Autor Thema: Umsturz bei White Wolf  (Gelesen 7011 mal)

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Offline Berta Broken

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #50 am: 18.11.2018 | 05:40 »
Rofl, versteh ich das richtig, dass Menschen sich drüber empören, dass in einer Fantasywelt ein Konzentrationslager als strategisches Ablenkungsmanöver betrieben wird? Wie affig ist das denn? Also da fehlt doch offensichtlich die kognitive Kapazität, um zwischen einer Fantasywelt und einem historischen/politischen Statement differenzieren zu können.

Man muss das ganze eben einfach nur seinem Kontext entreisen, und in einen Kontext zwingen, in dem man sich selbst als moralisch erhaben Ausweisen kann, geiler Diskussions-Stil.

Irgendwo zwischen "Postkolonialismus" und falschverstandenem Feminismus, Menschen, die glauben sich anhand ihrer seichten "moralischen Überlegenheit" wichtig machen zu müssen.

Offline Jiba

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #51 am: 18.11.2018 | 06:16 »
Rofl

Okay, Lachen ist vielleicht jetzt nicht die erwartbarste Reaktion auf ein solches Thema.

Versteh ich das richtig, dass Menschen sich drüber empören, dass in einer Fantasywelt ein Konzentrationslager als strategisches Ablenkungsmanöver betrieben wird? Wie affig ist das denn? Also da fehlt doch offensichtlich die kognitive Kapazität, um zwischen einer Fantasywelt und einem historischen/politischen Statement differenzieren zu können.

Die "Welt der Dunkelheit" ist ja eben keine "Fantasywelt". Sie entspricht exakt der Realität, angereichert mit phantastischen (Horror-)Elementen. Und man kann sich, selbst wenn sie zu 100% "Fantasy" wäre, über die Darstellung bestimmter Themen in diesen Kunstwerken empören. Nämlich dann, wenn die Darstellung gedankenlos mit realen Geschehnissen umgeht. Ein Beispiel – und Vorsicht, das ist ein heftiges – gehen wir davon aus, nur rein hyptothetisch, ein naher Verwandter oder Freund erkrankt an Krebs und stirbt daran. Und dann seht ihr einen Spielfilm, in dem es darum geht, dass Krebserkrankungen eine Verschwörung sind: Krebs wird als eine reine Erfindung dargestellt. Niemand stirbt wirklich daran. Stattdessen stellt die Regierung falsche Krebsleichen her, die angeblichen Krebsopfer leben vollkommen gesund woanders. Würdest du diesen Film schauen können ohne unweigerlich an deinen an Krebs gestorbenen Angehörigen zu denken? Würdest du den Plot dieses Films nicht als dümmlich, aufgesetzt und pietätlos empfinden?

Genau darum geht es bei dieser Empörung: Es wird ein respektvoller Umgang mit den Opfern realer Verfolgung eingefordert. Und der fand bei der Instrumentalisierung von Homosexuellen-Folterlagern als schnöder Fantasy-Vampirplot eben nicht statt. Menschen, die selbst Opfer von Diskriminierung wurden, Angehörige von solchen sind oder einfach nur ein gutes Maß an Empathie besitzen, können sich da rein versetzen, in diese Opfer. Und die können eben darauf aufmerksam machen, dass man doch bitte deren Schicksale nicht in bräsiger Vampirfiktion verarbeitet.

Folgt man deinem Argument, dann könnte man ja gleich sagen, wenn man "The Man in the High Castle" guckt, darf man von den Methoden der nationalsozialistischen und japanisch-imperialen Besatzer (Gaskammern, öffentliche Erschießungen, Krematorien für Behinderte) nicht abgestoßen sein. Sind ja nur "fiktive Nazis".  :q

Deshalb: Da geht es bei den meisten Kritikern von White Wolf in dieser Sache auch gar nicht um die Unterstellung einer politischen Agenda. Da geht es einfach darum, dass man doch Rücksicht auf die Befindlichkeit seiner Mitmenschen nehmen soll, die reales Leid erfahren haben. Darf man ja auch. Ist freie Meinungsäußerung.

