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Autor Thema: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte - Sa., 17.09.1927  (Gelesen 3654 mal)

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Offline Der Läuterer

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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #75 am: 13.06.2018 | 20:50 »
Und der Mann am Boden dreht sich langsam um.
"Pomoshch' oni mne."
"Pozhaluysta."

"Pozhaluysta! Pomoshch' oni mne."

Seine Augen sind wie gedimmte, schmutzige Scheinwerfer. Leuchtende Strahlen wie von zwei kleinen Grubenlampen.
"Pozhaluysta."
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Offline Der Läuterer

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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #76 am: 13.06.2018 | 20:54 »
Hinter der Doppeltür jucht erschreckt eine Frau laut auf. "Aaahieeeh!"

Eine Männerstimme. "Haltet die Frau. Sie wird ohnmächtig."

Dann fangen die Besucher an zu reden. Unruhe kommt auf.

Und Fritzchen fängt an zu jaulen wie ein Kojote, während Kassandra versucht ihn zu beruhigen und ihm gut zuredet.
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Offline Joran

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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #77 am: 15.06.2018 | 10:23 »
IM INNEREN DER STERNWARTE

Meine aufkeimende Panik verfliegt, als die Menschen wieder zum Leben erwachen und ich ihre Stimmen höre. Mir ist egal, was sie sagen, Hauptsache sie reden wieder. "Was immer das eben war, es scheint vorüber zu sein. Und vielleicht ist es sogar ein gutes Zeichen: Offenbar konnte es mir nichts anhaben. Alle anderen waren betroffen ... ich nicht. ... Und niemand würde es mir glauben, wenn ich es erzählen würde. Sie werden sich vielleicht wundern, wie es zu dem Schaden an der Tür gekommen ist und woher die Holzsplitter stammen. Aber sie würden mir trotzdem nicht glauben. ... Bin ich mir selbst überhaupt noch sicher, dass das eben passiert ist?"

Der Mann vor mir, den ich für den wahnsinnigen Krassimir halte, streift die Augenbinde wieder ab. Langsam beginnt er sich zu mir umzudrehen. Das Licht aus einen Augen zeichnet zwei diffuse, sich überschneidende Flecken auf die Wand des Flurs, die in meine Richtung wandern. Ich habe dieses Licht bereits gesehen und bin nicht scharf darauf, von seiner Kälte erfasst zu werden. Kurzentschlossen wäge ich die Gefahren gegeneinander ab: der 'stumpiche Zwerch' mit gebrochener Nase einerseits und der geisteskranke Hühne mit den kalten Augen andererseits. Ich will nicht sehen, welche kalte Ödnis oder was sonst da hinter seinen Augen liegen mag. Ich muss mich JETZT entscheiden und verlasse mich auf mein Gefühl und mein Glück: "Sollen die anderen sich um den Kleenen kümmern!", denke ich und springe im gleichen Augenblick auf Krassimir zu, um ihn zu Boden zu reißen und unter mir zu begraben, bevor er sich ganz umgedreht hat. Mit ausgebreitete Armen und meiner ganze Körpermasse werfe ich mich auf den Idioten.
« Letzte Änderung: 15.06.2018 | 11:57 von Joran »
Anton Hempel
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Offline trondetreublatt

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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #78 am: 18.06.2018 | 23:11 »
Jetzt, Lutz, jetzt!

Das kalte Licht, das sich aus den Augen des gemeingefährlichen Irren ergießt, findet langsam seinen Weg in Richtung des Neuankömmlings. Und endlich dreht er mir den Rücken zu. Die Gelegenheit, auf die ich gewartet habe.

Nicht mehr zögern, jetzt! JETZT!

Einen Sekundenbruchteil vor Anton springe ich vor und klammere meinen Arm von hinten um Krassimirs Hals. Antons Augen weiten sich, doch es ist zu spät, als dass er die Wucht seines Sprunges noch aufhalten könnte. Ein Aufprall, ein einziger Schrei aus drei Männerkehlen, und schon liegen wir wie ein verknotetes Bündel am Boden. Krassimir schreit wie am Spieß - eine dunkle, gefährliche Stimme - und auch Anton und ich fluchen aus Leibeskräften. Arme und Beine wirbeln umher, meine Faust trifft weiches Fleisch, gleich darauf prallt ein Schuh hart gegen meine Stirn. Angesichts dieser verknoteten, zuckenden Masse, die wir nun bilden, blitzt ungebeten das Bild eines Rattenkönigs durch meinen Geist - sicherlich eines der abstoßenderen Exemplare in der Kuriositätensammlung des anatomischen Instituts.

