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Nahezu unverwundbare Plattenrüstung und verwandtes
nobody@home:
Im richtigen Leben haben die Leute, die sie sich leisten konnten, Plattenrüstung nun mal ins Gefecht getragen, weil sie funktioniert hat. Die haben den Deubel getan und sich Gewissensbisse eingeredet, daß das gegenüber ihren Feinden vielleicht fies und unfair sein könnte. ;)
Natürlich ist die Rüstung nicht perfekt; da, wo der Träger rausgucken oder sich bewegen können muß, kann man nicht einfach auch solides Blech installieren, und wenn er hinreichend aus dem Gleichgewicht kommt, landet er genauso auf dem Boden wie jeder andere...und dann kann man unter Umständen an ihn herankommen, weil er bis zum Wiederaufstehen erst mal gerade jetzt im Moment in einer schlechten Verteidigungsposition ist. Aber gegen die meisten nicht großartig gezielten 08/15-Angriffe oder wild umherschwirrenden Pfeile, von denen ein ungepanzerter Gegner eben mangels Schutz schnell mal zumindest ein paar Kratzer und Fleischwunden weghat, wenn nichts Ernsteres? Her mit dem Ding und weg mit dem unpraktischen Barbaren-Lendenschurz.
Das ist halt der "realistische" Ansatz. Natürlich werden, wenn man den konsequent durchzieht, auch die meisten Spielercharaktere, die die Möglichkeit haben und von den Regeln nicht künstlich daran gehindert werden, früher oder später so einen Plattenpanzer zumindest als Reserve für den Notfall verfügbar haben wollen...und wenn der SL zehnmal meint, daß das zu dem Meister des waffenlosen Kampfes aus Fantasy-Fernost nun eigenlich "vom Konzept her" überhaupt nicht paßt. Aber wenn ich den neben dem Ritter in voller Montur und vielleicht noch einem Fantasy-Wikinger mit unpraktischem Hörnerhelm in derselben Gruppe haben will, ohne daß irgendwann mal einer anfängt, seine Ausrüstung zu "optimieren", dann muß ich mir vielleicht doch überlegen, Rüstung eher a la Hollywood hauptsächlich als buntes Kostüm zu behandeln...
Samael:
--- Zitat von: Lichtschwerttänzer am 15.06.2016 | 18:22 ---Icg vermute mal das man spezielle Waffen zum dosenöffnen entwickelt hat?
--- Ende Zitat ---
Unter anderem eben Einhandschwerter. Siehe die verlinkte Liste oben, oder mal "Schwert Panzerbrecher" bzw. "Estoc" googeln. Bevor man behauptet, dass jemand anderes keine Ahnung hat, lieber die Fakten checken - sonst könnte es peinlich sein (insbesondere wenn man eigenes "Expertentum" versucht krampfhaft zu etablieren).
Pyromancer:
Die Plattenrüstung ist halt der Kampfpanzer des Spätmittelalters: Klar kriegt den auch der gemeine Infanterist irgendwie geknackt, aber wenn in einer offenen Feldschlacht dein Gegner welche hat, dann bist du halt am Arsch, wenn du sie nicht mit eigenen kontern kannst.
(Hinweis: Offene Feldschlachten sind nicht der Fokus der allermeisten Rollenspiele.)
Chruschtschow:
Stimmt, Schwerter sind absolut wirkungslos geg ... Estoc? ... Man hat halt ein paar Designs entwickelt, die schlanker und spitzer waren, dafür aber nicht so toll zum Schneiden geeignet. Plattenrüstungen waren keineswegs unverwundbar. Auch nicht für Schwertkämpfer. Schwer? Ja. Aber Visier, Gelenke, Hände, Innenseiten der Beine etc. sind zwangsläufig Schwachstellen, sonst sieht man nix, kann sich nicht bewegen, an der Waffe umgreifen o.ä. Dazu ist die Rüstung an sich auch nicht unzerstörbar. An Schwachstellen kommt man sicher nicht so leicht ran, da muss man halt den Gegner so lange niederkämpfen, bis sich eine Lücke auftut. Dass spätmittelalterliche Schlachten mit viel Metall für Fuß- und Reitervolk immer noch Tote produzierten, ist ein gewisses Indiz.
Hat hier noch jemand den Eindruck, dass wir im Moment irgendwie die Gegenbewegung zu panzerbrechenden Katanas und Uberlangbögen haben, die jetzt auf der Panzerungsseite überschwingt?
Der Langbogen hat nicht alles durchschossen, der Plattenharnisch nicht alles gestoppt ...
[EDIT]
Heh, da waren ein paar Einwürfe schneller als ich mit meinem Handytippern. ;)
Maarzan:
--- Zitat von: Pyromancer am 15.06.2016 | 18:31 ---Die Plattenrüstung ist halt der Kampfpanzer des Spätmittelalters: Klar kriegt den auch der gemeine Infanterist irgendwie geknackt, aber wenn in einer offenen Feldschlacht dein Gegner welche hat, dann bist du halt am Arsch, wenn du sie nicht mit eigenen kontern kannst.
(Hinweis: Offene Feldschlachten sind nicht der Fokus der allermeisten Rollenspiele.)
--- Ende Zitat ---
Bleibt vor allem die Frage der Quote. Wie viele Versuchsgegner werden im Schnitt geschnetzelt, bevor es dann der so Gerüsteten erwischt. Und man kann zwar wohl (z.B. kostenbedingt) davon ausgehen, dass die Zahl der so gerüsteten oft kleiner ist, aber nicht, dass hinter dem so gerüsteten dann nicht doch noch ein paar weniger gerüstete Kumpels stehen, welche die Dose erst einmal als Deckung nehmen , ihm aber im Fall des Missgeschicks zur Seite stehen und den nach der Lücke suchenden Messerstecher über dem gestürzten bei der Platzierung eines sorgfältig gezielten Stich stören.
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