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Autor Thema: [Night´s Black Agents] Unto the fourth generation  (Gelesen 1331 mal)

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Offline Ludovico

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Re: [Night´s Black Agents] Unto the fourth generation
« Antwort #25 am: 4.05.2018 | 10:46 »
Das scheint eine tolle Truppe zu sein.

Was tellurische Vampire angeht, weiß ich nicht so genau. Mal schaun!

So oder so muss ich Dir aber leider folgendes mitteilen:
Du musst hier weiterschreiben... unbedingt.  :)

Offline Chiarina

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Re: [Night´s Black Agents] Unto the fourth generation
« Antwort #26 am: 11.05.2018 | 13:47 »
Against Dracula / 10. Sitzung
1894, Arthurs Schwäche

Beteiligte Agenten:
Dr. Abraham Van Helsing (niederländischer Mediziner und Universalgelehrter, 71 Jahre)
Wilhelmina „Mina“ Murray (Hilfslehrerin, 21 Jahre)
Dr. John „Jack“ Seward (Irrenarzt, 29 Jahre)
Arthur Holmwood (reicher Aristokrat, 27 Jahre)
Quincey Morris (texanischer Abenteurer, 30 Jahre)


Arthur Holmwood

Die Nacht verstreicht ereignislos. Beim Brunch am nächsten Vormittag erreicht ein Mann das Haus. Es ist einer der Wächter aus dem Sanatorium von Dr. Seward, der berichtet, dass der Patient Renfield einen gewaltigen Tobsuchtsanfall hatte und die Anwesenheit des Doktors in der Anstalt daher wünschenswert sei. Seward fährt in der Kutsche, in der auch der Wächter hierhergekommen ist, in seine Anstalt zurück und erfährt auf dem Weg, dass Renfield darum gebeten habe, ein Kätzchen zu bekommen. Sewards Vertreter Patrick Hennessey hat abgelehnt, die Folge war der Tobsuchtsanfall. Im Sanatorium angekommen stellt er fest, dass sich Renfield wieder beruhigt hat. Er deponiert Spinnen mit ausgerissenen Beinen auf dem Fensterbrett seines vergitterten Fensters, um damit Spatzen anzulocken. Angeblich hätte er heute bereits einmal Erfolg gehabt. Renfield wiederholt Seward gegenüber seine Bitte, ein Kätzchen zu erhalten. Seward führt ein längeres Gespräch mit ihm und erfährt, dass Renfield sich da auf seine eigene verrückte Art und Weise eine Nahrungskette aufbaut. Er fängt Fliegen, um damit Spinnen zu ernähren, er reißt den Spinnen die Beine aus, um mit ihnen Spatzen zu ernähren. Will er mit den Spatzen sein Kätzchen ernähren? Und an was verfüttert er dann das Kätzchen? Dr. Seward kommt mit seinen Fragen nicht allzu weit, als er aber den Raum verlassen will, fällt ihm ein Notizbuch auf, das Renfield zwischen Rahmen und Matratze seines Bettes geklemmt hat. Renfield behauptet, es enthalte seine „geheimen Berechnungen“. Seward wirft einen Blick hinein. Das Büchlein enthält eine große Tabelle, deren vier Spalten mit den Überschriften „Fliegen“, „Spinnen“, „Sperlinge“ und „Katzen“ überschrieben sind. Darunter befinden sich irgendwelche Zahlenreihen. Seward bittet Renfield, diese Aufzeichnungen abschreiben zu dürfen. Und Renfiield stimmt zu „wenn es denn meiner Heilung zuträglich ist.“

Währenddessen lädt Arthur Holmwood die Anwesenden auf eine kleine Bootstour auf der Themse ein. Quincey Morris flirtet dabei ein wenig mit Lucy, Arthur hat trotzdem das Gefühl, dass Quinceys Bemühungen nie Arthurs Verlobung mit Lucy in Frage stellt. Er beschließt daher, sich ein wenig gönnerhaft zu zeigen.

Die Ausflugsgesellschaft kehrt gegen Abend nach Hillingham zurück und nimmt ein Abendessen ein. Danach gehen die Anwesenden getrennte Wege: Abraham Van Helsing stöbert im Keller in der Bibliothek der Westenras, Arthur Holmwood und Quincey Morris stoßen im Erdgeschoss ein paarmal auf ihre Freundschaft an und sprechen über Lucys „Krankheit“. Mina unterhält sich mit Lucy bei einer Handarbeit in ihrem Zimmer im ersten Stock.