Dann, plötzlich, blicken mir die kalt leuchtenden Augen Krassimirs entgegen und ohne nachzudenken kralle ich die Finger meiner linken Hand mitten hinein, um diese perfiden Augen auszukratzen, auszulöschen, auszuradieren.

Ein Schock, als hätte ich meine Finger in Eiswasser getaucht. Nein, in flüssigen Stickstoff. In die unvorstellbar kalte, leere Weite des Alls. Einen Moment ist es still. Und dann bin nur noch ich es, der schreit. Wie von der Tarantel gestochen winde ich mich auf dem Boden, mich sinnlos mit den Füßen abstoßend. Auf dem Rücken liegend drehe ich mich im Kreis und kann nur noch auf meine Hand starren. Meine schöne, filigrane Chirurgenhand.

Neinneinnein, das kann nicht sein! Das darf nicht sein! Nein! NEIN!
« Letzte Änderung: 4.07.2018 | 17:05 von trondetreublatt »
Dr. Ludwig Gotthold Degebach
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #79 am: 27.06.2018 | 23:30 »
IM INNEREN DER STERNWARTE

Ein spitzer Schrei entfährt meiner Kehle und meine Hand fährt zum Mund, als die Tür berstet. Erst als Anton erblicke, entspannt sich meine Muskulatur. Erleichterung macht sich breit und ich nehme ein beinahe euphorisches Gefühl dar. Wie in Trance beobachte ich das folgende Geschehen, erleichtert, dass das zähe Warten zuvor beendet ist, aber zugleich schockiert von der Brutalität, die sich vor meinen Augen abspielt. Es dauert, bis ich wieder reagieren kann, bis meine Muskeln wieder reagiren und ich einen Laut hervorbringe. "Komm, Hans", stammle ich, als die Männer sich auf einanderstürzen. Ohne auf seine Reaktion zu warten, laufe ich aus der Türe hinaus, einfach weg von wir. Beinahe stolpere ich über eine Frau, lasse mich davon jedoch nicht aufhalten. Die Stufen hinab stolpere ich mehr als dass ich sie laufe und dann endlich - endlich! - füllt frische Luft meine Lungen. Die Hände auf die Oberschenke gestützt blicke ich mich vor der Sternwarte um. Mein Herz rast, der Atem geht schwer und doch drängt alles in mir darauf weiterzulaufen. Hektisch wandert mein Blick umher. Ist hier irgendwo ein Mensch zu sehen? Wo Hilfe herbekommen?
Agathe Lohenstein
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Offline Der Läuterer

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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #80 am: 3.07.2018 | 23:28 »
VOR DER STERNWARTE

Agathe atmet vor der Sternwarte kräftig durch.

Als sich Dein Blick vom Schotterweg löst, stahlt Dir die Sonne wonniglich ins Gesicht. Im Park tummeln sich viele Spaziergänger. Männer, Frauen, Pärchen mit und ohne Kinder, auf Fahrrädern, mit Kinderwagen oder mit Hund.

Niemand achtet auf die Frau, die vor der Sternwarte um Luft ringt.

Als Du Dich erholt hast, rufst Du atemlos um Hilfe und wedelst mit den Armen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit hält ein Fahrradfahrer an.
"Gnäd'ge Frau. Was ist los? Wie kann ich Ihnen zu Diensten sein?"
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #81 am: 4.07.2018 | 08:37 »
IM INNEREN DER STERNWARTE

Ludwig, der seine Lethargie überwunden hat, fasst seinen ganzen Mut zusammen und stürzt sich im fiebrigen Eifer auf Krassimir, der seinen Blick gerade Anton zuzuwenden gedenkt, als sich dieser auf ihn wirft.

Als er zwei Finger in Krassimirs Augen zu stechen versucht, durchzuckt ihn ein Schmerz, der aber schnell wieder nachlässt.

Doch die Haut der zwei Finger verliert schnell an Elastizität, wird erst ledrig und dann steif und hart, während sie sich um die Knochen zusammenzieht und jegliche Flüssigkeit aus ihr zu weichen scheint.