Insofern ist es vielleicht auch nicht die beste Idee, nur so als Tipp, wenn man Leute dafür kritisiert, dass sie sich beleidigt fühlen und im selben Atemzug... Leute beleidigt. Also ihnen bestimmte kognitive Fähigkeiten abspricht. Und dann selbst noch "Feminismus" oder "Postkolonialismus" ins Spiel bringt, die mit dieser Sache überhaupt nichts zu tun haben... schließlich geht es hier um Hassverbrechen aus Homophobie.

Ich verstehe dich da doch richtig, oder, Berta Broken?
« Letzte Änderung: 18.11.2018 | 06:27 von Jiba »
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Offline Shadom

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #52 am: 18.11.2018 | 07:17 »
Vergessen wir mal kurz "Empörung" und "Zensur" als Thema.


Was bleibt übrig?
Da gibt es eine kleine Firma, die einer großen gehört.
Die kleine Firma bringt eine Produktreihe auf den Markt.
Auch wenn diese gewissen Anklang findet, ist die damit verbundene PR sehr negativ und könnte den Erfolg von wichtigeren Produkten der großen Firma schädigen.
Die große Firma sieht sich das eine Zeit lang an. Das Problem veschärft sich.
Als Konsequenz stellt die große Firma das Produkt ein bzw. heuert von nun an externe an, um weitere potentielle PR damit auch auszulagern.


Wer genau ist hier über was verwirrt? Das sind ganz normale Abläufe. Paradox hat vernünftig reagiert.


Dass Vampire 5th sogar polarisieren WILL wurde schon lange vor dem Erscheinen des GRW angekündigt. Jetzt kommt die Quittung.
« Letzte Änderung: 18.11.2018 | 08:48 von Shadom »

Offline Berta Broken

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #53 am: 18.11.2018 | 08:00 »
Okay, Lachen ist vielleicht jetzt nicht die erwartbarste Reaktion auf ein solches Thema.

Wie konnte ich nur. Sorry, ich werde nacher zum Ausgleich nach Buchenwald fahren, um mich mal wieder so richtig schuldig zu fühlen.

Zitat
Die "Welt der Dunkelheit" ist ja eben keine "Fantasywelt". Sie entspricht exakt der Realität, angereichert mit phantastischen (Horror-)Elementen.
QED. ROFL.

Zitat
Und man kann sich, selbst wenn sie zu 100% "Fantasy" wäre, über die Darstellung bestimmter Themen in diesen Kunstwerken empören.
Manche Empörung ist halt gerechtfertigt und andere nicht. GMV und so. Warum empört sich wohl niemand darüber, dass Caesar in Asterix und Obelix nicht tausende Menschen aus den eigenen Reihen für konstruktiv angebrachte Kritik hinrichten lässt? Stattdessen ist er ein bedachter, ruhiger, ja quasi freundlich-verständnisvoller Zeitgenosse. Eine furchtbare Verherrlichung, oder?

Zitat
Nämlich dann, wenn die Darstellung gedankenlos mit realen Geschehnissen umgeht. Ein Beispiel – und Vorsicht, das ist ein heftiges – gehen wir davon aus, nur rein hyptothetisch, ein naher Verwandter oder Freund erkrankt an Krebs und stirbt daran. Und dann seht ihr einen Spielfilm, in dem es darum geht, dass Krebserkrankungen eine Verschwörung sind: Krebs wird als eine reine Erfindung dargestellt.
Wo ist das Problem? Ich kann damit leben, dass das als Prämisse in einem Spielfilm gesetzt wird. Das ist doch wie mit den klassischen Witzen über Lepra und Totgeburten.

Zitat
Niemand stirbt wirklich daran. Stattdessen stellt die Regierung falsche Krebsleichen her, die angeblichen Krebsopfer leben vollkommen gesund woanders. Würdest du diesen Film schauen können ohne unweigerlich an deinen an Krebs gestorbenen Angehörigen zu denken?
Nein, aber ist es die Schuld des Filmemachers, dass ich assoziative Erinnerungen damit verbinde? Dürfen keine Actionfilme mehr produziert werden, weil sie Menschen mit Kriegstrauma an ihre Vergangenheit erinnern?