In diese friedliche Situation platzt plötzlich Entsetzliches. Im Garten hinter dem Haus erklingt laut vernehmlich das Heulen eines Wolfes. Während Abraham Van Helsing zuallererst zu den Damen eilt um notfalls Lucy beschützen zu können, laufen Quincey Morris und Arthur Holmwood auf ihre Zimmer um sich zu bewaffnen. Die Damen selbst treten auf den Balkon vor Lucys Zimmer um das Geschehen im Garten beobachten zu können. Sie sehen aber nicht viel mehr als irgendwelche schattenhaften Bewegungen zwischen den Büschen. Arthur Holmwood stellt sich einen Moment zu den Damen auf den Balkon, Quincey Morris eilt nach unten in den Garten und nähert sich gemessenen Schrittes den Gebüschen. Plötzlich noch ein zweites Geräusch: klirrende Fensterscheiben im Erdgeschoss. Quincey Morris dreht sich um, kann aber nichts erkennen. Arthur Holmwood rennt nach unten und sieht, dass ein Fenster zum Zeichenatelier eingeschlagen wurde. Er stellt sich vor das Fenster und bewacht den Raum. Die Dienstmädchen des Hauses verlieren die Nerven und rufen in schrillsten Tönen um Hilfe. Abraham Van Helsing bleibt bei Lucy und Mina und verschließt Türen und Fenster von Lucys Schlafzimmer. Hin und wieder ist an unterschiedlichen Stellen im Gebüsch das laute Knurren des Wolfes zu hören. Dann ist es soweit: Quincey Morris muss sich in direkter Nachbarschaft zu ihm befinden und das wilde Tier springt ihn aus dem Gebüsch heraus an. Quincey Morris schießt, der Wolf schnappt nach seinem Bein. Während des Kampfes steigern zwei Ereignisse die Dramatik der Situation:

Zum einen verlassen zwei der drei Dienstmädchen schreiend das Haus und rennen auf ein nahes Wäldchen zu. Abraham Van Helsing ist entsetzt über die Gefahr, in die sich die jungen Mädchen begeben und rennt in den Schuppen. Er begegnet dort dem Knecht des Hauses, der sich dort versteckt hat und auch nicht gerade einer der Mutigsten ist. Van Helsing macht mit dem Knecht die Kutsche flott und nimmt die Verfolgung der Dienstmädchen auf. Nach einer Weile erreicht er die Mädchen, redet ihnen gut zu und bringt sie dazu, wieder in das Haus zurückzukehren. Allerdings hat Van Helsing dafür relativ viel Zeit benötigt.

Zum anderen ist von Lucys Zimmer aus deutlich zu hören, wie ihre Mutter angstvoll stöhnt. Die Geräusche der herzkranken Frau lassen das Schlimmste befürchten. Lucy bittet Mina, nach der Frau zu sehen. Mina erklärt sich bereit, schärft aber Lucy ein, das Zimmer während ihrer Abwesenheit gut zu verschließen. Dann lässt sie Lucy allein und kümmert sich um ihre Mutter. Dabei stellt sie fest, dass sie den Puls der Frau aus irgendwelchen Gründen nicht spüren kann. Vielleicht ist auch alles der Aufregung geschuldet, Minas medizinischen Kenntnisse sind elementar. Sie gibt ihr Bestes und verhindert möglicherweise auch einen schnellen Herzstillstand von Lucys Mutter, trotzdem schwebt die Frau noch immer zwischen Leben und Tod.

Im Garten trifft Quincey Morris mit seinem Gewehr zweimal den Wolf, allerdings verbeißt sich dieser gleichzeitig in sein Bein, woraufhin Morris ohnmächtig zu Boden geht. Es sieht nicht gut aus, da schießt Arthur Holmwood vom Zeichenatelier aus auf den Wolf, der nach diesem dritten Treffer schließlich von Morris ablässt und wieder in den Büschen verschwindet.