Die Finger nehmen eine ölig-durchscheinende, braun-honiggelbe Farbe an.
« Letzte Änderung: 4.07.2018 | 13:36 von Der Läuterer »
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #82 am: 4.07.2018 | 10:37 »
IM INNERN DER STERNWARTE

Ein Ruck am Revers und Krassimirs Kopf dreht sich in Antons Richtung - weg von Ludwig, der hilflos und erstarrt mit ansehen musste, wie zwei seiner Finger soeben verdorrten und sich zu mumifizieren begannen.

Sein Gesicht ist kreidebleich und er sieht so aus, als würde sein Verstand nicht wirklich erfassen können, was mit einem Teil seines Körpers soeben geschah. Vermutlich wird er entweder herumschreien oder ohnmächtig werden. Vielleicht sogar beides in dieser Reihenfolge.

Jetzt, da Krassimirs Blick nicht länger auf Ludwig ruht, wurde die Verwandlung seiner Hand anscheinend unterbrochen. Der Wahnsinn scheint vorbei zu sein.

Antons Gegner ist nicht sehr stark, aber die Gegenwehr ist anders als Du es erwartet hast. Er ist sehnig und windet sich unter Deinem Griff hin und her wie ein Aal.

Immer wieder ruft Krassimir Sätze und Worte, vermutlich auf Russisch, die Du nicht verstehst, deren Art und Weise wie sie von ihm gesprochen werden aber etwas flehentliches und bittendes auszudrücken scheinen.

Immer wieder musst Du nachgreifen, den Druck auf den zappelnden Mann erhöhen und erneut nachfassen, dann erst hast Du ihn nach langem Ringen am Boden fixiert. Du kniest auf seinem Rücken und seinen Oberschenkeln und hältst seine Arme fest, so dass er sich nicht mehr rühren kann.
« Letzte Änderung: 4.07.2018 | 13:39 von Der Läuterer »
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Offline trondetreublatt

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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #83 am: 4.07.2018 | 17:22 »
Die Geräusche um mich herum dringen wie aus weiter Ferne zu mir, das Licht und die Gestalten wie durch einen dicken Nebel. Ich kann nichts ansehen, nichts denken, nichts verarbeiten. Nur diese beiden Finger starren mich an, die wohl nie wieder eine Pinzette greifen werden. Nie wieder einen Schnitt vernähen, nie wieder Strukturen ertasten, nie wieder eine Operation durchführen.
Und ich kann einfach nicht begreifen, was gerade geschehen ist und warum. Mit der gesunden Rechten drücke ich meine verstümmelte Linke gegen meine Brust, die Augen blicklos ins Leere gerichtet. Eine Träne läuft über meine Wange.

Vorbei! Das ist das Ende. Die Chirurgie war doch mein Leben! Alles habe ich ihr geopfert. All die Mühen, all die Schrecken... umsonst? Soll es das wirklich gewesen sein? Meine Damen und Herren, ich präsentiere Ihnen den ersten achtfingrigen Chirurgen der Nation!

Ein bitteres Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen, ein trauriger Abglanz meines frechen, schiefen Grinsens, das ich sonst der Welt zu präsentieren pflege.
Dr. Ludwig Gotthold Degebach
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Offline Der Läuterer

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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #84 am: 4.07.2018 | 18:46 »
IM INNERN DER STERNWARTE

Unruhe in der anderen Besuchergruppe.

Schreie.
Einer schrill, die anderen gedämpft.
Ein Raunen.
Eine Frauenstimme. "Neiiin."
Jemand ruft "Oh mein Gott."
Ein anderer. "Wie schrecklich."

Blumberg folgt den Blicken der Besucher. "Erstaunlich. Höchst erstaunlich."

Kirill, der versucht hat aufzustehen, befindet sich in einer verzerrten, fast betenden, Position.
Auf seinen Knien, ist sein Körper nach hinten geneigt, als würde er sich an die Luft anlehnen. Seine Arme und Hände weisen nach vorne und unten. Die Hände sind geöffnet, die Finger gespreizt.

Das Gesicht des Mannes ist im Todeskampf völlig verkrampft und faltig.
Die Wangen eingefallen. Die Augen leere Höhlen. Der Mund ein Grinsen zweier Reihen von Zähnen mit zurückgezogenen, ausgetrockneten Lippen.

