Autor Thema: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade  (Gelesen 31030 mal)

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Offline Tintenteufel

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #100 am: 20.12.2024 | 22:26 »
Schade. Das klingt hart. Ich warte und freue mich dennoch auf die Printversion, um mir selbst ein Bild zu machen.
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Offline ghoul

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #101 am: 21.12.2024 | 06:09 »
die Printversion

Die was?!!  :o
Warum? Wer tut so etwas? :'(
Das Ding gehört nochmal ein Jahr lang testgespielt und überarbeitet, dann kann man sich über eine Druckversion Gedanken machen. Es hat durchaus ganz viel Potential, um gut zu werden.
Der Autor sollte außerdem noch lernen, Abenteuer für P&P nicht zu schreiben wie für ein Computerspiel.
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Offline ghoul

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #102 am: 21.12.2024 | 09:16 »
Der Autor hat meinen Blog-Artikel kommentiert:

Zitat
Hi,

danke, dass du reingeschaut hast. Den Schuh, dass S&W eventuell nicht das richtige System für das ist, was entstanden ist, ziehe ich mir an. Für mich ist es in erster Linie ein leicht zu lernendes und leicht zu leitendes System.

Wer oldschool erwartet, wird mit dem Modul sicher enttäuscht. Wer einfach Spaß mit einem regelleichten System haben möchte, ohne zu spielen wie in den 70ern und 80ern, kann ihn hier finden.

Gibt es diese Schnittmenge an Leuten? Ich hoffe es 😀

MfG,

Seba
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Offline Seba

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #103 am: 31.01.2025 | 20:24 »
Der Autor ist auch hier ab und an. :)
Ich bin immer noch fein mit deiner Rezi, da prallt eben Erwartungshaltung auf Realität. Und wenn man OSR draufschreibt, darf der Leser auch OSR erwarten. Mea Culpa.

Das Zeug, dass ich schreibe, ist im Grunde einfach das vorbereitende Material für meine Tischrunde, dass ich ins Netz pumpe, weil ich die Mittel dazu halt hab (also Layout-tools und son Gedöns).

Und du hast mit scharfem Blick gesehen, dass wir alle aus der Generation kommen, die DnD mit Baldurs Gate und Planescape Torment gelernt haben. Da bin ich auch offen und hab es hier und da auf dem Blog auch so erwähnt und erklärt, wie sich diese Sozialisierung auf unser Spiel auswirkt. Es IST wie ein Videospiel und soll auch so sein  ^-^

Ich kann versichern, dass wir viel Spaß haben - was auch für diverse Online-Runden gilt - obwohl OSR-Puristen sicher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden, bei dem, was wir da machen. Im Gegenzug habe ich auch schon in Runden mitgespielt, in denen die korrekten Regeln für Dungeoncrawling und Hexploration benutzt wurden. Ist okay, aber nicht wirklich mein Ding.

Also nochmal, ich finde es grundsätzlich wirklich nett, dass du überhaupt reingeschaut hast und zumindest gute Ideen attestierst. Wenn es dir wirklich gut gefallen hätte, wäre ich extrem überrascht gewesen :D

MfG,
Seba

Offline tartex

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #104 am: 1.02.2025 | 08:18 »
Also nochmal, ich finde es grundsätzlich wirklich nett, dass du überhaupt reingeschaut hast und zumindest gute Ideen attestierst. Wenn es dir wirklich gut gefallen hätte, wäre ich extrem überrascht gewesen :D

Meine Aufmerksamkeit wurde jedenfalls durch die Rezension geweckt. Ich hätte sonst das ganze für mich sehr interessante PDF verpasst.
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Offline ghoul

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #105 am: 28.09.2025 | 19:12 »
Nebulith

Rezension eines fernöstlichen Sandbox-Settings für LotFP, leider nur auf Englisch:
https://ghoultunnel.wordpress.com/2025/09/28/nebulith-review/
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Offline Andropinis

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #106 am: 28.09.2025 | 23:06 »
Nebulith

Rezension eines fernöstlichen Sandbox-Settings für LotFP, leider nur auf Englisch:
https://ghoultunnel.wordpress.com/2025/09/28/nebulith-review/