Zitat
Würdest du den Plot dieses Films nicht als dümmlich, aufgesetzt und pietätlos empfinden?
Ich kann mir vorstellen, dass man mit der Prämisse nen guten Plot bauen kann. Selbst Iron Sky hat es geschafft mit "Nazis hinter dem Mond" einen unterhaltsamen Plot zu konstruieren. Und was "dümmlich" angeht: Ich halte Transformers für den Gipfel an Dümmlichkeit, aber das bedeutet nicht, dass ich mich moralisch drüber empöre, sondern nur, dass ich den Film ziemlich flach finde. Das rechtfertigt noch lange nicht den Rauswurf von Michael Bay.

Ein anderes Thema wäre es, wenn das als Dokumentation verkauft würde. Aber den Unterschied zwischen einer Dokumentation und einem Spielfilm kennst du vermutlich.

Zitat
Genau darum geht es bei dieser Empörung: Es wird ein respektvoller Umgang mit den Opfern realer Verfolgung eingefordert.
Und wie sich anhand der obigen Argumentation ergibt: Diese Erwartung ist eine, die mir anmaßend oder überheblich scheint, denn sonst müsste hier auch die Empörung über Asterix und Obelix triggern.

Zitat
Menschen, die selbst Opfer von Diskriminierung wurden, Angehörige von solchen sind oder einfach nur ein gutes Maß an Empathie besitzen, können sich da rein versetzen, in diese Opfer. Und die können eben darauf aufmerksam machen, dass man doch bitte deren Schicksale nicht in bräsiger Vampirfiktion verarbeitet.

Ja, die religiöse Kirche kann auch drauf aufmerksam machen, dass ihre Befindlichkeiten durch die Komödie "Dogma" eher negativ sind. Aber warum sollte man sich drum scheren? Es gibt auch Leute, die von Pornographie echt angekotzt sind (siehe Sen-Paradoxon: Wir büßen ein Mindestmaß an Liberalismus ein, wenn wir uns zum Sklaven deiner Befindlichkeiten machen).

Zitat
Folgt man deinem Argument, dann könnte man ja gleich sagen, wenn man "The Man in the High Castle" guckt, darf man von den Methoden der nationalsozialistischen und japanisch-imperialen Besatzer (Gaskammern, öffentliche Erschießungen, Krematorien für Behinderte) nicht abgestoßen sein. Sind ja nur "fiktive Nazis".  :q

Du verwechselst hier wieder ästhetisches Empfinden mit moralischem Empfinden. Klar, hat es eine moralische Komponente, wenn man in Unterhaltungsmedien Gewalt abstoßend findet. Aber das ist halt kein moralisches Argument gegen die Medien.
Man darf sich fühlen wie man will, von mir aus kannst du es dir auf Full Metal Jacket besorgen, und bei der Gummibärchenbande flennen, es hat für mich keinerlei moralische Implikationen über die Medien.

Zitat
Deshalb: Da geht es bei den meisten Kritikern von White Wolf in dieser Sache auch gar nicht um die Unterstellung einer politischen Agenda. Da geht es einfach darum, dass man doch Rücksicht auf die Befindlichkeit seiner Mitmenschen nehmen soll, die reales Leid erfahren haben. Darf man ja auch. Ist freie Meinungsäußerung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Paradox_des_Liberalismus
Wie gehabt, dieser Befindlichkeitsquatsch ist nicht mit freiheitlichen Werten vereinbar.

Zitat
Insofern ist es vielleicht auch nicht die beste Idee, nur so als Tipp, wenn man Leute dafür kritisiert, dass sie sich beleidigt fühlen und im selben Atemzug... Leute beleidigt.

Natürlich kritisiere ich Leute dafür, dass sie sich von Dingen beleidigt fühlen, die an den Haaren herbeigezogen sind. Falls du dich von meiner Art beleidigt fühlst, darfst du das natürlich gerne tun, solange du nicht erwartest, dass es mich nennenswert tangiert.

