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[Erzählt mir von] Die vergessenen Chroniken
Kanieos:
Ich spiele nun schon recht lange die vergessenen Chroniken und möchte nun hier mal meinen Senf dazu geben:
Das System bietet viel Abwechslung, die 12 Rassen bieten alle einen Startvorteil und eine einzigartige Fähigkeit, welche jedoch nicht die weitere Entwicklung des Charakters beeinträchtigen. Vor- und Nachteile sind (abhängig von den eigenen Attributen) je nach eigenem Interesse wählbar um den Charakter individuell anzupassen (so kann ein Charakter beispielsweise beidhändig ohne Malus Kämpfen, dafür aber Farbenblind sein). Durch die verschiedensten Rüstungen und Waffen erhält man ebenfalls genug Auswahl, ich habe zumindest noch keine Waffe / Rüstung gefunden, bei der ich mir gedacht habe "schade, dass dies nicht im Regelwerk ist", wenn es mal zu einem solchen Fall kommen sollte (der aber wie gesagt bei mir noch nie vorgekommen ist), so helfen halt Hausregeln.
Zu den Antagonisten ist zu sagen, dass das Regelwerk ausreichend einzigartige Antagonisten (wie beispielsweise die hier schon erwähnten Alben, Twarsch oder Serpendra). Ein kleiner Kritikpunkt an der Antagonistensammlung sind die Tiere, welche wir auch aus unserer Welt kennen, davon gibt es nur eine recht kleine Auswahl, welche jedoch auch gut durch Improvisation erweitert werden kann (es gibt beispielsweise keine Nashörner, hier wird sich an anderen Tieren orientiert und dann die Werte des Tieres vom Spielleiter festgelegt). Dies kommt jedoch nur bei Charakteren zu tragen, welche auch wirklich viel mit Tieren zu tun haben (mein aktueller Charakter hat beispielsweise 3 Tiergefährten), hier bietet das Regelwerk nicht die größte Auswahl, jedoch kann man wie gesagt improvisieren, oder aber auf das hier Angesprochene Kompendium mit Antagonisten warten.
Da dies hier das erste System ist, das ich länger als nur 5 Stunden gespielt habe, kann ich leider keinen Vergleich zu anderen ziehen und auch nicht beurteilen, wie Einzigartig dieses Regelwerk ist.
Ich stimme zu, dass die Infos die man abseits der Homepage findet sehr rar sind auch auch nicht viel aussagen, besonders der Kickstarter trailer war für mich eher nicht ansprechend, jedoch habe ich dem Regelwerk eine Chance gegeben.
Das Regelwerk war für mich als einsteiger gut zu verstehen, die vielen verschiedenen Talente sind in Talentlisten gegliedert, von denen jeder Charakter bis zu zwei zu den normalen "kosten" (Ausblidungspunkte, welche durchs spielen erhalten werden) nutzen kann. Dadurch behält man selbst den Überblick über das eigene können und wenn andere Charaktere etwas nutzen, was man gerade nicht kennt, so können diese dies auch kurz beschreiben (wobei viele Talente selbsterklärend sind, wie beispielsweise "Wasser", "Schildwall", oder auch "Schlaflied").
Die Talente können alle nicht nur im Kampf eingesetzt werden, sondern auch, bei geschickter Verwendung, um sich den Alltag zu erleichtern (beispielsweise durch das Talent "Wasser" sich überall Trinkwasser organisieren zu können oder aber mit dem Talent Schildwall, welches aus dem Boden eine Mauer hochzieht, hinter der man sich verschanzen kann, eine Brücke über einen Fluss baut) oder aber um bei Rätseln eine Hilfe darzustellen (beispielsweise mit Retour die letzte Handlung rückgängig machen und so das auslösen einer Falle ungeschehen machen).
Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dem Regelwerk, es bietet eine Abwechslungsreiche Welt, welche durch genügend Hintergrundgeschichte lebendig wird, ist auch für Einsteiger gut zu verstehen und macht mir viel Spaß beim Spielen.
Falls noch jemand konkrete Fragen zu Spielererfahrungen hat, kann ich gerne versuchen diese zu beantworten.
Krassgeilertyp:
@Kanieos
Welche Spieler spricht dieses Spiel denn an? Ich würde jetzt mal tippen, dass der klassische, durchschnittliche Fantasyfan hier angesprochen wird.
Aber warum sollte ich beim doch reichen Angebot dieses Spiel spielen? Warum nicht DSA, DnD, Warhammer oder Splittermond?
