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Autor Thema: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe  (Gelesen 3236 mal)

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Offline Blechpirat

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    Roman­tik & Liebe?

    *Kicher*

    Was hat das denn mit Rol­len­spiel zu tun? Ich will in den Dun­geon!

    – wir alle, so mit 15

Roman­tik & Liebe ist ein Thema, mit dem man im Rol­len­spiel gerade zu absurd pein­li­che Situa­tio­nen her­bei­spie­len kann, vor allem, wenn man noch jung ist.

Roman­tik & Liebe ist ein Thema, bei dem mir eine ver­hei­rate Frau von ca. 35 gestand, dass sie meine Mons­ter­hearts–Runde extrem groß­ar­tig fand, aber froh gewe­sen wäre, dass ihr Ehe­mann nicht dabei war.

Roman­tik & Liebe ist das Thema, bei dem am Spiel­tisch geheult wird.

Roman­tik & Liebe ist das Thema der Rol­len­spiel­runde sein, bei der ich am meis­ten von mir preis­ge­ge­ben habe.

Roman­tik & Liebe war das Thema der bis­her inten­sivs­ten Runde, die ich je gelei­tet habe.

Roman­tik & Liebe war das Thema der bis­her inten­sivs­ten Runde, die ich je gespielt habe.

Roman­tik & Liebe war das Thema der bis­her einzi­gen Runde, bei der wir einen Cool­down-Gespräch und –Schnaps brauch­ten, bevor wir ins Bett gehen konn­ten.

Roman­tik & Liebe im Rol­len­spiel ist Spiel mit hohen Ein­sät­zen. Wenn es schief­geht, geht es so schief, dass man guten Freun­den nie wie­der in die Augen schauen kann. Wenn es gut geht, kom­men gran­diose Run­den dabei raus.

Wie kommt es, dass trotz­dem in vie­len Run­den all das kein Thema ist? Das wir uns zwar ohne wei­te­res vier Stun­den durch einen Dun­geon met­zeln oder hin­ter Cthulhu her recher­chie­ren, aber Bezie­hun­gen, Liebe, Sex und Roma­nik spie­len sel­ten eine Rolle? Dabei sehen wir kei­nen Film, lesen kein Buch, hören keine Geschichte ohne Bezie­hun­gen, ohne Roman­tik, ohne Liebe.

Diese Frage hat mich dazu moti­viert, den Kar­ne­val der Rol­len­spiel­blog im Juli zu über­neh­men und unter das Thema Roman­tik & Liebe zu stel­len.

Uner­wi­derte Liebe, bedin­gungs­lose Hin­gabe, ver­zwei­fel­tes Ver­zeh­ren, kal­tes Aus­nut­zen, zar­tes Hin­schmel­zen, unbe­frie­dig­tes Begeh­ren: Das ist es, was Men­schen eigent­lich moti­viert. Und wenn man das ins Rol­len­spiel über­trägt, wird alles stär­ker: Hor­ror ist schlim­mer, wenn man um sei­nen Liebs­ten bangt, nicht nur um den eige­nen Cha­rak­ter. Opfer wer­den per­sön­li­cher, Moti­va­tio­nen bedin­gungs­lo­ser. Wenn ich um die Hand der Prin­zes­sin anhalte, weil ich die Hälfte des König­rei­ches will, ist das etwas ande­res, als wenn ich sie liebe. Und wenn, um den König zur Zustim­mung zu brin­gen, ein Dra­che fal­len muss… dann kann ich den Kon­flikt mit dem Dra­chen viel span­nen­der gestal­ten als einen blo­ßen Kampf.

