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Autor Thema: Fate und Horror - Tipps & Tricks  (Gelesen 680 mal)

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Offline Blechpirat

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Fate und Horror - Tipps & Tricks
« am: 2.01.2017 | 21:11 »
Wenn man öffentlich herausgefordert wird, CoC mit Fate zu bespielen, dann kann man sich ja eigentlich nicht drücken. Okay, ich habe mich längst gedrückt, aber trotzdem reizt mich die Frage: Wer von euch leitet Horror (egal mit welchem System), und was könnt ihr mir raten - und wir kriegt man das in einem Spiel hin, wo Spieler UND Charakter eigentlich durchaus rocken können und viel Einfluss auf die Spielwelt haben. Am besten ohne Fate dabei zu kastrieren...

Offline aikar

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #1 am: 2.01.2017 | 21:31 »
Das Horror-Paradox wird ja knapp aber durchaus treffend im Fate-Handbuch beschrieben und die dortigen Tipps haben bei mir eigentlich gut funktioniert.

Kurz zusammengefasst:

Hohe Schwierigkeiten (Häufig 4er oder 6er-Proben auch bei Anfänger-Charakteren)
Starken Druck durch Reizen aufbauen (Die Fate-Punkte brauchen sie dann eh wieder bei den Proben, siehe oben)
Üble Konsequenzen fordern und sie auch spüren lassen (d.h. regelmäßig reizen oder ausnutzen)
Evtl. Stress ganz streichen und Schaden gleich mit Konsequenzen abbilden

Offline achlys

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #2 am: 2.01.2017 | 21:34 »
Hey!
Eine gute Zusammenfassung zum Thema Horror SL findest Du mMn im Quickstarter zu Kult. Das System ist zwar ein pbtA-Derivat und Kult ein recht spezielles Setting, aber die dort aufgeführten Hinweise unter 'The Horror Contract' (S.40-45) sind (fast alle) allgemeingültig. CoC und Kult haben settingseitig gemeinsam, dass der Mensch hier als unterstes Glied einer 'Hackordnung' in einer Welt, die weit über das uns bekannte hinaus geht, gesehen wird.
Ich denke, der Horror Contract ist eine gute Grundlage, um zu überlegen, wie man diesen in Fate systemseitig verankern kann.

Online Grandala

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #3 am: 2.01.2017 | 21:35 »
Hmm lovecraftscher Horror mit Fate ohne zu kastrieren???

Ich würde sagen, dass du das nur mit nem Aufbeefen von Mythossachen schaffst. Damit kastrierst du die Charaktere aber indirekt.

Als erstes würde ich in jeder Szene mehr Fate Punkte an den SL geben und dieser sollte die nutzen um Stärken der Spieler einzudämmen.

Vielleicht kann man noch über Mythosaspekte nachdenken, die, wenn getriggert einen größeren Bonus geben.

Vielleicht sollte man bei Kreaturen des Mythos den Stressbalken erhöhen oder ihn ganz weglassen und eine Heilrate für Konsequenzen von der höchsten Konsequenz pro Runde anfangen und die einzige Möglichkeit die Szene zu beenden ist Gleichstand, niemals Sieg. Das wäre nah an Lovecraft.

Man könnte auch Mythos-Zeug mit Extras wie Waffe:X und Rüstung:X ausstatten, ohne, dass die Charaktere jemals Zugang zu solchen Dingen erhalten.

... vielleicht fällt mir ja noch was ein. Lovecraft lebt leider von der Aussichtslosigkeit der Charaktere (zumindest meiner Interpretation nach) Fate halt absolut nicht, eher im Gegenteil. Viel kann man bestimmt auch über Diskription machen.
Suche die Tidford Box für Midgard. Wenn ihr eine abzugeben habt gerne per PM!

Online Kampfwurst

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #4 am: 2.01.2017 | 21:36 »
Hmm. Ich glaube da sind generell ein paar Ansätze, über die man sich Gedanken machen muss, wenn man Fate dafür benutzen möchte.