Zitat
Also ihnen bestimmte kognitive Fähigkeiten abspricht. Und dann selbst noch "Feminismus" oder "Postkolonialismus" ins Spiel bringt, die mit dieser Sache überhaupt nichts zu tun haben... schließlich geht es hier um Hassverbrechen aus Homophobie.
Nein, es geht nicht um Hassverbrechen, es geht um die DARSTELLUNG VON HASSVERBRECHEN in UNTERHALTUNGSMEDIEN. (Man möge das bitte als Zornhau'schen Ausfall verstehen)

Zitat
Ich verstehe dich da doch richtig, oder, Berta Broken?
Ich weiss nicht, also ich hab das Gefühl, dass du verstehst was ich schreibe, aber echt komische Schlüsse draus ziehst.


Vergessen wir mal kurz "Empörung" und "Zensur" als Thema.


Was bleibt übrig?
Da gibt es eine kleine Firma, die einer großen gehört.
Die kleine Firma bringt eine Produktreihe auf den Markt.
Auch wenn diese gewissen Anklang findet, ist die damit verbundene PR sehr negativ und könnte den Erfolg von wichtigeren Produkten der großen Firma schädigen.
Die große Firma sieht sich das eine Zeit lang an. Das Problem veschärft sich.
Als Konsequenz stellt die große Firma das Produkt ein bzw. heuert von nun an externe an, um weitere potentielle PR damit auch auszulagern.


Wer genau ist hier über was verwirrt? Das sind ganz normale Abläufe. Paradox hat vernünftig reagiert.

Nehmen wir mal an, es gäbe genau eine Zeitung "True News", die über den Klimawandel berichten würde, während alle anderen Medien "alternative Fakten" oder christliches Gesülze a la "Die Welt ist eine Scheibe und Gott hat uns lieb" schreiben würden.
Nehmen wir an, "True News" würde einen gewissen Anklang finden, aber auch für viel Empörung in der breiten Gesellschaft sorgen. Schließlich wollen die Leute nichts von einem Klimawandel hören.
Daraufhin beschließt der Mutterkonzern von "True News", alle Schreiber von "True News" zu feuern, weil sie "über den Klimawandel berichtet haben".

Na, ist doch ganz normal, oder?

Offline Rhylthar

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #54 am: 18.11.2018 | 08:04 »
Wie konnte ich nur. Sorry, ich werde nacher zum Ausgleich nach Buchenwald fahren, um mich mal wieder so richtig schuldig zu fühlen.
Den halten wir mal fest, damit keiner behaupten kann, er hätte sowas nicht gesagt.

Ansonsten endlich mal wieder jemand auf meiner Ignore-Liste.
“Never allow someone to be your priority while allowing yourself to be their option.” - Mark Twain

"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Für alle, die Probleme mit meinem Nickname haben, hier eine Kopiervorlage: Rhylthar.

Offline Berta Broken

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #55 am: 18.11.2018 | 08:13 »
Den halten wir mal fest, damit keiner behaupten kann, er hätte sowas nicht gesagt.

Ansonsten endlich mal wieder jemand auf meiner Ignore-Liste.

Kannst du bitte aufhören, auf mich im maskulinen Genus zu referieren? Ich identifiziere mich weder als Mann noch als Kampfhubschrauber und das verletzt meine Befindlichkeiten.

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #56 am: 18.11.2018 | 08:39 »
Und jetzt lassen wir mal das gegenseitige Eskalieren und kommen zurück zu einer Diskussion.
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern
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Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist

Offline Infernal Teddy

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #57 am: 18.11.2018 | 08:42 »
Kannst du bitte aufhören, auf mich im maskulinen Genus zu referieren? Ich identifiziere mich weder als Mann noch als Kampfhubschrauber und das verletzt meine Befindlichkeiten.