Was ich mir an Bei­trä­gen wün­sche oder vor­stelle:

  • Roman­ti­sches Drei­eck und andere Modelle, um Bezie­hun­gen zum Thema zu machen.
  • Ih Bäh! Gefühle sind für Mäd­chen. Warum in mei­nen Rol­len­spiel­run­den Gefühle ein Modi­fi­ka­tor auf die Cha­ris­ma­probe blei­ben.
  • Sex und der gute Geschmack – wo ist die Grenze zwi­schen Rol­len­spiel und Grup­pen­mas­tur­ba­tion?
  • Gefühle und Regeln – eine gute Idee?
  • Schlechte und gute Erfah­run­gen – was funk­tio­niert, was nicht – und warum?
  • Tabus und Grenz­über­schrei­tun­gen: Wir sind bei Sex­dar­stel­lun­gen sen­si­bler als bei Gewalt­dar­stel­lun­gen. Was geht, was geht nicht, und wie fin­det es man für seine Gruppe her­aus?
  • Ich bin eifer­süch­tig auf den In-Time-Ehe­mann mei­ner lar­pen­den Freun­din. Ein Geständ­nis.
  • Die Freun­din des SL als Spie­le­rin (oder andere pro­ble­ma­ti­sche „Bezie­hungs­kis­ten” am Spiel­tisch)
  • Cuts­cene, Aus­blen­den, Aber­zäh­len – Metho­den, wie man die „pein­li­chen” Momente mode­riert.
  • Bezie­hungs­kis­ten mit NSCs – ein Guide für SLs
  • Fri­ends – Das Soap-Opera-Rol­len­spiel
  • Machos&Tussis: NSCs, bei denen das Geschlecht eine Rolle spielt, sind nicht ein­fach für den SL. Gute Kli­schees hel­fen, pein­li­che Vor­ur­teile wol­len ver­mie­den sein.
  • Gefühle im Rol­len­spiel: OSR ist der rich­tige Weg.
  • Roman­tik und Hor­ror – ein Rezept für Gru­sel am Spiel­tisch.
  • Sind wir reif für schwule Cha­rak­tere und NSCs?
  • Einen Bei­trag von Mond­buch­sta­ben und einen von Ana­log­kon­sole.

Was ich mir nicht wün­sche:
  • Chain­mail-Bikini: Der Cha­ris­mabo­nus auf die Rüs­tungs­klasse
  • Eine Rezen­sion von F.A.T.A.L.
« Letzte Änderung: 3.07.2016 | 13:22 von Blechpirat »

Offline Blechpirat

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #1 am: 3.07.2016 | 13:22 »
Wer hat sich in unseren kleinen Umzug schon eingereiht?
Orkpiraten: Erwachsenwerden – ein Beitrag zum Rollenspielblogkarneval

Offline Blechpirat

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #2 am: 3.07.2016 | 16:44 »
Der Zahnlose hält man gar nichts davon:

Analogkonsole: Ich liebe dich. Aber nicht im Spiel.
« Letzte Änderung: 3.07.2016 | 17:18 von Blechpirat »

Offline Sal

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #3 am: 3.07.2016 | 19:46 »
Ohne Romantik & Liebe im Rollenspiel fehlt mir nichts. Vermutlich ist das Geschmackssache, weshalb ich keine Pro- und Contras diskutieren wollte. In meinem Beitrag zum Karneval habe ich stattdessen drei kurze Anekdoten zum Thema gesammelt.
Beitrag auf w6 vs. w12: [RSPKarneval] Anekdoten von Liebe und anderen Katastrophen
Spielleiterwarnung nach Dürrenmatt: Je planmäßiger du vorgehst, desto wirksamer vermögen deine Spieler dich zu treffen.
Spiellerwarnung nach Dürrenmatt: Ein Abenteuer ist dann zu Ende gedacht, wenn es seine schlimmstmögliche Wendung genommen hat.

