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Autor Thema: Zwei Variationen eines Themas 1: Sie kommen, um die Welt zu verändern  (Gelesen 477 mal)

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Online Rumpel

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Erster Thread von zwei - seit einer Weile geistert mir ein Settingthema durch den Kopf, das ich mir sowohl in einer Near-Future-Social-Fiction_ als auch in einer Science-Fantasy-Variante vorstellen könnte.

Prämisse beider Varianten: Vor relativ kurzer Zeit (10-50 Jahre) ist eine Flotte vom Fremdwesen eingetroffen, mit der Absicht, die Spielwelt zu kolonisieren. Die Fremdwesen sind davon ausgegangen, kein intelligentes Leben anzutreffen und begreifen die Situation, dass die von ihnen gewählte Welt schon bewohnt ist, durchaus als problematisch. Es gibt für sie allerdings kein Zurück (Flotte hat keinen Treibstoff, Heimatwelt ist nicht mehr bewohnbar, usw ...). Die Fremdwesen können zwar auf der neuen Welt überleben, langfristig müssen sie die Umwelt aber zu ihren Gunsten - und zum Nachteil der jetzigen Bewohner - anpassen.

Inspirationen sind: Cixin Lius Drei-Sonnen-Trilogie, Jeff VanderMeers Southern-Reach-Trilogie, Das Picknick am Wegesrand der Strugatzkis, Octavia Butlers Xenogenesis-Trilogie, für die moderne Variante auch New York 2140 von Kim Stanley Robinson sowie meine blassen Erinnerungen an die Fernsehserie Alien Nation und die beiden Blade-Runner Filme.

Themen sind Migration sowie gezielte und unbeabsichtigte Veränderung von Ökosphären.


Soweit der gemeinsame Teil. In diesem Thread nun erst mal die Near-Future-Variante:
In der nahen Zukunft hat die Erde infolge der Klimakatastrophe ihr Gesicht verändert - es herrschen nicht direkt postapokalyptische Zustände, aber die Überflutung von Küstenregionen und weitreichende Verödungseffekte haben zu Wanderungsbewegungen und enormen sozialen Verwerfungen geführt, sodass die Welt relativ Blade-Runner-mäßig aussieht. Gleichzeitig haben Nanotechnologie, 3D-Druck, Vat Meat usw. usf. dazu geführt, dass viele heute noch als unbedeutend wahrgenommene politische Akteure auf der Weltbühne mitspielen - die Bewegung geht weg von den großen Machtblöcken hin zu zahlreichen Local Powers, wobei die Systeme von demokratisch bis warlordistisch reichen und Bündnisse meist zweckorientiert sind.
Vor ca. 20 Jahren ist die Alien-Flotte in einem recht desolaten Zustand in der Erdumlaufbahn eingetroffen. Die KI-gesteuerten Schiffe haben noch bevor sie ihre im Tiefschlaf liegende Mannschaft geweckt haben Pakete von Mikroorganismen auf der Erde gesät, deren Aufgabe es ist, die örtliche Biosphäre zu analysieren und örtlich begrenzt Symbiosen mit ihr einzugehen, die ökologisch vorteilhaft für die Aliens sein sollen. Das Verfahren ist experimentell, weshalb mehrere Zonen erzeugt werden, in der Hoffnung, das eine davon früher oder später stabile Ergebnisse erzeugt, die dann auf den gesamten Planeten angewendet werden können.
Die erwachten Aliens stellen dann fest, dass die Erde, die ihnen auf Millionen von Jahren alten Scans als vielversprechendster Kandidat für eine Kolonisierung erschien, inzwischen eine intelligente Spezies hervorgebracht hat, die noch dazu die Umweltbedingungen radikal verändert hat. Da sie den Menschen in vieler Hinsicht technologisch gar nicht so weit überlegen sind und auch ein Moralsystem haben, dass sie davon abhält, eine andere intelligente Spezies einfach auszulöschen, wollen und müssen sie sich mit den Menschen auf der Erde arrangieren.
Die politischen Mächte auf der Erde haben wiederum ein großes Interesse am exklusiven Austausch mit den Aliens, um Zugriff auf ihre Technologie zu erhalten.
Die Saatzonen schließlich sind für Menschen wie für Aliens Gebiete, die sie sowohl erforschen als auch kontrollieren wollen. Der Zugang zu ihnen wird durch hastig zusammengeschusterte internationale Verträge geregelt und der Aufsicht verschiedener rivalisierender Organisationen unterstellt (eine Core Story in diesem Setting wäre, dass die SC für eine solche Organisation arbeiten - was explizit auch die Möglichkeit von begleitenden Alien-SC einschließen würde).