Goodbye.
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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #58 am: 18.11.2018 | 08:47 »
Bin am Handy darum kurz.
Berta Broken gibt sich sogar aus meiner Perspektive Mühe, Leute gegen sich aufzubringen. Aber ich mache es manchmal auch so, also Glashaus, Steine. Die Argumentation dahinter ist aber nicht so abwegig. Ich würde in diesem Fall einwenden, dass das Problem bei tagesaktuellen Menschheitsschanden liegt. Caesar und hitler sind halt lange tot. Aber das ist ein eher realpolitisches Argumentation, kein rationales.
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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #59 am: 18.11.2018 | 08:54 »
Das ganze hat ja im Prinzip zwei Aspekte, die man diskutieren kann:

1.) Was bedeutet das für die Zukunft der WoD, und in einem gewissen Rahmen auch für das Hobby Rollenspiele insgesamt? Das ist ein Thema, das auch hier ins Forum gehört.

2.) Für wie angemessen oder unangemessen man den Shitstorm und die Folgen hält. Das dürfte tiefstes SC-Territorium sein.
Zitat
12. To beat your enemy, you must know him. 13. Your enemy is the highest authority on the topic of himself. 14. So listen when your enemy speaks, but do not credit his words. 15. Listening is a real bargain. 16. Credit ist way overpriced.
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Offline Camouflage

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #60 am: 18.11.2018 | 08:59 »
Wer genau ist hier über was verwirrt? Das sind ganz normale Abläufe. Paradox hat vernünftig reagiert.

Ich vermute mal die Art, wie das ganze zustande gekommen ist. Ich hab mal versucht, der "Diskussion" auf Facebook zu folgen. Ungefähr die Hälfte dessen, was da von Seiten der WW-Kritiker kommt wäre hierzulande als Beleidigung, Nötigung und/oder Hate Speech justiziabel.

Ich meine, die Kritik ist ja berechtigt, aber...

Ich lass das Thema lieber, bevor ich mich jetzt in Rage schreibe.
Zitat
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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #61 am: 18.11.2018 | 09:01 »
WW hat sich so einige Fehler geleistet.

Im Vorfeld gab es ja schon diverse Kontroversen selbst um die Pre-Alpha. Und jetzt kommen diese Bücher.


Das Camarilla-Buch mit der Tschetschenienstelle, ich weiß nicht. Vielleicht hätte ich es sogar überlesen, weil es so trivialisiert wird. Ich habe da auch nicht den direkten Bezug zu. Wir reden hier aber von aktuellen politischen Ereignissen. Auf der einen Seite werden Täter quasi in Schutz genommen und auf der anderen Seite das Ganze abgetan - "Folter, Verschleppungen etc, das ist gar nicht der Punkt , der Punkt ist... "Täter= Vampire, nicht die Menschen und

Das war ein markanter Fehler. Und dann kommt noch der Pädophilenchat aus dem Anarchenbuch.

Um es mal kurz zusammenzufassen: Einige Chatter schreiben darüber Kindern Blut zu geben um sie ruhig zu stellen, wie viel Blut man von Babies und Kleinkindern nehmen kann - im Sinne gegenseitiger Ratschläge und Erfahrungen, es wird ein Satz in den Raum geworfen "Kann man seine Kinder zu sehr lieben?" in eindeutigen Kontext, der so nur als Missbrauch verstanden werden kann, und wenn sich jemand offizielles vor der Tür befindet, wird der umgebracht, und das ganze mit "parent of the year" bejubelt.

Die größten Sorgen in dem Kontext sind die Maskerade und die Camarilla. Ich habe noch nicht mal Kinder, aber ich muss gestehen der Passus widert mich etwas an. Ich will also auch nicht wissen, wie sich sowas für Betroffene anfühlt.

WW ist hier schlicht unsensibel. Man kann drüber streiten, aber selbst im Wraith Buch zur Shoah  waren sie sensibler. Ein dutzendfaches. Die ersten Worte "never again", dazu Einleitungstexte und Klarstellungen in ordentlichem Umfang. Und: Sie haben dem Thema ein ganzes Buch gewidmet und es nicht "nebenher" erledigt.


Um es mal  etwas platt zu formulieren: Wer in den Ventilator kackt brauch sich über die Folgen nicht zu wundern. WW hat das selbst zu verantworten.