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Offline Teylen

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #4 am: 3.07.2016 | 20:39 »
Ich habe auch mal was geschrieben
Rollenspiel Blog-Karneval: "Let's talk about..." Liebe & Romantik

Ich bin auch weniger bis nicht romantisch ^^;
« Letzte Änderung: 3.07.2016 | 21:31 von Teylen »
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #5 am: 3.07.2016 | 22:31 »
Ich habe nochmal gebloggt, diesmal über Gender-Patches.
Was imho auch noch zum Thema passt ^^;
Rollenspiel Blog-Karneval: „Patch Up!“ Liebe & Romantik
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Offline Blechpirat

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #6 am: 5.07.2016 | 14:37 »
Bin ich reif genug, einen Karneval zu Romantik und Liebe zu veranstalten? Ich muss langsam dran zweifeln: http://d6ideas.com/?p=6578

Offline Blechpirat

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #7 am: 5.07.2016 | 14:39 »

Offline Mann ohne Zähne

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #8 am: 5.07.2016 | 17:17 »
Bin ich reif genug, einen Karneval zu Romantik und Liebe zu veranstalten? Ich muss langsam dran zweifeln: http://d6ideas.com/?p=6578

Oh Mann, wenn ich solche Reaktionen (nicht deine, Karsten, ich meine die im verlinkten Blog) schon lese, wird mir ganz schwindlig vor Kopfschütteln. Kann es denn wirklich möglich sein, daß diese beschissene Kultur des Sich-angegriffen-Fühlens nirgendwo halt macht? Muß sich jeder gleich irgendwie persönlich beleidigt und angefaßt fühlen -- von einer völlig harmlos formulierten Frage? Verdammte Hacke, entweder ich bin zu alt und habe in meinem Trainerleben zu viele Kopftreffer kassiert -- oder es ist vonnöten, daß sich die Dünnhäutigen schnellstens ein Paar Eier wachsen lassen, egal ob sie Männer oder Frauen sind. Und kommt mir jetzt nicht mit Genderquatsch. **Bei mir trainieren auch Schwule und Lesben, aber die fühlen sich von so ner Frage nicht gleich zutiefst verletzt.

 :bang:
Norbert 

**edit:
Klarstellung, um eventuelle "du Homophober!"-Anschuldigungen mal gleich im Keim zu ersticken.
« Letzte Änderung: 5.07.2016 | 17:36 von Mann ohne Zähne »
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #9 am: 5.07.2016 | 17:30 »
Oh Mann, wenn ich solche Reaktionen (nicht deine, Karsten, ich meine die im verlinkten Blog) schon lese, wird mir ganz schwindlig vor Kopfschütteln. Kann es denn wirklich möglich sein, daß diese beschissene Kultur des Sich-angegriffen-Fühlens nirgendwo halt macht? Muß sich jeder gleich irgendwie persönlich beleidigt und angefaßt fühlen -- von einer völlig harmlos formulierten Frage? Verdammte Hacke, entweder ich bin zu alt und habe in meinem Trainerleben zu viele Kopftreffer kassiert -- oder es ist vonnöten, daß sich die Dünnhäutigen schnellstens ein Paar Eier wachsen lassen, egal ob sie Männer oder Frauen sind. Und kommt mir jetzt nicht mit Genderquatsch.

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Offline JollyOrc

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #10 am: 5.07.2016 | 17:38 »
Wenn man die Frage auspackt, ist sie allerdings in der Tat gar nicht mehr so harmlos. Wie blut_und_glas ist auch mir völlig klar, dass Blechpirat mit der Frage wirklich garantiert nix böses meinte. Aber gut gemeint ist halt nicht immer gut gemacht: Denn für Menschen, die quasi seit sie sich ihrer Identität bewusst sind damit zu kämpfen haben, dass eben diese Identität auch normal sein darf, ist die Frage, ob denn (wer auch immer) schon für sie bereit sei, im besten Falle einfach unnütz und albern, und meistens dann doch in der Tat übergriffig.

Just my 2 cents...
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #11 am: 5.07.2016 | 17:42 »
Ich versteh's nicht. “Sind wir reif für schwule Charaktere und NSCs?” -- wer ist angesprochen? Ich würde semantisch interpretieren und sagen, wir Rollenspieler. Und "reif sein", also mit unserem Denkprozess oder unserem Mut so weit sein, schwule Charaktere und NSCs ins Spiel einzubauen.

