Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Sandboxtaugliche Rollenspiele
Maarzan:
--- Zitat von: 6 am 6.08.2016 | 18:57 ---@Chruschtschow:
Dir geht es nur um Fakten schaffen, die der bisherigen Simulation nicht widersprechen?
Okay. Das habe ich dann falsch verstanden. Das kann natürlich auch durch Spieler geschehen. Allerdings sollte der SL bei der Entscheidung ob das Fakt zugelassen wird oder nicht, nur die Simulation selber als Massstab nehmen. Im Prinzip machen das die Zufallstabellen genauso.
--- Ende Zitat ---
Ich störe mich an dem "schaffen". Das hat etwas so autonom entscheidendes. Vorschläge machen hingegen konnte schon immer jeder udn der Spieleleiter hat es als (mehr oder weniger nützliche) Unterstützung bei seiner Arbeit gesehen, aber letztlich eben als Vorschlag, den er entsprechend nach seinem Wissen und seiner Verantwortung dann eingebaut hat oder nicht.
Der Spieler als nur teilinformierter Beteiligter kann das doch oft genug gar nicht abschätzen.
Supersöldner:
ich überlege Grade ob ich den gegen Trend ,,Sandbox un taugliche Rollenspiele ,, eröffne.
Crimson King:
--- Zitat von: 6 am 6.08.2016 | 18:57 ---Dir geht es nur um Fakten schaffen, die der bisherigen Simulation nicht widersprechen?
--- Ende Zitat ---
Wie Maarzan sagt, können die Spieler das nicht ausreichend beurteilen. Mehr als Vorschläge machen können sie nicht.
Chruschtschow:
@6:
Ist das nicht eigentlich ein Grundprinzip, ohne dass gerade offene Spielformen einigermaßen unmöglich werden, weil jeder einfach die Setzung der anderen Spieler über den Haufen werfen kann. Sehr unfein. Was steht, das steht. Das lässt sich natürlich in der Fiktion ändern. Zünde ich die Bar an, ist sie nicht mehr da. Nicht: "Hier ist ein Fatepunkt. Da war nie eine Bar." Aber durchaus: "Hier ist ein Fatepunkt. Da steht nur noch eine rauchende Ruine." Und das habe ich bei Fate bisher eigentlich auch immer genau so gehalten.
@Maarzan:
Das ist ja nun auch ein bisschen die Stelle, die dazu führt, dass Leute oft sagen: "Fate ist ein System für Leute, die es nicht brauchen." Klar kann ich das vorschlagen, aber wenn ich eine formelle Prozedur dafür habe, ist das zum einen nachdrücklicher. Als SL sage ich dann schneller: "In Ordnung." Und Spieler nutzen es eher, weil es eben explizit Teil des Regelwerks ist.
@Crimson King:
Erstaunlich oft sind das sehr gute passende Vorschläge.
Und mit den beiden Eigenschaften des Faktenschaffens und seinen sonst wirklich übersichtlichen Regeln kann ich Fate halt wirklich einfach in offenen Spielsituationen und Szenarios einsetzen und mich mit wenig Vorbereitungsaufwand an eine geänderte Situation anpassen. Da kann dann auch ein Spieler mal ein Fakt schaffen, das mir eher schwer in meinen erwarteten Verlauf reinhaut und trotzdem kann ich noch auch regelmechanisch angemessen dabei bleiben und muss wenig handwedeln.
Ganz ähnlich empfände ich da Dungeonslayers und BoL. Und natürlich die übersichtlicheren D&D-Varianten, aber da bin ich oft mit dem Durcheinander an verschiedenen Proben nicht so glücklich. Ein Typ von Würfel. Immer hoch oder immer niedrig. Keine Statblocks in einem Umfang, der woanders einem ganzen Regelwerk entspricht. Dann ist alles gut für mich.
Zu geeigneten Settings noch eine Meinung:
Gute Settings für die Sandbox sind solche, die SC in eine Position mit einem gewissen Gewicht bringen und mit einer Agenda versehen. Zum Beispiel ist das bei Gods & Monsters eine einigermaßen klare Sache: Beeindrucke Sterbliche und lass dich anbeten. Finde Orte der Macht und vereinnahme sie für dich. Forme die Welt nach deinem Willen (steht in den Aspekten, wie der aussieht). Werde stärker, ohne ein Monster zu werden oder die Welt durch deinen überschäumenden göttlichen Saft zu zerstören. Lauter Dinge, die dafür sorgen, dass die Spieler schnell was finden können, um in Aktion zu treten.
Schlechte Settings für die Sandbox sind solche, die SC eher reaktiv agieren lassen. Cthulhu mit SC als Kultisten? Gut! Cthulhu mit SC als Ermittler? Schlecht (für Sandbox, ansonsten tolle Sache)! Ermittler werden erst aktiv, wenn was passiert. Mysteries haben einen Startpunkt, eine Tat, ein Ereignis. Sind sie gelöst, gibt es ein Ende. Die Ermittlung mag sehr offen gestaltet sein, aber es gibt halt sehr klare Auslöser und Endpunkte.
6:
--- Zitat von: Crimson King am 6.08.2016 | 19:34 ---Wie Maarzan sagt, können die Spieler das nicht ausreichend beurteilen. Mehr als Vorschläge machen können sie nicht.
--- Ende Zitat ---
Na klar. Die Entscheidung obliegt natürlich dem SL und er entscheidet an Hand der bisher für ihn etablierten Fakten. Habe ich ja auch geschrieben.
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