gesamtimpuls wird etwas weniger reduziert als die Kraftspitze.
Unterm Strich ist das ohnehin ein Nischenbereich, denn die leistungsmäßig interessanten ballistischen Waffen sind elektromagnetisch und haben keine Verbrennungsgase, mit denen man arbeiten könnte.
Chiarina:
Eine Frage an die Leute, die hier Raumkampf in Richtung Hard-SF präferieren:
Euer technischer Anspruch in Ehren, aber letztlich muss das an den Spieltisch, oder? Habt ihr vielleicht mal eine literarische Vorlage oder eine Filmszene, die man lesen bzw. anschauen könnte, um sich überhaupt vorzustellen, wie so etwas inszeniert aussehen könnte? Das würde meiner Vorstellung eventuell ein wenig auf die Sprünge helfen.
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