Zum einen kennt Fate ja eine ziemlich deutliche Trennung zwischen Spielebene und Metaebene und wechselt regelmäßig zwischen diesen. Im Grunde erlaubt es auch die Trennung von Spieler und Charakter, sodass der Spieler seinen Charakter nicht optimal aber eben Genretypisch handeln lassen kann. Um Horror zu erzeugen sollten die Spieler also bereit sein, sich darauf einzulassen, und ggf. genretypisch zu handeln. Da kann man natürlich versuchen mit der ein oder anderen Mechanik versuchen das zu lenken, aber an dieser grundsätzlichen Idee kommt man glaub ich nicht vorbei.

Eine Idee die man vielleicht von DFA übernehmen kann ist die "doomed" Condition Mechanik. Normalerweise kann ein Charakter nicht sterben, wenn er "Taken Out" ist. Aber wenn ein Charakter die "doomed" Condition markiert hat (Das Äquivalent zur severe Consequence), dann kann er als Teil eines Taken Out getötet werden. Das macht das Spiel natürlich sofort ein wenig tödlicher, auch wenn der Spieler immernoch in der Hand hat, ob er die Condition nutzt.

Für Horror könnte ich mir vorstellen etwas ähnliches zu machen, um ein wenig die Hilflosigkeit der Charaktere zu modellieren. Mit jeder Condition oder Konsequenz die ein Charakter nimmt, wird ihm der Zugang zu einer Kern-Mechanik verwehrt. Hat der Charakter z.B. eine leichte Konsequenz erlitten, dann darf er Aspekte nicht mehr für +2 nutzen, sondern nur noch neu würfeln. Nur mal als Beispiel.

Ich glaube man kann generell mit den Conditions auch sehr viel abbilden. Da müsste ich nochmal länger drüber nachdenken, aber verschiedene Stufen der Panik und ähnliches lassen sich bestimmt sehr gut mit Conditions und dazugehöriger Aufgabe von Spielmechaniken modellieren.

Dann könnte man, um solche Conditions zu löschen und damit die Mechanik zurück zu bekommen, bei einem Compel statt einen Fate Punkt zu bekommen eben eine der Conditions befreien. Auf der anderen Seite können manche Conditions auch andere (genretypische) Trigger haben, bei denen sie wieder frei werden.

Soviel erstmal von mir, ggf. später mehr.

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #5 am: 3.01.2017 | 09:14 »
Eine Idee, die mir -- wohlgemerkt bis jetzt nicht in der Praxis getestet! -- seit kurzer Zeit im Kopf speziell zum Thema "Konflikte für Spieler, die das wollen, gefährlicher machen" herumgeht und die sich zumindest gefühlt auch für Horror eignen sollte, ist, das Aufgeben zu erschweren.

Normalerweise ist es ja so, daß ich so ziemlich jederzeit, wenn's mir für meinen Charakter zu gefährlich wird, das Handtuch werfen kann. Dann verliert er den Konflikt zwar, das aber (im Rahmen) zu meinen Bedingungen und obendrein kriege ich einen oder ggf. mehrere Fate-Punkte als Trostpreis.

Das ist nun einer "wir riskieren hier gerade Kopf und Kragen" oder auch einer Horror-Atmosphäre nicht unbedingt immer förderlich. Wie wär's also alternativ damit, fürs Aufgeben-dürfen mindestens einen Fate-Punkt zu verlangen? Wenn dem Spieler dann im unpassenden Moment die Punkte ausgehen, kann er seinen Charakter eben nicht mehr "zurückziehen" und muß dann mit den Konsequenzen (nicht unbedingt im Spielsinn des Wortes) leben.

Wie gesagt, bis jetzt habe ich das nicht ausprobiert und bin mir auch im Moment nicht sicher, wie oft ich eine entsprechend "harte" Kampagne unbedingt selbst würde leiten wollen. Aber wenn der Einfall schon mal da ist...

Offline Azzu

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #6 am: 3.01.2017 | 09:45 »
Auf jeden Fall würde ich vorschlagen, den Mythos aus dem Anwendungsgebiet der Fertigkeit "Wissen" herauszunehmen, weil sonst die Spieler Fakten über Mythos-Wesen schaffen können und es dann selbst für Große Alte ein Kryptonit gibt. (Für okkultes Wissen bietet sich stattdessen ein risikobehaftetes Extra an.)