Ein weiterer typischer Abenteuerschauplatz wären die Raumschiffe der Aliens, die sich noch (leer?) In der Umlaufbahn befinden.

Als Bestandteil des Settings könnte ich mir darüber hinaus gut Blade-Runner-mäßige Replikaten vorstellen, die allerdings eher Überbleibsel einer Generation von Androiden wären, die im technologischen Taumel der Möglichkeiten geschaffen wurde, sich aber als gesellschaftlich problematisch und wirtschaftlich oder militärisch praktisch nutzlos erwiesen hat. Also zur Abwechslung mal nicht das Motiv, dass es sich bei den Androiden um ausgebeutete Wegwerf-Menschen handelt, sondern eher um eine Technologie, die derzeit als Dead End betrachtet wird, weil die Herstellung von ihnen wirtschaftlich einfach keinen Sinn macht.

Die Aliens habe ich noch nicht näher ausgearbeitet, ich werde wohl auf einen Kompromiss zwischen Fremdartigkeit und Spielbarkeit abzielen, bei der Gestaltung ihrer Technologie aber z.B. deutlich eher in Richtung Giger als in Richtung Star Trek gehen.

Soweit die grobe Grundidee; die Fantasy-Variante reiche ich in Kürze in einem separaten Thread nach.
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Du hast nix genaues geschrieben, also assoziiere ich einfach mal so frei drauf los ;)

Terraforming ist derzeit eher gauche. Wozu der Aufwand, wenn man sich rotierende Habitate erstellen kann? Die haben je nach Technologie eine Landmasse von Insel (Stahl) bis Kontinent (Graphen), können in Bezug auf Tag/Nacht Zyklus, Jahres-Zyklus, Temperatur, Luftdruck und -komposition sowie Schwerkraft ideal auf die jeweilige Spezies angepasst werden und deren Konstruktion kostet im Gegensatz zum Terraforming quasi nix und geht wesentlich schneller. Eine Zivilisation mit der Möglichkeit des interstellaren Reisens sollte das eigentlich ein Klacks sein. Ist zwar eher die Hard-Sci-Fi Ecke, aber kann man sich ja trotzdem mal überlegen.

Was mir sehr gefällt, sind die vorher ankommenden Drohnen. Allerdings ist es so dermaßen offensichtlich, dass unser Planet von Menschen bewohnt ist, dass es eigentlich unmöglich sein sollte, dies nicht zu bemerken (selbiges gilt im übrigen auch für mehrere Millionen/Milliarden Tonnen schwere Objekte die sich von einem wahscheinlich respektablen Anteil der Lichtgeschwindigkeit auf Null runterbremsen und dabei direkt auf unser Sonnensystem zuhalten). Jedoch finde ich, dass das die Sache eher interessanter macht. Vielleicht sind die Motive der Aliens ja doch nicht so rein? Und vielleicht wusste "die Regierung" auch schon seit Jahrzehnten von der bevosrtehenden Ankunft?
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Online Rumpel

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Du hast nix genaues geschrieben, also assoziiere ich einfach mal so frei drauf los ;)