Eine Weile herrscht Ungewissheit: Ist die Gefahr gebannt? Schließlich kehrt Abraham Van Helsing mit den Dienstmädchen ins Haus zurück und beginnt mit den Aufräumarbeiten: Er versorgt zuerst Lucys Mutter, die in der Hand des erfahrenen Mediziners langsam wieder ins Leben zurückfindet. Dann versorgt er den ohnmächtigen Quincey Morris und schient sein Bein. Er weist den Knecht des Hauses an, das zerbrochene Fenster zum Zeichenatelier zu vernageln. Dann begibt er sich mit einer Laterne in den Garten und durchsucht das Gebüsch. Ein paar Minuten später findet er den verendeten Wolf. Es sieht fast so aus, als sei das Schlimmste überstanden, da fällt ihm Mina in die Arme und berichtet aufgeregt, Lucy öffne ihre Zimmertür nicht und antworte auch nicht auf ihre Rufe von außen.

Abraham Van Helsing läuft mit Arthur Holmwood und Mina ins erste Stockwerk. Arthur wirft sich einige Male gegen Lucys Zimmertür und kann sie schließlich aufbrechen. Lucy liegt ohnmächtig im Bett. Das Fenster ist geöffnet und unheilvoll flattern die Gardinen im nächtlichen Wind. Van Helsing untersucht Lucy und muss entsetzt feststellen, dass sie am Hals zwei neue Male besitzt. Für die Anwesenden ist das ein schwerer Schicksalsschlag. Van Helsing, Mina und der inzwischen herbeigehumpelte Quincey Morris versichern sich gegenseitig ihres Beistandes und verhindern so, dass das schreckliche Ereignis dauerhaften, psychischen Schaden in ihnen verursacht. Arthur Holmwood scheint allerdings angesichts der Tatsache, dass hier ein düsteres Wesen aus dem Reich der Mythologie seine Klauen nach seiner zukünftigen Frau und indirekt damit auch ihm selbst ausstreckt, aus der Bahn geworfen. Er verlässt erschüttert Lucys Schlafzimmer um seinen Geist mit einem Liter Whiskey zu betäuben und geht dann schlafen. Van Helsing bedeutet dem Knecht, auch Lucys Zimmerfenster zu vernageln. Dann kümmert er sich um Lucy und ordnet eine neue Bluttransfusion an, als Spenderin bietet sich diesmal Mina an. Auch diese Transfusion gelingt, worauf Van Helsing grübelnd bei Lucy Wache hält. In dieser Nacht will er sich mit Mina abwechseln. Während seiner Wache versucht er sich vorzustellen, wie ein Vampir durch das Fenster im ersten Stock ins Haus gelangen kann. Können Vampire fliegen?

Am nächsten Tag geht es Lucy schlecht. Sie atmet flach, Van Helsing ist besorgt. Arthur Holmwood verhält sich seltsam. Er nimmt nicht am gemeinsamen Frühstück teil, sondern lässt eine Kutsche kommen und kehrt zu seinem kranken Vater, Lord Godalming, in „Ring“ zurück. Dort bittet er den alten Mann, den Erzbischof kommen zu lassen. Der erstaunte Lord fragt sein Sprössling nach dem Grund und erfährt von den Ereignissen in Hillingham. Arthur gibt seinem Vater gegenüber an, Lucy nicht mehr heiraten zu können. Allen Geschichten über Vampire zufolge, scheine sich Lucy nach und nach in eine Vampirin zu verwandeln. Der Gedanke, sich zu so einem Wesen ins eheliche Bett legen zu müssen sei ihm unerträglich. Er denke daher über einen Exorzismus nach, den der Erzbischof vornehmen soll. Wenn das zu keinem Erfolg führt, sei es wohl am besten, Lucy von ihrer unheiligen Existenz zu erlösen. Lord Godalming ist angesichts der Aussagen seines Sohnes erstaunt: Hat Arthur den Verstand verloren? Er fühlt Arthur noch etwas genauer auf den Zahn und erfährt von den beiden Medizinern, die sich um Lucy kümmern, woraufhin er beschließt, ein Gespräch mit diesen Männern zu führen. Ächzend setzt sich der kranke Lord Godalming in die Kutsche und befiehlt Arthur mitzukommen. Auch auf diesem Weg betrinkt sich Arthur Holmwood vor den besorgten Augen seines Vaters.