Wo liegt hier das Problem?
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #12 am: 5.07.2016 | 17:55 »
Man könnte, anstelle im Forum zu moppern, seine Gedanken dazu - wenn man sie für hinreichend relevant und umfangreich hält - in einen Blog-Artikel fassen. Das dürfte, vermutlich, konstruktiver sein und weniger stressen.

Es gibt da ja verschiedene Facetten.
Aspekte wie ob man Charaktere mit sexuellen Ausrichtungen jenseits des heterosexuellen "Standard" in Runde hatte.
Wie es umgesetzt wurde, wie es wirkte und ob es da vielleicht verschiedene Probleme machte.
Wie man in Let's Plays die Einbindung von beispielweise homosexuellen Charakteren empfand.
Ein Stream der mir dort spontan einfallen würde wäre die Fallout von GameStar.
Wie man es sich vielleicht auf einer Convention vorstellt. Ob man vielleicht bedenken hat das dann Mitspieler in die Klischee Kiste der letzten Jahre greifen, (halb-)homophob reagieren und wie man gedenkt damit sinnvoll umzugehen.
Was man macht wenn man es einbringen möchte, jedoch einen Spieler hat der sich dort eher unreif zeigt.
Sei es weil man einen homosexuellen Charakter spielen mag oder gar einen Transgender Charakter.
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #13 am: 5.07.2016 | 17:56 »
Der Schritt von "Sind wir reif für X" zu "Du willst uns doch wohl nicht X zumuten" ist halt ein kleiner. Ich kann nachvollziehen, dass das nicht bei jedem oder jeder Spieler*in gut ankommt.
Jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #14 am: 5.07.2016 | 17:57 »
Der Schritt von "Sind wir reif für X" zu "Du willst uns doch wohl nicht X zumuten" ist halt ein kleiner. Ich kann nachvollziehen, dass das nicht bei jedem oder jeder Spieler*in gut ankommt.

Natürlich. Aber es gibt halt Gruppen, die so denken, und Gruppen, die anders denken. Deswegen ist doch die Fragestellung an und für sich nicht "übergriffig".
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #15 am: 5.07.2016 | 18:03 »
Warum ist das doof? Ausgrenzende Sprache, deswegen.

Wenn jemand offen alle Rollenspieler anspricht und diese eine "sind wir bereit für $irgendetwas?" dann impliziert das, dass $irgendetwas bislang nicht Teil der angesprochenen Gruppe ist. Wenn man selbst nun aber $irgendetwas ist, dann bekommt man quasi ins  Gesicht gesagt "Du bist keiner von uns!".

Stelle Dir mal vor, Dir würde bei jeder (wirklich jeder) Gelegenheit gesagt werden, dass Freiform-Kasper doch keine echten Rollenspieler [tm] wären. Selbst an der Aldi-Kasse. Und dann setzt Du Dich in Deine gemütliche Hausrunde, und da sagt dann die Spielleitung "nee, lasst uns mal was Richtiges [tm]machen" und holt den Rolemaster Stapel raus.
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #16 am: 5.07.2016 | 18:17 »
Warum ist das doof? Ausgrenzende Sprache, deswegen.

Ich empfinde die Formulierung überhaupt nicht ausgrenzend. Überhaupt nicht. Die Frage ist an uns Rollenspieler gestellt. Damit ist klar, daß schwule/lesbische Spieler sowieso die Frage mit JA beantworten. Interessant wird's eben bei dem zahlenmäßig viel größeren Rest: Ich bin Hetero, und Karstens Frage hat mich durchaus zum Nachdenken gebracht. Und damit ist das Ziel doch erreicht, oder nicht?

Zitat
Wenn jemand offen alle Rollenspieler anspricht und diese eine "sind wir bereit für $irgendetwas?" dann impliziert das, dass $irgendetwas bislang nicht Teil der angesprochenen Gruppe ist. Wenn man selbst nun aber $irgendetwas ist, dann bekommt man quasi ins  Gesicht gesagt "Du bist keiner von uns!".

