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Sandboxtaugliche Rollenspiele

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Rorschachhamster:

--- Zitat von: Chruschtschow am  5.08.2016 | 21:38 ---Da kriegen Freunde von Zufallstabelle und Hexfeld Koliken. Das geht ganz gerne mit einer gewissen OSR-Begeisterung einher und drum greift man sich D&D.

--- Ende Zitat ---
Also, einer nicht. Mach doch falsch, was du willst. ;)

Die klassische Sandbox lebt aber von einem gewissen Gefälle zwischen SL und Spieler, mMn. Sie Welt hat gewisse innere Logiken, die die Spieler erst herausfinden und dann ausnutzen können. Ohne die Erkundung ist es keine Sandbox, und das bezieht sich nicht nur auf Geografie, sondern auch auf Gruppen und Wahrheiten. Wenn hier zuviel Einfluss der Spieler reinkommt, dann fehlt dieser wichtige Aspekt. Vieleicht sogar ein entscheidender Aspekt der Sandbox an sich... ^_^
Wobei es durchaus möglich ist als SL gewisse Dinge offen zu lassen und dann zu füllen. Da kommen bei mir die Zufallstabellen ins Spiel. Aber trotzdem sind die Ergebnisse nicht immer für die Spieler sofort ersichtlich und Domäne des SL. Deswegen macht ein zu geringes Gefälle aus einer Sandbox etwas anderes. Vielleicht bin ich da auch nur zu eingefahren in meiner Definition von Sandbox.   ~;D

6:

--- Zitat von: Chruschtschow am  5.08.2016 | 13:37 ---Und das wird genau wie durch Regeln erzeugt?

--- Ende Zitat ---
Du reizt z.B. als SL die Aspekte der Charaktere wenn es Dir als SL in den Kram passt. Klar kannst Du als SL sagen: Ich werde keine Aspekte der Charaktere gegen sie einsetzen, damit ich neutral bleiben kann. Aber dadurch wirfst Du die Fatepunkteökonomie durcheiander. Du spielst dann also gegen das System, wenn Du als SL die neutrale Instanz bleiben willst.

--- Zitat ---Bei der klassischen Aufteilung habe ich eine starke SL. Das ist hilfreich für Sandkästen?!?

--- Ende Zitat ---
Jepp. Der SL ist der Moderator der Sandbox. Ganz extrem ausgedrückt ist es Deine Aufgabe die Simulationsmaschine der Sandbox zu spielen. Dafür brauchst Du dann natürlich im Spiel völlige Kontrolle über die Spielwelt. Wie die Welt vorher zusammengebaut wurde ist dann natürlich ein anderes Thema.

--- Zitat ---Und Systeme mit starken Erzählrechten für Spieler sind nicht hilfreich für Sandkästen, in denen es nach meinem Verständnis vor allem um die Verlagerung von Entscheidungsmöglichkeiten von der SL zu den Spielern geht?

--- Ende Zitat ---
Jepp. Durch die Erzählrechte der Spieler greifst Du als Spieler (der normalerweise eben nicht den kompletten Einblick in den aktuellen Stand der Simulation hat) direkt in die Simulation ein. Das ist eigentlich bei einer reinrassigen Sandbox ein NoGo.
(Das kann natürlich mit Einschränkungen abgefangen werden, indem der SL die Simulation an die Weltänderungen der Spieler anpasst. Allerdings kann das sehr schnell dazu führen, dass die Simulation ad Absurdum geführt wird) 

Die Freiheit, von der in einer Sandbox normalerweise geredet wird, ist eigentlich die Freiheit der Aktionsmöglichkeiten der Charaktere und weniger die Eingriffsmöglichkeiten der Spieler selber direkt in die Spielwelt (während des eigentlichen Spiels).

EDIT: Das bedeutet übrigens nicht, dass Fate und Sandbox nicht geht. Das ist dann eine Mischform und kann natürlich sehr gut funktionieren (Hey. Ich spiele selber in ner Dresdenfile-Fate-Runde mit Sandboxanteil mit).

6:

--- Zitat von: Chruschtschow am  5.08.2016 | 22:07 ---"Geschmeidig anpassen" betrifft vor allem das Ausdemärmelschütteln von irgendwelchen Kreaturen, Organisationen etc. samt Spielwerten. Wenn die SC plötzlich in Gefilden rumflitzen, die noch eher aus Pappmache und einer groben Idee bestehen, kann ich mit Fate viel schneller einen plausiblen Gegner dahin stellen als zum Beispiel mit D&D 3.5 oder gar - Panik!!! - mit Exalted.

--- Ende Zitat ---
Glaube mir: Fast jedes System schlägt D&D 3.5 wenn es um das schnelle Erstellen von plausiblen Gegner geht. Das würde ich niemals als Gradmesser für irgendwas nehmen. Und schon garnicht fürs Sandboxenspiel.

--- Zitat ---Hexploration-Sandkasten und Fakten erschaffen? Da ist die Reaktion wohl eher: "Weiche, Satan!" ;)

--- Ende Zitat ---
Äh... nee. "Beyond the Wall" für das eigene Dorf und der Erweiterungsband "Further Afield" für die Umgebung um das Dorf macht eigentlich genau das. Die Spieler bauen sich da die Spielumgebung mit Hilfe von Ereignistabellen zusammen.

Holothuroid:


--- Zitat von: Chruschtschow am  5.08.2016 | 22:07 ---Hexploration-Sandkasten und Fakten erschaffen? Da ist die Reaktion wohl eher: "Weiche, Satan!" ;)

--- Ende Zitat ---

Challenge accepted. Wenn Felder zufällig generiert werden, könnte man an der Stelle ansetzen.

Nehmen wir mal ein Weltenwechsel-Spiel. Portale sind nachdem sie fachgerecht geöffnet sind stabil. Bei der erstmaligen Öffnung wird auf eine Zufallstabelle gewürfelt. Abhängig von $Spielwert kann der Spieler am Ergebnis fuschen: Der Geisteszustand beeinflusst das Ergebnis.

Maarzan:
Felder zufällig erstellen sehe ich übrigens üblicherweise auch als sehr bedenklich. Schließlich soll das Ganze dann in der Settingmaschine Sinn machen.

Bei Fate habe ich das Bild eines Hamsters vor Augen, der Futter sucht und plötzlich geht der Reissverschluss auf dem Rücken auf, eine Hand kommt raus und legt den Maiskolben vor das Vieh. Keine gute Ausgangslage um herauszufinden: Verhungert das Vieh da drin oder kommt es zurecht.

Eine Sandbox ist meines Erachtens wie ein Experiment. Da fuscht man nicht zwischendurch an den Bedingungen, bis es passt.

Auch die Fatepointökonomie stört da meines Erachtens gewaltig, weil diese eben in der Spielwelt nicht verbundene Sachen verbindet: Du kannst das jetzt nicht (mehr) weil dir die Fatepoints fehlen, die du vorher für etwas ganz anderes ausgegeben oder nicht genug mit irgendwelchen anderen, settingintern völlig unabgängigen Elemente "gefarmt" hast.

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