In Hillingham erreicht Mina ein Telegramm aus Exeter von Peter Hawkins: Minas Mann Jonathan Harker gehe es nicht gut und er frage nach ihr. Außerdem hoffe Peter Hawkins, dass Mina anstelle ihres Ehemannes ein paar Schreibaufgaben für ihn übernehmen könne. Da Peter Hawkins Jonathan Harker bereits als Erben seiner Rechtsanwaltskanzlei bestimmt hat, stehen die Harkers in gewisser Weise in seiner Schuld. Mina nimmt den Zug nach Exeter und erreicht am Abend ihr Ziel. Sie kümmert sich um ihren Mann und spricht mit Peter Hawkins, der ihr ein paar Briefe zum Kopieren gibt und ihr außerdem für alle Fälle einen Zweitschlüssel für die Kanzlei aushändigt. Mina beschließt noch etwas vor Ort zu bleiben und am nächsten Tag den Abendzug nach London zurück zu nehmen. Während dieser Zeit liest Mina das Tagebuch ihres Mannes, das dieser über seine Reise nach Siebenbürgen geschrieben hat. Sie erfährt von Jonathans Aufenthalt auf Burg Dracula, von den unheimlichen Umtrieben des Grafen und der übrigen Bewohner und von seiner Flucht. Besonders beunruhigend sind aber die einleitenden Worte: Jonathan berichtet hier davon, dass Graf Dracula seinen Chef Peter Hawkins mit dem Kauf eines Hauses in London beauftragt hat. Jonathan entdeckte auf Burg Dracula auch, dass der Burgherr tagsüber in einer mit Erde gefüllten Kiste liegt, die gegen Ende seines Aufenthaltes mit 49 weiteren, ähnlichen Kisten auf einem Schiff namens „Demeter“ nach England gebracht wurde.

Mittags kehrt Dr. Seward nach Hillingham zurück und berichtet von seinen Erlebnissen mit Renfield. Noch später erreicht Lord Godalming mit dem betrunkenen Arthur das Haus. Er führt ein Gespräch mit Van Helsing und Dr. Seward über Lucys Zustand und erfährt von ihrem kritischen Zustand, er erfährt aber auch, dass noch Hoffnung auf Heilung besteht. Abraham Van Helsing spricht mit Lord Godalming offen über Vampirismus, Dr. Seward äußert sich da zurückhaltender. Lord Godalming weiß nicht, was er davon halten soll, aber die mögliche Aussicht auf eine Heilung Lucys entscheidet schließlich über sein weiteres Vorgehen. Er geht zu seinem Sohn und nimmt ihn ins Gebet: Da kommt die Frau, mit der er sich verlobt hat, ohne eigenes Verschulden zu Schaden und obwohl noch Hoffnung besteht, beschließt Arthur, sich von ihr abzuwenden? Das ist ein verabscheuungswürdiges Verhalten! Arthur solle vielmehr alles tun, um seine Anvertraute zu retten! Aber Arthur scheint nicht überzeugt zu sein. Er erklärt mit schwerer Zunge, dass er selbst nach einer angeblichen „Heilung“ während seiner ganzen Ehe neben Lucy im Ehebett liegen werde, ohne Gewissheit zu haben, ob nicht doch noch irgendein Funken einer unheiligen, bösartigen Existenz in ihr steckt. Da sei es in seinen Augen doch das Beste, man erlöse die Frau. Während dieser Worte fingert Arthur an einem großen Messer herum. Lord Godalming befürchtet, dass sich Arthur in seiner Stimmung auch noch eines Verbrechens schuldig machen könnte und fährt mit ihm zurück nach „Ring“. Er befiehlt seinen Dienern, keinen Alkohol an Arthur mehr auszuhändigen und will mit seinem Sohn noch einmal am nächsten Tag reden, wenn dieser wieder bei klarem Verstand ist.

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Tja... der eine großartige Moment dieser Sitzung war wohl der Angriff Draculas auf Lucys Haus. Obwohl es mir die Spieler mit ihrer Bewachung von Lucy nicht leicht gemacht haben, ist Dracula schließlich an sein Ziel gelangt. Er kann mit seiner übernatürlichen Stärke bis auf den Balkon im ersten Stock springen und dann dort das Fenster aufziehen. Damit hat er gewartet, bis alle Anwesenden aufgrund anderer Aufgaben das Zimmer verlassen haben. Letztlich war es dann doch leichter als gedacht, man musste den Charakteren nur genug zu tun geben. Einmal am Ziel hat er Lucy mit seinem eigenen Blut infiziert. Sie untersteht damit jetzt auch seiner Kontrolle, was es mir zukünftig etwas leichter machen wird.