Terraforming ist derzeit eher gauche. Wozu der Aufwand, wenn man sich rotierende Habitate erstellen kann? Die haben je nach Technologie eine Landmasse von Insel (Stahl) bis Kontinent (Graphen), können in Bezug auf Tag/Nacht Zyklus, Jahres-Zyklus, Temperatur, Luftdruck und -komposition sowie Schwerkraft ideal auf die jeweilige Spezies angepasst werden und deren Konstruktion kostet im Gegensatz zum Terraforming quasi nix und geht wesentlich schneller. Eine Zivilisation mit der Möglichkeit des interstellaren Reisens sollte das eigentlich ein Klacks sein. Ist zwar eher die Hard-Sci-Fi Ecke, aber kann man sich ja trotzdem mal überlegen.


Kurz dazu vorweg: Ich weiß Hard-SF zu schätzen, aber dies hier ist definitv kein Hard-SF-Konzept und erhebt auch nicht den Anspruch. Die Idee der Umwandlung der Biosphäre ist so ziemlich der Kern der Sache und liefert die Grundlage für meine Strugatzki- und Octavia-Butler-Bezüge, die mir sehr wichtig sind. Abgesehen davon finde ich es durchaus glaubwürdig, dass die Aliens sich langfristig ein planetares Habitat schaffen wollen und nicht in "Dosen" leben. Ich setze außerdem voraus, dass die Aliens mit geringen Ressourcen (vielleicht geringeren als geplant?) eintreffen.

Was mir sehr gefällt, sind die vorher ankommenden Drohnen. Allerdings ist es so dermaßen offensichtlich, dass unser Planet von Menschen bewohnt ist, dass es eigentlich unmöglich sein sollte, dies nicht zu bemerken (selbiges gilt im übrigen auch für mehrere Millionen/Milliarden Tonnen schwere Objekte die sich von einem wahscheinlich respektablen Anteil der Lichtgeschwindigkeit auf Null runterbremsen und dabei direkt auf unser Sonnensystem zuhalten). Jedoch finde ich, dass das die Sache eher interessanter macht. Vielleicht sind die Motive der Aliens ja doch nicht so rein? Und vielleicht wusste "die Regierung" auch schon seit Jahrzehnten von der bevosrtehenden Ankunft?

Die Aliens haben den Zielplaneten ja vor Hunderttausenden von Jahren auf Grundlage von damals nochmal Hunderttausende Jahre alten (nämlich lichtschnellen) Beobachtungen (etwa solcher, wie wir die derzeit vornehmen) ausgewählt, und sind in Schläferschiffen gekommen, d.h. das letzte was sie von der Erde gesehen haben, war evtl. ein 1-2 Millionen Jahre altes Bild ...

Die Idee, dass man die ankommenden Schiffe von der Erde schon mehrere Jahre vor ihrem akuten Eintreffen sehen und beobachten konnte, finde ich auch naheliegend und interessant, da muss man auf jeden Fall noch mehr über die Implikationen nachdenken!
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Dann benötigst du ein klassisches Unobtanium von dem die Aliens entweder nicht mehr genug haben, oder das es nur auf der Erde gibt (wir aber bisher noch nicht entdeckt haben). Von allen anderen Resourcen (Metall, Treibstoff, Wasser, usw.) gibt es anderswo in unserem Sonnensystem mehr als genug.
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Die Aliens haben den Zielplaneten ja vor Hunderttausenden von Jahren auf Grundlage von damals nochmal Hunderttausende Jahre alten (nämlich lichtschnellen) Beobachtungen (etwa solcher, wie wir die derzeit vornehmen) ausgewählt, und sind in Schläferschiffen gekommen, d.h. das letzte was sie von der Erde gesehen haben, war evtl. ein 1-2 Millionen Jahre altes Bild ...