Soweit ich das ganze verstanden habe wird WW selbst nichts mehr publizieren. Die machen ihre Events und verkaufen Lizenzen - ob das besser oder schlechter ist, sei dahingestellt.

Die Frage ist, wer will dieses Eisen in nächster Zeit anfassen. WIr haben hier eigentlich eine echt starke Marke. Die hat zumindest erstmal an Wert verloren.  Sowas dürfte einige abschrecken. Anderen widerum egal sein. Ich kann mir vorstellen, dass die WoD weiter geht. Das Interesse ist da. Aber ich schätze - hoffe - die nächsten Produkte werden seichter.
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Offline Camouflage

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #62 am: 18.11.2018 | 09:06 »
Wenn ich den Holocaust leugnete könnte ich verstehen dass man mich feuert. Wenn ich ihn Vampire in die Schuhe schöbe, ....maybe, kommt auf den Kontext an? Reflexe sind da jedenfalls schlecht.

Das Problem ist, dass eben die realen Ereignisse als von den Vampiren als Ablenkung inszeniert dargestellt werden. Wenn WW früher auf reale Ereignisse Bezug genommen hat, wie eben die Shoa, dann immer in der Form, dass die Vampire da nur Trittbrettfahrer waren, die halt die Gelegenheit genutzt haben. Da waren immer noch die Menschen die verantwortlichen Täter.
Zitat
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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #63 am: 18.11.2018 | 09:37 »
Nein die Magier ?
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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #64 am: 18.11.2018 | 09:44 »
Ich persönlich bin gegen Zensur. Auch hat jeder sein Recht auf schlechten oder obskuren Geschmack.

Allerdings sollte ausgerechnet WW wissen, wie man mit grenzwertigen Theman umgeht. Dass es für einen "Mutterkonzern" im medialen Bereich es problematisch ist, wenn eine Marke statt mit positiver PR hauptsächlich mit negativer PR auffällt, sollte nachvollziehbar  sein. Dass nachdem sogar nach dem letzten Shitstorm auch angekündigt wurde, genauer drauf zu schauen und es trotzdem nicht funktioniert hat, ist dann auch problematisch. Dass dann der "Mutterkonzern" den Stecker zieht ist dann nur nachvollziehbar.

Müssten Sie es tun, vermutlich nicht. Aber aus wirtschaftlicher Sicht blieb ihnen da kaum eine andere Wahl. Wäre es nicht WW gewesen, sondern irgend ein Indie-Projekt hätte es vermutlich auch nicht so einen Shitstorm gegeben. Allerdings sind mir keine Indieprojekte bekannt, die in die Richtung mit grenzwertigen Themen spielen - aber ich bin da auch sehr informiert...

Wenn sie die IP weiterführen, wird das nächste Vampire ziemlich gestreamlined ;)

Zu guter letzt:
Über schlechten Geschmack lässt natürlich vortrefflich streiten. Insofern ist zu erwarten, dass der Thread hier etwas Konfliktpotential hat.

Offline Crimson King

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #65 am: 18.11.2018 | 10:11 »
Ich persönlich bin gegen Zensur. Auch hat jeder sein Recht auf schlechten oder obskuren Geschmack.

Das ist keine Zensur. Niemand hat irgendwem verboten, irgendwas zu schreiben. Man muss dafür halt einen Verlag finden oder selbst gründen, in dessen Agenda die Inhalte rein passen.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #66 am: 18.11.2018 | 10:15 »
Das ist keine Zensur. Niemand hat irgendwem verboten, irgendwas zu schreiben. Man muss dafür halt einen Verlag finden oder selbst gründen, in dessen Agenda die Inhalte rein passen.

Genau. Die Sachen waren ja sogar veröffentlicht. Man konnte die kaufen. Dann haben Leute den Konzern darauf hingewiesen, dass das, was sie da veröffentlicht haben, Mist ist, woraufhin der Konzern gesagt hat "Oh, ja, stimmt. Wir nehmen das erst mal aus dem Programm und entfernen den Mist".
Kants kategorischer Imperativ, leicht modernisierte Fassung: „Sei kein Arschloch.“

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Offline Infernal Teddy

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #67 am: 18.11.2018 | 10:16 »
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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #68 am: 18.11.2018 | 10:18 »
warum Grade dort ?
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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #69 am: 18.11.2018 | 10:18 »
Mit Verlaub - mein russisch ist etwas dürftig.
...und wenn sie nicht gestorben sind, dann geht und ändert das!

Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #70 am: 18.11.2018 | 10:33 »
warum Grade dort ?

Weil Tschetschenien eine autonome Republik in Russland ist. Und weil Tschetschenien rechtliche Schritte gegen WW bzw. deren Vertriebspartner einleiten will, wegen des Tschetschenien-Kapitels im Camarilla Buch. Das Land fühlt sich nämlich durch die Darstellung einer "angeblichen" (deren Wort, nicht meins) Verfolgung von LGTBQI+ in Tschetschenien verunglimpft. Ziel ist es, den Namen des Autors des betreffenden Abschnitts zu erfahren. Damit man gegen ihn vorgehen kann. Die undurchdachte Geschichte hat also nun Konsequenzen über den RPG Bereich hinaus. Das Tragische an der Sache: Weil es ein RPG Buch ist, in dem fiktive Vampire behandelt werden, kann das Regime in Tschetschenien jetzt behaupten, die Verfolgung von Schwulen ist genauso erfunden.

Mit Verlaub - mein russisch ist etwas dürftig.

Tipp: Chrome übersetzt Dir Seiten. Und das gar nicht mal schlecht.
Spiele gelegentlich: Savage Worlds Adventure Edition
Leite regelmäßig: Dungeons & Dragons 5th Edition
Bereite vor: Starfinder
Lese: Starfinder Corebook, Pact Worlds, Alien Archive

Offline Infernal Teddy

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #71 am: 18.11.2018 | 10:34 »
Mit Verlaub - mein russisch ist etwas dürftig.

Oh, sorry. Chrome macht da Autotranslate. Bei mir allerdings auf englisch.
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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #72 am: 18.11.2018 | 10:41 »
Danke für den Tipp, bei mir sogar auf Deutsch XD


Ok, die Prüfen noch ob sie Rechtsmittel nutzen. Tja, damit wird dann aus der Medienmanipulation im RPG eine im RL
...und wenn sie nicht gestorben sind, dann geht und ändert das!

Offline Berta Broken

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #73 am: 18.11.2018 | 10:48 »
naja über "Künstlerische Freiheit" ist ja so gut wie alles irgendwie erlaubt und legal, da werden die rechtlich wenig machen können, aber daß das gleich so  hohe Wellen schlägt? krass

Nunja, wie man an einigen Beiträgen auch hier im Forum, wo man eine gewisse Intelligenz eigentlich erwarten sollte, sieht, würden so einige doch gerne aufgrund ihrer Befindlichkeiten diese Art von "künstlerischer Freiheit" den Flammen übergeben.

Krass? WW hat Grenzen überschritten und sich nicht um die Konsequenzen gekümmert. Das ist das Ergebnis davon.

Zitat
Genau darum geht es bei dieser Empörung: Es wird ein respektvoller Umgang mit den Opfern realer Verfolgung eingefordert.


Garnicht damit zusammenhängend:
https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_auf_Charlie_Hebdo

Offline Camouflage

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Re: Umsturz bei White Wolf
« Antwort #74 am: 18.11.2018 | 10:53 »
Als WW Mitarbeiter würde ich zumindest Tschetschenien/Russland in nächster Zeit lieber meiden...

Hm, ich hab irgendwo einen Kommentar gelesen, dass der Autor des Abschnitts wohl jemand ist, der aus der Region stammt (und eine etwas unglückliche Form gewählt hat, auf das Thema aufmerksam zu machen). Ist aber reines Hörensagen.
Zitat
12. To beat your enemy, you must know him. 13. Your enemy is the highest authority on the topic of himself. 14. So listen when your enemy speaks, but do not credit his words. 15. Listening is a real bargain. 16. Credit ist way overpriced.
- Book of Del, Chapter 6, The Book of Retcon