Kanieos:
@Krassgeilertyp
Mich hat dieses System angesprochen, da ich einfach mal mit Pen&Paper anfangen wollte und mir als einstieg eigentlich nur etwas im Fantasy bereich vorstellen konnte. Ich habe als ich eine Gruppe gesucht habe nicht darauf geachtet, welches System ich spielen möchte, sondern einfach, was in meiner nähe bereits gespielt wird. So bin ich darauf gekommen. Unterschied zu vielen klassischen Fantasy spielen ist denke ich (dies beruht nur auf Erzählungen anderer, da ich selbst noch keine wirklichen Erfahrungen mit anderen Systemen gemacht habe, bis auf einmal 5 std Gurps und ein paar wenige Abende Welt der Dunkelheit), dass es sehr vielseitig ist, man kann eben nicht nur den klassischen Nahkampf Zwerg, Fernkampf Elben, oder Magier spielen, sondern auch einen Künstlerisch begabten Orney (Vogelähnliche Rasse), welcher mit seinen Talenten für Buffs in der eigenen Gruppe / debuffs bei Gegnern sorgen kann, oder aber in Städten durch Künstlerische Einlagen für ein wenig Einkommen, oder Ablenkung sorgen kann. Und wenn man trotzdem noch mit draufhauen können möchte ist das auch kein Problem, man kann ich alle Talente relativ frei zusammenstellen, wodurch auch Hybride möglich sind.
Ich kann wie gesagt leider nicht mit viel Erfahrung von anderen Systemen berichten, daher kann ich dir auch nicht sagen, warum man DvC vor anderen bevorzugen könnte, ich kann dir nur sagen, weshalb ich bisher noch kein anderes Regelwerk getestet habe, das ist einfach da man genug Möglichkeiten hat sehr viele verschiedene Charaktere zu spielen und so immer Abwechslungsreiche Spieleabende entstehen.
Krassgeilertyp:
@Kanieos
Danke für den Einblick :)
Allerdings kann man in fast jedem Fantasysystem das tun was du beschrieben hast :/ ... deswegen macht mir das Alleinstellungsmerkmal immer noch die meisten Sorgen bei diesem System.
Blizzard:
--- Zitat von: Krassgeilertyp am 19.04.2018 | 14:21 ---Aber da fehlen die Ecken und Kanten. Es fehlt das Alleinstellungsmerkmal...Die Beschreibungen bleiben auch ohne Überraschung. Also da ist leider nicht viel zu holen als Interessent.
--- Ende Zitat ---
Das 'Problem' haben andere Fantasy-Systeme aber auch.
--- Zitat ---Auch das Würfelsystem bietet nicht viel. Erfolge sammeln mit W6?... naja ok.
--- Ende Zitat ---
Aber es ist ein Würfelsystem, das funktioniert. Das ist mir im Zweifelsfall lieber, wie ein Regelsystem, das versucht, revolutionär zu sein und sich dabei nur verzettelt und verkünstelt.
--- Zitat ---Und die Seite braucht dringend einen guten Einstieg für Neulinge. Einen ikonischen Probecharakter (besser mehr) mit kompletten Werten und ein Einstieg für das Würfelsystem, was ich nicht mühsam auf Kickstarter suchen muss. Ich muß mir als potenzieller Spieler/SL nach 10 Minuten schon eine Vorstellung machen können.
--- Ende Zitat ---
Hier muss ich leider zustimmen. Grade was die Regeln anbelangt.
--- Zitat ---Da muss dringend ein bisschen Mut rein. Mut zu was peinlichen, übertriebenen, zu schlichten oder viel zu komplexen.
--- Ende Zitat ---
Mit letzterem wäre ich vorsichtig. Da gibt es dann nämlich bestimmt Leute die dann sagen : " Nee, das ist ja mal übertrieben oberpeinlich /übertrieben-das schaue ich mir nicht weiter an bzw. das kaufe ich nicht."
--- Zitat ---Ich spiele schon sehr lange und habe sehr sehr viele verschiedene Systeme gespielt und dieses hier hat keinen Mumm etwas neu zu machen. Obwohl du schreibst, das Fantasygenre "aufbrechen" zu wollen. Das tust du leider überhaupt nicht.
--- Ende Zitat ---
In Bezug auf das Regelsystem oder auf das Setting?
--- Zitat ---Zudem erinnert der Name "Die vergessenen Chroniken" sehr stark an die Chroniken von Narnia. Unglücklicherweise auch noch ein Löwe auf der ersten Seite. Würde ich überdenken.
--- Ende Zitat ---
Mich erinnert es nicht an Narnia. Ich war eher überrascht, als ich neulich erfuhr, dass es zu Narnia ein eigenes RPG gibt. Das Problem mit dem Löwen hat sich mit der neuen Edition eh erledigt. Ich sehe deswegen keine Notwendigkeit, den Titel zu ändern.
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