Hunderttausende oder gar Millionen von Jahren? Au weia -- dann müßten sie ja, lichtschnelle Kommunikation mal tatsächlich vorausgesetzt, von außerhalb der Milchstraße gekommen sein, um dann trotz einer ganzen Spiralgalaxis zur potentiellen Auswahl ganz gezielt die Erde anzusteuern...ich glaube, da lohnt es sich vielleicht doch, die Zeitskala um ein paar Größenordnungen einzudampfen. ;)

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Hunderttausende oder gar Millionen von Jahren? Au weia -- dann müßten sie ja, lichtschnelle Kommunikation mal tatsächlich vorausgesetzt, von außerhalb der Milchstraße gekommen sein, um dann trotz einer ganzen Spiralgalaxis zur potentiellen Auswahl ganz gezielt die Erde anzusteuern...ich glaube, da lohnt es sich vielleicht doch, die Zeitskala um ein paar Größenordnungen einzudampfen. ;)

Naja, du musst ja auch noch die deutlich Unterlichtschnelle Reisezeit einkalkulieren. Andererseits tun's 15000 Jahre auch, da hast du recht ...

EDIT: Ich sehe aber gerade, dass meine Formulierung:

Zitat
Die Aliens haben den Zielplaneten ja vor Hunderttausenden von Jahren auf Grundlage von damals nochmal Hunderttausende Jahre alten (nämlich lichtschnellen) Beobachtungen (etwa solcher, wie wir die derzeit vornehmen) ausgewählt, und sind in Schläferschiffen gekommen, d.h. das letzte was sie von der Erde gesehen haben, war evtl. ein 1-2 Millionen Jahre altes Bild ...

Eher grenzdebil war. Man denke sich also bitte die völlig beliebigen Zahlen weg und gehe statt dessen davon aus, dass die Aliens in ihrem Schläferschiff wahrscheinlich effektiv (also Beschleunigen und Abbremsen einberechnet) nur mit einem Hundertstel der Lichtgeschwindigkeit oder so unterwegs sind.
« Letzte Änderung: 2.09.2018 | 18:36 von Rumpel »
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Dann benötigst du ein klassisches Unobtanium von dem die Aliens entweder nicht mehr genug haben, oder das es nur auf der Erde gibt (wir aber bisher noch nicht entdeckt haben). Von allen anderen Resourcen (Metall, Treibstoff, Wasser, usw.) gibt es anderswo in unserem Sonnensystem mehr als genug.

Die Ressource, die die Erde hat, ist eine vorhandene Biosphäre. Vorausgesetzt, die Aliens können so was (mit ähnlichen Methoden, mit denen wir derzeit anscheinend dauernd irgendwelche Super-Erden entdecken) auf große Entfernung entdecken, könnten sie sich doch bei großem Migrationsdruck einfach den (oder die - sie könnten ja durchaus parallel Hunderte von Planeten ansteuern) besten Kandidaten raussuchen und per unterlichtschnellem Schläferschiff die Kolonisation planen. Dass sie dann, wenn auf dem Planeten inzwischen eine hochtechnologische Zivilisation exisitert, nicht einfach wo anders hin weiterfliegen können, halte ich technisch auch für höchst plausibel (da bin ich sehr von Kim Stanley Robinsons Roman "Aurora" inspiriert/beeindruckt). Und das Habitate keine vorhandene Ökosphäre ersetzen können, finde ich auch eine einleuchtende (und inzwischen zumindest bei SF-Autoren häufig vertretene) Position. Es könnte halt durchaus sein, dass Ökosphären unterhalb planetaren Maßstabs aufgrund von Stoffkreislaufproblemen und Anfälligkeiten geringer Populationen zwangsläufig relativ schnell kollabieren. (Könnte auch anders sein, aber ich gehe halt mal von der These aus, die mir in den Kram passt).