Nichts erinnert mehr an den russischen Astronomen, ausser seinem Kittel und dem grauen Flanell.
Er sieht aus wie eine Moorleiche; erstarrt mitten in der Bewegung
« Letzte Änderung: 4.07.2018 | 18:48 von Der Läuterer »
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #85 am: 4.07.2018 | 23:10 »
VOR DER STERNWARTE

Die Menschen um mich herum kommen wir unendlich weit weg vor, wie in einer anderen Welt. Nach der Anspannung, dem seltsamen Auge, der Gewalt, die ich eben noch erlebt habe, kommt mir nun alles gedämpft vor. Es ist alles langsamer als sonst, und auch leiser. Vielleicht nehmen die Leute mich deshalb nicht wahr? Doch dann hält endlich ein Fahrradfahrer neben mir. Meine guten Manieren vergessend, packe ich ihn am Oberarm und blicke ihn verzweifelt an. "Sie müssen mir helfen! In der Sternwarte! Er hat ein Messer! Und Hans ist immer noch dort! Wir müssen schnell sein, sonst gibt es wieder Tote!". Beschwörend blicke ich den jungen Mann an. Mein Herz rast, Schweiß perlt auf meiner Stirn, doch das Sprechen beruhigt meine Nerven ein wenig. "Entschuldigen Sie", stammle ich schließlich, als mir bewusst wird, welch seltsamen Eindruck ich machen muss, "Das sind die Nerven. Es...ein Bewaffneter ist in der Sternwarte. Ich glaube, er ist verrückt. Ich konnte fliehen, aber mein Mann ist noch dort. Bitte, Sie müssen mir helfen!"
Agathe Lohenstein
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #86 am: 5.07.2018 | 18:14 »
VOR DER STERNWARTE

Die Spaziergänger bewegen sich wie in Zeitlupe.

Den jungen Mann am Arm packend, ziehst Du ihn vom Fahrrad. Er verliert seine Schiebermütze und sein Rad fällt in den Kies.

"Helfen? Ihnen? Aber natürlich."

Der junge Mann mit dem blonden Schopf, vermutlich ein Student, fängt an zu schwitzen und zu stammeln.
"Ein... ein Messer? Gnäd'ge Frau."

"Wieder Tote? WIEDER? Ich... ich weiss nicht, ob... ob ich da behilflich sein kann... sein kann. Ich glaube, ich... ich... ich bin ungeeignet."

Halb ziehst Du ihn. Halb schiebst Du ihn.
"Nun ja. Ich bin... bin in einer... einer Verbindung. Und ja, ich... ich habe mich bereits geschlagen."

Dann scheint er seinen Mut gefunden zu haben.
"Ich... ich werde Ihren Gatten befreien... werde es versuchen... werde es zumindest versuchen."

"Bleiben Sie draussen. Hier sind Sie sicher. Versuchen Sie einen Schupo zu erwischen oder holen Sie sonst irgendwie Hilfe. Ich... werde mich reinschleichen."

Dann verschwindet der Blonde mit den Knickerbockers durch die Tür der Sternwarte.
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #87 am: 6.07.2018 | 20:23 »
IM INNERN DER STERNWARTE

Ich lasse mich von den Schreien hinter mit nicht ablenken, sondern konzentriere mich auf die dringlichste Aufgabe: Krassimir zu fixieren. Auf jeden Fall will ich vermeiden, dass Krassimir mich anblickt. Nicht ohne Genugtuung presse ich Krassimir mein Knie in den Rücken, eben dort wo sich die Nire befindet. Mein Gewicht ringt dem Russen ein Stöhnen ab.

Auf dem Boden suche ich nach der Augenbinde, die ich Krassimir wieder angelegt hatte und die bei dem Zusammenprall mit dem Doc und mir doch wieder abgerutscht sein muss. Ich entdecke sie nicht, aber mir würden auch die freien Hände fehlen, die Binde anzulegen.