Natürlich! Meine Gruppe -- und auch alle anderen Spieler, die wir so kennen -- hatten diese Frage bis jetzt nicht auf dem Schirm. Bei uns spielen keine Schwulen oder Lesben mit, deswegen war das nie Thema. Hin und wieder ist einer meiner NSCs mal schwul, aber das ist wirklich die Ausnahme.

Zitat
Stelle Dir mal vor, Dir würde bei jeder (wirklich jeder) Gelegenheit gesagt werden, dass Freiform-Kasper doch keine echten Rollenspieler [tm] wären. Selbst an der Aldi-Kasse. Und dann setzt Du Dich in Deine gemütliche Hausrunde, und da sagt dann die Spielleitung "nee, lasst uns mal was Richtiges [tm]machen" und holt den Rolemaster Stapel raus.

Und genau hier kommt die von mir angesprochene Dünnhäutigkeit zum Tragen. Mir ist es völlig wurscht, ob jemand mir sagt, daß Freiform kein echtes Rollenspiel sei. Das ist mir wirklich wurscht. Es ist nur ein Hobby. Und eben weil ich auch Schwule und Lesben bei mir im Training habe und weiß, daß die mit beiden Beinen auf der Erde stehen, kommt mir dieses Ich-bin-verletzt-durch-deine-Worte-Gehabe so affektiert vor. Vor allem bringt es genau gar nichts. Es verändert nichts. Es zeigt nur mit dem großen, leuchtenden Zeigefinger auf "die anderen".
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #17 am: 5.07.2016 | 18:37 »
Ich empfinde die Formulierung überhaupt nicht ausgrenzend. Überhaupt nicht.

Natürlich nicht. Du bist ja auch nicht schwul.

Stell dir die gleiche Frage mal mit einer anderen Gruppe vor, die öfters mal Ausgrenzung erfährt. "Sind wir reif für Schwarze?" Sicher, dass da keine Diskriminierung mitschwingt?
« Letzte Änderung: 5.07.2016 | 18:39 von Chruschtschow »
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #18 am: 5.07.2016 | 18:42 »
Natürlich nicht. Du bist ja auch nicht schwul.

Ich habe jetzt zweimal erwähnt, wie "meine" Schwulen und Lesben von derlei Fragen nicht beeinflußt werden. Zählt das nicht?

Zitat
Stell dir die gleiche Frage mal mit einer anderen Gruppe vor, die öfters mal Ausgrenzung erfährt. "Sind wir reif für Schwarze?" Lass dir das mal durch den Kopf gehen. Ich finde den Vorwurf der Dünnhäutigkeit und Anstellerei hier sehr problematisch. Vielleicht wird dir mit dem obigen Beispiel auch klar warum, die meisten Leute erkennen Rassismus leichter als andere Diskriminierung.

Öhm... einer meiner Trainingskollegen und gleichzeitig Geschäftspartner ist Schwarzer. Und er findet es immer aufrichtig witzig, wenn Leute "Neger" sagen. Da kann man mal sehen, wie unterschiedlich Menschen gestrickt sind.
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #19 am: 5.07.2016 | 18:42 »
Hängt vermutlich davon ab, welche Antwort auf "SOLLTEN wir reif für XYZ sein?" man jeweils in den Autor hinein interpretiert. Wenn man denkt, der Autor ist der Meinung, dass man es ganz selbstverständlich sein sollte, weil XYZ auch nur Menschen wie du und ich sind, nur mit anderer ...beliebiges Kriterium..., fällt einem da sicher weniger was negatives auf, als wenn man denkt, dass der Autor nicht findet, dass man es sein sollte...

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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #20 am: 5.07.2016 | 18:54 »
Der Zahnlose hält man gar nichts davon:

Analogkonsole: Ich liebe dich. Aber nicht im Spiel.

Ich habe gerne Ziele der Charaktere, welche sie zu mehr als MurderHobos machen. "Action-um-der-Action"-willen finde ich ziemlich langweilig (ich mag Actionfilme und Wrestling, aber ich muss da mit den Charakteren mitfiebern können, und ohne gute Charakterszenen und Promos geht das halt nicht).