Das größte Problem ist natürlich die Annahme, dass unsere Biosphäre Aliens irgendetwas bringen würde, anstatt total lebensfeindlich für sie zu sein. Aber diese unwahrscheinliche Voraussetzung würde ich halt einfach machen. Der Rest ist dann in meinen Augen durchaus plausibel.
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Hmmm, interessantes Szenario. Teilweise erinnert es mich an den Roman Fußfall von Larry Niven und Jerry Pournelle.

https://en.wikipedia.org/wiki/Footfall

Auch da tauchen Aliens auf der Erde auf, die technologisch nur wenig weiter entwickelt sind. Allerdings mit dem Wissen um die Menschheit und dem (ganz klassischen "Marsmenschen-") Ziel, diese zu unterwerfen. Da sie ein wärmeres und feuchteres Klima bevorzugen schmeißen sie einen Meteor auf die Erde, a la Aussterben der Dinoaurier. Wenn man eh grade im Orbit ist...

Andere "Terraforming-Maßnahmen" werden in dem Buch aber nicht erwähnt.

Für dich vielleicht interessant: Auch die Aliens sind unter sich nicht völlig einig, sondern in zwei Fraktionen gespalten. Die eine, die "Schläfer", haben die Reise im Tiefschlaf verbracht und hatten eigentlich vor, nach dem Aufwachen wieder das Kommando zu übernehmen. Die andere besteht aus der Crew bzw deren Nachfahren, die die Reise über wach waren, und in dieser Zeit eigene Vorstellungen über Zwecke und Ausführung der Mission entwickelt; zB dass eigentlich sie das Sagen haben sollten.
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Für dich vielleicht interessant: Auch die Aliens sind unter sich nicht völlig einig, sondern in zwei Fraktionen gespalten. Die eine, die "Schläfer", haben die Reise im Tiefschlaf verbracht und hatten eigentlich vor, nach dem Aufwachen wieder das Kommando zu übernehmen. Die andere besteht aus der Crew bzw deren Nachfahren, die die Reise über wach waren, und in dieser Zeit eigene Vorstellungen über Zwecke und Ausführung der Mission entwickelt; zB dass eigentlich sie das Sagen haben sollten.

Klasse Idee, danke!
Besonders, da die Wachgebliebenen inzwischen wahrscheinlich eine völlig neue, andere Kultur entwickelt hätten als ihre Schlafenden Verwandten/Vorfahren ...
Kollidiert leidert mit meiner "These" von der Unmöglichkeit, kleine künstliche Ökosysteme über längere Zeit Aufrechtzuerhalten, aber vielleicht ist mir das egal ...
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Wenns darauf ankommt könnte der Konflikt ja auch zwischen den (aus dem Tiefschlaf erwachten) Aliens und der KI bestehen, die die ganze Reise beaufsichtigt hat. Wenn man der ein recht starkes "Schutzbedürfnis" einprogramiiert hat (immerhin war sie für tauesende Leben verantwortlich), und die das nach Auswertung neuer Informationen während der Reise auf die neu entdeckte Menschheit ausgeweitet hat, kann ich mir da einiges vorstellen. Vielleicht ist der "moralische Kompaß" dieser Aliens (oder zuminidest mancher) nicht so perfekt, wie es aus Menschensicht wünschenswert wäre, und ein EDV-Expertensystem ganz hilfreich, dass hin und wieder sagt "Nein, diese Biokampfstoffe entwickeln wir jetzt nicht, um die unliebsame Konkurenz auszurotten..."
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Wenns darauf ankommt könnte der Konflikt ja auch zwischen den (aus dem Tiefschlaf erwachten) Aliens und der KI bestehen, die die ganze Reise beaufsichtigt hat. Wenn man der ein recht starkes "Schutzbedürfnis" einprogramiiert hat (immerhin war sie für tauesende Leben verantwortlich), und die das nach Auswertung neuer Informationen während der Reise auf die neu entdeckte Menschheit ausgeweitet hat, kann ich mir da einiges vorstellen. Vielleicht ist der "moralische Kompaß" dieser Aliens (oder zuminidest mancher) nicht so perfekt, wie es aus Menschensicht wünschenswert wäre, und ein EDV-Expertensystem ganz hilfreich, dass hin und wieder sagt "Nein, diese Biokampfstoffe entwickeln wir jetzt nicht, um die unliebsame Konkurenz auszurotten..."

