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[Ideensammlung] Star Trek-artiges Setting "ohne die Macken"

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Waldviech:
Einigen wir uns einfach drauf, dass beide Franchises Fantasy im Weltraum sind. 😛 Mal davon ab hat ST einfach ein ganz anderes Flair als SW, Raumschiff hin, Strahlenkanone her. Bei ST sehr wichtig sind z.b. der humanistisch-philosolhische Background oder die regelmäßigen moralischen Zwickmühlen. Das drin zu haben und richtig rübergebracht empfände ich als wesentlich wichtiger als Beamen. (Kleine Nebenbemerkung: Interessanterweise kommt die Sternenflotte der Commonality in Mindjammer sehr trekkig rüber - sieht man schön in "The City People"...)

alexandro:

--- Zitat von: Feuersänger am  3.08.2016 | 09:19 ---Aber es _ist_ doch bei ST (ab TNG) nunmal so, dass in genau den Folgen, in denen nicht gebeamt werden kann, der Plot in 30 Sekunden beendet wäre, _wenn_ der Transporter gerade funktionieren würde.
--- Ende Zitat ---

Nur Folgen, deren Zusammenfassung mit dem Satz "Die Enterprise ist auf einer 08/15-Standardmission, als plötzlich..." beginnt. Der operative Teil ist hier 08/15-Standardmission, das impliziert, dass so etwas normalerweise in 30 Sekunden erledigt ist.

Das Äquivalent bei Fantasy wäre "Findet die verschwundene Kuh von Bauer Huber" - wenn wirklich das gesamte Abenteuer nur daraus besteht, und da nicht noch mehr kommt, dann ist das Abenteuer auch innerhalb von (gefühlt) 30 Sekunden vorbei. Baut man eine weitere Komplikation (z.B. Oger, Goblins oder Subraumverzerrungen) ein, dann hat das Abenteuer etwas mehr Potential dafür, eine komplette Spielsitzung zu füllen.

Andorian Spaceman:

--- Zitat von: 1of3 am  1.08.2016 | 20:52 ---Ich scheine eine grundlegend andere Art von Rollenspiel zu betreiben als die meisten hier. Der Transporter ist so übermächtig, dass er an ungünstigen Stellen ausfallen muss? Dazu haben wir Würfel. Die Sensoren finden mal was und mal finden sie nichts? Für was würfeln wir denn sonst? Ich weiß auch nicht genau, was mein Magier tut, wenn er einen Feuerball zaubert. Genauso wenig muss ich wissen, wie lange eine Sensorphalanx zum Abtasten braucht.

--- Ende Zitat ---

Stimmt. Man muss dann allerdings ein System nutzen, dass mehr auf der Metaebene der Geschichte arbeitet.


Ich denke, dass das Star Trek Setting keine so grundlegenden Macken hat, dass man in ihm nicht spielen könnte.

Allerdings bin ich bei dem Versuch darin zu spielen auf Probleme gestoßen die man in einem der klassischen Fantasy Systeme nicht hat.

Grundsätzlich können die Spieler annehmen, dass alles was in der Serie mal funktioniert hat am Tisch auch funktionieren kann.

z.B. einen Konflikt beenden indem man die Planetenöberfläche mit Betaäubungsphasern abdeckt. Heilung per Transporter. Bewegung per Beamen auch auf kurze Distanz, Reisen durch die Zeit u.s.w.

Wenn man mit klassischen simulationistischen Mechanismen spielt sollte man zumindest eine Einigung haben wie man das nutzt. Spielt man klassiche Systeme wird die Welt unter anderem durch die Spielregeln beschrieben. Bei einem Spiel das auf einer so komplexen TVSerienwelt basiert braucht man ein System was sich dem anpasst oder zumindest Gruppenkonventionen …

Alternativ funktioniert möglicherweise ein Metasystem, bei dem die Würfel nicht nur über die Fähigkeit eines Helden in einer konkreten Handlung, sondern über gute oder schlechte Konsequenzen des Handelns entscheiden. Dieses erzählt man dann erst nach Ergebniss.

Ich hoffe irgendjemand versteht was ich meine.

Systeme an die ich dabei denke sind z.B. 2D20. Oder auch Apocalypse World-Hacks oder alles andere bei dem die Regeln die Geschichte und nicht die Aktion simulieren.

Allerdings macht diese komplette Offenheit natürlich auch  das Abenteuer vorbereiten schwierig.