Noch perlen die Eindrücke an mir ab, ohne dass ich sie wirklich verarbeiten kann. "Bleib ruhig! Zwei Finger mehr ... einen hast Du sowieso schon in der Tasche ... Außerdem: Die Hand des Docs ist auch nicht schlimmer als der Anblick der Opfer eines Angriffs mit Giftgas", beruhige ich mich selbst. "Du schaffst das! Du bist schon mit ganz anderen Sachen fertig geworden! Was immer diese Astronomen da entwickelt haben ... worauf sie gestoßen sind ... irgendeine Waffe offenbar ... man kann ihr entgehen. ... Du bist ihr ausgewichen!"

Und dann ist da noch ein Funken Schadenfreude, als ich die Träne auf der Wange des Docs erblicke. "Gestern noch der Herrgott in Weiß und ich nur Luft ... und jetzt ein flennender Herrgott und ich habe die Situation unter Kontrolle!" Sofern sich bei dem Gedanken der Anflug eines Grinsens auf mein Gesicht stehlen sollte, wird er von der Kraftanstrengung überdeckt. "Man braucht keine zehn guten Finger, um weiterzuleben ... nur ist Deine Hand jetzt noch häßlicher als meine", denke ich hämisch.

Die Aufregung hinter mir ist noch nicht verklungen und langsam frage ich mich, ob es sich dabei tatsächlich um Krassimir oder die Hand des Docs dreht.

"Ich habe hier alles unter Kontrolle!", rufe ich den Besuchern hinter mir zu, ohne mich umzuwenden. "Bitte rufen Sie die Polizei! Dieser Mann ist aus dem Irrenhaus ausgebrochen und wird gesucht!"
Anton Hempel
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #88 am: 8.07.2018 | 16:43 »
VOR DER STERNWARTE

"Bitte!", flehe ich den Mann an, "Ich...sonst muss ich mich selbst darum kümmern. Aber ich kann doch gar nicht kämpfen!" Den Mann am Arm gepackt, schiebe ich uns beide zu der Sternwarte. "Und es ist ja nur ein Angreifer. Sie müssen ihn doch einfach nur überwältigen! Die anderen Männer werden Ihnen dann sogleich helfen. Glauben Sie mir, jemand wie Sie schafft das bestimmt problemlos!" Mit großen Augen blicke ich an. Noch immer ist es vor allem Angst und Verzweiflung, die aus mir spricht. Aber allmählich bekomme ich wieder genug von meiner Umgebung mit um zu bemerken, dass der Mann auf meine Angst und das Ergreifen seines Armes eher reagiert, als auf die anfängliche Verwirrtheit und Verzweiflung. Und da es um das Leben von Hans geht, scheue ich auch nicht zurück, das zu nutzen und meine Reize spielen zu lassen. Und es scheint zu funktionieren, der Mann geht tatsächlich in die Sternwarte. Langsam und vorsichtig zwar, aber immerhin.

Ich renne unterdessen wieder zur Straße und halte nach einem Polizisten Ausschau. Und tatsächlich vermeine ich an einer Straßenkreuzung, rund 150 Meter entfernt einen Uniformierten zu erkennen, der auf eine ältere Dame einspricht, deren Hut größer ist als der Hund, den sie an der Leine führt. Also eile ich auf die beiden zu, blicke jedoch immer wieder zurück zur Sternwarte, voller Angst, wie es wohl Hans gerade gehen mag.
Agathe Lohenstein
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #89 am: 8.07.2018 | 21:01 »
IM INNERN DER STERNWARTE

Etwas Zeit vergeht, doch dann nähern sich die Besucher der Sternwarte zaghaft. Ungläubig und unsicher. Zögerlich. Vorsichtig. Grosse Augen. Eine Hand vor dem Mund. Die Körpersprache des Erstaunens, wie des Entsetzens, spricht Bände.

Du hast mittlerweile Krassimir gut unter Kontrolle gebracht und fest im Griff. Die Lage ist gesichert. Die, auf dem Rücken angewinkelten, Arme kurz etwas weiter nach oben gedrückt, wobei die Gelenke leicht überdehnt werden und schon entweicht aus Krassimirs Mund ein gequältes Stöhnen. Ein freches, breites Grinsen ist alles, was Du dazu zu sagen hast.
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #90 am: 9.07.2018 | 12:47 »
IM INNERN DER STERNWARTE

"Augen zu!", knurre ich Krassimir an und verleihe meiner Forderung mit einer angedeuteten Erhöhung der Belastung auf den Rücken Nachdruck.