Offline KhornedBeef

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #7 am: 3.01.2017 | 09:57 »
Als Delta Green - SL habe ich den Eindruck, dass Proben alleine keinen Horror vermitteln. Horror zerstört die Normalwelt der Protagonisten. Dagegen sollte Kompetenz nur bedingt helfen. Also würde ich eher versuchen, viel Verknüpfung über Aspekte herzustellen. aikar hatte da schon die richtige Idee: Erhöhe den Einsatz bei Proben und ihren Bedarf an Fatepunkten, dafür reizt du oft,d.h. greifst Schwächen ihrer Charaktere an (klassischer Slasher-Horror-Trick  >;D ). Ich würde auch probieren, schon bei der Charaktererstellung damit zu beginnen: Statt allgemeinem "Trouble" müssen die Charaktere eine Aspekt für ihre tiefsitzendste Angst wählen, z.B.
Um noch etwas weiter Richtung Lovecraft zu gehen: Dort werden ja oft nicht physische, sondern mentale Kosnequenzen dargestellt, weswegen es ja auch Sanity-Meter im Rollenspiel gibt und so. In Fate übersetzt bedeutet das fürs Genre maßgescheiderte mentale Konsequenzen. Ich finde auch die Idee mit reduziertem Stresstrack dafür gut: Die Psyche der Protagonisten bietet wenig Puffer gegen den Horror, aber sie können passende Aspekte akzeptieren, um die Lage hinreichend zu bewältigen um zu überleben.
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Online Kampfwurst

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #8 am: 3.01.2017 | 11:03 »
Weitere Idee:
Jedes Mal, wenn man mit einem Fate Punkt einen Aspekt nutzen möchte, dann wird dieser Aspekt verschlimmert. Wenn man also einen Charakteraspekt so nutzt, dann wird der Charakteraspekt so geändert, dass die nagende Angst, die nahende Panik mit in ihn einfließt. Situations oder Szenenaspekte werden ähnlich dramatischer dadurch. Bei freien Nutzen passiert das nicht, aber ein Fehlschlag auf dem Versuch einen Vorteil zu erschaffen erschafft entsprechend negative Aspekte.

Offline Ucalegon

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #9 am: 3.01.2017 | 11:41 »
Ich reduziere das mal auf CoC in FATE.

Ich denke, du kannst dich da gut an den Regeln aus der FATE-Version von Achtung! Cthulhu orientieren. Die scheinen mir, nach allem, was ich darüber weiß, bis heute der umfangreichste und kompetenteste Versuch zu sein, das umzusetzen. Über seine Probleme beim Design spricht Macklin hier (mit der Hälfte der Delta Green Crew).

Da ich das Buch nicht habe, zitiere ich hier mal die Rezension.

Zitat
Selbstverständlich dürfen bei einem Ableger der Cthulhu-Reihe die Regeln zur geistigen Gesundheit nicht fehlen. Diese stellen einen zentralen Bestandteil des Settings dar und haben daher ein eigenes Kapitel erhalten. Grundsätzlich erhält jeder Charakter drei Stufen der geistigen Gesundheit, die von „Geistig gesund“ bis hin zu „Verstört“ reichen. Rutscht ein Charakter noch weiter ab, ist er unrettbar verloren und damit nicht mehr spielbar. Regelmechanisch lösen bestimmte Situationen, sogenannte Trigger, eine spezielle Herausforderung aus, der der Charakter mit Willenskraft begegnen muss. Wird der Wurf vergeigt, erhält der Charakter einen Treffer in Höhe des Differenzbetrages auf die geistige Gesundheit. Darüber hinaus setzt jede Attacke die eigene Willenskraft um eine Stufe herunter und zwar so lange, bis der Charakter sich hinreichend regenerieren konnte (z.B. durch eine Nacht ungestörten Schlafes). Dadurch, dass man bis auf der letzten Stufe keine Aspekte zur Verbesserung des eigenen Wurfes einsetzen kann, rutscht der Charakter zu Beginn sehr stark in die Tiefen der geistigen Gesundheit. In den höheren Stufen hat der Charakter nur die Möglichkeit, den Verlust der geistigen Gesundheit durch Konsequenzen abzufangen. So gesehen ist die geistige Gesundheit also ein Stressbalken mit sehr speziellen Regeln.

