Content ist im Grunde die Sicht von Plattform-Betreibern auf das, was Nutzer*innen da treiben. Urheber ist ein Begriff aus dem Rechtswesen, das mir Rechte an einem Werk gibt, sofern es "Schöpfungshöhe" erreicht. Plattform-Betreibern ist nicht nur das Urheberrecht häufig egal, sondern auch welche Höhen oder nicht die eingereichten Beiträge erreichen.
Kennt ihr Leute, die sich selbst Content Creator nennen?
Die Beschreibung von der Arbeitsagentur kommt mir durchaus bekannt vor. Das hat mit der ursprünglichen Idee von Content nur insofern zu tun, dass der Content in Form und Inhalt egal ist. Es geht um den Aufbau und Interaktion mit einer Community. Wenn Leute diese Tätigkeiten im Angestelltenverhältnis ausüben, heißen sie dann auch meistens passender Community Manager. Oder tragen extra fancy eigene Titel.
Aus Sicht von Nutzenden ist der Begriff also relativ unnütz. Ich guck keinen "Content", aber gern Videos mit Dinosauriern. Ich patroniere keinen "Content", aber mehrere Webserials, die man zu Progression Fantasy rechnen könnte. Auf meinem RSS-Reader erscheint kein "Content", sondern z.B. Runaway to the Stars, aus welchem Grund ich mir überhaupt einen RSS-Reader installiert habe. Für Endverbraucher ist, was drin ist, von ganz enormer Bedeutung. Die meta-personale Beziehung kommt, wenn überhaupt, erst im nächsten Schritt.
Aus Sicht des Publikums sind da also Autor*innen, Künstler*innen, Expert*innen für bestimmte Gebiete.