"Gaffen Sie doch nicht so! Rufen Sie die Schupos! Dalli ... oder warten Sie darauf, dass Ihnen jemand die Hose im Gehen flickt?!", versuche ich die Besucher wachzurütteln.
Anton Hempel
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Offline KAW

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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #91 am: 10.07.2018 | 22:14 »
VOR DER STERNWARTE

"Herr Inspektor", rufe ich dem Mann zu, noch während ich auf ihn zulaufe. Mein Atem geht schwer, einzelne Haare haben sich gelöst und hängen ins Gesicht, wo sie an der von Schweiß feuchten Stirn hängen bleiben. "Herr Inspektor, sie müssen mir helfen!" Nun habe ich die beiden endlich erreicht und stütze mich schwer atmend auf meinen Oberschenkeln ab. "In der Sternwarte, dort drüben ist der Mörder. Dieser russische Irre, von dem die Zeitungen schreiben. Er ist bewaffnet und....". Ich stocke kurz und beschließe, das Auge nicht zu erwähnen. "Und er hat meinen Mann in seinem Gewahrsam", ergänze ich stattdessen. "Bitte, bitte kommen Sie mit mir." Flehend blicke ich den Schupo an und unterdrücke den Impuls, ihn einfach an der Uniform zu packen und mitzuzerren.

"Nun beruhigen Sie sich doch, gute Frau.", antwortet der Schupo mit sonorer Stimme. Dann streckt er sich in seiner etwas zu klein gewordenen Uniform durch und wendet sich der älteren Frau zu, die ich bis jetzt gar nicht recht beachtet habe. Sie zuckt zusammen, so als habe man sie beim Belauschen eines Gesprächs erwischt, das nicht für ihre Ohren gedacht war. Ich meine sogar zu erkennen, wie die dünne Haut auf ihrem runden Gesicht leicht rot wird. "Sie entschuldigen mich bitte, gnä' Frau", erklärt der Schupo ihr, während sein blonder Schnurbart sich sogar zu einem leichten Lächeln verzieht. "Aber wenn hier wirklich ein gesuchter Mörder herumlauft, dulded dies keinen Aufschub." Seine langsame Art zu sprechen steht in absurdem Widerspruch zu seinen Worten, wie ich mit zunehmender Unruhe bemerke. Doch ich sage nichts, immerhin bin ich auf seine Hilfe angewiesen. "Aber ich habe ja Ihre Adresse und werde spätestens heute Nachmittag bei Ihnen vorbeisehen, damit wir uns weiter darüber unterhalten, wer in Ihrem Garten Rosen gestohlen hat." Der Schupo hebt zur Verabschiedung seine Kappe. "Kommen Sie gut nach Hause!"

Dann, endlich, wendet er sich wieder mir zu. "Nun, Frau...." - "Lohenstein.", unterbreche ich ihn, "Agathe Lohenstein." Mit diesen Worten beginne ich zu der Sternwarte zu gehen, da ich es nicht aushalte, noch länger still zu stehen. "Also gut, Frau Lohenstein. Dann wollen wir einmal sehen, was uns in der Sternwarte erwartet."
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #92 am: 11.07.2018 | 23:38 »
VOR DER STERNWARTE

Mit hastigen Schritten dränge ich den Schupo zu der Sternwarte und versuche unterdessen, ihm einen knappen Überblick der Geschehnisse in der Sternwarte und der örtlichen Gegenbenheiten zu geben - so gut das in der Aufregung eben gelingt. Selbst als ich bemerke, dass er mir nicht recht zu glauben scheint, fällt es mir schwer, meinen Redeschwall zu unterbrechen, auch wenn ich zunehmend Wut in mir spüre. Wut darüber, dass mir der Mann nicht recht zu glauben scheint, sondern mir eher folgt um mich zu beruhigen als weil er daran glaubt, einen Mörder festnehmen zu müssen. Zumindest interpretiere ich sein besonders ruhig und mit einem leichten Lächeln gesprochenes "Nun dann, Frau Lohenstein. Dann sehen wir einmal, was Sie so verschreckt hat." genau so. Dennoch schlucke ich eine verärgerte Antwort hinunter und presse stattdessen nur hervor: "Passen Sie auf sich auf."