Noch eine Möglichkeit wäre ein Erwachen in Wellen - ein Teil der Schläfer wird ca 100 Jahre vor der Ankunft geweckt, um die Annäherung zu überwachen, Vorbereitungen zu treffen ... schon das könnte Zeit genug für die Entwicklung einer eigenen, deutlich anderen Schiffskultur sein. Und die KI kann man ja dazu auch noch haben.
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Mir fällt übrigens gerade auf, dass der Begriff "kolonisieren", wie ich ihn hier verwendet habe, irreführend ist. Es geht ja nicht um Aliens, die kommen, um einen Planeten an ihr Reich anzugliedern und/oder dessen Rohstoffe abzuziehen; sondern eher um eine Reise ohne Wiederkehr, an deren Ende die eventuell schon ziemlich mitgenommenen Fremden sich mit den Verhältnissen arrangieren müssen, die sie vorfinden. Man könnte sich vielleicht in etwa vorstellen, dass die ersten Einwandererschiffe nach Amerika die letzten geblieben wären und ein Kontakt zu/eine Rückkehr nach Europa unmöglich gewesen wäre.
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Also die klassische Form der Kolonisation, nicht die moderne.

Die Besatzung könnte einfach unverhältnismässig viele Ressourcen brauchen
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Am einfachsten wäre wohl ein religiöser Grund für das terraformen der Erde statt Habitate zu bauen. Vielleicht ist unser Sonnensystem auch von mythischer Bedeutung für die Aliens? Würde jedenfalls erklären warum sie trotz deutlich überlegender strategischer Position im Orbit nicht einfach ihren Willen durchsetzen...
Wenn du aus den Aliens eine geflohene Sekte ihres Heimatsektors macht, hast du sogar ein spannendes Settinggeheimnis, das zu deutlichem Trouble führen kann.
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Am einfachsten wäre wohl ein religiöser Grund für das terraformen der Erde statt Habitate zu bauen. Vielleicht ist unser Sonnensystem auch von mythischer Bedeutung für die Aliens? Würde jedenfalls erklären warum sie trotz deutlich überlegender strategischer Position im Orbit nicht einfach ihren Willen durchsetzen...
Wenn du aus den Aliens eine geflohene Sekte ihres Heimatsektors macht, hast du sogar ein spannendes Settinggeheimnis, das zu deutlichem Trouble führen kann.

Könnte interessant sein, wobei ich eigentlich nicht so interessiert an einem Religionsthema bin, zumindest nicht als Kernmotiv ... wie gesagt sehe ich aber das Plausibilitätsproblem der Frage, warum die sich nicht einfach Habitate bauen bzw. warum sie die Menschen nicht einfach wegbomben, so nicht. Ich glaube, wenn man erst mal von der "Technik kann alles, und die der Aliens sowieso schon mal"-Grundvorstellung wegkommt, passt das schon. Die haben irgendwie ihre interstellare Mission mit Saatschiffen zuwege gekriegt. Das heißt nicht, dass es für sie praktikabel ist (oder dass sie gewillt sind, die Menschen einfach wegzubomben), und auch nicht, dass sie dazu in der Lage sind, langfristig stabile Ökosysteme in Habitaten zu erschaffen. Besonders letzterem könnten wie gesagt durchaus weit größere praktische Hürden im Weg stehen, als man sich das als SF-Leser so vorstellt.
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Ich denke, wenn sie langfristig stabile Ökosysteme in eigenen Stationen o.ä. schaffen könnten, dann könnten sie auch gleich mit denen durch die Galaxis reisen und wären auf Planeten gar nicht mal mehr so dringend angewiesen. Wenn sie also trotzdem mit so was wie Saatschiffen mit einer Ladung Kolonisten im Tiefschlaf daherkommen, hat ihre Technik in dieser Hinsicht wahrscheinlich ihre Grenzen.