BTW:
Der Transporter bei Star Trek hat nicht das moralische Problem, dass man das Original verdampft und eine Kopie schafft. Die Person nach dem Beamen ist nach der Definition der Trek-Fiktion das Original, bestehend aus den ursprünlichen Bestandteilen. Der eine Riker aus Riker/2=? muss also echt und der andere eine Kopie sein. So wie der Kirk aus Kirk/2=? jeweils ein halbes Original sein muss. Das bestätigt sich im übrigen daraus, dass Tuvix nicht weiterbestehen konnt um Neelix und Tuvok zu retten.

Xiam:
Also, ich persönlich habe die Transportertechnologie bei Star Trek immer als fürchterlich komplizierte, zickige Technologie wahrgenommen, die äußerst empfindlich auf störende Umwelteinflüsse reagiert und bei der selbst im "Normalbetrieb" immer noch ein gewisses, schwer abschätzbares (wenn auch kleines) Restrisiko bleibt, ähnlich der Patzertabelle bei Teleportzaubern in manchen Systemen. Nicht ohne Grund haben in den Serien immer wieder Personen Angst vor dem Beamen und vermeiden es, wenn es geht. Ich hätte als Spieler daher auch kein Problem damit, wenn es von Seiten des SL handwedelnd heißt, "beamen ist gerade nicht, weil [hier Technobabbel einfügen]". Man darf es halt nicht übertreiben und es darf nicht zur Gängelung der Spieler eingesetzt werden. Ich schätze mal, ohne eine gewisse Handwedelei geht es bei SciFi im Allgemeinen und bei Star Trek im Speziellen nicht. Naturwissenschaftlich gebildete Hartwürste finden da noch ganz andere Haare in der Suppe und reden einem jeden Plot an die Wand.

Ich als Gesellschaftswissenschaftler habe mich immer viel mehr an der Abschaffung des Geldes gestört. Das mag eine charmante Idee für eine Utopie sein, die Krieg und Armut (angeblich *hüstel*) überwunden hat. Bei Star Trek wurde das Konzept der geldlosen Gesellschaft allerdings nie wirklich zuende gedacht. In einzelnen Folgen wird dann die Abwesenheit von Geld auch geflissentlich ignoriert, bei DS9 mit goldgepresstem Latinuum gar eine Ersatzwährung eingeführt, weil man gemerkt hat, dass man sich in einer Frontier-Serie, in der es nicht unwesentlich um Intrigen aus Geld- und Machtgier dreht, ohne Geld viel Erzählpotential raubt. In meinem Star Trek Universum würde es also Geld geben. Oder etwas in der Richtung zumindest.

Andorian Spaceman:

--- Zitat von: Xiam am  3.08.2016 | 19:21 ---Ich als Gesellschaftswissenschaftler habe mich immer viel mehr an der Abschaffung des Geldes gestört. Das mag eine charmante Idee für eine Utopie sein, die Krieg und Armut (angeblich *hüstel*) überwunden hat. Bei Star Trek wurde das Konzept der geldlosen Gesellschaft allerdings nie wirklich zuende gedacht. In einzelnen Folgen wird dann die Abwesenheit von Geld auch geflissentlich ignoriert, bei DS9 mit goldgepresstem Latinuum gar eine Ersatzwährung eingeführt, weil man gemerkt hat, dass man sich in einer Frontier-Serie, in der es nicht unwesentlich um Intrigen aus Geld- und Machtgier dreht, ohne Geld viel Erzählpotential raubt. In meinem Star Trek Universum würde es also Geld geben. Oder etwas in der Richtung zumindest.

--- Ende Zitat ---

Wobei es ja auch ziemlich eindeutig sowas wie Geld gibt (Credits öder Föderations-Dukaten). Es gibt unzählige Beispiele wo Wirtschaft und Handel vorkommen.
Sie nennen es anscheinend nur nicht so und es ist nicht dasselbe Geld wie wir es kennen.
Möglicherweise eine weiterentwicklung der Geldidee die weniger anfällig für staatlichen Missbrauch ist wie es heute bei realen Währungen der Fall ist (aber das ist nur eine Idee kein Serienbestandteil).
Ich würde die wenigen Referenzen die davon ausgehen, dass nichts gibt das wie Währung den Transfer knapper Güter regulieren kann als Kontinuitätsfehler bei z.B. DS9  oder Fehlinterpretationen (ST4) abtun. Leider werden diese so oft zitiert, dass inzwischen viele das als Setzung nehmen.

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