Ich wollte es mir ohnehin holen und nach dem Lesen Deiner Rezi habe ich es direkt geordert. Also danke  :d
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George R.R. Martin

Offline ghoul

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #107 am: 29.09.2025 | 09:54 »
Nebulith

Rezension eines fernöstlichen Sandbox-Settings für LotFP, leider nur auf Englisch:
https://ghoultunnel.wordpress.com/2025/09/28/nebulith-review/

Freut mich!
Die Einzelteile dieses Settings greifen gut ineinander, es ist wirklich sehr durchdacht. Eigentlich ist Nebulith als Setting besser für AD&D geeignet als für LotFP, aber ich würde (werde?) es mit dem Regelwerk leiten, für das es geschrieben ist.
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Offline ghoul

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #108 am: 30.09.2025 | 08:08 »
Bad Myrmidon (OSR-Modul)

Ein sehr trashiges Hack-n-Slash-Abenteuer für Erwachsene von Rafael Chandler, für einen guten Zweck. Es beinhaltet Myrmidonen, Amazonen und eine erfrischende Menge unnötiger Brutalität zwischen ebendiesen Veteranen des Trojanischen Kriegs. Es besteht zur Hälfte aus Hexploration und zur anderen Hälfte aus Dungeon Crawl und wirkt recht unterhaltsam.

Warnung: Hexfeld 507 ist von James Edward Raggi IV beschrieben worden und übertrifft erwartungsgemäß den Rest des Abenteuermoduls an Geschmacklosigkeit.

Inzwischen bin ich (von LotFP? Oder altersbedingt?) so abgebrüht oder zynisch, dass ich Hex 507 am lustigsten finde.

Der Rest des Moduls ist offenbar sehr hastig niedergeschrieben worden (um Gelder für einen guten Zweck zu sammeln); es fehlen häufig Stats und manche Begegnungen sind halbgare Ideen, die viele Fragen offen lassen.

Das Modul ist inzwischen kostenlos erhältlich.
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Offline ghoul

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Re: Ghouls Rollenspiel-Verrisse aus der Gruft ohne Gnade
« Antwort #109 am: 11.01.2026 | 12:00 »
ULTIMA RATIO (FHTAGN)

In diesem Kurz-Szenario, Spieldauer 60 Minuten, für das alternative Cthulhu-Spielsystem FHTAGN geht es um die letzte Fahrt der Hindenburg im Jahr 1937. Die drei vorgefertigten Spieler-Personnagen erwachen mit Erinnerungslücken im technischen Bereich des Luftschiffs.
One-Shot-Szenarios versprechen geballte Spannung durch konstruiertes, kompakte Handlungsabläufe, mit wenig Zeit für Erforschung und Entscheidungen, oft mit widersprüchlichen Zielen der Spieler-Personnagen. Dieses hochgelobte Mikroszenario versagt allerdings auf allen Ebenen.

Schon die Entscheidung, das Szenario um der Historizität willen in der Nazizeit anzusiedeln, schafft Schwierigkeiten. Lässt man die Hakenkreuze auf den Fotos der Hindenburg stehen, zeigt man verfassungsfeindliche Symbole auf Material mit Unterhaltungszweck. Touchiert man sie fort, verfälscht man Geschichte. Eine verwaschene Darstellung wäre geschickt gewesen, aber was soll's. Dass beim Titel des Szenarios in mir die "Endlösung" resoniert, liegt vielleicht an mir – ist der Titel also ungeschickt gewählt oder klug?
Mit einem fiktiven Zeppelin 10-15 Jahre zuvor hätte man sich viele Probleme sparen können.
[Spoiler warning!]
So sind die Antagonisten, Mitglieder der geheimen Thule-Gesellschaft mit geheimen Tätowierungen, unglaubwürdig, wozu diese Nazi-Geheimverschwörung im Jahr 1937? Welche Organisation kann zu dem Zeitpunkt noch mit der SS konkurrieren? 10-15 Jahre zuvor dagegen ...
Lachhaft ist die eigentliche Prämisse des Abenteuers: An Bord des Luftschiffs befindet sich ein Shoggoth. Dieser soll durch seine Anwesenheit die USA so weit destabilisieren, dass sie kriegsuntauglich werden. Ach? Nun reiht sich Ultima Ratio jedoch in einen Kosmos ein, der mit Cthulhu-Szenarios überfrachtet ist, was Spieler als Kanon ansehen werden. Es wimmelt in den USA von Mythos-Entitäten! Schon mal in die Schmugglertunnel unter Innsmouth geschaut? Was soll ein lächerlicher weiterer Shoggoth bitte für einen Unterschied machen, der kriegsentscheidend ist? Das ist vollkommen an den Haaren herbeigezogen.