Dann verschwindet der Schupo auch schon in der Sternwarte und ich bleibe zurück, blicke mich ein wenig ratlos um und überlege, was ich noch tun könnte, um Hans zu helfen. Vorsichtig bewege ich mich zur Tür der Sternwarte und lausche, ob noch Stimmen oder gar Kampflärm zu hören sind. In diesem Moment lässt mich ein Knacken hinter mir zusammenzucken. Ich fahre herum und blicke genau auf den Verbindungsstudenten, der sich offensichtlich gerade davon schleichen wollte. Mit hochrotem Kopf beginnt er eine Antwort zu stammeln, wird von mir jedoch jäh unterbrochen. "Verschwinden Sie! Verschwinden Sie und schämen Sie sich für Ihre Feigheit." Mit diesen Worten wende ich mich ab und würdige den Mann keines weiteren Blicks, als dieser sich nun mit schnellen Schritten entfernt.

Erst als er weg ist, denke ich daran, dass der Mörder mich in meiner Unaufmerksamkeit genauso überraschen hätte können. Mein Herz beginnt bei dieser Vorstellung zu rasen, meine Finger werden ganz kalt. Als ich meine Gedanken schließlich wieder unter Kontrolle habe, blicke ich mich nach einer Waffe um und befreie nach kurzem Überlegen einen faustgroßen Stein aus der Erde. "Nein, dieser Russe wird mich nicht einfach so überraschen!", schwöre ich mir und blicke angespannt zu der Türe.
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #93 am: 17.07.2018 | 14:31 »
Die Situation um mich herum hat sich etwas beruhigt, und langsam, wie betäubt, löst sich mein Blick wieder von meiner entstellten Hand... nur um den nächsten alptraumhaften Anblick aufzusaugen: der kleine Mann ist erstarrt, in bizarrer, unmöglicher Haltung, eingesteift zu einer blicklosen Moorleiche...

Was passiert hier? WAS PASSIERT HIER? Das kann doch nur ein Alptraum sein...

"Ein Alptraum... ein Alptraum... ein Alptraum..." ungläubig schüttele ich wieder und wieder den Kopf.
Dr. Ludwig Gotthold Degebach
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #94 am: 18.07.2018 | 22:45 »
IM INNERN DER STERNWARTE

Du hörst es nicht.

Du siehst es nicht kommen.

Etwas stösst Anton hart von der Seite an und wirft Dich um. Herunter von Krassimir.

Du bist überrascht worden. Ein junger Mann sitzt auf Dir. Die Steine unter Dir sind kalt und hart.

Seine Stimme ist triumphierend. "Ich... ich habe es getan. Ich habe es tatsächlich getan."

"Hans. Stehen Sie auf. Ihre Frau wartet auf Sie. Ich halte den Mann fest, bis die Schupos hier sind."

"Geh'n Sie. Der Mörder wird nicht entkommen."

Eine junge Frauenstimme schreit auf. "Nein. Sie Trottel. Das ist der falsche."
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #95 am: 20.07.2018 | 13:07 »
IM INNERN DER STERNWARTE

Verdutzt ziehe ich die Luft ein. Als die Überraschung der Wut weicht, pruste ich unkonrolliert heraus: "Biste nich janz richtich inne Jond'l?!? Haste Tomaten uff beeden Oogen? Rotznase! Torfkopp! Ick treib Dir gleich die Flausen aus! Dann können se Dir anschließend mit dem Irren zusammensperren!"

Zornig versuche ich, meinen neuen Gegner abzuschütteln.
Anton Hempel
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #96 am: 24.07.2018 | 22:12 »
Anton
IN DER STERNWARTE

Der Blondschopf drückt Dich mit seinem Gewicht nach unten.
"Lassen Sie Hans in Ruhe, Sie Mörder."
Mit seiner linken Hand schlägt er auf Dich ein wie ein kleines Mädchen.

Dann klammert er sich mit beiden Armen an Dich und versucht Deinen rechten Arm zu fixieren.

Ihr ringt miteinander. Der Student ist nicht kräftig. Aber hartnäckig.

Ein Schrei einer Frau. Schrill und hoch.
Ein Tumult unter den Besuchern entsteht.

Entsetzt stellst Du fest, dass die Arme des jungen Mannes sich wie ein Schraubstock um Deinen Unterarm geschlossen haben.