Als letzte Sonderregel wird die Mythos-Fähigkeit eingeführt. Diese ist ein Maß des unnatürlichen Wissens, dass sich ein Charakter angeeignet hat und hängt direkt mit seiner geistigen Gesundheit zusammen. Denn: Je niedriger die geistige Gesundheit, desto höher kann die Fähigkeit gesteigert werden. Alle Spielercharaktere beginnen das Spiel ohne diese Fähigkeit, haben aber die Möglichkeit, sie im Spiel zu erlernen. Mythos hat aber auch noch eine ganz praktische Anwendung: Es ist möglich, mithilfe dieser Fähigkeit vordefinierte Zauber zu wirken. Diese führen so gut wie immer zum weiteren Verlust der geistigen Gesundheit, erlauben aber eine einzigartige Beeinflussung der Spielwelt durch den Wirkenden. Eine Auflistung gängiger Artefakte und Bücher runden dieses Kapitel ab.
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Online nobody@home

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #10 am: 3.01.2017 | 13:59 »
Ich reduziere das mal auf CoC in FATE.

Ich denke, du kannst dich da gut an den Regeln aus der FATE-Version von Achtung! Cthulhu orientieren. Die scheinen mir, nach allem, was ich darüber weiß, bis heute der umfangreichste und kompetenteste Versuch zu sein, das umzusetzen.

Das ist ein bißchen Geschmackssache. Für meinen z.B. hat sich Achtung! Cthulhu da etwas zu wenig bemüht, das Mythos-Feeling erst mal mit Fate-Bordmitteln umzusetzen und statt dessen einfach (unter Umgehung der normalen Fate-Regeln für mentalen Streß und Konsequenzen) gleich eine Variante der althergebrachten CoC-Stabilitätsmechanik selbst drangeklatscht. Wenn man wirklich direkt so was wie "Call of Cthulhu: Das Rollenspiel, nur halt mit Fate- statt Prozentwürfeln" spielen will -- okay, dann mag das noch angehen (allerdings würde ich mir dann persönlich doch eher überlegen, gleich das Original zu nehmen und vielleicht noch ein paar Konzepte aus Fate dazuzuklauen); für so ziemlich alles Andere wäre es mir aber schlicht ein Stück zu umständlich und "un-Fate-ig".

Offline JollyOrc

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #11 am: 3.01.2017 | 14:19 »
Wie schon in Bielefeld angedeutet:

IMO funktioniert Horror nur dann, wenn sich Spieler auch darauf einlassen wollen. Wenn die das nicht wollen, wirkt die beste Mechanik nix. Insofern finde ich es fast schon nebensächlich, ob da Regeln sind, die das Hilflosigkeitsgefühl etc. s(t)imulieren.

Bei Cthulhu geht es doch nicht darum, generell ein Loser zu sein, sondern vor dem, was da von außerhalb der Welt kommt, klein und unwichtig dazustehen. Und das kann man recht einfach machen: Alles, was den Aspekt "nicht von dieser Welt" (oder ähnliches) hat, ist immun gegen alles, was mit Fate Chips freigeschaltet wird - denn die sind von dieser Welt, und damit bei Außerweltlichen wirkungslos.

Damit muss man den Zahlenraum nicht unnötig vergrößern, kann immer noch problemlos mit Normalsterblichen mithalten, und gut ist.

Will man Geistige Stabilität im Spiel halten - macht einen Stresstrack draus, der nur mittels Psychiater/Sanatorium freigeräumt werden kann. Und wenn man doch mal Fate Chips gegen Außerweltliche einsetzen will, füllt das eben genau diesen Stresstrack.
Ich mache Tipp- und Schreibfehler und korrigiere diese wenn ich sie (auch gerne noch Monate später) sehe. Daher sind meine Posts häufig editiert. :)

Offline Ucalegon

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #12 am: 3.01.2017 | 15:07 »
IMO funktioniert Horror nur dann, wenn sich Spieler auch darauf einlassen wollen. Wenn die das nicht wollen, wirkt die beste Mechanik nix. Insofern finde ich es fast schon nebensächlich, ob da Regeln sind, die das Hilflosigkeitsgefühl etc. s(t)imulieren.