Ich sehe auch nicht, warum das Misery Porn sein soll. Es ist doch normal, seinen Spielern harte Herausforderungen zu liefern. Wenn die Spieler auf Stufe 1 einem Drachen begegnen (und von diesem vermutlich so richtig durch die Mangel gedreht werden) dann soll das kein Misery Porn sein, sondern eine old-schoolige Darstellung der harten Welt, aber sobald man sagt "deine Geliebte ist dem Hauptmann der Wache zur Ehe versprochen, weswegen ihr nicht zusammen sein könnt" soll das auf einmal Misery Porn sein? ~;P
« Letzte Änderung: 5.07.2016 | 18:57 von alexandro »
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #21 am: 5.07.2016 | 18:56 »
Also erstmal, die Frage ist nicht übergriffig, meiner Meinung nach. Und da ich bis jetzt noch kein Argument dafür gehört habe, befasse ich mich da auch nicht weiter mit.
Wie man die Frage und die intention des Autors "interpretiert" ist sicher spannend, aber zeigt auch die Grenze dessen, wo man vorschnell mit dem Finger zeigen kann. Ich bin auch eher dafür, im Zweifel Toleranz zu üben, solange man eben keinen triftigen Grund zu der Annahme hat, dass da Schaden angerichtet wird, dann kann man sich direkt an den Autor wenden.
Und nein, mit Schaden meine ich weniger "das klingt jetzt in meinen Ohren doof weil ich da traumatisiert bin", davor werden andere arbiträre Minderheiten ja auch nicht geschützt. Ich meine eher "damit heizt jemand spezifisch z.B. eine negative Stimmung an, die dann hässlichere Konsequenzen hat". Das sehe ich in dem Fall nicht so.
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #22 am: 5.07.2016 | 18:58 »
"Sind wir reif für schwule Charaktere?"
Kann man auch als Frage sehen ob Rollenspieler, als Gruppe, die intellektuelle, geistige Reife aufbringen LGTBQIA+ Charaktere einzubringen und normal zu behandeln oder nicht.

Wenn ich mir ansehe was kurz nach meinem Beitrag über die Dystopia Rising Patches an Diskussionen auf Social Media Walls von hier Postenden lief. So an aufrichtigen entsetzen über die Idee der Patches oder ein inklusives (Zombie Apocalypse Hellscape) Setting. [Neben noch einigen anderen Anekdoten zu dem Thema die teils zzg. schon älter sind] Dann wäre ich geneigt anzunehmen das "wir" nicht unbedingt alle reif genug dafür sind.
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Re: Karneval der Rollenspielblogs: Romantik & Liebe
« Antwort #24 am: 6.07.2016 | 17:39 »
"Sind wir reif für schwule Charaktere?"
Kann man auch als Frage sehen ob Rollenspieler, als Gruppe, die intellektuelle, geistige Reife aufbringen LGTBQIA+ Charaktere einzubringen und normal zu behandeln oder nicht.
Richtig. Und genau an der Stelle sehe ich auch ein Problem.
Wer entscheidet darüber, ob "Reife" irgendetwas damit zu tun hat, eine bestimmte sexuelle Orientierung ins Spiel einzubringen?
Meine Antwort bei blut_und_glas weist darauf hin, dass z.B. auch das Setting (und seine Regeln), das man konkret spielen möchte, bestimmte Setzungen vorgeben kann. LGTBQIA+ im Spiel könnte auch von den Themen, die ein Setting "zur Bearbeitung" präsentiert, ablenken.

Das ist aber nur ein Beispiel, dass das Auftreten schwuler Charaktere nichts mit Reife zu tun haben muss.

Das Problem mit der Frage kann mMn leicht so aufgefasst werden wie hier:
"Spielst du immer noch diese kindischen Fantasy-Rollenspiele?"
Wenn man nun der Meinung ist, dass das Attribut "kindisch" nichts mit "Fantasy-Rollenspielen" zu tun haben muss, dann ist die Frage insofern "falsch", als dass es keine "richtige" Antwort geben kann.
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