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Völlig obskure Idee: Die Aliens sind nur als Datensätze an Bord. Einfach weil es einfacher/machbarer/sicherer/energieeffizienter  ist riesige Datenspeicher durch den Kosmos zu schicken, als so etwas zerbrechliches und aufwändig zu pflegendes wie biologische Fleischsäcke. Die vorauseilenden Drohnen haben gemäß ihrer Programmierung teile der Erde alienisiert (womit wir wieder beim "Picknick" wären) um Biomasse mit der richtigen Art von DNA zu schaffen, um daraus wieder neue Körper für die Kolonisten zu klonen. Diese stellen dann beim erkunden ihres neuen Lebensraumes entsetzt fest, das ihre zukünftige Heimat schon besetzt ist...

Hierfür würde ich den in der (millitary)-SF sehr verbreiteten Ansatz postulieren, das richtige autonome KIs quasi nicht (langfristig) funktionieren. Die werden über kurz oder lang wahnsinnig, oder entwickeln ganz eigene Pläne, oder laufen einfach Amok...deswegen sind die Schiffe eben rigide programmiert mit sehr beschränkten Entscheidungskompetenzen.
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Völlig obskure Idee: Die Aliens sind nur als Datensätze an Bord. Einfach weil es einfacher/machbarer/sicherer/energieeffizienter  ist riesige Datenspeicher durch den Kosmos zu schicken, als so etwas zerbrechliches und aufwändig zu pflegendes wie biologische Fleischsäcke. Die vorauseilenden Drohnen haben gemäß ihrer Programmierung teile der Erde alienisiert (womit wir wieder beim "Picknick" wären) um Biomasse mit der richtigen Art von DNA zu schaffen, um daraus wieder neue Körper für die Kolonisten zu klonen. Diese stellen dann beim erkunden ihres neuen Lebensraumes entsetzt fest, das ihre zukünftige Heimat schon besetzt ist...

Hierfür würde ich den in der (millitary)-SF sehr verbreiteten Ansatz postulieren, das richtige autonome KIs quasi nicht (langfristig) funktionieren. Die werden über kurz oder lang wahnsinnig, oder entwickeln ganz eigene Pläne, oder laufen einfach Amok...deswegen sind die Schiffe eben rigide programmiert mit sehr beschränkten Entscheidungskompetenzen.

Das ist sehr cool, dann gäbe es auch gleich einen Grund, warum die Aliens kompatibel mit der irdischen Biosphäre sind!
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Gar nicht mal so obskur. Wenn die Aliens die Fähigkeit, sich "digitalisieren" und später wieder in biologische Körper herunterladen zu lassen, tatsächlich zumindest für sich entwickelt hätten (ist ja gar nicht gesagt, daß ihre Methode auch bei Menschen funktionieren muß), dann wäre das in der Tat ein praktischer Ansatz -- insbesondere dann, wenn ein einmal so erstellter Datensatz auch vervielfältigt und mit mehreren Schiffen verschickt werden könnte, so daß nur einer von entsprechend vielen Kolonisationsversuchen erfolgreich sein müßte, um den betreffenden Alien in zumindest einem Körper sein Leben wieder aufnehmen zu lassen.

Offline Skeeve

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Kommt jetzt etwas spät, bei den Inspirationen war da noch was... Nämlich die Fernsehserie Mission Erde: Sie sind unter uns [Earth: Final Conflict]
... oft genug sind die Spieler die größten Feinde der Charaktere, da helfen auch keine ausgeglichenen Gegner

Hoher gesellschaftlicher Rang ist etwas, wonach die am meisten streben, die ihn am wenigsten verdienen.
Umgekehrt wird dieser Rang denen aufgedrängt, die ihn nicht wollen, aber am meisten verdienen. [Babylon 5]