Nun zu den vorgefertigten Spieler-Personnagen. Wäre es nicht cool gewesen, Mannschaft und Kapitän eines Luftschiffs mit gefährlicher Fracht spielen zu dürfen und richtige Entscheidungen zu treffen? Aber 1937 sind das ja Nazis. Warum nicht 10-15 Jahre ...?
Der Autor hat sich redlich bemüht, die Spieler-Personnagen, einfache Passagiere, so zu schreiben, dass sie keine Nazis sind (wofür man ja dankbar sein darf). Der erste, Manfred Herrmann, soll aber gleichzeitig Wehrmachts-Offizier sein, also ist er Deserteur - als Offizier, noch vor Kriegsbeginn! Werner Müller, der Ingenieur, ist sogar Pazifist! Ihre Hintergrundgeschichten sind hölzern wie eine ARD-Produktion.
Schließlich haben wir noch Luisa Grünfeld, eine wohlhabende Jüdin, die mit diesem Luxusreisemittel in die USA reist, um die Übersiedlung ihrer Familie in die USA zu organisieren. Moment mal – in dieser exklusiven Gesellschaft auf der Hindenburg, die von einem NSDAP-Mitglied geflogen wird, sind im Jahr 1937 Juden geduldet? Ist vor dem Abflug das Schild mit der Aufschrift "Judenfreies Luftschiff" heruntergefallen und keiner hat es gemerkt? Dieser Figur zu dieser Zeit an diesem Ort ist völlig unglaubwürdig. Würde das Szenario nur 10-15 Jahre früher spielen ... Nachtrag: Inzwischen habe ich gelernt, dass sich tatsächlich zwei jüdische Reisende an Bord befanden, William Leuchtenberg und Moritz Feibusch. Beide waren US-Bürger, im Unterschied zu unserer fiktiven Luisa Grünfeld. Denoch ziehe ich diesen Einwand zurück, schließlich war es Nazi-Politik, Juden zur Ausreise zu nötigen, warum ihnen also ein Reisemittel verwehren, das von internationalen Reisenden genutzt wird.

Im Szenario sollen die Spieler-Personnagen innerhalb des technischen Bereichs bleiben. Sie sind alle drei so angelegt, dass sie im Szenario jeweils nur eine Funktion ausüben sollen. Der Deserteur darf auf Nazis schießen – klar. Der Ingenieur darf an einer tickenden Zeitbombe herumbasteln, klar. Die Frau darf nur hilflos schreien – leider klar. Leute, wenn es für ein Szenario vorgefertigte Personnagen gibt und nur eine davon ist weiblich – nehmt sie nicht! Die Frau hat immer die Arschkarte! Wenigstens ist Luisa Grünfeld nicht schwanger. Aber sie hat mit ihrem Hintergrund  eigentlich keine Chance, nicht am Shoggothen zu kleben und das Szenario über vollkommen nutzlos zu sein.
Es gibt insgesamt nicht viel zu tun außer der Entscheidung über das Schicksal der Hindenburg und des Shoggoths. 5 Minuten Bombe entschärfen und auf Kultisten schießen, 5 Minuten Entscheidung ob die Bombe doch wieder scharf gestellt werden soll oder nicht. Bleiben 50 Minuten Charakterspiel mit langweiligen Hintergrundgeschichten und gegen Nazis.

Was man zugute halten muss: Für Spieler ist das ganze nach einer Stunde überstanden. Der Autor aber gibt an, das Szenario vor Veröffentlichung 40 Mal auf Conventions geleitet zu haben. Das muss der wahre Horror sein – gefangen in ULTIMA RATIO, der Murmeltierstunde des Grauens.

Im Podcast Dark FM äußert sich der Autor (ganz souverän übrigens) zu meiner Kritik: https://www.buzzsprout.com/2463327/episodes/18477490
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