Der zweite großartige Moment war natürlich der schwach werdende Arthur, der seine nervliche Zerrüttung ganz gut ins Spiel eingebracht hat. Bei Bram Stoker ist es ja so, dass Van Helsing die anderen von der Notwendigkeit überzeugt, Lucy müsse „erlöst“ werden. Es sieht so aus, als übernehme in unserer Runde Arthur diese Aufgabe. Aber noch ist es nicht ganz so weit. Lucy steht noch ein Besuch des Vampirs bevor.

Spannend wird auch, was geschieht, wenn Mina mit neuen Informationen aus Exeter wieder zurückkommt. Wenn die Spieler dann alle Informatioen zusammen nehmen, könnten sie wie im Roman auf die Idee kommen, sich mal in Draculas Unterkünften nach diesen Särgen mit Erde umzusehen.

@ Ludovico: Die Gruppe war mir in der Vergangenheit ehrlich gesagt oft ein bisschen zu passiv und lahm. Bei dieser Kampagne funktioniert das Ganze aber doch besser als sonst. Vielleicht liegt das sogar an uns selbst. Wir wissen inzwischen, dass wir uns nicht mehr gegenseitig ändern werden. Ich beginne hier aber jedenfalls die unterschiedlichen Spielertypen mit ihren individuellen Interessen auch als Vorteil zu sehen... und habe sichtlich mehr Spaß an der Angelegenheit als bei vielem, was zuvor gelaufen ist.
« Letzte Änderung: 17.05.2018 | 02:35 von Chiarina »
[...] the real world has an ongoing metaplot (Night´s Black Agents, The Edom Files, S. 178)

Offline Ludovico

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Re: [Night´s Black Agents] Unto the fourth generation
« Antwort #27 am: 16.05.2018 | 09:12 »
Wow! Den Dreh hast Du super hingekriegt. Inwiefern unterstützt einen das Directors Handbook bei solchen Twists oder war das frei improvisiert?

Und wenn man das vergleicht mit Dracula Unredacted, dann passt das immer noch super rein.

Offline Chiarina

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Re: [Night´s Black Agents] Unto the fourth generation
« Antwort #28 am: 16.05.2018 | 15:20 »
Das Directors Handbook macht ein paar Plotvorschläge und gibt dem Spielleiter Werkzeuge in die Hand. Es betreibt aber kein Railroading.
Du bekommst also erzählt, was für besondere Fähigkeiten Dracula hat, kriegst ein paar Stats von ihm und seinen Unterstützern und dann gibt´s ein paar Überlegungen zu einem dramatischen Kampagnenaufbau, bei denen sich sicherlich auch irgendwo so etwas wie "Dracula infiziert einen Freund" findet. Genauer wird´s aber nicht. Das Director´s Handbook gibt keine Tipps, was man als Spielleiter machen kann, um Lucy doch noch eine Infektion zu verpassen, selbst wenn die Aktionen der Spieler das eigentlich nicht zulassen. Das ist auch für mich das Spannende. Es gibt keine Erfolgsgarantie für das, was ich da einfädele.

Ich habe mir vorher ein paar Strategien Draculas überlegt, die ich flexibel einsetzen wollte. Die Prämisse war: Ein Opfer infizieren, aber wenigstens im Moment nach Möglichkeit noch eine direkte Konfrontation Draculas mit den Charakteren vermeiden.
Der Wolf war im Voraus geplant, auch die Abwesenheit von Dr. Seward habe ich mir schon im Voraus überlegt.
Als ich dann aber gesehen habe, dass Mina und Abraham Van Helsing möglicherweise während der ganzen Aktion einfach nur an Lucys Bett bleiben und Quincey Morris und Arthur Holmwood die ganze Arbeit machen lassen, habe ich ein bisschen aufgedreht: Die sowieso schon panischen Dienstmädchen waren plötzlich so panisch, dass man sich um sie kümmern musste und die sowieso schon herzkranke Mutter war plötzlich so herzkrank, dass man sie retten musste.

Es gibt immer alternative Möglichkeiten. Ich hatte mir beispielsweise zwischendrin kurz überlegt, ob sich Dracula, wenn Mina bei Lucy bleibt, nicht einfach stattdessen Lucys Mutter greift. Das wäre eine hübsche Überraschung geworden!
« Letzte Änderung: 18.05.2018 | 22:59 von Chiarina »
[...] the real world has an ongoing metaplot (Night´s Black Agents, The Edom Files, S. 178)