Ein Blick in sein Gesicht und Du erblickst darin nichts als blankes Entsetzen.
Seine Arme sind abgemagert und dürr.
Die Hände sind ledrig und Honig-braun. Knochig. Und Krallen-artig verkrampft.

Der Mann beginnt zu stöhnen, schwer zu atmen und zu japsen, wie ein Fisch auf dem Trockenen.
« Letzte Änderung: 27.07.2018 | 18:53 von Der Läuterer »
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #97 am: 24.07.2018 | 22:21 »
Agathe
IN DER STERNWARTE

Du siehst, dass Anton den Russen am Boden niedergerungen und fixiert hat, als sich der Student von der Seite gegen ihn wirft.

Offensichtlich hält er Anton für den Mörder und Krassimir für Hans.

Dann hörst Du Deinen Namen. "Agathe! Agathe!"

Schritte auf den Steinen. "Gottseidank. Da bist Du ja."

Hans schliesst Dich in seine Arme. "Geht es Dir gut? Bist Du verletzt?"

"Schnell. Schnell weg hier."
« Letzte Änderung: 27.07.2018 | 18:47 von Der Läuterer »
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #98 am: 24.07.2018 | 22:51 »
Agathe
IN DER STERNWARTE


"Nein!", brülle ich den Studenten an, wobei eher Wut als Angst in meiner Stimme mitschwingt. "Lassen Sie doch Anton und kümmern Sie sich um den Russen!", fahre ich ihn an, während ich den Stein bedrohlich in meiner Hand schwinge. Ich bin, ob dieses Idioten, so außer mir, dass ich Hans zunächst kaum wahrnehme. "Ja, ja gleich.", antworte ich ihm daher nur, während mein Blick immer noch auf die ringenden Männer gerichtet ist. Ohne diese aus den Augen zu lassen, versuche ich dem Schupo die Situation zu erklären und ihm begreiflich zu machen, dass der Russe der Mörder ist. Schließlich blicke ich ihn doch noch an: "Bitte, Herr Kommissar. Bitte nehmen Sie ihn fest, damit das hier endlich vorbei ist!".

Als ich meinen Kopf wieder wende und die Hand des Studenten erblicke, erstarre ich. Plötzlich ist die Angst, die ich zuvor mit Aktivität bekämpft hatte, wieder da. Ich stolpere ein paar Schritte nach hinten, direkt gegen Hans, der mich auffängt. "Ja, bleiben wir auf Abstand.", murmel ich fassungslos und bedeute Hans zurückzubleiben. "Aber Herrn Hempel können wir auch nicht alleine zurücklassen."
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Re: [SoA 2. Akt] In der Sternwarte
« Antwort #99 am: 26.07.2018 | 19:00 »
Anton
IM INNERN DER STERNWARTE


Panik erfasst mich, dieser 'Krankheit' könne auf mich übergreifen. Was bedeutet es schon, dass ich den Finger angefasst habe und mir nichts geschehen ist? Das war nur ein Finger, seit tagen ohne jedes Leben. Aber diese Verwandlung des Blondschopfs ist im vollen Gange ... breitet sich aus ... wird nicht halt machen, bis der ganze Junge zu Leder und Staub geworden ist. Warum sollte sie bei diesen Händen halt machen, denen sie solche Kräfte verleiht?

Der Schweiß rinnt meine Schläfen erhab.

Meine Hände beginnen taub zu werden und viele kleine Nadelstiche bekunden, wie langsam das Leben aus ihnen zu weichen beginnt.

Meine Muskeln schmerzen, als ich versuche meine Arme diesen toten Händen zu entwinden.

Hilflos versuche ich, dem Mann auf mir meine Knie in den Rücken zu rammen. Ich zapple und winde mich. Ich versuche alle miesen Tricks, die ich in den Hinterhöfen meiner Kindheit gelernt habe. Aber all dies zeigt keine Wirkung...

Ich verstehe nicht, dass ein solches Leichtgewicht mich bezwingen kann! Ich muss an die Raserei denken, die manche Wahnsinnigen befällt und ihnen unbändige Kräfte verleiht. Ich hoffe, dass die Knochen in den toten Armen und Händen den Kräften nicht gewachsen sind, die jetzt auf sie wirken ... aber es kommt kein Geräusch berstenden Gebeins.

"Ich bin verloren!"
Anton Hempel
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