Dass man das Spiel spielen wollen muss, ist für mich ein no-brainer. Das gilt für alles. Gehen wir also davon aus, dass, wer Horror mit FATE (oder jedem anderen System) spielen möchte, auch Horror haben will und nicht einen lauen Nachmittag im Streichelzoo oder, keine Ahnung, eine Liebeskomödie. Freilich kann "Horror" hier unterschiedliche Sachen bedeuten und da fangen die Probleme an. Der eine will Stimmungs-/"Immersions"horror über SL-Theater (Dunkler Raum, die SL macht Geräusche, Musik, streng in-character, möglichst wenig Regeln etc.), die nächste will eine Horrorgeschichte, die sich bspw. exakt am Aufbau einer Lovecraft story orientiert, der nächste will vom Plot überrascht werden, eine weitere Spielerin möchte Risiko und Unwägbarkeit über unveränderliche Würfelergebnisse - keine rerolls (oder Fatepunkte) - oder über einen Jenga-Turm. Das sind alles Fragen, die ein Rollenspielsystem beantworten muss. Insofern sind die Regeln nicht nebensächlich, sondern die Hauptsache.   

Edit: Und insofern ist der Threadtitel natürlich recht unscharf. Was für ein Horror soll mit FATE gespielt werden?

Bei Cthulhu geht es doch nicht darum, generell ein Loser zu sein, sondern vor dem, was da von außerhalb der Welt kommt, klein und unwichtig dazustehen. Und das kann man recht einfach machen: Alles, was den Aspekt "nicht von dieser Welt" (oder ähnliches) hat, ist immun gegen alles, was mit Fate Chips freigeschaltet wird - denn die sind von dieser Welt, und damit bei Außerweltlichen wirkungslos.

Die Idee, die Fatepunkt-Mechanik auszusetzen hat Macklin dementsprechend in AC eingebaut. Könnte man aber als un-fate-ig bezeichnen. Ich meine die Punkte heißen ja nicht umsonst nach dem System oder umgekehrt.

« Letzte Änderung: 3.01.2017 | 15:24 von Ucalegon »
Ignota obscurae viderunt sidera noctes (Lucan I, 526)

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #13 am: 3.01.2017 | 17:56 »
Kleiner Nachtrag:

Evtl. Stress ganz streichen und Schaden gleich mit Konsequenzen abbilden

Dabei würde ich im Hinterkopf behalten, daß Charaktere im Horror-Genre schon allein dadurch verletzlicher sein dürften, daß sie überhaupt deutlich öfter "mental" angegriffen werden als in den meisten anderen. Dadurch eventuell entstehende Konsequenzen kommen ja zu denen durch "rein körperliche" Attacken zusätzlich hinzu und belegen freie Plätze, mit denen man vielleicht lieber später noch mal irgendetwas anderes abgefangen hätte.

Offline KhornedBeef

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #14 am: 4.01.2017 | 08:46 »
[...] später [...]
"Später"? Wir reden hier von Horror, da muss es kein "Später" geben ;)
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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #15 am: 4.01.2017 | 09:27 »
"Später"? Wir reden hier von Horror, da muss es kein "Später" geben ;)

"Später" kann ja schon die nächste Aktion im selben Konflikt sein. ;) "Der Finstere Henker schwingt seine Axt in meine Richtung und mein Verteidigungswurf ist gerade glorreich gescheitert, ich muß wohl 'ne leichte Konse...Mist, da hatte ich doch eben erst "Nichts wie weg!" eingetragen und das hält noch an!"

Offline KhornedBeef

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Re: Fate und Horror - Tipps & Tricks
« Antwort #16 am: 4.01.2017 | 09:36 »
"Später" kann ja schon die nächste Aktion im selben Konflikt sein. ;) "Der Finstere Henker schwingt seine Axt in meine Richtung und mein Verteidigungswurf ist gerade glorreich gescheitert, ich muß wohl 'ne leichte Konse...Mist, da hatte ich doch eben erst "Nichts wie weg!" eingetragen und das hält noch an!"
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